Der große Sprecherraum-Mikrofonvergleich

  • #1.601
Sprache ist eben wirklich ein ganz spezieller Anwendungsfall. Dabei bin ich davon überzeugt, dass insgesamt betrachtet Sprachaufnahmen den allergrößten Teil aller Aufnahmen ausmachen.

Noch mal zum TLM 103: da hatte ich mal ein uraltes geliehen, ist auch in meinem Vergleichsfilm drin, klang recht passabel. Neue hingegen halte ich für ungenießbar, jedenfalls für Sprache.

Matthias
 

  • #1.602
Ohne mich hier in eure professionellen Gespräche einbringen zu wollen, kann ich nur sagen ich habe hier ein 25 Jahre altes TLM 103 und es klingt auch nach 25 Jahren nach einem TLM103. Da wird nix anders.
Ich hab es überwiegen für Gesang eingesetzt (nicht professionell) und für meine tiefe, etwas weicherere Stimme passt es sehr gut.
Ich hatte damals davor ein Gefell UMT 70s was lustigerweise nicht so passte.
Würde ich es heute nochmal kaufen? Wahrscheinlich eher nicht weil es schon sehr speziell ist. Es kann passen aber meist eher nicht.
Viele nehmen ja auch Akustikgitarre damit auf, ich finde da ein AKG 414 ULS (aus den 80er) wesentlich besser was mir auch zur Verfügung steht.
Wofür ich es aber nie benutzen würde sind Sprachaufnahmen. Ganz ehrlich da finde ich es schon mit der härte im Sound echt nervig.
Da gibts glaube ich viele Mikrofone die angenehmer klingen.
Ja, deswegen, weil es für meine Sprachaufnahmen in meinem Raum und mit meiner Stimme schlicht geeignet ist, und obwohl es definitiv eingesprochen und nicht eklig klingt, steht es auf meiner Verkaufsliste. Es ist sicher toll, was den Rauschabstand betrifft, das Äußere und die Zuverlässigkeit und für einen Neumannsound für verhältnismäßig überschaubares Geld.
Davon aber mal abgesehen haben sehr viele Kolleg:innen und Kollegen dieses Mikro zu genau diesem Zweck in ihrer Bude. Auch in Tonstudios wird es mir immer wieder mal vorgesetzt, was ich meistens mit einem "gulp" quittiere. Aber wenn ich bei jemandem zu Gast bin, halte ich mich mit offensiver Kritik an den Dingen zurück.

BEim TLM 103 kommt es, nach meiner bescheidenen Erfahrung darauf an, eines vor einer bestimmten Seriennummer/Fertigungscharge zu bekommen. Die klingen tatsächlich etwas anders, etwas weniger "modern". Und dann scheint es nochmal eine Abstufung zu den Fertigungen aus neuester Produktion zu geben. Aber das ist nicht mein Problem.
 
  • #1.603
Vor rund zwei Jahren hatte ich mal eine kurze Phase, wo ich genug vom Mikrofontesten hatte. Da habe ich dann einfach in Stairville ein Stereopaar TLM 103 bestellt und dachte, dass ich eins an den Schnittplatz und eins in den Sprecherraum hänge und alles wäre prima. Aber weit gefehlt: durch die offenbar sehr hohe Membranvorspannung hat es irgendwie von allem zu viel, sowohl oben- als auch untenrum. Und man kann das nicht gescheit ausregeln, trotz meiner vielfältigen Eingriffsmöglichkeiten. Es wird einfach nicht besser und klingt immer nervig.

Bei anderen Mikrofonen muss man kaum etwas machen und es klingt super. Warum sollte man sich sowas antun?

Es kann aber sein, dass das TLM 103 mit einfacherer nachfolgender Technik besser klarkommt. Mit ADT jedenfalls nicht.

Wenn es unbedingt ein Neumann sein muss, dann lieber ein TLM 193. Das bekommt man durchaus passend gemacht.

Matthias
 
  • #1.604
Wundert mich schon das anscheinend bei so einem renomierten Hersteller wie Neumann sich der Klang eines ihrer sehr bekannten Mikrofone über die Jahre dann so verändert hat.
Klar gibts es produktionsumstellung bei der Herstellung über die Jahre aber werben sie nicht damit das grade ihre garantierte Klangkontiunität auch den etwas höheren Preis zur Konkurenz und Billighersteller rechtfertigt?

Der Preamp ist meiner Meinung nach sehr wichtig bei diesem Mikrofon.
An meinem Fireface 400 angeschlossen Preamp (der ja selbst schon als kalt und steril bezeichnet wird) klingt es leider noch schlimmer deswegen benutze ich es überwiegend über einem Mackie Onyx Mixer von 2004. Die Preamps sind dort wesentlich dunkler abgestimmt und geben dem Klang auch wesentlich mehr Körper und ein bischen Wärme mit rein was dem 103 dann schon sehr gut tut.

Wie gesagt, ist meine bescheidene Erfahrung dazu und das alles nur im Hobbybereich.
 
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  • #1.605
Der Hersteller kann ja nur den Klang zum Auslieferungszeitpunkt garantieren. Alles, was danach kommt, liegt nicht in seiner Hand. Und über die Jahrzehnte verändern sich Materialien, rein durch Alterung. Dann noch diverse Umwelteinflüsse dazu – und schon ist klar, dass ein 30 Jahre altes Mikrofon nicht wie ein baugleiches nagelneues Mikrofon klingen kann bzw. dies nur unter Idealbedingungen der Fall ist.

Hat übrigens noch jemand eine Meinung zu meiner Idee mit einem alten CMV 563 mit M7s-Kapsel? Oder ist das angesichts des Vorhandenseins eines M 92.1s grober Unfug?

Matthias
 
  • #1.606
Ja, ich fänd's interessant, was Du zum CMV 563 sagst, empfehle allerdings eine ausgiebige Teststrecke mit dem Leihexemplar von echoschall.
Außerdem hat mein guter Bekannter Tonmeister vom Hörbuchtonstudio (sic) in Weissensee (?) das neue CMV im täglichen Studioeinsatz. Er hatte vorher als Hauptmikrophon das UM 70, weswegen ich überhaupt darauf gekommen war!
Also: am Besten erst testen. :idee:

Meins kommt meinem U67 relativ nah, hat aber nochmal mehr Grip und klingt noch mehr nach Abenteuer. Und Carstens Exemplar klingt sensationell!
 
  • #1.607
Aber bringt es etwas, irgendeins zu testen, und dann irgendein anderes zu kaufen? Also wenn wir von alten Geräten reden und nicht von Exemplaren aus aktueller Produktion...

Matthias
 
  • #1.608
Bei Carsten sind die Mikrofone in einem exzellenten gewarteten Zustand. Sie sind mit anderen gebrauchten Exemplaren aber grundsätzlich vergleichbar. Ob Du noch ein Mikrofon brauchst? Nein!
 
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  • #1.609
Weiß ich doch... :-)
 
  • #1.610
Vielleicht braucht dein Fuhrpark auch einfach noch ein paar Jährchen Zeit wie ein gutes dry aged TLM 103
 
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  • #1.611
Ich denke mal eher, dass es Zeit ist, den Bestand drastisch zu reduzieren. Muss mal überlegen, welcher Weg da der Beste ist. Lauter Einzelverkäufe an Einzelpersonen wäre wohl zu aufwändig, aber die Händlerankaufspreise sind unfassbar niedrig...

Matthias
 
  • #1.612
.
 
  • #1.614
Falscher Thread...
 
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  • #1.615
aber auch mal lustig. manche reden ohne punkt und komma. andere ausschließlich damit : )
 
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  • #1.616
Die Kopfhörertestgeräte sind da! Elysia, Violectric und LakePeople. :)
 
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  • #1.617
welche sind es denn genau?
Der Elysia hat so ein bisschen das typische Studio-Kopfhörerverstärkerproblem - zumindest auf dem Papier - total sinnvolle Funktionen aber unterdimensionierte Ausgangsleistung für dicke Planare.
 
  • #1.618
  • Gute Antwort
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  • #1.619
  • #1.620
welche sind es denn genau?
Der Elysia hat so ein bisschen das typische Studio-Kopfhörerverstärkerproblem - zumindest auf dem Papier - total sinnvolle Funktionen aber unterdimensionierte Ausgangsleistung für dicke Planare.
Für beide meine Dan Clark Audio Kopfhörer (NoireX und E3) genügt er in meiner Studiopraxis und in echt vollauf. Da sind genügend Reserven, um sich auch mit einem leistungshungrigen Magnetostaten nen Hörschaden anzueignen.
 
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