Akustische Aufnahme einer Nylongitarre

  • Ersteller Ersteller James Blond
  • Erstellt am Erstellt am
  • #41
Vielen Dank für die zahlreichen Tipps, die mir bisher weiter geholfen haben:

  • Sweetspot - trotz der begrenzten Möglichkeiten (im Wohnzimmerstudio) habe ich jetzt für beide Cm3-Mics eine bessere Position gefunden, die mit größerem Abstand zum Instrument, aber nur wenig Raumklang phasensynchron aufnimmt und sich besser mischen lässt (mit 50% Paning).
  • Fingernägel - das schräge Anfeilen der Fingernägel war ein guter Tipp, der die Zupfgeräusche wesentlich reduziert hat.
  • Angepasste (sanftere) Spielweise trägt der Empfindlichkeit des Instrumentes Rechnung
Alles in allem lässt sich der Klang schon mal anhören (wie ich finde), auch wenn die IR-Veredelung noch aussteht ...

Hier mal eine kurze Probe (mit EQ und etwas Hall) im Mix zur kritischen Begutachtung:
 

  • #42
Na, das klingt doch schon mal viel besser.👍
Aber die Jellinghaus ist das nicht, oder?
 
  • #43
Na, das klingt doch schon mal viel besser.👍
Aber die Jellinghaus ist das nicht, oder?
Aber ja doch - sie spielt hier die Melodie. :)
Und vor allem ohne weitere hinzugefügte Effekte außer EQ und Hall.
 
  • #44
Das klingt ein wenig nach Piezo, finde ich. Darum dachte ich, das wäre deine Ovation.
Auf jeden Fall sofort als akustische Gitarre zu erkennen. Nagelgeräusche sind weg und die Mikroposition passt für die Natürlichkeit. Für mich hast du das Ziel erreicht.👍
 
  • #45
Ich hab gerade Dein letztes Sample nochmal durch Blue Cat's Re-Guitar geschickt und finde, daß man damit noch mehr rausholen kann. Die Einstellung "Piezo" nach "AC Sim 1" bringt da für mein Ohr noch eine sehr positive verbesserung des Gitarrenklanges.
 
  • #46
Ich hab gerade Dein letztes Sample nochmal durch Blue Cat's Re-Guitar geschickt und finde, daß man damit noch mehr rausholen kann. Die Einstellung "Piezo" nach "AC Sim 1" bringt da für mein Ohr noch eine sehr positive verbesserung des Gitarrenklanges.

Lass doch mal hören.

Ich fummele ja gerade mit ein paar IR-Tricks rum, leider haut das in diesem Fall nicht so gut hin wie bei meiner ver-IR-ten Yamaha Nylon. Das hat vermutlich damit zu tun, dass das Mikrosignal von James Blond etwas indirekter als das eines Piezos ist - was ja durchaus erwünscht ist (Piezos hauen schon immer sehr brutal direkt in den Gehörgang), aber der IR-Behandlung anscheinend ein wenig im Wege steht. Vielleicht würde es mit einem sehr direkten (closed mic) Signal besser gehen, keine Ahnung.
Ich teste aber trotzdem noch ein bisschen mehr rum.
 
  • #47
Gerne...Ich hab das Plugin einfach mal ohne Stemseparation über die letzte Aufnahme geschickt, um die Piezo Dominanz etwas zu bändigen. Das heißt, man sollte wirklich nur den Gitarrenton beurteilen, denn der Rest ist klanglich davon natürlich beeinflusst.

 
  • #48
Gerne...Ich hab das Plugin einfach mal ohne Stemseparation über die letzte Aufnahme geschickt, um die Piezo Dominanz etwas zu bändigen. Das heißt, man sollte wirklich nur den Gitarrenton beurteilen, denn der Rest ist klanglich davon natürlich beeinflusst.

Anhang anzeigen 167113

Das wäre mir tatsächlich zu "gefällig", und ich finde es in den unteren Registern auch ziemlich undefiniert. Wahrscheinlich ist beides in einer Ursache begründet. Wenn man die Definition besser hinbekommen könnte, wäre das u.U. nicht schlecht.
 
  • Danke
Reaktionen: Joost
  • #49
Hier nochmal ein Beispiel des TE mit der spanischen Gitarre, wo ich den Korpus gegen einen Vintage Dread Body gewechselt habe und die Dicke des Bodys von 17% auf 20% angehoben habe



Bei dem Plugin hat man ja jede Menge Eingriffsmöglichkeiten...
 
  • #50
Blue Cat's Re-Guitar
Beeindruckend, wie stark das den Klang verändert! Man hört deutlich die verschiedenen Korpustiefen und geänderten Deckenresonanzen.
Als Musiker bekomme ich dabei aber ein ungutes Gefühl. Plötzlich klingt das Instrument, das ich eingespielt habe, ganz anders. Selbst, wenn ich den Klang besser fände, hätte ich doch das Gefühl, es wäre nicht von mir selbst eingespielt.
 
  • #51
Natürlich hast Du Recht. Du hattest aber gerade diese Gitarre als Problemfall beschrieben…
Selbst mit IRs veränderst Du den Klang und per EQ auch. Kompression wäre da auch Nada, da klangverändernd. Irgendeinen Mittelweg muss man für die Hörer finden. Auch viele Mikros färben….
 
  • #52
Beeindruckend, wie stark das den Klang verändert! Man hört deutlich die verschiedenen Korpustiefen und geänderten Deckenresonanzen.
Als Musiker bekomme ich dabei aber ein ungutes Gefühl. Plötzlich klingt das Instrument, das ich eingespielt habe, ganz anders. Selbst, wenn ich den Klang besser fände, hätte ich doch das Gefühl, es wäre nicht von mir selbst eingespielt.
Klar klingt die Gitarre pluginbehandelt schon recht anders. Aber es ging mir ja auch darum zu hören, was man hinter den Mics am Klang noch drehen kann. Insofern bin ich Joost sehr dankbar für seine Versionen, auch wenn ich trotz des guten Resultats noch nicht ganz glücklich bin. Entscheidend ist hier ja auch der Klang im Mix, der bei akustischen klangstreuenden Gitarren gar nicht so leicht ist. Ich stelle daher den letzten Mix gerne nochmals in 2 getrennten trockenen Stems (Melodie u. Rest) zur Verfügung, damit das Plugin auf die Melodie beschränkt bleibt. Falls noch Motivation besteht, würde es mich freuen, wenn Joost sein Plugin nochmals daran erprobt.

Hier kommt die Begleitung trocken,Choruseffekt nur durch Doppelungen:


und hier die Melodie mit der Jellinghaus:
 
  • #53
Lass doch mal hören.

Ich fummele ja gerade mit ein paar IR-Tricks rum, leider haut das in diesem Fall nicht so gut hin wie bei meiner ver-IR-ten Yamaha Nylon. Das hat vermutlich damit zu tun, dass das Mikrosignal von James Blond etwas indirekter als das eines Piezos ist - was ja durchaus erwünscht ist (Piezos hauen schon immer sehr brutal direkt in den Gehörgang), aber der IR-Behandlung anscheinend ein wenig im Wege steht. Vielleicht würde es mit einem sehr direkten (closed mic) Signal besser gehen, keine Ahnung.
Ich teste aber trotzdem noch ein bisschen mehr rum.
Ich danke dir für den Versuch, auch das ist ein Ergebnis. Man sieht so, was sich nur schwer machen lässt. Ich hatte für die Jellinghaus auch mal ein Kremona Piezo-Pickup* für den Knüpfsteg, das als Piezo-PU ganz gute Resultate brachte, aber leider schnell defekt war. Damit könnte man vielleicht geeignetere Profile erstellen.
Allerdings bleibt als Ziel ein akustischer Klang, bzw. ein solcher, der sich auch so anhört.

Ich habe versuchsweise einmal die gespielte Melodie in eine Midispur umgewandelt und damit eine Nylonlib gefüttert. Das Ergebnis klingt m. E. auch nicht schlecht, allerdings etwas künstlich und ohne den akustischen Effekt:



Das Dilemma mit den PUs liegt wohl darin, dass sie ein klareres Signal zur Weiterbearbeitung liefern, aber auch den Eindruck, als spiele jemand direkt im Ohr ...
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #54
Meinst Du das in etwa so ?



Ok, ich hab die Begleitung abgemischt und dann zum Schluß noch einen pasenden Plate Hall draufgelegt

btw. Die Becken in der Begleitung klingen nicht gut...
 
  • #55
Jou,
die Gitarre klingt so besser, hat mehr Sättigung als in meinem Beispiel.
Der Bereich 100-200 Hz ist für meinen (Kopfhörer)Geschmack a bit too much, aber sonst sehr schön, auch in den Höhen. Ich danke dir! Die Drums sind eigentlich egal, dienten hier nur angedeutet als Metronom.
Ich habe gerade neue Basssaiten aufgezogen, La Bella 413P (polished, Medium Tension), werde damit noch ein Beispiel posten.
 
  • #56
Ich finde ja, dass die Gitarre in fast allen Beispielen eher indirekt klingt, kann aber nicht ganz genau festmachen, ob es an Gitarre, Anschlag oder Mikrofonierung liegt. Kann später (oder morgen) mal 3-5 Töne zum Vergleich aufnehmen. Das ist zwar vom Gesamtsound bei mir gewiss nicht besser, hat aber irgendwie mehr Attack.
 
  • #57
@Sascha Franck
Hm, indirekt? Auch das Midi-Beispiel #53? Dann kann es wohl nicht an der Aufnahme mit den Mics liegen.
Lass auf jeden Fall mal hören, was du hast.
 
  • #59
Nun ja, ich denke (und hoffe), die Nylon-Lib basiert auch auf Aufnahmen mit Mics und wollte damit sehen, wie weit meine eigenen Aufnahmen im Klang von einem kommerziellen Produkt entfernt sind, mehr nicht.

Die beiden Mics in meinen Aufnahmen sind ca. 60 cm vom Instrument und auch von einander entfernt. Das kann trotz wenig Raumklang schon einen indirekten Klang ausmachen. Umgekehrt habe ich den Eindruck, bei den PU-Aufnahmen spielt mir jemand direkt ins Ohr, zumindest bei Kopfhörereinsatz. Ich habe den Mic-Abstand gewählt, um das Attack ein wenig zu bändigen.
 
  • #60
Die beiden Mics in meinen Aufnahmen sind ca. 60 cm vom Instrument und auch von einander entfernt. Das kann trotz wenig Raumklang schon einen indirekten Klang ausmachen.
ich würde meinen, zu weit weg und zu weit auseinander. Dadurch auch zu viel Raumklang.
Ich würde es wirklich mal mit nur einem Mikro, und bei Mono belassen, und max. ca. 30 cm versuchen.

Verschiedene Positionen im Raum testen hatte ich schon erwähnt.
Nicht nur die üblichen, "habe ich immer schon so gemacht und sind ja ach so praktisch", Positionen nutzen.

Kannst auch mal Mikro an verschiedenen Positionen aufstellen, jeweils ein paar Töne aufnehmen und anhören, was wie wo klingt. Bringt Erkenntnisse über die Raumakustik und Aufnahmeposition.
 
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