Ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber das was ich bisher gemacht habe (orchestrale Produktionsmusik) hat sich mit der KI denke ich wirklich erledigt.
Selbst wenn ich mich nochmals aufraffe und ganz ohne Briefing in meinem eigenen Zeitplan ein Initiativ-Album schreibe, dass ich auf eigene Kosten aufnehme, ist halt die Frage ob das jemals wieder reinkommt. Das sind immerhin 5 stelligen Beträge von denen wir hier reden. Ich hätte zwar das Kapital, will es aber auch nicht unnötig verbrennen.
Bis vor 2 Jahren sind meine Ausschüttungen noch gestiegen, jetzt stagnieren sie. Ob es daran liegt, dass ich seit 5 Jahren kein Album veröffentlicht habe, oder ob das schon die KI ist, weiß ich nicht..
Es ist einfach so eine richtige Sch***-Situation. Die KI ist zwar schon da, aber die wirklichen Implikationen stehen noch nicht so richtig fest. Und auch, wenn ich keine finanzielle Not habe, merke ich, dass ich mich für den Ruhestand doch noch etwas zu jung fühle. Da ist auch so eine gewisse lange Weile. Aber ich will eigentlich auch nicht mehr in dieses Hamsterrad, dass durch KI wie mir die noch aktiven Kollegen berichten noch anstrengender geworden ist.
Ich will einfach nur ab und zu mal einen Song schreiben und bei Spotify hochladen und vielleicht durch etwas Playlist-Marketing und selbst-promotion bewerben. Damit ich irgendwie was zu tun habe.
Das ist eigentlich alles...
Mein Rat an dich. Setz dich nicht unter Druck. Wenn Du Kapital hast musst Du dir finanziell doch erstmal keine Sorgen machen.
Was in Zukunft mit KI-Musik passieren wird kann zum jetzigen Zeitpunkt noch keiner sagen.
Vielleicht wird es irgendwann noch mehr Regularien geben oder irgendetwas anderes wird sich grundlegend ändern.
Man weiß es nicht.
Ich verfolge diese Dinge auch mit Interesse, bin aber eher bei den Kritikern unterwegs, weil ich auch gewisse Gefahren sehe.
Als Musiker/Keyboarder/Gitarre war ich auch immer schon an neuen Technologien interessiert und habe diese zumindest mal getestet.
Z.B. Vocalsynthese oder andere Syntheseformen.
Synth V finde ich auch witzig zum Rumspielen, obwohl ich dagen würde, dass das keine KI ist. Da streiten sich aber auch die Geister.
Auf der anderen Seite hat KI auch eine Umkehr bei mir bedeutet. Ich baue gerade wieder ein Setup mit analogen Synths auf, setze wieder alte Effekte ein- Möchte wieder mehr live jammen. Auch dafür setze ich ab und an KI ein, da diese viel schneller Dinge abgrasen und zusammensuchen kann, als ich es jemals könnte. Man muss natürlich immer wieder nachrecherchieren, weil die KI auch manchmal Grütze schreibt und sie berichtigen, aber im Grossen und Ganzen ist sie als Suchmaschine schon sehr schnell.
Zum Thema orchestrale PM hast Du eh schon in einem hart umkämpften Bereich gearbeitet.
Vor Jahren mit Audiojungle, Ponds 5 usw ging das ja schon den Bach runter.
Dass das an die Nerven geht kann ich voll nachvollziehen.
In dem Bereich würde ich jetzt persönlich auch keine Kapital mehr versenken wollen.
Was wohl noch so einigermassen laufen soll ist der Trailer-Bereich aber da müsst man heutzutage auch schon Kontakte zu den Verlagen haben. Vielleicht hast Du die ja und fragst da mal nach, wie der Stand der Dinge ist.
Gerade aber mit der Vorgeschichte Burnout sind diese ganzen Bereiche eher nicht empfehlenswert. (Ich habe selbst mal in neudeutsch einen Burnout gehabt. Bei mir war es halt die klassische Depression)
Bzgl. Kapital versenken in Orchesteraufnahmen.
Auch da wird die Zukunft zeigen was noch kommt.
East West hat z.B. vor einger Zeit mit ACE fusioniert.
Für Komponisten/Musiker die Libraries nutzen ist das ein spannendes Thema.
Auf der anderen Seite muss man immer bedenken, dass das zu einem gewissen Teil das Aus für Studio-Musiker ist.
Man sieht ja zur Zeit auch was Netflix mit den deutschen Syncronsprechern abzieht bugl Fütterung der Datenbanken ihrer Stimmen für KI.
Das sind die moralischen Effekte und Gefahren die mich halt negativ triggern.