Der große Sprecherraum-Mikrofonvergleich

  • #1.681
Wenn ich Deine Einstellungen umsetze, klingt das wie folgt:



Was die Dynamik angeht, finde ich das ziemlich gut, einzig die S-Laute haben mir vorher besser gefallen. Was den EQ angeht, bin ich da aber wohl noch nicht ganz am Ziel. Irgendwo in der Mitte ist da noch zu viel, und untenrum zu wenig, aber immerhin dürfte es dröhnfrei sein.

Ich habe jetzt mal die EQ-Einstellungen noch ein wenig verändert:



Mir gefällt die zweite Version etwas besser, aber das kann auch reine Geschmackssache sein.

Matthias
 

  • #1.682
Wenn ich Deine Einstellungen umsetze, klingt das wie folgt:

Anhang anzeigen 167704

Was die Dynamik angeht, finde ich das ziemlich gut, einzig die S-Laute haben mir vorher besser gefallen. Was den EQ angeht, bin ich da aber wohl noch nicht ganz am Ziel. Irgendwo in der Mitte ist da noch zu viel, und untenrum zu wenig, aber immerhin dürfte es dröhnfrei sein.

Ich habe jetzt mal die EQ-Einstellungen noch ein wenig verändert:

Anhang anzeigen 167706

Mir gefällt die zweite Version etwas besser, aber das kann auch reine Geschmackssache sein.

Matthias
Die S laute sind zu krass. Probiere mal weiss Deesser. Habe ich meist auf Spur, Buss und Master. So durchlaufen die Vocals drei mal mit verschiedenen settings das Plugin.
 
  • #1.683
Ich möchte keine Plugins nutzen. Das muss entweder mit der Hiss-Funktion im TM 119 funktionieren, oder wenn das nicht reicht, dann hilft zusätzlich noch der De-Esser im DHD.

Meinst Du mit "zu krass", dass die S-Laute noch zu scharf oder der Eingriff zu stark ist?

Matthias
 
  • #1.684
Höre ich am Handy zu stark.
 
  • #1.685
Den Eingriff oder die S-Laute?
 
  • #1.686
Die S-Laute sind wohl gemeint. Meine sind auch manchmal etwas scharf, für die ich dann auch den WEISS-De-esser (kann zwei Bänder) oder nen dynamischen EQ (Fab Filter) verwende. Wenn Du das genauso "unhörbar" mit dem DHD-De-esser machen kannst, prima. Mit den statischen analogen EQs geht es nicht sehr elegant, weil das Gezische ja nicht starr auf nur einer Frequenz stattfindet. Was gäb ich für zwei dynamische analoge EQs von adt... sind finanziell zur Zeit leider nicht darstellbar. Doch eines Tages...!
Mit nem gut eingestellten Plugin dauert das in der Postproduktion auch nicht lange, aber ich verstehe schon den rein analogen Ansatz; den favorisiere ich auch.
Ich werd' morgen im Studio in die beiden neuen Aufnahmen mit vernünftigem "Geschirr" (so bezeichnen wir Steinmetze unser Werkzeug traditionell) reinhören.
 
  • #1.687
Für meine Ohren klingt die erste Aufnahme top. Schön griffig, aber überhaupt nichts Störendes dabei. Die zweite ist mir dann im Vergleich zu harmlos.
 
  • Danke
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  • #1.689
Frisch gehört im Studio: die erste der beiden Aufnahmen klingt sehr schön lebendig und wenn man nicht empfindlich ist auch in den S-Lauten gut, obwohl selbst ich sagen würde, sie verdienten ein leichtes dynamisches EQing.
Die zweite Aufnahme mit leicht verändertem EQ klingt insgesamt "harmloser und langweiliger" und natürlich auch bei den S-Lauten entschärft. Das Phänomen würde ich gezielter angehen und die Aufnahme lieber etwas dynamisch-wirkungsvoller behalten.
Ich weiß nicht, bei welcher Frequenz der Hiss im TM 119 arbeitet, jedenfalls trifft er die Frequenz nicht oder arbeitet deutlich zu verhalten. Ein ähnliches Ergebnis hatte ich auch schon beidem analogen SPL-Deesser, der mir gar nichts gebracht hat. Der vielgepriesene WEISS oder ein dynamischer EQ könnte da als Standardplugin die minimal nötige Erleichterung bringen. Oder Du probierst es mit Deinem DHD, von dem ich aber nichts über Funktionsweise, Einstellungsmöglichkeiten und Qualität weiß.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #1.690
Im DHD kann ich die Einsatzfrequenzen auswählen. Da gibt es erstaunlicherweise eine ganze Reihe von Frequenzen zwischen 1,5 und 6,3 kHz, die ich für irrelevant halte, wenn es um De-Essing geht. Interessant sind meiner Meinung nach die 5,6 kHz, die 6,3 kHz, die 7,1 kHz und die 8,0 kHz, wobei ich meine, dass ich bei 6,3 kHz die besten Ergebnisse erziele.

Ich habe jetzt auch mal die Reihenfolge geändert und nach längerer Zeit mal wieder den Kompressor vor den Equalizer gesteckt. Ob das einen großen Unterschied macht, kann ich gerade gar nicht so genau sagen.

Aber hier eine aktuelle Aufnahme:



Ich weiß gar nicht, ob ich "harmlos und langweilig" vielleicht am Ende gar nicht so schlecht finde...

Vielleicht können wir es ja durch "freundlich und gut anhörbar" ersetzen.

Matthias
 
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  • #1.691
Oder noch mal leicht anders:



Da habe ich die beiden Mittenbänder etwas weniger abgesenkt, dafür unten etwas weniger 60 Hz reingedreht. Das führt dazu, dass ich den Gesamtpegel nach EBU R 128 etwas anheben kann und somit in einer Mischung wieder etwas weiter nach vorne käme.

Hört da jemand jetzt irgendwelches "Bollern" oder ist untenrum alles sauber? Und wie hört Ihr das mit der Reihenfolge? Also erst Kompressor oder erst EQ? Die letzten beiden sind "Comp -> EQ".

Hier zum Vergleich mal zurückgestöpselt, also erst der EQ, sonst alles identisch:



Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #1.692
Jetzt habe ich mal den Dan-Clark-Kopfhörer an den O.H.M gestöpselt und anhand dessen, was ich da höre, noch mal ein wenig was am EQ und am De-Essing gemacht:



Aber vermutlich bewegen wir uns inzwischen in so kleinen Detailbereichen, dass das alles weitgehend egal ist, weil man nie so ganz genau wissen kann, wie und wo und womit die Leute das am Ende hören. Habe derweil Mittag gegessen, das wirkt sich jetzt erst mal negativ auf das Sprechen aus.

Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #1.694
...die ich schon jetzt nicht mehr reproduzieren kann...
 
  • #1.695
Habe derweil etliche Varianten probiert, zum Teil auch mit verschiedenen Kopfhörern und auch nicht nur auf den RL 940, sondern auch auf den RL 903 gehört. Da bin ich nun hierbei gelandet:



Ist da irgendwas Störendes drin?

Matthias
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #1.696
Oder noch mal leicht anders:

Anhang anzeigen 167811

Da habe ich die beiden Mittenbänder etwas weniger abgesenkt, dafür unten etwas weniger 60 Hz reingedreht. Das führt dazu, dass ich den Gesamtpegel nach EBU R 128 etwas anheben kann und somit in einer Mischung wieder etwas weiter nach vorne käme.

Hört da jemand jetzt irgendwelches "Bollern" oder ist untenrum alles sauber? Und wie hört Ihr das mit der Reihenfolge? Also erst Kompressor oder erst EQ? Die letzten beiden sind "Comp -> EQ".

Hier zum Vergleich mal zurückgestöpselt, also erst der EQ, sonst alles identisch:

Anhang anzeigen 167812

Matthias
fand hier die erste Version am besten. Gehört am Apple iMac auf einem Eichentisch mit Akustik im Raum.
 
  • #1.697
Sagen wir mal so: da man nie weiß, wie die Leute sowas am Ende hören, sind auch solche Wiedergabe-Situationen gar nicht verkehrt. Ich setze mich zwischendurch gelegentlich auch ins Auto und höre, wie es dort klingt.

Hier noch mal eine neue Variante:



Ich bin jedenfalls jetzt wieder bei der ursprünglichen Reihenfolge, dass erst der EQ und dann der Kompressor kommt. Ansonsten hätte ich immer die Sorge, dass der Kompressor untenrum zu stark regeln muss, wenn man ihm das "unaufgeräumte" Signal zuführt.

Was den dynamischen EQ angeht: ich hatte ursprünglich ja zwei TM 138, habe dann aber irgendwann entschieden, den Platz lieber für zwei TM 119 zu nutzen. Natürlich könnte ich eine dritte HE einführen und dort zumindest den Kanalzug für den Sprecherraum um einen TM 138 (dynamisches EQ'ing) und einen TM 153 (um vor dem Kompressor die 125 Hz zu entschärfen) ergänzen. Aber da müsste man dann auch wieder über die Reihenfolge nachdenken, also wo man den TM 138 einschleift, und ob das nun am Ende angesichts der vielfältigen Wiedergabe-Situationen einen signifikanten Vorteil bietet, weiß ich nicht.

Matthias
 
  • #1.698
Also prinzipiell gefallen mir alle Aufnahmen, bei keiner stört mich etwas. Ich denke, es ist am Ende Geschmackssache, wie du dich entscheidest. Und vielleicht der Einsatzzweck, z.B. läuft noch eine Atmo im Hintergrund oder steht die Sprache alleine da. Mit Atmo ist eventuell eine Variante mit mehr Griffigkeit und einer Nuance mehr S-Lauten besser, aber auch das ist kein Muss. Ich denke, du bist einfach ganz oben an der Fahnenstange angekommen, ab jetzt musst du fliegen ;-).
 
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  • #1.699
...die ich schon jetzt nicht mehr reproduzieren kann...
Das ist wohl der Fluch der komplexen Kette und deren Einstellungsoptionen bzw. dem Einstellungsversuch des Finalen Resultats bei der Aufnahme.
So verlockend ich die ganzen Optionen pre-recording auch finde, wenn es um Produktivität unter Zeitdruck geht, wird das ganze eher unpraktisch.
Je mehr ich diesen - sehr interessanten - Thread hier verfolge desto mehr fühle ich mich in meinem primitiven lessismore Workflow bestätigt :D
Weniger Fehlerquellen, weniger Fehler.
 
  • #1.700
Sagen wir mal so: da man nie weiß, wie die Leute sowas am Ende hören, sind auch solche Wiedergabe-Situationen gar nicht verkehrt. Ich setze mich zwischendurch gelegentlich auch ins Auto und höre, wie es dort klingt.

Hier noch mal eine neue Variante:

Anhang anzeigen 167831

Ich bin jedenfalls jetzt wieder bei der ursprünglichen Reihenfolge, dass erst der EQ und dann der Kompressor kommt. Ansonsten hätte ich immer die Sorge, dass der Kompressor untenrum zu stark regeln muss, wenn man ihm das "unaufgeräumte" Signal zuführt.

Was den dynamischen EQ angeht: ich hatte ursprünglich ja zwei TM 138, habe dann aber irgendwann entschieden, den Platz lieber für zwei TM 119 zu nutzen. Natürlich könnte ich eine dritte HE einführen und dort zumindest den Kanalzug für den Sprecherraum um einen TM 138 (dynamisches EQ'ing) und einen TM 153 (um vor dem Kompressor die 125 Hz zu entschärfen) ergänzen. Aber da müsste man dann auch wieder über die Reihenfolge nachdenken, also wo man den TM 138 einschleift, und ob das nun am Ende angesichts der vielfältigen Wiedergabe-Situationen einen signifikanten Vorteil bietet, weiß ich nicht.

Matthias
Du traust also dem Eq der Hersteller des Mikros nicht? :) Oder verfärbt der Preamp das Signal so heftig? :)
 
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