Der große Sprecherraum-Mikrofonvergleich

  • #1.701
Nein, darum geht es nicht. Bei Sprachaufnahmen wird man nie ohne EQ auskommen, da jede Stimme gewisse Eigenheiten hat, und auch der beste Raum ist, vor allem wenn er recht klein ist, nie vollständig frei von Einflüssen. Man hat doch gewisse klangliche Vorstellungen, möchte vielleicht irgendwo eine Überhöhung oder eine gewisse Härte rausnehmen – genau so wie man in der Regel Fotos bearbeitet, auch wenn die Kamera irgendein Motiv technisch total korrekt aufgenommen hat.

Die Auswahl des Mikrofones gibt die Richtung vor – bei mir nach jahrelangem Vergleichen das U 67. Aber auch dieses wundervolle Mikrofon muss ein wenig bearbeitet werden. Auch daran zeigt sich übrigens, wie gut ein Mikrofon ist, wenn man bewertet, wie gut das Signal auf EQ reagiert.

So sah in den vergangenen Tagen mein Versuchsaufbau aus:

u67_versuchsaufbau.webp


Und mit den augenblicklichen Einstellungen bin ich recht zufrieden:



Daher werde ich wohl morgen alles wieder auf Normalbetrieb zurückbauen.

Matthias
 
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  • #1.702
Du traust also dem Eq der Hersteller des Mikros nicht? :) Oder verfärbt der Preamp das Signal so heftig? :)
Mittlerweile verwende ich bei Sachbüchern gar keinen EQ und keinen Kompressor mehr, nehme ziemlich satt mit 40 dB oder 44 dB Verstärkung auf und habe nur noch einen Expander (5 dB GR), der für die nötige Intimität und Ruhe sorgt und einen Brickwall-Limiter im Signalweg. Ich verwende den gleichen Vorverstärker wie Matthias. Die Postproduktion macht dann das jeweilige Tonstudio. Aber viel passiert da nicht mehr. Beim aktuellen Hörbuch, das ohne weiter analoge Klangformung aufgenommen wurde, wurde so gut wie nichts mehr mit EQ gemacht; es wird geputzt und auf Sendelautstärke gebracht und gut is.
 
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  • #1.703
Ohne TM 105, also ohne EQ, aber mit dynamischer Prozessierung, würde es so klingen:



Und da würde ich sofort den Drang verspüren, in bestimmten Bereichen ein wenig aufzuräumen. Bei mir sind das typischerweise 125 Hz, 500 Hz und 1,5 kHz – wobei immer die Frage ist, wie weit man absenkt und wie breit. Mit EQ gewinnt das Signal erheblich an Klarheit:



Matthias
 
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  • #1.704
Hast du mal probiert den Tisch unter dem Mikrofon raus zu stellen? Und dann eine Aufnahme zu machen?

Vielleicht wirkt es sich nicht aus. Oder doch. Testen kann man ja mal.
 
  • #1.705
Mittlerweile verwende ich bei Sachbüchern gar keinen EQ und keinen Kompressor mehr, nehme ziemlich satt mit 40 dB oder 44 dB Verstärkung auf und habe nur noch einen Expander (5 dB GR), der für die nötige Intimität und Ruhe sorgt und einen Brickwall-Limiter im Signalweg. Ich verwende den gleichen Vorverstärker wie Matthias. Die Postproduktion macht dann das jeweilige Tonstudio. Aber viel passiert da nicht mehr. Beim aktuellen Hörbuch, das ohne weiter analoge Klangformung aufgenommen wurde, wurde so gut wie nichts mehr mit EQ gemacht; es wird geputzt und auf Sendelautstärke gebracht und gut is.
Halte ich für korrekt und vernünftigen Ansatz.
 
  • #1.706
Hast du mal probiert den Tisch unter dem Mikrofon raus zu stellen? Und dann eine Aufnahme zu machen?

Vielleicht wirkt es sich nicht aus. Oder doch. Testen kann man ja mal.
Meinst Du, daß die Tischplatte zu nah am Mikrophon ist? Denn der Abstand zwischen beiden verändert sich in der abgebildeten Montage wohl nicht oder vielleicht nur geringfügig auch wenn man im Stehen daran arbeitet, wenn ich Matthias da richtig verstanden habe.
 
  • #1.707
Genau. Die Position von Mikrofon zu Tisch bleibt immer gleich, auch wenn man den Tisch in die Stehposition hochfährt. Und die schmalen reflektierenden Randbereiche sind weit genug weg und würden auch nichts in Richtung Mikrofon reflektieren, sondern immer in die andere Richtung. Das ist wirklich wichtig, den Nahbereich von Reflexionen freizuhalten, daher auch nur ein kleiner Videomonitor.

Als ich hier mal eine Holzplatte von 100 x 100 cm im Haus hatte, habe ich die aus Spaß mal auf den Tisch gelegt, um eine reflektierende Oberfläche zu simulieren – und es klang wirklich grauenhaft. Müsste sich hier irgendwo im Thread finden.

Matthias
 
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  • #1.708
Jepp. Deswegen liegt auf meinem Tisch ne vierfache Lage Molton und zwischen Mikrophon und Tischplatte sind mind 50 cm Abstand und das Mikrophon hängt ziemlich über der vorderen Kante, also an der ich stehe. Ganz selten nehme ich auch mal sitzend auf, dafür ist der Tisch wie bei Dir höhenverstellbar, mit abgespeicherten Höhen. Für mein Tablet hab ich mir ein Stativ mit einer sog. Ein-Hand-Verstellung gegönnt. Da nur der "große" (27") Bildschirm über einen Gelenkarm mit der Tischplatte verbunden ist, bleibt der auch immer im äußeren Blickfeld.
Das U67 hängt an einem großen Galgen von Ultimate. Das kann ich mir durch Markierungen am Gestänge immer perfekt und immer im gleichen Abstand einstellen.
 
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