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Gain Staging
Erstellermaxton
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maxton
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#1
Hallo, wir haben in Cubase 9.5 alles Spur für Spur aufgenommen.
Im Frühjahr die Drums, im Sommer die Gitarren und im Winter den Gesang.
Ich habe aber ehrlich gesagt nie so direkt darauf geachtet, dass alles gleich eingepegelt ist. Grundsätzlich ist ja die Eingangslautstärke im digitalen Bereich egal, solange es zu keinem Clipping in irgendeiner Weise kommt.
Aktuell liegt die Snare teilweise bei –3 dB, die Overheads bei –10 dB, der Gesang bei –12 dB und die Gitarren bei –6 dB. Man kann damit zwar mischen, hat aber ein ziemliches Fader-Chaos.
Ich habe jetzt schon öfter das Thema Gain Staging gehört, es wird aber in vielen Tutorials vernachlässigt – vermutlich, weil dort von Haus aus perfekt eingepegelt wird.
Sollte Gain Staging fest im Mixing-Fahrplan enthalten sein?
Und wie macht man das genau?
ich mache das so: ich hab all die anliegenden Signale, ein jedes geht nicht ins Rote, bleibt etwas unter 0 dB oder auch etwas mehr, nix rauscht, nix zerrt
ich lege Gruppen an
Drumgruppe: alle Drumsignale gehen da rein, ich stelle Drumgruppe auf Solo, ich schiebe alle Signale in den Lautstärken bis es klingt, nächste Gruppe.
Bassgruppe, ebenso verfahren
Gitarrengruppe dito
Keys usw ebenso
Gesang bei mir am Schluss, also jetzt noch nicht im Spiel
nun die Gruppen zueinander ausrichten, wenn das vor bei ist, gehe ich an die Dynamik, ich arbeite hier NUR nach Gehör und achte darauf, das nix zerrt/clippt
und das dauert da hier fast nur Erfahrung von Try and Error wirkt
kurzum: ich arbeite NUR nach gehör, und die Lautheit am Ende mache ich via Maximizer von Cubase in den Gruppen und in der Summe dann Ozone (kein Preset, keine Analyse, nur nach Gehör, auch hier)
DAW-intern wird mit 32bit FP (floating point) gearbeitet (für Qbase 9.5 gecheckt) und das läßt sich mit etwas über 1500dB Headroom selbst vorsätzlich kaum übersteuern. Neue DAWs arbeiten sogar mit 64bit FP - allerdings ist mir schleierhaft, wofür das nötig sein sollte - außer für Werbung, versteht sich.
Gainstaging selbst hat den Zweck den lauter=besser Effekt zu vermeiden.
Packst Du einen Maximizer mit ein paar dB auf einen Sound, klingt der gleich vermeindlich besser, da lauter. Gleichst Du dann aber den Durchschnittspegel an (und derer gibt es verschiedene) sieht das schon ganz anders aus.
Prinzipiell kannst Du Gainstaging aber mit allen möglichen Werten betreiben, Samplepeak, TP, RMS, VU, LUFSm, LUFSs und LUFSi wären unpraktisch, aber im Prinzip möglich (macht aber, glaube ich, niemand).
Diese -18dB FS führen zu einem weit verbreiteten Mißverständnis.
Hierbei handelt es sich um einen Kalibrierungspegel von Digital- zu Analogsignalen, die mittels eines Sinustons vorgenommen wird. Für Musik haben diese -18 im Prinzip überhaupt keine Bedeutung!
ITB betrifft das sogenannte Analogemulationsplugins, also keine rein digitalen Effekte.
Analoge Hardware hat einen Pegel, bei dem sie am besten funktioniert (auch, wenn der gelegentlich vorsätzlich unter-, oder überschritten wird). Das zeigt die Hardware normalerweise mit Hilfe eines VU-Meters an.
Diese Kalibrierung liegt häufig bei -18dB FS=0VU, muß sie aber nicht! Da es sich nämlich um eine Kalibrierung handelt, kann sich das jeder Dev selbst aussuchen und ich hab schon Werte zw -24 und -4 gefunden. Bei einigen PA Pluggies kann man das sogar im Plugin selbst verändern, andere Hersteller geben sogar irreführende Werte an (Die CLA-Dinger von Waves werden mit -18 angegeben, die VU-Meter sind aber digitale Peakmeter!).
Dazu ein kleines Beispiel. Nehmen wir an Du solltest Dir drei unterschiedlich helle Beleuchtungen aussuchen. Eine für's Arbeiten, eine für gemütliches Abhängen und eine, die dazwischen liegt. Die mittlere wäre dann als Dein Normalnull kalibriert. Die eine ist heller, die andere dunkler.
Wenn Du das jetzt mit 10 verschiedenen Leuten machst, bekommst Du 10x drei andere Werte. Jeder hat ein anderes Normalnull, eine andere Kalibrierung.
Keine davon ist "richtig", keine ist "falsch", nur anders und es gibt keine allgemeingültige Formel zu Umrechnung.
Also was tun? Gainstaging ist sinnvoll, aber mit welcher Art von Wert kannst Du Dir aussuchen. Analogemus sollten erstmal bei 0VU betrieben werden (das wäre dann VU-Gainstaging), unter-, oder übersteuern kann man aber nach Gehör durchaus machen.
Es gibt Leute, die setzten alle Audiodateien von Anfang an auf 0VU (für -18). Andere benutzen 0, oder -1dB Samplepeak, ich setzt alles auf -1TP, die Mixer LEDs auf pre-Fader und Peak-Hold. Dadurch hab ich permanent den Überblick über mein Gainstaging.
In einem anderen Forum hab ich mal gelesen, daß einer alle Audiodateien erst auf 0dB Samplepeak normalized und dann die Fader auf -18 stellt. Das ist natürlich völliger Mumpitz.
Ebenso wäre es Mumpitz die Audiodatein selbst anschließend um 18dB abzusenken.
Ich hoffe, das war jetzt nicht zu verwirrend.
maxton
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#8
Sehr schön danke.
Ich kann also einfach als erstes in die Signalkette jeder einzelnen Spur einen Vu Meter laden und dort mit den Pre Gain auf ungefähr -18dbfs regeln dann sind alle Spuren halbwegs ähnlich. Hab ich das richtig verstanden?
Nicht -18, 0VU! Ein VU Meter zeigt kein dB FS an, es wird nur zu einem solchen kalibriert. Aber, ja, dann hätten alle einen ziemlich ähnlichen Durchschnittswert (der dann übrigens grob bei -21dB RMS liegt).
Wenn Du das auch für perkussive Sounds machst, miß mal anschließend deren Peak, da könnte eine Überraschung warten...
maxton
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#10
Gibt es etwas was einem den durchschnittlichen Pegel errechnet? Weil die hin und her springende Nadel ziemlich schwierig zu zähmen ist
Offline rendering. Allerdings weiß ich nicht, ob Qbase das kann.
LM18
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#12
Also - ich bin in Cubase.
Mein Standard-Procedere ist, das ich alle Spuren auf -30 dB RMS normalisiere.
Alle Plugins die ich sowieso sofort im Handgriff verwende, habe ich so eingestellt und gespeichert, dass sie mit diesen Spitzen die aus diesem Pegelregime entstehen, erstmal grün sind, was natürlich Deine Entscheidung ist wo du vom Start weg eintauchen willst.
Aber damit sind erstmal allle normal klingenden Spuren auch im normalen Pegelbereich, gebändigt, und sind prinzipiell für mich, als Ausgangswert, mischbar...
Das ist die Ausgangsaufstellung - der Rest ist dann das Rennen
Hallo, wir haben in Cubase 9.5 alles Spur für Spur aufgenommen.
Im Frühjahr die Drums, im Sommer die Gitarren und im Winter den Gesang.
Ich habe aber ehrlich gesagt nie so direkt darauf geachtet, dass alles gleich eingepegelt ist. Grundsätzlich ist ja die Eingangslautstärke im digitalen Bereich egal, solange es zu keinem Clipping in irgendeiner Weise kommt.
Aktuell liegt die Snare teilweise bei –3 dB, die Overheads bei –10 dB, der Gesang bei –12 dB und die Gitarren bei –6 dB. Man kann damit zwar mischen, hat aber ein ziemliches Fader-Chaos.
Ich habe jetzt schon öfter das Thema Gain Staging gehört, es wird aber in vielen Tutorials vernachlässigt – vermutlich, weil dort von Haus aus perfekt eingepegelt wird.
Sollte Gain Staging fest im Mixing-Fahrplan enthalten sein?
Und wie macht man das genau?
Beim M3 Plugin fügst Du auf dem Master Bus zuerst das Plugin als Kontrollzentrale ein und auf jeder einzelnen Spur als allerersten Effekt dann M3, wo Du dann pro Kanal definieren kannst, zu welcher Gruppe diese Spur hinzugefügt werden soll (kann man auch farblich markieren). Danach kannst Du dann in der Kontrollzentrale auf dem Masterbus zu jeder Spur definieren, was für ein Instrument diese ist. Danach aktiberst Du dort einmal den "All Cannels" Lernmodus und spielst das Stück komplett ab. Am Ende beendest Du den Lernmodus und klickst auf den Mix Button daneben. Das Anlernen kannst Du auch nachträglich für einzelne Spuren machen.
Für mich funktioniert das wirklich gut.
Das Vorgängerprodukt funktioniert auch, hat aber eine etwas andere Arbeitsweise
Von dem Hersteller habe ich mir inzwischen eigentlich alle Produkte besorgt und bin zufrieden.
Der auf der Webseite im Presale angebotene Demasker ist noch in Entwicklung. Die Lizenz habe ich schon, aber auf die Fertigstellung des Plugins warte ich gerne noch, bis es fertig ist. Bislang habe ich bei Presales Angeboten von denen keinen Fehlkauf gemacht und es wurde immer geliefert.
Der Hersteller hat gerade zur Musikmesse NAMM die Preise runtergesetzt. Nur so als Tip, denn sonst sind die teurer...