Da kommen echte Musiker mit Rohmaterial an. Und einem Rough Mix. Den nimmt er dann und hört den Musiker zu was genau sie wollen und was ihnen wichtig ist. Das hast er auch erwähnt in dem Video.
Krass, das musste ich mir tatsächlich auch nochmal anhören. Du hast vollkommen Recht und ich hatte es falsch verstanden. Ich dachte auch, er würde einen Reference-Mix benutzen, um das Levelling für seinen Rough Mix zu machen. Aber wenn man richtig zuhört, versteht man es.
Ich find's interessant, so einem Menschen zuzuhören. Aber die Tipps, die er gibt, gelten ja wohl kaum für unsereins. Wenn ich keinen Reference-Mix benutze, lande ich irgendwo... nur nicht da, wo ich hinwill. Ich mache das aber auch nicht beruflich und habe selbst schon Hunderte Mixes gemacht, die andere als Reference-Mix benutzen. Und dass z.B. "Highpass on everything" eine Krücke ist, die einen dazu befähigt, schlechte Aufnahmen mixbar zu machen, ist doch auch eigentlich jedem klar. Wenn man immer perfekt aufgenommene Spuren angeliefert bekommt, ist das irrelevant.
Das Einzige, wo ich ihm aus meiner Sicht widersprechen muss, ist das Thema mit den Mikrofonpositionierungen vs. Mikrofonauswahl. Wenn ich z.B. eine Snare mikrofoniere, dann macht der Neigungswinkel, die Nähe, die Ausrichtung erheblich mehr mit dem Sound, als ob ich SM57, Audix i5 oder ein E604 benutze. Ein MD421 macht wahrscheinlich etwas mehr Unterschiede, aber dafür bin ich mit dem nicht mehr so flexibel, was die Positionierung angeht.
Da kann man sich aber fragen, ob er wegen seiner langen Erfahrung evtl. einen eingeschränkteren Rahmen hat, welche Positionierungen und welche Mikrofone überhaupt relevant sind und die (für ihn) Unrelevanten einfach nicht mit in die Auswahl einbezieht. Dann könnte ich das nachvollziehen.