KI als Produzent der eigenen Songs - Legitim?

  • Ersteller Ersteller recordingfuzzie
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  • #41
Ich finde, das ist so ein bisschen eine Argumentation, als ob Du sagst, nur der Koch der auch in der Spülküche alle Teller der Gäste per Hand spült ist ein guter Koch. Und jeder der eine Spülmaschine benutzt ist faul und/oder ein Stümper..
Nein das sage ich nicht.

Ich sage der Koch der selber kocht ist ein Koch, der Koch der zusätzlich eigene Rezepte kreiert ist der Chefkoch und alle die Maggi, Knorr verwenden sind keine Köche worum sich ein Restaurant schlagen wird.
Wenn Maggi Koch tatsächlich kochen kann, es aber nicht macht, ja was bringt das?
 

  • #42
Offtopic:
Ich habe vor kurzem ein Interview mit Roland Emmerich gesehen, in dem er gefragt wurde, ob er Angst hat irgendwann von einer KI ersetzt zu werden. Darauf sagte auch er: Nein, es wird immer jemand brauchen, der die Entscheidung trifft. Dann hört man ein Interview mit einer Person aus der KI-Branche, die die gleiche Frage gestellt bekommt. Antwort: Nein, es braucht keine Regisseure oder Schauspieler mehr. Im Fernsehen der Zukunft prompet man sein Genre, die Schauspieler (oder eben lookalikes) und bekommt einen Film ganz auf sich persönlich zugeschnitten. Wer das für Absurd hält kann sich gerne mal die rudimentären Vorläufer ansehen.
Ja, da ist was dran. Aber ich würde es trotzdem nicht so pessimistisch sehen. Allein schon wegen Decission-Fatigue/Bequemlichkeit.
Ich denke mal, als Musiker wirst auch Du Dir z.B. auf Spotify eigene Playlists erstellen. Aber es gibt Menschen, die kurierte Playlists hören... Und zu den Filmen: Vielleicht hat nicht immer jeder Lust seine eigenen Szenarien zu entwerfen, sondern man will auch mal was vorgefertigtes. Das ist vielleicht auch so ein bisschen wie bei Computer-Spielen. Ich liebe so Open World/Sandbox- Spiele. Bei GTA habe ich z.B. so gut wie nie die Kampagnen gespielt, sondern habe einfach nur das gemacht worauf ich bock hatte. Andere wiederum spielen die Kampagnen trotzdem fleißig durch. Nicht jeder Mensch ist kreativ. Und auch wenn man mit AI weniger harte Skills braucht, so braucht man doch zumindest etwas Phantasie und Kreativität und den Wunsch was eigenes zu erschaffen (zu lassen), statt nur etwas vorgefertigtes zu konsumieren...
@recordingfuzzie ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich kämpfe gegen gar nichts an, und habe auch keine angst vor ki. Im gegenteil. Dadurch dass der status quo von jedem der einen prompt schreiben kann erreicht werden kann, wird ehrlich gemachte musik und auch andere kunst umso wertvoller.

Wenn es dir nicht wichtig ist wie diese produziert wird, dann mach es doch genau so. Mit suno. Aber wie schon andere erwähnt haben… um einen prompt einzutippen braucht dich kein label
Vielleicht nicht.
Aber menschengemachte Musik braucht ein Label/Verlag dann auch nicht mehr, denn ein Label ist nicht das Sozialamt, sondern erstmal ein Unternehmen mit Gewinnabsichten.
Und es ist ja nicht so, dass jeder Song den Suno ausspuckt ein Chartbreaker ist. Mehrfache Generierung, Iteration, Vorauswahl, das alles lohnt sich immens und macht eben auch Arbeit.
Denk doch mal nach:
Was ist wohl effizienter? Selbst stundenlang zu iterieren, bis man endlich einen Treffer hat, oder einfach 100 Demos von Leuten, die bereits viele Stunden Arbeit investiert haben was gutes zu generieren abzuhören und unter dieser Vorauswahl zu entscheiden was es in die Release-Pipeline schafft?

Das was Labels wollen ist Musik die sich gut verkauft. Sonst nichts.
Wie die entstanden ist, wird deshalb auf lange Sicht auch keine Rolle mehr spielen.
Ob das nun gut so ist oder schlecht, das sei dahin gestellt.
Aber das ist eine andere Diskussion...
 
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  • #43
Kunst, das ist mir viel zu groß, zu schwer und dafür braucht man auch ein gewisses Ego.
Seltsame Sichtweise, bedenkt man, was alles als Kunst gilt. Klingt für mich eher nach verkrampfter Sichtweise.
Muss ja kein Beethoven sein, aber wenn Ikkimel im Morgenmagazin auftreten darf....f**k it...einfach machen

Da, Kunst:


 
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  • #44
Wenn Maggi Koch tatsächlich kochen kann, es aber nicht macht, ja was bringt das?
Umsatz und Reichweite.
Eine gut laufende Mc Donalds-Niederlassung an einem Top-Standort bringt mehr Geld und ist viel stärker frequentiert als die allermeisten (wenn nicht alle) Michelin-Sternerestaurants.
Versteh mich nicht falsch, ich spiel auch einfach manchmal zu Hause Jazz auf dem Klavier.
Nur für mich ganz allein.
Aber ich mag halt auch Pop. Und Pop ist für mich halt Entertainment und keine Kunst.
Ich habe nix gegen Entertainment, wirklich nicht. Aber man darf da auch nicht diesen Nimbus haben.
Andererseits würde ich Suno nicht mit Maggi und Knorr vergleichen, sondern eher mit dem Thermomix.
Schon mal ausprobiert? Erstaunlich, was man damit zaubern kann...

Aber das hier, ist denke ich der eigentliche Punkt:
Für viele Musiker hängt das ganze auch am Ego und am ganzen Selbstbild.
Und wenn man plötzlich merkt, dass eine Maschine das gleiche oder etwas sogar etwas besser kann als man selbst, in einem Bereich über den man sich selber stark definiert hat, dann fühlt man sich erstmal gekränkt.
Aber das ging den Webern einst auch so. Oder den Töpferern. Der Unterschied ist nur der, dass die nie so übermäßig stolz auf ihr Werk waren wie die meisten Musiker. Denn sie wurden auch nicht so gehyped.
Da kam keiner und wollte ein Autogramm, nur weil jemand besonders gut töpfern oder weben konnte.
Obwohl das letztlich auch eine Kunstform war.
Ich glaube, wir Musiker haben manchmal einfach ein viel zu großes Ego. Und das holt uns jetzt ein...

Offtopic:
Ich habe vor kurzem ein Interview mit Roland Emmerich gesehen, in dem er gefragt wurde, ob er Angst hat irgendwann von einer KI ersetzt zu werden. Darauf sagte auch er: Nein, es wird immer jemand brauchen, der die Entscheidung trifft. Dann hört man ein Interview mit einer Person aus der KI-Branche, die die gleiche Frage gestellt bekommt. Antwort: Nein, es braucht keine Regisseure oder Schauspieler mehr. Im Fernsehen der Zukunft prompet man sein Genre, die Schauspieler (oder eben lookalikes) und bekommt einen Film ganz auf sich persönlich zugeschnitten. Wer das für Absurd hält kann sich gerne mal die rudimentären Vorläufer ansehen.
Ja, da ist was dran. Aber ich würde es trotzdem nicht so pessimistisch sehen. Allein schon wegen Decission-Fatigue/Bequemlichkeit.
Ich denke mal, als Musiker wirst auch Du Dir z.B. auf Spotify eigene Playlists erstellen. Aber es gibt Menschen, die kuratierte Playlists hören...
Und zu den Filmen: Vielleicht hat nicht immer jeder Lust seine eigenen Szenarien zu entwerfen, oder das zu nehmen, was der Algo ihm vorkaut, sondern man will auch mal etwas vorkuratiertes.
Das ist vielleicht auch so ein bisschen wie bei Computer-Spielen. Ich liebe so Open World/Sandbox- Spiele. Bei GTA habe ich z.B. so gut wie nie die Kampagnen gespielt, sondern habe einfach nur das gemacht worauf ich bock hatte. Andere wiederum spielen die Kampagnen trotzdem fleißig durch. Nicht jeder Mensch ist kreativ. Und auch wenn man mit AI weniger harte Skills braucht, so braucht man doch zumindest etwas Phantasie und Kreativität und den Wunsch was eigenes zu erschaffen (zu lassen), statt nur etwas vorgefertigtes zu konsumieren. Aber das hat nicht jeder. Viele wollen einfach nur konsumieren.
Wie oft kam es vor, dass ich Leuten Suno zeige und frage: Was willst Du hören? Diese AI kann erschaffen was immer Du willst. Und als Antwort kommt: Keine Ahnung... Ich weiß nicht... Mach Du mal...

@recordingfuzzie ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich kämpfe gegen gar nichts an, und habe auch keine angst vor ki. Im gegenteil. Dadurch dass der status quo von jedem der einen prompt schreiben kann erreicht werden kann, wird ehrlich gemachte musik und auch andere kunst umso wertvoller.

Wenn es dir nicht wichtig ist wie diese produziert wird, dann mach es doch genau so. Mit suno. Aber wie schon andere erwähnt haben… um einen prompt einzutippen braucht dich kein label
Vielleicht nicht.
Aber menschengemachte Musik braucht ein Label/Verlag dann auch nicht mehr, denn ein Label ist nicht das Sozialamt, sondern erstmal ein Unternehmen mit Gewinnabsichten. Zwar eines wo man sich duzt und man auch mal zusammen ein Bierchen trinken geht und man sich als "Künstler" bestens umsorgt fühlt, aber hinter all dieser Fassade verbirgt sich dann doch nur wieder der schnöde Mammon.
Und es ist ja nicht so, dass jeder Song den Suno ausspuckt ein Chartbreaker ist. Mehrfache Generierung, Iteration, Vorauswahl, das alles lohnt sich immens und macht eben auch Arbeit.
Denk doch mal nach:
Was ist wohl effizienter? Selbst stundenlang zu iterieren, bis man endlich einen Treffer hat, oder einfach 100 Demos von Leuten, die bereits viele Stunden Arbeit investiert haben abzuhören und unter dieser straffen Vorauswahl zu entscheiden was es in die Release-Pipeline schafft?

Das was Labels wollen ist Musik die sich gut verkauft. Sonst nichts.
Wie die entstanden ist, wird deshalb auf lange Sicht auch keine Rolle mehr spielen.
Ob das nun gut so ist oder schlecht, das sei dahin gestellt.
Aber das ist eine andere Diskussion...
 
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  • #45
Früher war ich immer in der Ausstellung der hiesigen Kunstakademie. Eines der Dinge die hängengeblieben sind, waren 2 Menschen, Männlich und weiblich, die sich ***** ausgezogen haben, zusammen in ein Bärenkostüm geklettert sind und dann auf einem Skateboard den Flur raus und runter gefahren sind. :smil451c7211b9e19:
 
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  • #46
Seltsame Sichtweise, bedenkt man, was alles als Kunst gilt. Klingt für mich eher nach verkrampfter Sichtweise.
Muss ja kein Beethoven sein, aber wenn Ikkimel im Morgenmagazin auftreten darf....f**k it...einfach machen

Da, Kunst:


Ja aber merkst was? Wenn Eier aus Vagina pressen Kunst ist, ist es auch nen Prompt bei Suno einzutippen.
Das ist ja genau der Punkt. Mir ist das eigentlich egal was andere Leute für Kunst halten und was nicht. Ich mag halt Musik die sich schön anhört. Und wenn ich so im Auto manchmal das Radio anschalte, gefällt mir 90% dessen was ich dort höre nicht annähernd so gut wie das, was ich mit Suno erschaffe. Solange das noch so ist, sehe ich da also auch eine Marktlücke.
 
  • #47
Aber das hier, ist denke ich der eigentliche Punkt:
Für viele Musiker hängt das ganze auch am Ego und am ganzen Selbstbild.
Und wenn man plötzlich merkt, dass eine Maschine das gleiche oder etwas sogar etwas besser kann als man selbst, in einem Bereich über den man sich selber stark definiert hat, dann fühlt man sich erstmal gekränkt.
Was mich angeht, fühle ich mich nicht gekränkt und es kratzt auch nicht an meinem Selbstbild. Das eine Maschine etwas besser und schneller kann liegt in der Natur der Sache. Da mache ich mir keinen Kopf. Was mich enorm ankotzt ist zum einen die pure Menge an Mist, die man nun ignorieren und wegklicken muss. Und hier primär Youtube, weil das meine Informationsquelle Nr. 1 ist, was neue Bands angeht. Zum einen wird es schwieriger, gute neue Bands zu finden und zum anderen wird es für diese Band schwieriger etwas zu reißen. Je weniger Aufmerksamkeit die bekommen, desto weniger Cashflow ist da und desto unwahrscheinlicher wird es, sie mal live zu sehen. Im Gegensatz zu KI Musik, die mit wenigen Klicks generiert sind.
 
  • #48
Genug, um sagen zu können, dass es keine Kunst ist, einen Prompt von Suno ausführen zu lassen.
Ich meinte da deine eigene Sichtweise, dass du für dich kein Künstler bist.
Mit Suno bist du das erst recht nicht.
Aber stimmt, jeder sieht das vermutlich anders.
Lass mal von der KI ein Ei aus dem Diskettenlaufwerk pressen.
 
  • #49
Jetzt kannst du hierfür Einzelspuren für einzelne Instrumente erstellen lassen. zum Beispiel "generiere eine Drumspur im typischen Europop-Stil". Oder "erstelle eine Electropop-Basslinie". Und Suno-Studio erzeugt deine diese Spuren gezielt auf der Basis deines Songs.

Das ist schlicht etwas anderes als stumpf einen Prompt-Song erstellen zu lassen. Da hast du eigene Schöpfungshöhe in dem Song.
Wenn ich dem Bassisten meiner Band sage "Spiel mal ne Basslinie zu dem Song" und er spielt ne Basslinie, welche Schöpfungshöhe hab ich dann an der Basslinie begründet? Keine.
Aber das alles ändert nichts daran, dass sich die Welt immer weiter dreht und jeder der nicht mit der Zeit geht, mit der Zeit gehen wird
Dieses Zitat hab ich hier von KI-Verfechtern schon ein paar mal gelesen. Was ist denn "die Zeit" in diesem Sinne? KI Musik erstellen zu lassen, die keiner anhört und nach der keiner verlangt hat, weil es millionenfach Gleichartiges gibt? Wenn das der Zeitgeist sein soll, dann gute Nacht.

Ich weiß nicht, welchen Zweck Du mit Deiner Musik verfolgst, aber für mich war das immer ein Mittel, um mich selbst auszudrücken. Im Idealfall entwickle ich eine eigene Note, Stimme, einen eigenen Stil und hebe mich dadurch von der breiten Masse ab. Wenn man jetzt eine KI nimmt, die aus dem gesamten Weltrepertoire einen Eintopf zusammenkocht und sich daraus was herausnimmt, dann hat man sich nicht selbst künstlerisch betätigt, auch nicht, wenn man die Betätigung aufs Arrangement beschränkt, denn das ist wesentlicher Teil der Musikschöpfung. Der kreative Schöpfungsgeist funktioniert aber anders, weil er an die eigene Persönlichkeit andockt und wird etwas anderes ausspucken. Deshalb verstehe ich den Sinn dahinter nicht. Leute, die Clicks generieren wollen, um Kohle abzugreifen, ok whatever. Aber um sich selbst kreativ auszudrücken KI vorzuschieben, weil man damit Zeit spart und weil es effizienter ist? Dann kann man es doch wirklich gleich bleiben lassen. Musik ist doch kein Leistungssport, bei dem es darum geht, möglichst schnell zum Ziel zu kommen. Aber scheinbar geht es hier wirklich eher um Gewinnmaximierung. Dann würde ich aber generell die Branche wechseln.
 
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  • #51
Wenn ich dem Bassisten meiner Band sage "Spiel mal ne Basslinie zu dem Song" und er spielt ne Basslinie, welche Schöpfungshöhe hab ich dann an der Basslinie begründet? Keine.

Doch natürlich. Einmal basiert die Bassline ja auf deinen Song, er erstand ja nicht im luftleeren Raum.

Je spezifischer deine Vorstellung ("lass den Mark King raus und slappe wie verrückt") desto mehr Anteil hattest du an der Bassline.

Und viel wichtiger: der Song ist immer noch deiner, deine Schöpfungshöhe, und wird durch die externe Bassline nicht weniger dein.
 
  • #52
Doch natürlich. Einmal basiert die Bassline ja auf deinen Song, er erstand ja nicht im luftleeren Raum.

Je spezifischer deine Vorstellung ("lass den Mark King raus und slappe wie verrückt") desto mehr Anteil hattest du an der Bassline.

Und viel wichtiger: der Song ist immer noch deiner, deine Schöpfungshöhe, und wird durch die externe Bassline nicht weniger dein.
Das ist ein prima Beispiel um kräftig zu spekulieren. Das ist über Jahre hinweg genauso praktitziert worden. Session Musikern sind ein paar Euros in die Hand gedrückt worden und dann ging die Tür zu. Weil das ziemlich ungerecht ist hat man in der EU-Urheberrechtsreform von 2019/2021 den § 32a UrhG eingeführt. Umgangssprachlich der "Bestseller-Paragraf".

  • Wenn ein Musiker für eine einmalige Pauschale (z. B. 500 Euro oder 10.000 Mark) im Studio arbeitet und der Song später zu einem unerwartet riesigen, millionenschweren Hit wird, entsteht ein auffälliges Missverhältnis zwischen der Bezahlung und dem Erfolg.
  • Der Musiker hat heute das gesetzliche Recht, nachträglich eine faire Beteiligung einzufordern. Knebelverträge, die eine spätere Erfolgsbeteiligung für immer kategorisch ausschließen, sind in dieser extremen Form rechtlich unwirksam geworden.


Dafür gibt es auch ein prominentes Beispiel:


Der mit Abstand bekannteste und folgenschwerste Fall, bei dem der Bestseller-Paragraf (§ 32a UrhG) im Musikbereich gerichtlich durchgesetzt wurde, betrifft das wohl bekannteste deutsche Elektronik-Pop-Projekt der 2000er-Jahre: Kraftwerk.

Der Fall: Kraftwerk gegen den Session-Remixer (2010–2013)
Im Jahr 1983 engagierte die Band Kraftwerk den damals noch unbekannten Sound-Designer und Remixer Klaus „Schall“ Schulze (nicht zu verwechseln mit dem berühmten gleichnamigen Elektronik-Pionier), um an einer neuen Version ihres legendären Tracks "Der Telefon Anruf" (The Telephone Call) mitzuarbeiten.
  • Die ursprüngliche Bezahlung: Schulze verbrachte Tage im Studio, tüftelte an neuen Beats und fügte dem Track markante Soundeffekte hinzu. Als Session-Musiker und Studio-Mitarbeiter unterschrieb er einen klassischen Pauschalvertrag (Buy-out) und bekam dafür damals eine einmalige Summe von umgerechnet wenigen hundert Euro (ca. 1.000 D-Mark). Er trat damit alle Rechte ab.
  • Der Mega-Erfolg: Der Remix wurde zu einem weltweiten Club-Hit. Über die Jahre wurde der Track millionenfach auf Compilations verkauft, im Radio gespielt und lizenziert. Kraftwerk verdiente damit ein Vermögen.

Der Gang vor Gericht
Jahrzehnte später berief sich Klaus Schulze auf den Bestseller-Paragraphen. Er argumentierte, dass seine kreative Studio-Arbeit und seine klanglichen Ergänzungen maßgeblich dazu beigetragen hatten, dass genau diese Version des Songs so extrem erfolgreich wurde. Zwischen seiner kleinen Einmalzahlung von 1983 und den Millionen-Erträgen der Band über die Jahrzehnte klaffe ein "auffälliges Missverhältnis".
  • Das Urteil: Der Bundesgerichtshof (BGH) gab dem Studio-Musiker recht. Die Richter entschieden, dass der Bestseller-Paragraf rückwirkend greift.
  • Die Konsequenz: Kraftwerk und deren Plattenfirma wurden dazu verurteilt, Klaus Schulze eine massive Nachzahlung in fünfstelliger Höhe zu überweisen und ihn fortan prozentual an allen weiteren Einnahmen des Tracks zu beteiligen.
 
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  • #53
KI machen lassen ist ok, daher; hau rein
Ich werde das nie anhören, grundsätzlich, wenn ich merke das KI musiziert

Aber das heißt nichts ob ich mithöre oder nicht, wenn du Zuhörer hast ist doch alles gut
 
  • #54
Das ist ein prima Beispiel um kräftig zu spekulieren. Das ist über Jahre hinweg genauso praktitziert worden. Session Musikern sind ein paar Euros in die Hand gedrückt worden und dann ging die Tür zu. Weil das ziemlich ungerecht ist hat man in der EU-Urheberrechtsreform von 2019/2021 den § 32a UrhG eingeführt. Umgangssprachlich der "Bestseller-Paragraf".
Na super, ein Grund mehr KI zu nutzen. Dann kann Dich ja jeder Opportunist nachträglich verklagen, wenn Du Erfolg hast...
Und nein, ich gönne meinen Musikern alles, habe sie immer gut bezahlt und immer korrekt die Daten für die GVL-Voranmeldung weitergegeben! Aber aus der Zeit als ich noch mit Sample-Libraries gearbeitet habe, weiß ich eben auch, dass die Neighbouring Rights-Vergütung nicht unerheblich ist. Das war gut nochmal 1/3 so viel wie die GEMA-Einnahmen - on top. Allerdings habe ich das auch über NRG abgewickelt. Wenn bei der GVL weniger ankommt, dann müssen die halt verklagt werden, aber doch nicht der Komponist, der dem Musiker überhaupt erst Arbeit gibt!

Im Idealfall entwickle ich eine eigene Note, Stimme, einen eigenen Stil und hebe mich dadurch von der breiten Masse ab. Wenn man jetzt eine KI nimmt, die aus dem gesamten Weltrepertoire einen Eintopf zusammenkocht und sich daraus was herausnimmt, dann hat man sich nicht selbst künstlerisch betätigt, auch nicht, wenn man die Betätigung aufs Arrangement beschränkt, denn das ist wesentlicher Teil der Musikschöpfung.

Man merkt, dass Du wohl noch keinen Deiner eigenen Songs in das Remix-Tool von Suno gegeben hast. Sonst würdest Du nicht sowas schreiben. Leute denen ich die Ergebnisse vorgespielt habe, haben mir alle samt das Feedback gegeben, dass man meinen Stil dabei immer heraushört. Das geht so weit, dass die Vocal-Performances, selbst wenn sie weiblich sind irgendwie genau so phrasieren wie ich es tun würde (wenn ich denn eine Frau mit toller Stimme wäre). Probier es mal aus. Glaub mir, Du wirst ganz viel Du in den Outputs Wiedererkennen...
Genau wie LLMs ist auch die Musik-KI eine Art Echokammer. Nicht ohne Grund nennt Google seine KI ja Gemini (Zwilling), da ein Modell je länger ein User damit arbeitet immer mehr zu einem digitalen Abdruck des Users wird.
Bei Suno gibt es ja inzwischen auch extra Taste-Funktionen und die Möglichkeit ein eigenes Modell mit seinem eigenen Katalog zu trainieren. So wird Dein persönliches Suno immer mehr ein Abbild Deines eigenen musikalischen Stils.

Und zum "Eintopf des Weltrepertoires":
Das ist immer diese typische engstirnige Argumentation. Wo kommt denn Dein Wissen über Musik her? Ist es nicht auch die Summe Deiner ganz persönlichen Hörerfahrungen? Aber die KI repräsentiert das Weltrepertoire. Sie ist neutral. Mehr gibt es nicht als das womit sie trainiert wurde. Deshalb hat sie keinen Stil, den musst Du dort hineinbringen.
Wer KI nutzt, macht sich also keinen fremden Stil zu nutze, weil die KI viel breiter trainiert ist als ein Mensch es je sein könnte. Wenn Du einen Studiomusiker beschäftigst, dann bringt der wirklich seinen ganz eigenen Stil mit in Deine Produktion. Die KI aber nicht. Nach Deiner Argumentation MUSS man also KI nehmen, wenn man seinen eigenen Stil behalten will...
 
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  • #55
@recordingfuzzie
Ich hab jetzt mal die KI gefragt. ;)
Zusammenfassend kann man sagen, dass im EDM-Bereich schon KI genutzt wird. Es gibt wohl auch schon Labels die KI-generierte Musik für Playlists bei Spotify annehmen. Da dann wohl eher im Bereich House, Chill etc. Da reicht die Quali wohl für aus.
Es gibt auch Chancen bei einem EDM-Label unterzukommen, wenn man mit offenen Karten spielt und glaubhaft versichern kann, das Idee, Text und Akkorde von einem selbst stammen. Die Labels schauen dann, ob man einen Produzenten findet, der das dann "nachbaut".
Ob das jetzt alles so stimmt, kann ich nicht sagen und habe das auch nicht nachrecherchiert.
Ich würde sagen, versuche einfach dein Glück. Du kannst ja hier dann von deinen Erfahrungen berichten.
Wir können natürlich hier auch seitenweise weiterdiskutieren über Moral, Kunst etc. aber das führt ja zu nix. :)
Versuch macht kluch.
 
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  • #56
@recordingfuzzie
Ich hab jetzt mal die KI gefragt. ;)
Zusammenfassend kann man sagen, dass im EDM-Bereich schon KI genutzt wird. Es gibt wohl auch schon Labels die KI-generierte Musik für Playlists bei Spotify annehmen. Da dann wohl eher im Bereich House, Chill etc. Da reicht die Quali wohl für aus.
Es gibt auch Chancen bei einem EDM-Label unterzukommen, wenn man mit offenen Karten spielt und glaubhaft versichern kann, das Idee, Text und Akkorde von einem selbst stammen. Die Labels schauen dann, ob man einen Produzenten findet, der das dann "nachbaut".
Ob das jetzt alles so stimmt, kann ich nicht sagen und habe das auch nicht nachrecherchiert.
Ich würde sagen, versuche einfach dein Glück. Du kannst ja hier dann von deinen Erfahrungen berichten.
Wir können natürlich hier auch seitenweise weiterdiskutieren über Moral, Kunst etc. aber das führt ja zu nix. :)
Versuch macht kluch.
Das ist interessant. Also zunächst es ist kein "richtiger" EDM. Eher EDM-Pop, so ne Mischung aus NOTD und Kathy Perry.
Aber was ich auch schon überlegt habe: Wieso nicht doch nochmal bei einem (Pop-) Musikverlag anklopfen? Die Demos überleben ja in den allermeisten Fällen eh nie, sind Wegwerfprodukte, es geht um den Song, der dann eh von Grund auf neu vom Lizenznehmer produziert wird.
Wieso also nicht Leadsheets und KI-Demos einreichen? Ist doch sogar viel besser, als wenn ich hier ein Demo mit irgendwelchen wilden Musikern von Air-Gigs zusammendubbe.
Im Moment würde das wahrscheinlich noch auf Ablehnung stoßen. Aber ich denke das könnte sich potentiell bald als typischer Workflow in dem Bereich herauskristallisieren. Ergibt ja ne Menge Sinn...
 
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  • #57
Ich glaube, wir Musiker haben manchmal einfach ein viel zu großes Ego
Das glaube ich nicht, schließlich gibt es Band und nicht den Gitarristen der alles macht, Singen, Schlagzeug, Bass, Keyboard.

So gesehen ist Suno dein Bandmitglied. Ihr teilt euch die Aufgaben.

Mir ist das schon klar, aber ich frage mich was dir das bessere Gefühl gibt, wenn du einen Top 10 Song ohne oder mit Suno gemacht hast.

In deinem Fall ist es ja so wie ich das verstehe, dass du es im Prinzip kannst. Wenn du es nicht kannst, dann brauchen wir nicht diskutieren, weil Suno dann eine Notwendigkeit ist, ein Bandmitglied das eine Lücke schließt.

Ob jetzt Suno oder wie im Falle von Michael Cretu der für seine Enigma Alben sehr viel gesampelt hat, spielt keine Rolle, beides ist nicht von Cretu.
Und ja, er hat Erfolg gehabt. Aber auch in seinem Fall: er hätte auch ohne Samples auskommen können.
Er kann es bestimmt.

Ich persönlich würde mich mehr freuen wenn ich alles alleine gemacht habe.
Das ist auch ein Grund warum ich mittlerweile keine Loops mehr verwende, kann ich doch auch selbst.
Kostet mehr Zeit, aber Bauchgefühl ist um Welten besser. Ist jetzt kein Ego Ding, eher so Bienen, Blumen, Sonnenschein.
 
  • #58
Wenn es mir zu mühsam ist ein bild zu malen, dann mal ich halt keins…

Ich finde es grundsätzlich völlig ok wenn man mit suno arbeitet, falls das einem etwas gibt. Solange es auf der eigenen festplatte oder abspielgerät bleibt.

Das ganze mit so einer selbstverständlichkeit zu veröffentlichen und damit die Musiklandschaft zuzumüllen find ich aber nachwievor erbärmlich.

Ich wär auch wahnsinnig gern ein guter maler… nehme mit aber nicht die Zeit dazu es zu lernen, oder leute zu finden die mir das beibringen, oder meine ideen umsetzen. Würd ich jetzt ne tolle idee für ein bild haben, diese dann von irgendeiner KI malen lassen und es dann in ne gallerie hängen? Ich würde mich in grund und boden schämen…
 
  • #59
Ist schon sehr interessant welche Wendung dieser Thread genommen hat.
Von "Ist es OK wenn ich zur Unterstützung KI verwende" zu "Jeder der heutzutage keine KI verwendet verleugnet den Zeitgeist".
Eigentlich war deine Intention dir von diesem Forum ein schallendes "Ja" abzuholen.
Jetzt, wo die Mehrheit eher kein Fan dieser Idee sind, schlägst du nur nach allen Seiten aus um deine Idee zu rechtfertigen.

Wie du schon geschrieben hast: An Kunst sollen sich gern andere aufreiben...

Kunst kommt von Können und nicht von Wollen sonst hiesse es Wunst.
Jemand der es "Kann" braucht keine KI.
 
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  • #60
Ist schon sehr interessant welche Wendung dieser Thread genommen hat.
Von "Ist es OK wenn ich zur Unterstützung KI verwende" zu "Jeder der heutzutage keine KI verwendet verleugnet den Zeitgeist".
Eigentlich war deine Intention dir von diesem Forum ein schallendes "Ja" abzuholen.
Jetzt, wo die Mehrheit eher kein Fan dieser Idee sind, schlägst du nur nach allen Seiten aus um deine Idee zu rechtfertigen.

Wie du schon geschrieben hast: An Kunst sollen sich gern andere aufreiben...

Kunst kommt von Können und nicht von Wollen sonst hiesse es Wullst.
Jemand der es "Kann" braucht keine KI.
Tut mir leid, wenn Du meinen Ton als zu scharf wahrnimmst. Ich wollte eine kontroverse Diskussion ohne Filter, weil das imho oft die wertvollsten sind. Und nein, ich suche eben kein schallendes Ja, sondern echten Gegenwind, um meinen moralischen Kompass zu prüfen. Zu schauen, ob meine These standhält oder mich jemand umstimmt. Dementsprechend spitze ich Sachen manchmal bewusst als rhetorisches Stilmittel zu, um auch provokante Thesen nicht gleich rauszufiltern.
Das ist für mich der Sinn von Diskussion und Austausch. Sich selber zu überprüfen, ein Korrektiv zu schaffen.

Und zu Deinem letzten Satz:
Angenommen ich bin ein Stümper und kann es nicht, will aber trotzdem gerne und mach es einfach.
Was dann?
Was kann sich dann derjenige davon kaufen, der auch gern würde, sich aber nicht traut?

Wenn es mir zu mühsam ist ein bild zu malen, dann mal ich halt keins…

Ich finde es grundsätzlich völlig ok wenn man mit suno arbeitet, falls das einem etwas gibt. Solange es auf der eigenen festplatte oder abspielgerät bleibt.

Das ganze mit so einer selbstverständlichkeit zu veröffentlichen und damit die Musiklandschaft zuzumüllen find ich aber nachwievor erbärmlich.

Ich wär auch wahnsinnig gern ein guter maler… nehme mit aber nicht die Zeit dazu es zu lernen, oder leute zu finden die mir das beibringen, oder meine ideen umsetzen. Würd ich jetzt ne tolle idee für ein bild haben, diese dann von irgendeiner KI malen lassen und es dann in ne gallerie hängen? Ich würde mich in grund und boden schämen…
zumüllen, erbärmlich...
Geht's auch ne Nummer kleiner?

Aha, solange es auf der eigenen Festplatte bleibt ist es ok.
Sonst nicht.
Und warum? Seit wann sind Umständlichkeit und Ineffizienz ein Qualitätsmerkmal?
Ich bin halt eher ergebnisorientiert...
 
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