Der große Sprecherraum-Mikrofonvergleich

  • #1.581
Ja, ich war unpräzise, wir reden eigentlich über zwei verschiedene Linien mit gemeinsamem Ursprung. Weiß jemand, wie sich die K 47 von der M 7 unterscheidet? Wenn wir über U 47-Nachbauten reden, geht es am Ende aber doch meist um die M 7 und nicht um die K 47, oder?

Unpräzise ja, denn im Falle eines überholten Originals in bester Qualität geht nix unter 20.000$, das will @Astronautenkost sagen
Garantiert.

Die Frage nach M7 und K47 ist eine ganz andere.

Die M7 Kapsel ist nach oben hin, über 8khz offener, und klingt schöner, sage auch, smoother.
Die K47 hat mehr Output, also mehr Gain, und gibt mehr Gas im oberen Mitten unteren Höhenbereich klingt über 8khz bedeckter.
Für Rockgesang sensationell.
Wohlgemerkt bei der Abstimmung im U47.

Im Sprachbereich könnte die K47 leichtere Stimmen männlicher machen 😉
 
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  • #1.582
Soll aber zischeliger sein, daher habe ich ja nie ein M 147 in meine Tests einbezogen (zumal ich nie eins zu greifen bekam). Da wäre ja auch eine drin, allerdings ohne Übertrager.

Matthias
 
  • #1.583
Mit Röhre und Übertrager ist das bei meinem FLEA 47 mit Wechselkapselkorb nicht so.
Beide sind unauffällig.

Das Neumann M49v hat auch nicht gezischelt, auch wenn ich das FLEA 49 mit M7 Kapsel als insgesamt smoother empfand, die Neumann Abstimmung hatte mehr "grit", dafür empfindlicher wenn man Höhen reindrehte.
 
  • #1.584
Ich finde, ohne jegliche Clone von irgendwelchen anderen Mikros zu kennen, die Höhen beim U67 einfach sehr gut. Beim TLM 103 muss ich ein TPF bei 12 bis 13,5/14 kHz mit 6 dB/Okt. oder bei 16 kHz mit 12 dB/Okt. dazuschalten. Oder eben mit den sog HI-Roll-offs herumdoktern. Aber dann klingt's ganz gut. Ich sach ja, die neue Kabine ist klasse!
 
  • #1.585
Was ich an Vorverstärkern noch ausprobieren würde, wären evtl. TubeTech oder Gordon, weil die mir empfohlen wurden. Aber besser als meine adt-Sachen der ToolMod-Serie wird's wahrscheinlich nur noch adt-intern mit Geräten aus der Integrator-, V700-oder Tonograf-Serie.
Einen zweikanaligen Schoeps VSR5, der eine sehr feine Verstärkung macht, hab ich ja, aber der ist bei mir emotional nicht so fest angekoppelt wie Herrn Jünglings Kosmos.
 
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  • #1.586
Dieses hab ich gerade auf retrosonic gefunden:


Unkomplizierter und zuverlässiger Shop. Dort hab ich beispielsweise die "historische" Halterung für mein CMV 563 gefunden.

Bei CML finde ich die Preise manchmal sehr ... selbstbewusst.
Ich könnte mir vorstellen, daß Dir das CMV aus aktueller Produktion klanglich gut stünde. Ein historisches würde ich immer direkt zu Andreas Stenzel schicken, um es gründlich durchchecken und vor allem historische Netzteile auf moderne Standards umbauen zu lassen.
 
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  • #1.587
Stenzel baut selbst sehr nah an den Originalen, so nah es geht.
Beim U47 ist halt bei der Röhre Schicht im Schacht, deswegen die EF12, näher ans Original geht was Röhren betrifft, nicht.

Beim ELAM M251 kann er hingegen bis zu originalgetreu gehen inkl. Kapsel und AC701 Röhre.
Das aber nicht zum aufgerufenen Preis auf seiner Webseite. Der ist natürlich deutlich höher.
 
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  • #1.588
Ich bin mit Herrn Stenzel im Dialog, und kann nur sagen, er verwendet hervorragende "Innereien" läßt die Vernickelung des Bodys nach seinen Vorstellungen hier in Deutschland durchführen.
Er macht im Direktkontakt auch keine Geheimnisse um die Zutaten, sehr sympathisch.
Ich erlebe ihn als kompetent, freundlich und kommunikativ!

@Pianist_Berlin
Für Dich ist ja Mikrofonbesitz bzw. Kauf auch eine Leidenschaft, wie bei mir.
Das ist ja das Eine, das andere ist, ob ein tolles U47 oder ELAM 251 bei Dir als Sprecher Dich weiter nach vorne bringt?
Das sehe ich nicht.
Denn, Du machst ja Aufnahmen zu sachlichen Themen, da ist Emotion eher untergeordnet.
Was anderes ist es bei Hörbuchaufnahmen oder Gesang.
Und da verstehe ich @adt_paulchen zu gut, wenn er von einem bestimmten Mikrofon und Preamp hin und hergerissen ist, weil es die Emotionen für ihn am besten überträgt.
Das gilt bei mir auch für Gesang aus besagtem Grund.

Ich denke, das ist bei Dir eher Liebhaberei, was aber auch, wie bei mir zum Teil, vollkommen in Ordnung ist.
Andere sammeln Autos oder Briefmarken, wir sammeln halt Mikrofone ;)

Du wirst auch sehen ,irgendwann fällt Dir wieder auf, das UM70, was Du gerade hast, und im Honeymoon bist, bringt gewisse Dinge doch nicht so rüber wie bspw. ein M930TS oder M990.
Das Schwanken, welches Mikro gerade besser passt, ist auch vollkommen normal.
Das hat mit Tagesform, und emotionaler Bindung mit dem Klang zu tun.

Und ich schreibe es nochmal zu Mikrofon-Vergleichen:
Man muss unbedingt bei einem Vergleich den IDENTISCHEN Take verwenden, auch wenn man mit dem Mikrofonabstand einen Kompromiss eingeht (bspw. das UM92.1s liebt 15-20cm, ein FLEA 49 eher 30-40cm), aber dennoch hört man hier die Unterschiede anders, als in unterschiedlichen Takes.
Man glaubt nicht wie ähnlich sich Mikrofone anhören können.
Es gab identische Aufnahmen, da hätte ich nicht sagen können, ist es das FLEA 49 oder das UM92.1s, weil Stimme auch extrem Tagesformabhängig, nur das größere Pfund untenrum ließ das FLEA 49 erkennen.
 
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  • #1.589
Ja, kann ich alles nachvollziehen. Ich habe mein M 92.1s im Sprecherraum jetzt mal in eine Rycote USM gespannt – und siehe da: die Körperschallprobleme sind weg. Erstaunlich...

So klingt das dann mit ein wenig EQ:



Da bin ich wirklich äußerst zufrieden. Ich glaube nicht, dass es nötig und sinnvoll ist, nun noch nach einem alten CMV 563 mit M7 zu schielen oder gar ein Neues zu kaufen. Und wenn das M 92.1s aus irgendwelchen Gründen mal nicht passt, schraube ich stattdessen einfach das M 990 hin, die sind ja mechanisch und elektrisch 1:1 austauschbar.

Am Schnittplatz bekommt das UM 70 / MV 692 noch ein wenig Feinschliff, sobald ich den Kopfhörer nutzen kann. Ich habe jetzt mal von der besagten Firma aus Estland eine Spinne für 40mm bestellt, vielleicht entkoppelt die auch so gut wie die Rycote USM, die ich ja dann wieder für das UM 70 brauche.

Matthias
 
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  • #1.590
Interessant mit der Rycotespinne.
Wie Du sagst, Gefellspinne unten verschraubt, anfälliger für Körperschall.

Ich denke auch, CMV bringt Dir nichts wesentlich anderes, das M92.1s ist top.
Und gerade bei Hintergrundatmo fokussiert das M92.1s bzw. M7 bestückte Gefellmikros top.
Durch die Röhre klingt die Sprache freier im Raum.
Wenn es anders klingen soll, M990.
Passt!
 
  • #1.591
Für das UM 70 empfehle ich sehr diese Halterung:
https://www.thomann.de/de/rycote_invision_inv_6.htm*
Und für die großen Gefells empfehle ich sehr die Rycote USM-L mit den roten Bügeln, weil die weicher sind und nochmal besser entkoppeln.
Welches Deiner Mikrophone hat denn 40 mm Durchmesser, Matthias?
 
  • #1.592
Na ich gehe davon aus, dass die Spinne, die dort für das UM 57 angeboten wird, auch für das M 92.1s passt. Also 42 mm, um genau zu sein.

INV 6 habe ich etliche, da klemme ich immer meine drei KM 184 rein, wenn ich irgendwo eine Gesprächsrunde aufnehme.
 
  • #1.593
Achso, richtig, das M92.1. Der Farbunterschied ist dann schon da, aber wenn die Halterung gut entkoppelt, kann man über solche Kleinigkeiten manchmal hinwegsehen.
 
  • #1.594
Mal schauen, selbst mit der Rycote USM sieht das nicht total dåf oder blød aus.

Mal was anderes: ich hatte ja schon von der Zickigkeit meines MT 71s berichtet, was selbst bei anständigen Neutrik-Steckern nicht in jedem Fall guten Kontakt bekommt. Da ist aber noch etwas: wenn ich das ADT-Netzteil einschalte, passiert manchmal zunächst gar nichts. Wenn ich am TM 101 die Phantomspeisung aus- und wieder einschalte, dann endlich wacht das Mikrofon auf. Hat dafür jemand eine Erklärung? Muss es vielleicht mal nach Hause? Ist immerhin erst zwei Jahre alt...

Matthias
 
  • #1.595
Es muss nach Hause.
Das ist nicht normal.
MT71 und UMT70 sind recht anfällige Mikros, mein UMT70s, obwohl seltenst in Gebrauch war auch schon defekt, der Mitnahmebügel des UMT70s für Wechsel der Charakteristik war gebrochen, Material war schlechte Quali, eben Zukaufware.
 
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  • #1.596
Habe heute aus purer Neugierde das TLM 103 für einen heute begonnenen Agententhriller angeschlossen und die ersten zehn Seiten aufgenommen. War anfangs eigentlich ganz zufrieden mit dem Klang. Ab Seite sechs begann es zu nerven. Irgendwie fehlt mir ein Frequenzbereich... Höhen sind genügend da und müssen behandelt werden, Tiefen dito. Und dann fehlt dem Mic das in den Tiefen luftig federne, des in den Höhen frei atmende und gleichzeitig der freundlich wohlwollende aber sehr distinkte Mitten-Grip des U67.... diese erwachsen-selbstsichere, überlegene Souveränität
.
Mail mit Testanfrage für M930ts an Gefell ist raus.

Dabei hab ich mir viel Mühe mit den Kompressor und EQ-Einstellungen gegeben und alles von Null neu gehört. Unter'm Strich komme ich nur davin, erkennen zu müssen, daß ich versuche, mit dem TLM 103 klanglich dem U67 nahezukommen. Das ist natürlich Quatsch, weil's nicht funktioniert.
Selbst das UM 70 kann das Spiel besser, weil es eine Eigenständigkeit mitbringt, die den klanglichen Gestaltungswillen im technischen und optischen Disegno erkennen lässt.
Das 103 klingt in meinen Ohren und meiner Anwendung in meinem Raum wie gewollt und nicht gekonnt. Mein Lehrer Gerd Heidenreich würde sagen, es klingt unentschieden: soll es eigenständig oder nach einem U87 klingen? Es trägt zu viel von manchem und zu wenig Eigenes in sich.
 
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  • #1.597
Es ist einfach ein total nerviges Mikrofon, bei dem ich nicht verstehe, warum die Leute es für sowas einsetzen. Bei weiblichen Stimmen ist es nicht ganz so schlimm, und wenn es 20 Jahre weichgeritten wurde, geht es auch. An billigen Interfaces ist es etwas gefälliger, aber an hochwertigen Vorverstärkern ist es im Neuzustand nicht in den Griff zu bekommen.

Das M 930 Ts ist sehr nahe am M 990. Aber nur fast. Das M 990 ist immer noch eine Spur schöner. Im Vergleich zu den M7-Mikrofonen etwas "feiner" statt "kerniger", sitzt in der Mischung nicht ganz so weit vorne. Daher für mich die Erkenntnis: Off-Texte mit UM 70 oder M 92.1s aufnehmen, aber wenn ich mal wieder einen Audioguide aufnehme, könnte ich das auch mit dem M 990 machen.

Mal was anderes: ich habe ja irgendwie meine Zuneigung zu alten Mikrofonen entdeckt. Ergibt es in Anbetracht des Vorhandenseins eines M 92.1s einen Sinn, sich trotzdem auch mal mit sowas hier zu beschäftigen? Gegebenenfalls noch mal von Stenzel durcharbeiten lassen und mit neuem Tuchelkabel und Netzgerät aus Großer-Produktion versehen, da sollen genug vorhanden sein.

Matthias
 
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  • #1.598
Tja, dann muss ich das Neumann TLM 103 von 2019 mitsamt seiner passenden Spinne (alles in "Mt" bzw. "bk") entweder im Schrank stehen lassen oder jemand geht einen Handel mit mir ein und tauscht es gegen ein Schoeps CMC 1L mit einer MK4 (ausgleich der Wertdifferenz ist ja logisch). Oder gegen ein dark-broncenes M 930 ts.
 
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  • #1.599
Du könntest es permanent speisen und neben einem Lautsprecher mitlaufen lassen. In rund 20 Jahren könnte es dann benutzbar sein... :-)
 
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  • #1.600
Tja, dann muss ich das Neumann TLM 103 von 2019 mitsamt seiner passenden Spinne (alles in "Mt" bzw. "bk") entweder im Schrank stehen lassen oder jemand geht einen Handel mit mir ein und tauscht es gegen ein Schoeps CMC 1L
Ohne mich hier in eure professionellen Gespräche einbringen zu wollen, kann ich nur sagen ich habe hier ein 25 Jahre altes TLM 103 und es klingt auch nach 25 Jahren nach einem TLM103. Da wird nix anders.
Ich hab es überwiegen für Gesang eingesetzt (nicht professionell) und für meine tiefe, etwas weicherere Stimme passt es sehr gut.
Ich hatte damals davor ein Gefell UMT 70s was lustigerweise nicht so passte.
Würde ich es heute nochmal kaufen? Wahrscheinlich eher nicht weil es schon sehr speziell ist. Es kann passen aber meist eher nicht.
Viele nehmen ja auch Akustikgitarre damit auf, ich finde da ein AKG 414 ULS (aus den 80er) wesentlich besser was mir auch zur Verfügung steht.
Wofür ich es aber nie benutzen würde sind Sprachaufnahmen. Ganz ehrlich da finde ich es schon mit der härte im Sound echt nervig.
Da gibts glaube ich viele Mikrofone die angenehmer klingen.
 
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