Wenn Maggi Koch tatsächlich kochen kann, es aber nicht macht, ja was bringt das?
Umsatz und Reichweite.
Eine gut laufende Mc Donalds-Niederlassung an einem Top-Standort bringt mehr Geld und ist viel stärker frequentiert als die allermeisten (wenn nicht alle) Michelin-Sternerestaurants.
Versteh mich nicht falsch, ich spiel auch einfach manchmal zu Hause Jazz auf dem Klavier.
Nur für mich ganz allein.
Aber ich mag halt auch Pop. Und Pop ist für mich halt Entertainment und keine Kunst.
Ich habe nix gegen Entertainment, wirklich nicht. Aber man darf da auch nicht diesen Nimbus haben.
Andererseits würde ich Suno nicht mit Maggi und Knorr vergleichen, sondern eher mit dem Thermomix.
Schon mal ausprobiert? Erstaunlich, was man damit zaubern kann...
Aber das hier, ist denke ich der eigentliche Punkt:
Für viele Musiker hängt das ganze auch am Ego und am ganzen Selbstbild.
Und wenn man plötzlich merkt, dass eine Maschine das gleiche oder etwas sogar etwas besser kann als man selbst, in einem Bereich über den man sich selber stark definiert hat, dann fühlt man sich erstmal gekränkt.
Aber das ging den Webern einst auch so. Oder den Töpferern. Der Unterschied ist nur der, dass die nie so übermäßig stolz auf ihr Werk waren wie die meisten Musiker. Denn sie wurden auch nicht so gehyped.
Da kam keiner und wollte ein Autogramm, nur weil jemand besonders gut töpfern oder weben konnte.
Obwohl das letztlich auch eine Kunstform war.
Ich glaube, wir Musiker haben manchmal einfach ein viel zu großes Ego. Und das holt uns jetzt ein...
Offtopic:
Ich habe vor kurzem ein Interview mit Roland Emmerich gesehen, in dem er gefragt wurde, ob er Angst hat irgendwann von einer KI ersetzt zu werden. Darauf sagte auch er: Nein, es wird immer jemand brauchen, der die Entscheidung trifft. Dann hört man ein Interview mit einer Person aus der KI-Branche, die die gleiche Frage gestellt bekommt. Antwort: Nein, es braucht keine Regisseure oder Schauspieler mehr. Im Fernsehen der Zukunft prompet man sein Genre, die Schauspieler (oder eben lookalikes) und bekommt einen Film ganz auf sich persönlich zugeschnitten. Wer das für Absurd hält kann sich gerne mal die rudimentären Vorläufer ansehen.
Ja, da ist was dran. Aber ich würde es trotzdem nicht so pessimistisch sehen. Allein schon wegen Decission-Fatigue/Bequemlichkeit.
Ich denke mal, als Musiker wirst auch Du Dir z.B. auf Spotify eigene Playlists erstellen. Aber es gibt Menschen, die kuratierte Playlists hören...
Und zu den Filmen: Vielleicht hat nicht immer jeder Lust seine eigenen Szenarien zu entwerfen, oder das zu nehmen, was der Algo ihm vorkaut, sondern man will auch mal etwas vorkuratiertes.
Das ist vielleicht auch so ein bisschen wie bei Computer-Spielen. Ich liebe so Open World/Sandbox- Spiele. Bei GTA habe ich z.B. so gut wie nie die Kampagnen gespielt, sondern habe einfach nur das gemacht worauf ich bock hatte. Andere wiederum spielen die Kampagnen trotzdem fleißig durch. Nicht jeder Mensch ist kreativ. Und auch wenn man mit AI weniger harte Skills braucht, so braucht man doch zumindest etwas Phantasie und Kreativität und den Wunsch was eigenes zu erschaffen (zu lassen), statt nur etwas vorgefertigtes zu konsumieren. Aber das hat nicht jeder. Viele wollen einfach nur konsumieren.
Wie oft kam es vor, dass ich Leuten Suno zeige und frage: Was willst Du hören? Diese AI kann erschaffen was immer Du willst. Und als Antwort kommt: Keine Ahnung... Ich weiß nicht... Mach Du mal...
@recordingfuzzie ich glaube du hast mich falsch verstanden. Ich kämpfe gegen gar nichts an, und habe auch keine angst vor ki. Im gegenteil. Dadurch dass der status quo von jedem der einen prompt schreiben kann erreicht werden kann, wird ehrlich gemachte musik und auch andere kunst umso wertvoller.
Wenn es dir nicht wichtig ist wie diese produziert wird, dann mach es doch genau so. Mit suno. Aber wie schon andere erwähnt haben… um einen prompt einzutippen braucht dich kein label
Vielleicht nicht.
Aber menschengemachte Musik braucht ein Label/Verlag dann auch nicht mehr, denn ein Label ist nicht das Sozialamt, sondern erstmal ein Unternehmen mit Gewinnabsichten. Zwar eines wo man sich duzt und man auch mal zusammen ein Bierchen trinken geht und man sich als "Künstler" bestens umsorgt fühlt, aber hinter all dieser Fassade verbirgt sich dann doch nur wieder der schnöde Mammon.
Und es ist ja nicht so, dass jeder Song den Suno ausspuckt ein Chartbreaker ist. Mehrfache Generierung, Iteration, Vorauswahl, das alles lohnt sich immens und macht eben auch Arbeit.
Denk doch mal nach:
Was ist wohl effizienter? Selbst stundenlang zu iterieren, bis man endlich einen Treffer hat, oder einfach 100 Demos von Leuten, die bereits viele Stunden Arbeit investiert haben abzuhören und unter dieser straffen Vorauswahl zu entscheiden was es in die Release-Pipeline schafft?
Das was Labels wollen ist Musik die sich gut verkauft. Sonst nichts.
Wie die entstanden ist, wird deshalb auf lange Sicht auch keine Rolle mehr spielen.
Ob das nun gut so ist oder schlecht, das sei dahin gestellt.
Aber das ist eine andere Diskussion...