Mich stört an der Diskussion vor allem diese Doppelmoral (allg. nicht auf dieses Forum bezogen). Ich glaube nicht einmal, dass die Leute das unbedingt bewusst machen. Wenn jemand ein Sprachmodell fragt, welche Akkorde zu seiner Songidee passen, sehe ich darin zunächst keinen großen Unterschied dazu, wenn man dieselbe Frage in einem Musikforum stellt. Beides sind schließlich Hilfestellungen von außen.
Die entscheidende Frage ist für mich vielmehr, wo man die Grenze zieht. Wenn die KI nur Wissen vermittelt oder bei einem konkreten Problem hilft, ist sie für mich nicht grundsätzlich etwas anderes als ein menschlicher Helfer. Wenn sie aber anfängt, die eigentliche kreative Arbeit zu übernehmen – etwa Melodien, Texte, Harmonien oder ganze Songteile zu generieren –, sieht die Sache für mich anders aus.
Und genau deshalb finde ich es etwas widersprüchlich, KI in der Musik grundsätzlich abzulehnen, gleichzeitig aber ein Sprachmodell für konkrete musikalische Entscheidungen zu nutzen. Wenn man konsequent sein möchte, müsste man zumindest darüber diskutieren, ab welchem Punkt ein Werk als teilweise KI-generiert gilt.