Der große Sprecherraum-Mikrofonvergleich

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  • #1.542
Hier mal mit dem UM 70 der typische Fall eines Textes auf einem Bahnbau-Film:



EQ-Bearbeitung so ähnlich wie immer. Klingt für mich rund, freundlich und da ist auch nichts, was mich irgendwie nervt. Das UM 70 ist auch ziemlich gutmütig, was die Übertragung von Klick- und Schmatzgeräuschen angeht. Also man kommt wirklich schnell zu guten Ergebnissen.

Matthias
 
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  • #1.543
Klingt gut. Hast Du auf der gesamten Mischung nochmal eine Kompression drauf?
 
  • #1.544
Nein. Die Atmo kommt vom Kameramikrofon (Schoeps MK 41 mit Cut60 und CMC 6 in einem Baby Ball mit Fell, und beim Kameramikrofon schaltet man üblicherweise auf Aussteuerungsautomatik) und wird immer nur so weit runtergedreht, bis es passt. Die Musik ist so, wie sie ist, und wird ebenfalls einfach nur auf den passenden Pegel gebracht. In längeren Sprechpausen ziehe ich Musik und Atmo auch mal hoch, aber durch setzen von Keyframes, also ich nutze nie irgendwelche Funktionen, wo irgendwas automatisch geregelt wird. Es wäre ja denkbar, dass die Sprache den Rest steuert und runterdrückt, aber irgendwie mag ich sowas nicht, es klingt dann schnell unruhig.

Und beim UM 70 habe ich mit dem TM 119 nur ein wenig Limiter (samt De-Esser) und ganz wenig Kompression drin. Allerdings nutze ich nun doch mal die Expander-Funktion in meinem kleinen DHD-Mischpult, um das Rauschen in Sprechpausen abzuschneiden. Wobei man das wohl in der fertigen Mischung ohnehin nicht hören würde.

Matthias
 
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  • #1.545
Und wieviel Gainreduction macht der Limiter so circa?
 
  • #1.546
Ich habe den Limiter (mit Hiss-Regler ganz links, also andersrum als bei Dir) so eingestellt, dass er bei S-Lauten bis minus fünf geht, also die beiden grünen und die gelbe LED. Der Kompressor ist so eingestellt, dass bei volumenstarken Momenten (bei mir vor allem das "U") drei bis vier grüne LED leuchten, also ungefähr drei bis vier dB.

Den TM 101 muss ich übrigens bis auf 56 dB aufreißen.

Matthias
 
  • #1.548
Öh... Äh... Mmmhhhh... *grmbl&$$/IO"§$*
 
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  • #1.549
Öh... Äh... Mmmhhhh... *grmbl&$$/IO"§$*
passiert... hatte letztes Jahr aus Versehen das Hochpassfilter aktiviert und mich darüber gewundert, daß ich so "dünn" klinge und wollte es schon zum Service schicken. Ein zufälliger Bick auf die Rückseite des Mikrophons beim Verpacken ❗ trieb mir die Schamesröte in's Gesicht... ;)
 
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  • #1.550
Mir ist sowas noch nie passiert :hammer:
 
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  • #1.551
Ich hatte beide Schieber durchaus zur Kenntnis genommen, aber irgendwie nicht gerafft, dass die in der aktiven Position waren.

Also für aktuelle Aufnahmen am Schnittplatz habe ich jetzt meine Lösung und werde, sobald ich den Kopfhörer nutzen kann, noch ein wenig Feintuning machen.

Und dann schaue ich, was ich im Sprecherraum mache. Da bin ich mit dem MT 71s recht zufrieden, es nimmt aber etwas mehr Raum mit. Allerdings ist es irgendwie unzuverlässig: manchmal muss ich die Phantomspeisung am TM 101 noch mal aus- und wieder einschalten, damit es "startet". Seltsam...

Matthias
 
  • #1.552
Was die Sache mit dem Pad-Filter allerdings zeigt, ist, wie gut der TM 101 ist: er kann locker und ohne jegliche Klangeinbußen oder akustischen Merkwürdigkeiten eine so hohe Verstärkung liefern und eine versehentliche "Fehlbedienung" eines Mikrophons wettmachen. Mannohmann, haben wir gute Vorverstärker! Bin jeden Tag glücklich und monstermäßig zufrieden, mit adt-audio zu arbeiten!
 
  • #1.553
Ja, geht mir genauso!
 
  • #1.554
Ich musste beim UMT 70 S auch erst mal gucken ...
 
  • #1.555
Gab es damals eigentlich auch eine reine Niere ohne Umschaltbarkeit? Schon erstaunlich, dass ich bei einem 30 Jahre alten Mikrofon ohne großen Aufwand sehr schnell zu EQ-Einstellungen komme, wo mir das Ergebnis total gefällt, und nichts zu hören ist, was mir nicht gefällt. Das hatte ich bisher bei keinem anderen Mikrofon.

Matthias
 
  • #1.556
Es gab eine reine Nierenvariante M70, allerdings nicht für seitliche Besprechung sondern als Kleinmembrankapsel. Die hat mich zwischendurch immer mal interessiert, hat aber nie zu ernstzunehmenden Konsequenzen geführt. Laut Shop gibt es diese und die M93 gerade bei Riza Coertlen/ Voxorama für € 245,- netto.
 
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  • #1.557
Ich meine ja schon eine seitlich zu besprechende M7-Kapsel als reine Niere, aber im Design der UM 70. Offenbar gab es sowas nicht. Coertlen hat auch gerade eine M7 aus West-Berliner Produktion (aus dem Nachlass von Andreas Großer) im Angebot, will dafür 1.500 Euro haben. Wobei mir nicht klar ist, an welche Verstärker man die schrauben kann. Also ob das mit einem MV 692 oder einem CMV 563 funktioniert. Zumindest wäre es interessant zu wissen, wie sich deren Richtwirkung verhält.

Übrigens: die Lieferung meines Kopfhörerverstärkers aus Konschtanz verzögert sich um weitere zwei Wochen...

Matthias
 
  • #1.558
Das ist eine M7 mit Bajonett-Anschluss für ein CMV 563 und ist in keinem Fall mechanisch mit einem MV 692 kompatibel. Die M7 klingt wie die M7s, bei der das "s" für etwas wie "short" oder "schraubbar" o.ä. stehen könnte. Sie klingt deswegen minimal anders, weil der Verstärker durch die hohe Bauform der Kapsel von selbiger weiter weg ist und die Kapsel noch freier klingt. Die Unterschiede hört man mit einer exzellenten Abhöre bzw. vielleicht eher unter sehr guten Kopfhörern an enem ebenbürtigen KH-Verstärker. Ich hatte ja schon hier und da argumentiert, daß man a) die Reflexionen des Gehäuses bei den großen Neumännern und großen MTGs und ihren Originalspinnen hören kann bzw. daß sie integraler Bestandteil des Sounddesigns sind. Genauso kann man den Boden des Kapselgehäuses und des Korbgeflechts bei den großen Neumännern von TLM 103 bis U87 (bei den M-Mikrophonen weiß ich es nicht) hören. Das Korbgeflecht der M7-Kapsel des CMV 563 ist so nah an der Membran dran, daß sie ganz anders akustisch in Erscheinung tritt; vielleicht weniger und auf jeden Fall weniger auffällig.
Die Richtcharakteristik öffnet sich im unteren Frequenzbereich unter 500 Hz hin zur "eingedellten Kugel". Deswegen klingt si auch bei sehr naher Besprechung (< 15 cm) nicht nur wahnsinnig kräftig sondern auch immer noch luftig, davon abgesehen ist der Klang bei so naher Besprechung schon eher fragwürdigen Nutzens. Dafür ist sie nicht gemacht. Ihre Stärken liegen bei Verwendung in einem wirklich guten Raum bei ca. 25 cm bis 40 cm, saubere Verstärkung vorausgesetzt. Wem das dann unt ab größeren Abständen zu viel Raum mit sich bringt, der kann ja auch mit einem guten Expander leicht dem größeren Raumeindruck gegenarbeiten und eine gewisse Intimität herstellen. In jedem Fall ist die M7 des CMV 563 erheblich bassstärker als andere M7-Verwendungen und muss dahingehend sehr fein austariert werden. "LC bei 60 mit 12" als Standard funktioniert nicht gut. Zumindest nicht nach meiner Erfahrung mit meiner Stimme in meinem jetzigen Raum und in denen davor.
 
  • #1.559
Vielleicht probiere ich sowas doch mal leihweise aus. Wie körperschallempfindlich ist denn die Kombination M7s mit CMV 563? Das ist ja das, was mich beim M 92.1s nervt. Ich habe den Eindruck, dass da Luftschall beim Sprechen auf den Stativarm gerät und von dort über die Spinne aufs Mikrofon. Vielleicht montiere ich mal das M 92.1s mittels Rycote USM, wo ich jetzt das UM70 drin habe, dann kann das schon wieder ganz anders sein.

Ich bin jedenfalls von dem alten Ding total begeistert und werde es bei Gelegenheit mal probeweise im Sprecherraum montieren, und dann die Aufnahme mit Izotope* entrauschen, um den Lastfall einer Solo-Aufnahme zu simulieren. Ich frage mich auch, warum ich beim UM 70 so viel weniger Raum mitnehme als beim MT 71s. Gerade bei kleinen Räumen ist es ja wichtig, da keine "Boxigkeit" zu hören...

Wenn das zu guten Ergebnissen führt, fahnde ich vielleicht nach noch einem Exemplar. Dann können eigentlich alle anderen Mikrofone weg, aber derzeit scheint sich niemand für gebrauchte Mikrofone zu interessieren.

Matthias
 
  • #1.560
Das alte CMV, also zumindest meins und das Testexemplar, das ich mal da hatte, ist nicht besonders körperschallempfindlich. Allerdings habe ich dafür eine Halterung gekauft, die nah am historischen Original ist, also ähnlich wie die Z48 für das U67. So lange man Halterungen verwendet, die den Mikrophonbody umfangen, reduziert man die Eigenresonanzen, bzw. drückt sie nach unten. Bei den Mikrophonspinnen, die unten angeschraubt werden, werden Eigenresonanzen vielleicht eher begünstigt.
 

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