Notdürftige Behandlung eines Proberaums

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Micha_Bass

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Hallo Allerseits,

ich würde gerne einen Proberaum akustisch behandeln und stehe dabei vor einigen Problemen:
  • der Raum ist grob 3x5m klein. Wir sind vier Leute, Drums, Bass, einmal Gitarre und Gesang. Wir haben eine kleine PA und einen Laptopwagen, es wird also eng.
  • Die Eingangstür ist an einer kurzen Wand direkt in der Ecke und geht nach innen auf. An der anderen kurzen Wand fast direkt in der Ecke ist ein Fenster, was wir unbedingt öffnen können wollen. Es wird wohl so aussehen, dass die Drums an der kurzen Fensterwand stehen und die Amps an der gegenüberliegenden kurzen Wand neben der Tür. PA hinter oder vor den Drums, je nachdem.
  • die Klassiker: kein Geld, keine Ahnung, keine handwerklichen Fähigkeiten.

Das Ziel ist von vornherein keine Perfektion, sondern so einfach und günstig wie möglich ein halbwegs annehmbares Ergebnis zu haben. Meine Bandkollegen sind nicht so wahnsinnig überzeugt von der Notwendigkeit (bisher hat man ja auch ohne akustische Behandlung geprobt, allerdings immer in anderen Räumen, und wenn alle vernünftig mit ihrem Krams umgehen, klingts ja auch immer ganz passabel) und deshalb nicht gewillt, groß etwas beizusteuern. Ich möchte mich aber gerne längerfristig in dem Raum einrichten und es akustisch angenehm haben.

Meine Idee ist ein recht bescheidenes DIY Projekt, bestehend aus Breitbandabsorbern und eventuell etwas gegen den Bass. Die Kosten schätze ich bei ca. 150€ und handwerklich sollte es keine große Herausforderung sein.

Bei den Breitbandabsorbern bin ich mir relativ sicher, wie ich das machen will: Ich nehme ein Paket Rockwool Sonorock Steinwolleplatten, die sind jeweils 100x60x10cm groß und es gibt 6 an der Zahl. Für jede baue ich einen Holzrahmen, Steinwolle rein, mit Gartenvlies bespannen und ca. auf Ohrhöhe an den langen Wänden aufhängen.

Bei den Bassabsorbern bin ich mir unsicher. Platz für viel Material in allen Ecken ist nicht. Grob habe ich drei alternative Ideen:
  • Ein weiteres Paket Steinwolle in kleinere Dreiecke zerschneiden. Dann hat man im rechten Winkel 50x60xm, und wenn man das alles in einer Ecke stapelt, gibt das einen Turm, der mehr oder weniger bis zur Decke reichen sollte. Dafür gäbe es allerdings nur Platz in einer Raumecke, und es wäre die einzige Bassfalle.
  • Die Steinwolleplatten an die Kante kurze Wand / Decke hängen, über Fenster und Drums, das gäbe einen Superchunk von 300x60x20cm
  • Oder, aus der Kategorie "Ich wünschte, ich könnte sagen, ich hätte die Idee nachts auf dem Boden einer Flasche Wein gefunden": Die PA-Stative wie Dönerspieße für die Steinwolle nutzen. Sie stehen ohnehin mehr oder weniger in den Raumecken. Die Steinwolle wird, wie in der ersten Idee, in Dreiecke geschnitten, auf diese Weise hätten wir in den Ecken links und rechts an der kurzen Wand mit Fenster jeweils zwei Absorber mit ca. 1m Höhe

Meine Frage ist: Welche dieser Optionen macht am meisten Sinn?

Wie gesagt, "perfekt" ist nicht mein Ziel und die Ressourcen sind extrem begrenzt. Ich bin aber dankbar, wenn jemand alternative Vorschläge hat, die mit mehr oder weniger dem selben Aufwand und Kosten realisierbar sind und deutlich bessere Ergebnisse erzielen würden.

Viele Grüße
Micha
 
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Wie klingt´s denn bisher ohne Behandlung? Welche Probleme sind dabei erkennbar?
Wie sind Fussboden und Decke beschaffen?

Diese ganze Steinwolle-Gedämme könnte u.U. gar nicht notwendig sein. Macht eher den Eindruck, als würdest Du eine Studio-Regie bauen wollen.

Also, wenn es da keine Probleme mit Nachbarn gibt, genügte vllt. einfach eine einfache Beruhigung des Raumes.

Bei uns ist es so:
-keine Nachbarn; wir können da Krach machen ohne Ende
-Fussboden ist nadelfilzartig
-Decke: irgendsoeine grobporige Gipsabhängung
-Drahtseile an allen Seiten rundherum gespannt und Molton drangeklippt (auch vor den Fenstern)

Klingt trocken, dämmt sogar ein bisschen was nach außen ((wenn der Drummer kesselt, kann man im Nebenraum (normale Betonwand zwischen) noch recht entspannt Fernseher glotzen).

Mitgeschnittene Einzelspuren sind sehr gut.
 
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hallo micha,
meiner erfahrung nach:
so ein kleiner raum (15m²) wirst du mit absorbern nicht in den griff bekommen.
je mehr dingens du in so eine schuhschachtel reinstopfst, desto schlimmer wird es (also nicht den erwartungen entsprechend).
das einzige was die akustik in so kleinen proberäumen verbessern kann, ist "live end-dead end" methode, und zwar ohne aufwändigen bau von absorbern, die dir nur den notwendigen platz nehmen würden.
das heisst, zwei winkelbildende wände reflexionsfrei gestalten, und die zwei restliche wände ***** lassen.
ob du dann die wände mit molton vorhängen "tot" gestaltest (vorteil: flexibilität) oder mit noppenschaumstoff auskleidest, ist dir selbst überlassen.
was man noch machen sollte: die decke des raumes ist der grösste "reflexionsspiegel" und trägt den akustischen feeling des raumes maßgebend..
es lohnt sich dann über die drums (wegen den becken) eine art segel aufzuspannen.
molton oder schaumstoff?
(persönlich tendiere ich immer zum molton, da schaumstoffanbringung ordentlich arbeit mit sich bringt, und beim umzug zusätzliche "entkernung" des raumes bedeuten kann).
 
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hallo micha,
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so ein kleiner raum (15m²) wirst du mit absorbern nicht in den griff bekommen.
je mehr dingens du in so eine schuhschachtel reinstopfst, desto schlimmer wird es (also nicht den erwartungen entsprechend).
das einzige was die akustik in so kleinen proberäumen verbessern kann, ist "live end-dead end" methode, und zwar ohne aufwändigen bau von absorbern, die dir nur den notwendigen platz nehmen würden.
das heisst, zwei winkelbildende wände reflexionsfrei gestalten, und die zwei restliche wände ***** lassen.
ob du dann die wände mit molton vorhängen "tot" gestaltest (vorteil: flexibilität) oder mit noppenschaumstoff auskleidest, ist dir selbst überlassen.
was man noch machen sollte: die decke des raumes ist der grösste "reflexionsspiegel" und trägt den akustischen feeling des raumes maßgebend..
es lohnt sich dann über die drums (wegen den becken) eine art segel aufzuspannen.
molton oder schaumstoff?
(persönlich tendiere ich immer zum molton, da schaumstoffanbringung ordentlich arbeit mit sich bringt, und beim umzug zusätzliche "entkernung" des raumes bedeuten kann).
So haben wir es auch gemacht, allerdings 50 qm
 

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Danke für eure Antworten! Wir haben in dem Raum tatsächlich noch gar nicht gespielt. Der ist frisch angemietet und ich bin jemand, ich mach mir immer schon vorher Gedanken, machs gerne von Anfang an "vernünftig" (in diesem Falle mit sehr dicken Anführungszeichen) und kanns nur ganz schwer abwarten, irgendwas Schritt für Schritt aufzubauen. Ich mache mir vor allem Sorgen ums Schlagzeug in dem kleinen Raum.

Nachbarn gibt es nicht, es geht einzig darum, dass er Raum anständig klingt.
Auf dem Boden liegt gerade irgendein PVC, da kommt ohnehin noch Teppich drauf, die Decke ist so eine Bürodecke, da können wir erstmal nix drunter hängen. Ein Segel von den Wänden übers Schlagzeug spannen finde ich aber eine coole Idee, vielen Dank!
 
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Wir haben das Schlagzeug in der Ecke stehen und von dort aus die Wände abgehangen bis zur Hälfte des Raumes. Abstand zur Wand ca 20 cm. Aufstellung beim Spielen kreisförmig. Soundcheck, Schlagzeug fängt an dann Bass, Gitarre, Keyboard, Gesang.
 
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ich hätte an deiner stelle so manche seilspanngarnituren genommen, die wandmontage erlauben, und molton bahnen von der decke bis zum boden aufgehängt:


und ja - drums in so manchen räumen sind problematisch. da werdet ihr mitm drummer schon ein wörtchen reden müssen. ;)
 
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ich hätte an deiner stelle so manche seilspanngarnituren genommen, die wandmontage erlauben, und molton bahnen von der decke bis zum boden aufgehängt:
Bloß nicht. Das ist was für leichte Stoffe. Molton ist schwer, dann lieber richtige Gardinenstangen.
 
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hast recht. gardinenstangen kosten auch nicht die welt.
 
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  • #11
das ist natürlich auch eine gute idee.
aber 5m lange klemmstangen finde ich nirgendwo.
sie könnten sich auch deutlich biegen wg. dem schweren molton, bei der länge.
 
  • #12
Recorden wollt ihr doch nicht in dem Raum, oder?
Dann würde ich auch nicht soviel Aufwand treiben. Bisschen was an die Wände, über die Drums, alet, was absorbiert (Brandschutz beachten!). Und für die Drums ein einfaches Podest: je nach Grösse 4-6 Europaletten (gebraucht ca 5-10€/Stück), 2,5-3 cm Spanplatte draufschrauben, Teppich. Feintuning, wenn ihr den Raum "anwohnt"... ;-)
Proberäume sind wie Frauen - sie kommen und gehen...^^
 
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  • #13
Ja, etwas biegen sie sich. Dann muss man etwas weiter und mit mehr Druck klemmen. Aber es geht. Habe auf diese Weise in meinem vorherigen und auch im jetzigen Aufnahmeraum Seiten abgehängt. Bis ca. 4/4,5m hab ich damals welche auf Amazon gefunden. Wenn man lieber kürzere verwenden und trotzdem die Wandlänge verhängen möchte, kann man irgendwo auf einer Teilstrecke einen Winkel an die Decke schrauben und zwei Stangen von jeder Seite dagegen klemmen. Es gibt ja solche im Baumarkt: etwas kräftigere Winkel mit ca 3mm Blechdicke und einem etwas längeren Winkelarm, der nach unten zeigt.
 
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  • #14
(persönlich tendiere ich immer zum molton, da schaumstoffanbringung ordentlich arbeit mit sich bringt, und beim umzug zusätzliche "entkernung" des raumes bedeuten kann).
Man kann auch selbstklemmende Vorhangstangen verwenden und die Absorber darauflegen. Dann ist man flexibler hinsichtlich Abhänghöhe, die man schnell variieren kann. Ich habe die Decke über meinem Sprechplatz auf diese Weise innerhalb einer viertel/halben Stunde/ optimiert.
 
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  • #15
Wir haben erst letztens das Schlagzeug mit Molton abgehangen. Wir haben Ösen verwendet.

Allerdings war der Aufwand das nicht Wert. Sieht zum einen ***** aus, macht der Raum kleiner, Staubfänger und der Effekt ist auch dürftig.

Ich kann die anderen nach dem Aufwand nicht mehr überzeugen den Driss wieder abzureißen. Seitdem es angebracht ist, stehen die Vorhänge offen, weil natürlich jeder lieber den Blickkontakt zum Drummer haben will.
 
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