Vielseitig einsetzbar und immer authentisch - auf der Bühne wie im Studio.
Traurig, fast verzweifelt sitzt der Gitarrist in seiner Bude und beklagt sein Schicksal, keinen Raum zur Verfügung zu haben, wo er seinen Amp richtig aufdrehen kann. Er kann auch mit einem Mikrofon und göttlicher Recordingkette seinen Wunschsound nicht einfangen. Da segelt sie also davon, die nächste Solo-Platte, die der Welt zeigen soll, was für ein Held man am Instrument ist. Avid hat mit Eleven Rack nicht nur an die kommenden Paul Gilberts und Steve Vai´s dieser Welt gedacht, als sie mit Eleven Rack ein für Gitarristen optimiertes Pro Tools Interface samt satten Emulationsalgorithmen in den Ring warf - Eleven Rack kann mehr. Einige werden Eleven Rack vielleicht kennen. Aber nicht jeder hatte schon mal das Vergnügen, darüber Gitarre zu spielen. Daher wollen wir Avids Gitarrenlösung mehr als zwei Jahre nach Veröffentlichung einem Praxistest zu unterziehen und einen tieferen Einblick in das vielseitige Gitarrentool zu wagen.
Es ist zunächst ein Amp- und Cab-Simulator mit Effekten und für die Bühne und das Studio gedacht. Wer will, kann Eleven Rack auch als Soundkarte in Verbindung mit einer Pro Tools Vollversion (im Lieferumfang enthalten) verwenden.
Eleven Rack bietet eine stattliche Menge an Amps, Speakern und Effekten, ist aber nicht so überladen wie viele andere Plug-Ins, bei denen man sich vor der Anzahl gebotener Komponenten nicht retten kann. Viel mehr konzentrierten sich die Entwickler auf Klangqualität, Bedienbarkeit und flexible Einsatzoptionen. Nachdem ich das Eleven Rack nun dankbarer Weise einige Wochen in der Praxis einsetzen konnte, muss ich der Kiste meinen Respekt aussprechen: Klang satt und das sowohl on stage, als auch im Studio.
Die Bedienung erfordert anfangs einige Aufmerksamkeit und man muss sich schon mit der optisch ansprechenden Rackunit auseinandersetzen, um die Fülle an Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Nach einer Einarbeitungszeit wird man mit tollem Sound und schnellen Workflows belohnt. Denn wir haben hier nicht ein aufgeblasenes Plug-In in einem schicken Gehäuse, sondern ein äußerst hochwertiges Live- und Studioproduktions-Tool, das den meisten Plug-Ins in Fragen des Spielgefühls meiner Meinung nach überlegen ist.
Setup und Installation
Wer das Eleven Rack gekauft hat, sollte zunächst ProTools installieren. Man erstellt sich einen Account, lädt die Software herunter (kann etwas dauern, da es einige GB an Daten sind) und hält seinen iLok parat. Denn ProTools läuft in dieser Version nur über die iLok-Autorisierung. Man wird durch alle Schritte geführt, und wer sich mit dem iLok auskennt, wird keine Probleme bekommen. Aber auch Neulinge werden es sicher schaffen sich durch die Menüs führen zu lassen und die Installation erfolgreich abzuschließen. Eleven Rack verbindet man einfach per USB mit dem Rechner. Am Mac kann ich Eleven Rack gleich nach dem Prinzip Plug & Play benutzen. Wie es unter Windows aussieht, kann ich leider nicht beurteilen, da ich momentan nur auf der Apple-Plattform arbeite. Vielleicht hat der ein oder andere User hier Erfahrungen, die er als Kommentar posten will? Mit Ausnahme der etwas sperrigen iLok-Registrierung ist die Installation ein Kinderspiel.
Plug in and play - es gibt einiges zu sehen und zu hören
Wir schauen uns erst einmal Eleven Rack an. Dazu habe ich euch mal das Rack abgefilmt, um ein paar seiner Features vorzustellen. Lasst euch bitte nicht vom Münchener Strassenlärm im Hintergrund ablenken.
https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/test-elevenrack/Screencast1_1.mp4[/IMG] Die Entwickler haben sich bei den DC Amps einiges gedacht und die Lieblingseigenschaften verschiedener Amps in einigen Modellen kombiniert. Im Ergebnis erschufen sie hier einige kleine Soundmonster. In den Soundbeispielen finden sich einige der „Fantasie-Amps“. Mir gefällt dieser Ansatz persönlich sehr gut. Die Emulationen selbst klingen in meinen Ohren allesamt gelungen. Zum Teil haben sie auch dieses eigenwillige Verhalten, wie ich es von den realen Amps kenne. Darauf stehe ich besonders, wenn ich in der virtuellen Welt trotzdem das Gerät „bändigen“ muss, bevor es dann auch macht, was ich will. Besonders gefallen mir die Tremolos. Da kommt mir gleich Tom Waits in den Sinn und mein hedonistischer Narzissmus bricht ungebändigt hervor. Die Cabs fühle ich beim Spielen. Die Interaktion zwischen mir, meinem Instrument und dem Lautsprecher empfinde ich als eines der Elemente, die den Ausdruck, die Intensität und die Spielfreude mit Eleven Rack ausmachen. Wenn ich spüre, dass sich was bewegt, dann kann ich mich ins Zeug legen. Ich agiere und reagiere in der Musik. Wenn die Entwickler Gitarristen waren, wundert es mich nicht, dass hier so viele meiner Ansprüche an das Handling umgesetzt wurden. Eleven Rack fühlt sich „echt“ an. Die Mikros kann ich anhand der realen Modelle dagegen schwer beurteilen, da mir leider nicht alle Modelle zur Verfügung stehen. Klanglich überzeugen mich die Mikros allerdings ebenfalls. Die Einstellungsmöglichkeiten sind beschränkt auf On Axis - Off Axis, sowie Speaker Breakup. Hier werden einige vielleicht die ein oder andere Option vermissen. Für mich persönlich war es jetzt nicht schlimm. Wenn ich tatsächlich meine Cabs und Räume zusammenbauen wollte, habe ich die interne Cab-Simulation ausgeschaltet und zum Beispiel das mir vertraute Torpedo PI-WoS PlugIn genutzt. Aber das sind nur meine speziellen Vorlieben und fallen hier nicht weiter ins Gewicht. Um aber mal ein wenig „On-The-Fly“ Eleven Rack zu demonstrieren habe ich ein Video erstellt, das in Echtzeit vorführt, wie man mit der Kiste arbeiten könnte. Zudem kann man hier hören, wie einige der Amps „ungeschminkt“ klingen. (Entschuldigt bitte meine Verspieler, aber ich habe mich durchimprovisier ... t). [URL]https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/test-elevenrack/Screencast2_1.mp4[/IMG] Eleven Rack könnte man noch von einigen anderen Blickwinkeln aus detailiierter beäuegen, da es äußerst vielseitig ist. Das würde den Rahmen dieses Praxistests aber bei weitem sprengen. Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt sie unten in die Kommentare und ich werde versuchen sie best- und schnellstmöglich zu beantworten. [sf]Fazit[/sf] [SIZE=5][B]Fazit[/B][/SIZE] Eleven Rack kommt mit ProTools 10 zu einem unschlagbaren Preis. Alleine das ist mehr, als man sich wünschen kann. Nichts an dem Gerät wirkt billig oder improvisiert. Wo Avid gespart hat, um das Bundle so günstig anzubieten, erschließt sich mir nicht - vielleicht weil es schon etwas länger am Markt ist? Eleven Rack richtet sich in erster Linie an Studioprofis und Gitarristen. Ambitionierte Homerecordler werden allerdings ob der Vielzahl an Möglichkeiten und dem im Preis enthaltenen Pro Tools gleichermaßen angesprochen und haben so ein perfektes Tool zur Hand, wenn demnächst wieder einmal eine Band mit durchschnittlichem Gitarrenequipment auftaucht. Ich finde keine ernsthaften Argumente gegen Eleven Rack und beteilige mich auch nicht an Diskussionen über das Thema "Analog vs. Virtuell". Das Konzept des Eleven Rack ist genau richtig, so wie es ist. Von mir gibt es den totalen Daumen-Hoch und ich empfehle jedem uneingeschränkt Eleven Rack einmal live zu testen. Auch für diejenigen, die es sich schwer tun mit digitalen Simulationen. Das Ding klingt und ihr werdet angesprochen werden auf euren guten Sound. Erhältlich ab ca. 800,- € (inkl. ProTools).
Es ist zunächst ein Amp- und Cab-Simulator mit Effekten und für die Bühne und das Studio gedacht. Wer will, kann Eleven Rack auch als Soundkarte in Verbindung mit einer Pro Tools Vollversion (im Lieferumfang enthalten) verwenden.
Eleven Rack bietet eine stattliche Menge an Amps, Speakern und Effekten, ist aber nicht so überladen wie viele andere Plug-Ins, bei denen man sich vor der Anzahl gebotener Komponenten nicht retten kann. Viel mehr konzentrierten sich die Entwickler auf Klangqualität, Bedienbarkeit und flexible Einsatzoptionen. Nachdem ich das Eleven Rack nun dankbarer Weise einige Wochen in der Praxis einsetzen konnte, muss ich der Kiste meinen Respekt aussprechen: Klang satt und das sowohl on stage, als auch im Studio.
Die Bedienung erfordert anfangs einige Aufmerksamkeit und man muss sich schon mit der optisch ansprechenden Rackunit auseinandersetzen, um die Fülle an Möglichkeiten ausschöpfen zu können. Nach einer Einarbeitungszeit wird man mit tollem Sound und schnellen Workflows belohnt. Denn wir haben hier nicht ein aufgeblasenes Plug-In in einem schicken Gehäuse, sondern ein äußerst hochwertiges Live- und Studioproduktions-Tool, das den meisten Plug-Ins in Fragen des Spielgefühls meiner Meinung nach überlegen ist.
Setup und Installation
Wer das Eleven Rack gekauft hat, sollte zunächst ProTools installieren. Man erstellt sich einen Account, lädt die Software herunter (kann etwas dauern, da es einige GB an Daten sind) und hält seinen iLok parat. Denn ProTools läuft in dieser Version nur über die iLok-Autorisierung. Man wird durch alle Schritte geführt, und wer sich mit dem iLok auskennt, wird keine Probleme bekommen. Aber auch Neulinge werden es sicher schaffen sich durch die Menüs führen zu lassen und die Installation erfolgreich abzuschließen. Eleven Rack verbindet man einfach per USB mit dem Rechner. Am Mac kann ich Eleven Rack gleich nach dem Prinzip Plug & Play benutzen. Wie es unter Windows aussieht, kann ich leider nicht beurteilen, da ich momentan nur auf der Apple-Plattform arbeite. Vielleicht hat der ein oder andere User hier Erfahrungen, die er als Kommentar posten will? Mit Ausnahme der etwas sperrigen iLok-Registrierung ist die Installation ein Kinderspiel.
Plug in and play - es gibt einiges zu sehen und zu hören
Wir schauen uns erst einmal Eleven Rack an. Dazu habe ich euch mal das Rack abgefilmt, um ein paar seiner Features vorzustellen. Lasst euch bitte nicht vom Münchener Strassenlärm im Hintergrund ablenken.
https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/test-elevenrack/Screencast1_1.mp4[/IMG] Die Entwickler haben sich bei den DC Amps einiges gedacht und die Lieblingseigenschaften verschiedener Amps in einigen Modellen kombiniert. Im Ergebnis erschufen sie hier einige kleine Soundmonster. In den Soundbeispielen finden sich einige der „Fantasie-Amps“. Mir gefällt dieser Ansatz persönlich sehr gut. Die Emulationen selbst klingen in meinen Ohren allesamt gelungen. Zum Teil haben sie auch dieses eigenwillige Verhalten, wie ich es von den realen Amps kenne. Darauf stehe ich besonders, wenn ich in der virtuellen Welt trotzdem das Gerät „bändigen“ muss, bevor es dann auch macht, was ich will. Besonders gefallen mir die Tremolos. Da kommt mir gleich Tom Waits in den Sinn und mein hedonistischer Narzissmus bricht ungebändigt hervor. Die Cabs fühle ich beim Spielen. Die Interaktion zwischen mir, meinem Instrument und dem Lautsprecher empfinde ich als eines der Elemente, die den Ausdruck, die Intensität und die Spielfreude mit Eleven Rack ausmachen. Wenn ich spüre, dass sich was bewegt, dann kann ich mich ins Zeug legen. Ich agiere und reagiere in der Musik. Wenn die Entwickler Gitarristen waren, wundert es mich nicht, dass hier so viele meiner Ansprüche an das Handling umgesetzt wurden. Eleven Rack fühlt sich „echt“ an. Die Mikros kann ich anhand der realen Modelle dagegen schwer beurteilen, da mir leider nicht alle Modelle zur Verfügung stehen. Klanglich überzeugen mich die Mikros allerdings ebenfalls. Die Einstellungsmöglichkeiten sind beschränkt auf On Axis - Off Axis, sowie Speaker Breakup. Hier werden einige vielleicht die ein oder andere Option vermissen. Für mich persönlich war es jetzt nicht schlimm. Wenn ich tatsächlich meine Cabs und Räume zusammenbauen wollte, habe ich die interne Cab-Simulation ausgeschaltet und zum Beispiel das mir vertraute Torpedo PI-WoS PlugIn genutzt. Aber das sind nur meine speziellen Vorlieben und fallen hier nicht weiter ins Gewicht. Um aber mal ein wenig „On-The-Fly“ Eleven Rack zu demonstrieren habe ich ein Video erstellt, das in Echtzeit vorführt, wie man mit der Kiste arbeiten könnte. Zudem kann man hier hören, wie einige der Amps „ungeschminkt“ klingen. (Entschuldigt bitte meine Verspieler, aber ich habe mich durchimprovisier ... t). [URL]https://s3-eu-west-1.amazonaws.com/test-elevenrack/Screencast2_1.mp4[/IMG] Eleven Rack könnte man noch von einigen anderen Blickwinkeln aus detailiierter beäuegen, da es äußerst vielseitig ist. Das würde den Rahmen dieses Praxistests aber bei weitem sprengen. Wenn ihr Fragen habt, dann schreibt sie unten in die Kommentare und ich werde versuchen sie best- und schnellstmöglich zu beantworten. [sf]Fazit[/sf] [SIZE=5][B]Fazit[/B][/SIZE] Eleven Rack kommt mit ProTools 10 zu einem unschlagbaren Preis. Alleine das ist mehr, als man sich wünschen kann. Nichts an dem Gerät wirkt billig oder improvisiert. Wo Avid gespart hat, um das Bundle so günstig anzubieten, erschließt sich mir nicht - vielleicht weil es schon etwas länger am Markt ist? Eleven Rack richtet sich in erster Linie an Studioprofis und Gitarristen. Ambitionierte Homerecordler werden allerdings ob der Vielzahl an Möglichkeiten und dem im Preis enthaltenen Pro Tools gleichermaßen angesprochen und haben so ein perfektes Tool zur Hand, wenn demnächst wieder einmal eine Band mit durchschnittlichem Gitarrenequipment auftaucht. Ich finde keine ernsthaften Argumente gegen Eleven Rack und beteilige mich auch nicht an Diskussionen über das Thema "Analog vs. Virtuell". Das Konzept des Eleven Rack ist genau richtig, so wie es ist. Von mir gibt es den totalen Daumen-Hoch und ich empfehle jedem uneingeschränkt Eleven Rack einmal live zu testen. Auch für diejenigen, die es sich schwer tun mit digitalen Simulationen. Das Ding klingt und ihr werdet angesprochen werden auf euren guten Sound. Erhältlich ab ca. 800,- € (inkl. ProTools).