Akustische Aufnahme einer Nylongitarre

  • Ersteller Ersteller James Blond
  • Erstellt am Erstellt am
  • #21
Wie und wo stellst du denn die Resonanz bei 195hz fest?

Ist es das Video? www.youtube.com/watch?v=vY3fxzi8IU0
Gefällt mir persönlich nicht, irgendwie sehr hart der Klang. Da habe ich wohl andere Hör- und Soundideale.
Das kann schon sein, dass wir unterschiedliche Soundideale haben, aber diese Gitarre hätte ich auch nicht gekauft. ;)
Es ist zwar das gleiche Modell, aber mit Fichtendecke.
Hier kannst du das Modell mit Zederndecke sehen & hören:
View: https://www.youtube.com/watch?v=9sII5LIYs0E

Ich würde testweise auch mal den EQ rauslassen. Straight ein Mikro, von vorne 12. Bund, 30-40cm Abstand, ohne alles. Und das an verschieden Positionen im Zimmer.
Nimmst du immer an derselben Stelle auf?
Ich habe ein paar gute und weniger gute Positionen im Zimmer.

Ja, ich nehme immer an der selben Stelle auf. Das hat im Wohnzimmer an der DAW vor allem technische und praktische Gründe. Das Zimmer hat insgesamt durch Teppich und Möbel eine gedämpfte Akustik. Wenn ich dort andere akustische Instrumente aufnehme, habe ich keine Probleme. Ich habe hier dieselben Aufnahmen einmal ganz trocken (ohne EQ und Hall) eingestellt.

mono frontal:


mono über die rechte Schulter:


stereo (50%) aus beiden:


Wie und wo stellst du denn die Resonanz bei 195hz fest?
Die hat der Verkäufer bereits angegeben (Fis) und man kann den Boom auch hören und über EQ lokalisieren. Selbst mit PU: Es ist eindeutig die Gitarre. Der Raum ist ok, mit akustischen Aufnahmen anderer Instrumente habe ich dieses Problem nicht.
 

  • #22
Bei den neuen Aufnahmen hast du weniger Nagelgeräusche. Trotzdem sind sie da. Vielleicht hilft dir Folgendes: Die Nagelkante sollte im Winkel von 45° zur Kuppe hin abgeschliffen werden.
Das ist ein interessanter Hinweis, sehr wichtig. Wie darf ich 45° zur Kuppe verstehen? Du meinst doch keine Rampe, d. h. links oder rechts schräg angefeilte Nägel? Tesafilm löst sich ständig ab, deshalb bin ich auf Superkleber umgestiegen.
 
  • #23
Wenns zu kratzig klingt...
Vielleicht verwendest zu "zu gute" Mikrofone.
Eventuell mal was "Schlechteres" probieren.
Möglichweise ein Bändchen oder gar ein Dynamisches.
Das ist ein guter Tipp. Meine Mikros (Groß- und Kleinmembran) sind vielleicht zu höhenintensiv. Ich habe noch ein billiges Bändchen (Marke Superlux) herumliegen ... probiere es mal aus.
 
  • #24
Dafür setzt man die Feile im 45°‑Winkel an und feilt diesen Winkel über die gesamte Spielfläche.
IMG_8659.webp
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #25
Tesafilm löst sich ständig ab, deshalb bin ich auf Superkleber umgestiegen.

Als Tipp: Microcell 2000 Nail Repair. Das ist so'ne Mischung aus Auftrag und eindringen. Wenn man das anfangs häufiger macht, muss man nach 'ner Weile nur noch einmal pro Monat oder so ran.
Ich habe wirklich sehr dünne, rissige Nägel, das bringt die ganz gut in Form. Allerdings spiele ich auch überwiegend Kuppe, der Nagel ist nur zur Unterstützung und für ein wenig Attack. Und ich bin wirklich kein klassischer Gitarrist.
 
  • #26
@James Blond, kannst du nochmal ein File mit dem für dich gelungensten Mic-Sound aufnehmen, in dem du das ganze Griffbrett beackerst? Muss kein Stück sein. Paar Akkorde, paar Arpeggios, paar Linien. Einfach nur von ganz unten nach ganz oben.
 
  • #27
  • #28
kannst du nochmal ein File mit dem für dich gelungensten Mic-Sound aufnehmen, in dem du das ganze Griffbrett beackerst? Muss kein Stück sein. Paar Akkorde, paar Arpeggios, paar Linien. Einfach nur von ganz unten nach ganz oben.
Hmm - also eine selbst erstellte sauber gespielte Aufnahme mit der Jellinghaus als Soll-Vergleich? Etwas Geschöntes, wie dies hier:

Da ist durch viel EQ nur wenig Bass und Mitten, ein wenig Envelope-shaper gegen zuviel Attack und Hall drin. Ich finde, das geht zwar, ist aber nicht der Soll-Klang, den ich haben möchte. Wenn ich den schon hätte, würde ich mich hier ja nicht mit dem Problem melden.

Wenn das File aber im Prinzip ok ist, kann ich auch mehr davon nachliefern. Oder etwas anderes.
 
  • #29
Hmm - also eine selbst erstellte sauber gespielte Aufnahme mit der Jellinghaus als Soll-Vergleich?

Nein, das wäre dann das "Ist-File". Als "Soll-File" würde ich irgendwelche professionellen Aufnahmen (wie eben die von dir bereits gepostete Nummer) heranziehen.
Ich wollte, wie angekündigt, ja ein bisschen mit Spectrum Thief rumfummeln. Dafür braucht es eine recht breitbandige "Darstellung" dessen, was deine Gitarre Stand jetzt so hergibt. Und zwar idealerweise mit einem Setting, dass du schnell so reproduzieren kannst (nur ein Mic wäre natürlich perfekt dafür, aber wenn du meinst, auch zwei dauerhaft handlen zu können/wollen, dann natürlich auch das).
 
  • #30
Oh, nicht zu Ende getippt, also...

Wenn das File aber im Prinzip ok ist, kann ich auch mehr davon nachliefern. Oder etwas anderes.

Jein. Sollte ganz trocken sein. EQ ist ok. Du musst auch nicht irgendwelche hübschen Dinge mehrfach spielen. Einfach nur das Griffbrett hoch und runter. Linien, Akkorde, mal sanft, mal hart. Wie gesagt, das dient als "Abbild" deiner Gitarre - und da muss es nicht schön aber möglichst komplett sein.
 
  • Danke
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  • #31
Als Tipp: Microcell 2000 Nail Repair. Das ist so'ne Mischung aus Auftrag und eindringen. Wenn man das anfangs häufiger macht, muss man nach 'ner Weile nur noch einmal pro Monat oder so ran.
Ich habe wirklich sehr dünne, rissige Nägel, das bringt die ganz gut in Form. Allerdings spiele ich auch überwiegend Kuppe, der Nagel ist nur zur Unterstützung und für ein wenig Attack. Und ich bin wirklich kein klassischer Gitarrist.
Ich auch nicht. :) Aber auch kein Kuppenspieler. Ja, Nägel sind ein wichtiges Thema, aber auch ein großes. Ich habe mir im Laufe der Zeit eine Lösung zurechtgebastelt, die einigermaßen mit Nylon- und auch mit Stahlsaiten zurechtkommt. Die verbliebenen Geräusche auf der Jellinghaus muss ich spieltechnisch kompensieren - oder klangtechnisch. Die anderen Gitarren (E-Git, Archtop) brauchen alle ein kräftiges Attack.
 
  • #32
Ich spiele ja meist Pick&Finger Style, da müssen die Nägel sehr kurz sein, weil die Finger mit mehr Krümmung bei den Saiten ankommen.
Nervt mich übrigens sehr, dass ich nicht mal früher mehr Zeit in Finger-Wechselschlag gesteckt habe (der Zug ist jetzt so halbwegs abgefahren), denn gerade bei so Jazz- und Latin-Sachen finde ich den Begleitkram auf der Nylon viel geiler ohne Pick, vor allem, weil man mit dem Daumen so superb abdämpfen kann.
 
  • #33
Nein, das wäre dann das "Ist-File". Als "Soll-File" würde ich irgendwelche professionellen Aufnahmen (wie eben die von dir bereits gepostete Nummer) heranziehen.
Ich wollte, wie angekündigt, ja ein bisschen mit Spectrum Thief rumfummeln. Dafür braucht es eine recht breitbandige "Darstellung" dessen, was deine Gitarre Stand jetzt so hergibt. Und zwar idealerweise mit einem Setting, dass du schnell so reproduzieren kannst (nur ein Mic wäre natürlich perfekt dafür, aber wenn du meinst, auch zwei dauerhaft handlen zu können/wollen, dann natürlich auch das).
Ich nehme stets mit 2 Mics auf. Ich habe hier ein paar Spuren aus einem Projekt herausgezogen, mit etwas EQ, aber sonst trocken. Kannst du damit etwas anfangen?

Arpeggio


Chords


Solo 1

Solo 2



Ich kann aber auch gezielt etwas "Profilhafteres" (nur nichts Profihafteres ;) ) aufnehmen, dauert dann nur etwas ...
 
  • #34
Ich spiele ja meist Pick&Finger Style, da müssen die Nägel sehr kurz sein, weil die Finger mit mehr Krümmung bei den Saiten ankommen.
Nervt mich übrigens sehr, dass ich nicht mal früher mehr Zeit in Finger-Wechselschlag gesteckt habe (der Zug ist jetzt so halbwegs abgefahren), denn gerade bei so Jazz- und Latin-Sachen finde ich den Begleitkram auf der Nylon viel geiler ohne Pick, vor allem, weil man mit dem Daumen so superb abdämpfen kann.
Beim Akkord-Zupfen mit abwechselnd Daumen (Bass) und drei Fingern (Diskant) (z.B. für Bossa & Co) dämpfe ich mit der linken Hand, indem ich die Finger leicht abhebe. Das klappt aber nur, wenn keine Leersaiten gezupft werden. E-Gitarren spiele ich ganz gerne auch nur mit dem Daumennagel im Wechselschlag, dafür kann ich überhaupt nicht mit einem Plektrum umgehen.

Ich habe hier ein (schon älteres) Bossa-Beispiel mit der Ovation:

View: https://soundcloud.com/james-blond/manha-de-carnaval-1?si=82a4cd16c115446b89cc12e109cb16e7&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing
 
  • #36
Beim Akkord-Zupfen mit abwechselnd Daumen (Bass) und drei Fingern (Diskant) (z.B. für Bossa & Co) dämpfe ich mit der linken Hand, indem ich die Finger leicht abhebe.

Ja, mache ich auch, aber das ist für mich eine ganz andere Nummer als mit dem Daumen.
Ich meine eher sowas:

Das bekommt man mit linke-Hand-Dämpferei nicht hin. Und mit Pick auch nicht.
(irgendwas knispelt am Ende der Aufnahme, vermutlich zu hart reingehauen, ist aber jetzt egal...)

Ist das gleichzeitig mit Plektrum + Fingernägeln?

Genau. An sich so'ne typische Country-Nummer, mittlerweile aber auch häufig in anderen Stilistiken anzufinden (dann auch mal "Hybrid Picking" genannt).
 
  • Danke
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  • #37
Ich stelle mir so ein Plek&Fingerkombi nicht einfach vor. Nutzt du rechts dabei auch den kleinen Finger?
Gewöhnlich braucht das Erlernen solcher Fertigkeiten viel Zeit und Übung.

Deine Soundprobe finde ich geil: Sehr trocken, massiv, aber keineswegs zu spitz. :)
 
  • #38
Ich stelle mir so ein Plek&Fingerkombi nicht einfach vor. Nutzt du rerchts dabei auch den kleinen Finger?

Für Blockakkorde schon recht häufig, für Zerlegungen seltener, da wird's dann schwierig, der ist einfach so kurz und auch nie so genau wie die anderen Finger.

In erster Linie habe ich mir das angewöhnt, weil ich auf der E-Gitarre sehr viele Akkordgeschichten spiele, die im weitesten Sinne auf Dreiklängen basieren, da passt es dann mit Pick, Mittel- und Ringfinger sehr gut. Und dann eben für so dezent country-eske Doublestops und ein bisschen Chicken Picking, aber da ist es dann meist nur der Mittelfinger.

Das größte Problem sehe ich dabei übrigens wirklich darin, dass die Finger halt deutlich mehr gekrümmt sein müssen, dadurch werden die schon ziemlich arg in der Beweglichkeit eingeschränkt und der Ton leidet, zumindest auf akustischen Gitarren, auch.
 
  • #39
Achja, ich fummele später mal mit deinen Files und Spectrum Thief rum. Mal sehen, was man da so machen kann.
 
  • #40
Achja, ich fummele später mal mit deinen Files und Spectrum Thief rum. Mal sehen, was man da so machen kann.
Danke, das finde ich sehr freundlich von dir.
Falls du es noch brauchst: Ich habe gerade ein etwas längeres klangtypisches Melodiebeispiel extrahiert.
 
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