Ich möchte das vorher genannte nicht irgendwie schlecht reden, aber ich finde jeder Künstler / Musiker / Artist der Musik produziert sollte so weit es ihm Möglich ist vor einer Anschaffung die Hardware oder Software testen und Anspielen. Viele Große Musikhäuser haben Ausstellungsbereiche genau für diesen Zweck.
Warum ich das sage? Nun weil nicht jeder die selbe Arbeitsmethode schätzt. Es gibt viele Musiker gerade im HipHop Bereich welche massiv mit Sampling und Resamling von Loops arbeiten. Das ist so Style bestimmend, das ein Abweichen der Technik sich für gewöhnlich DIREKT auf den Sound auswirkt. Aus dem Grund tendieren viele auch heute noch zur MPC welche eben auf Grund ihrer Geschichte extrem tief mit HipHop verbunden ist. Aber das bedeutet nicht, das nicht auch andere Wege und Werkzeuge das Ziel nicht ebenso erreichbar machen. Da wäre zb.
Ableton* welches viele Funktionen der MPC etwas anders dargestellt aber Funktionell von Hause aus sogar in der kleinsten Edition beherrscht.
NI Komplete 12 bietet einem eine Masse an Sound. So viele Möglichkeiten, das ich ebenfalls einem Anfänger abrate sich damit auseinander zu setzen. Es sollten erst einmal Basics beherrscht werden. Viele Anfänger schießen sich eine NI Maschine oder MPC oder sowas und haben auch Spaß damit ohne Frage. Aber bevor man sich damit beschäftigt sollte man lernen mit Wav zu Arbeiten. Also manuelles Schnippeln, Reverse und Kreative Automation und das beherrschen Sauber ab zu mischen. Als Übung kann man sich einen 32 Takte Loop in die DAW ziehen. Eine stimmige Melodie und das dann erstmal (so wie in einem Sampler eben auch nur eben OHNE den Luxus) Cutten Faden Pegel anpassen und sich mit simplem Beat Programming auseinander setzen. Gerade bei Hip Hop ist es Essenziell die Basics SAUBER zu beherrschen bevor man mit Kanonen auf Spatzen schießt. Denn oftmals braucht es gar keine Teure Technik oder Plugins. Man Kann auch einfache Gate Effekte durch simples Cutten der Loops / Samples erzielen.
Ich muss aber auch erwähnen das die Electribe und MPC Sampler einen exzellenten "Einstieg" geben. Der Funktionsumfang ist der Art eingeschränkt, der Speicher so knapp das man (anders als heute) das noch recht schnell und leicht begreifen kann. Alleine das Optimieren der Sample Länge oder das Reduzieren der Bit Tiefe oder das saubere Anwenden von Mono und Stereo Samples birgt eine ENORME Lernkurve welche dabei hilft die richtigen Sounds von Anfang an richtig aus zu wählen. Denn jeder Musik Style hat seine "Geschichte" und diese Entwicklung zu kennen bedeutet zu erkennen warum was zu jener Zeit auch so beliebt und Richtungsweisend war.
Im Bereich der EDM der 80/90er sind zb. Roland Grooveboxen oder auch Roland TB 303 / TR 808 / 909 extrem weit verbreitet gewesen. Ebenso Synths wie Access Virus, Waldorf und andere Anbieter wie
Moog* oder auch Korg, Dave Smith sind damals weit verbreitet gewesen ist aber glaub eher 70er / 80er Pink Floyd Ära...
Das Problem ist nämlich, je MASSIVER dein Soundpool um so mehr tendiert man zum Zappen. Anstatt aus dem was man hat kreativ etwas raus zu holen. Ohne irgendjemandem zu nahe treten zu wollen, aber viele der Erfolgreichen Hip Hop Produzenten sind nicht wegen irgendwelcher Hard oder Software berühmt. Sondern weil Sie a) ein Konzept entwickelt haben und b) eben "mit der Entwicklung" mit gewachsen sind. Dh. sie beherrschen die Basics blind. Aber wichtiger als b) ist das Konzept. Genau wie die Masse an DJs ohne Konzept haben die meisten Anfänger ebenfalls kein eigenes Konzept für ihre "Musik". Sie bedienen sich aktuell bekannter Musik Styles und reproduzieren bekannten Sound anstatt etwas eigenes zu machen.
Bsp. So Hater oder Diss Texte ala "Ich **** .." wen auch immer. Thematisch wird dann Gewalt Sex Drogen Prostitution und lauter Mist getextet weil Agro eben in war. Dabei ist auch das nix neues. Früher gab es Gangsta Rap heute haben wir deutsches Argo Gelaber. Das aber Hip Hop deutlich mehr kann beweisen viele andere Künstler wie früher zb. Freundeskreis. Welche sich politische Kritik ohne den Agro Mist als Konzept gewählt hatten. Der eigentliche "Sound" war und ist letztlich bei der Produktion so simpel gewesen, das man ihn locker heute in einem kleinen Home Studio hätte produzieren können. Er entstand aber zu einer Zeit, wo die DAWs und Geräte einfach noch nicht so viel konnten.. und darum geht es.
Willst du Sound nur um deine Libary auf zu Plustern kannst du dir solche Monster holen. Hast du keine Gute Software Synthis oder bist mit den Onboard Sounds deiner DAW nicht glücklich - hindert dich niemand auf zu Rüsten. Die Software ist beide Male geil. Aber bedenke bitte - Sounds zu besitzen ist wie eine Sucht. Ich besitze der Art viel Sound, ich kann nicht mehr behaupten das ich das alles überblicke. Jedes Preset an zu spielen für 1 Sek. Wäre eine Aufgabe die mich vermutlich ein Halbes Jahr beschäftigen würde. Schätze ich es für Augenblicke wo ich ein Kreatives Tief habe? Ja. Aber ich mache trotzdem viel noch selbst oder modifiziere das was ich gefunden habe so das deutliche Unterschiede zum Basis Sound existieren es sei denn er passt richtig geil hinein. Doch nur weil es bestimmte exzellente Produkte gibt welche gerne gekauft und genutzt werden bedeutet das noch lange nicht das diese Produkte dem Musiker auch liegen. Ich war z.B. total überrascht wie die Unterschiedlichen Konzepte der DAWs: Reason, Cubase &
Ableton* Live Einfluss auf meine Art zu Mischen besitzen. Aber das bedeutet nicht, das Reason oder
Ableton* besser oder schlechter als Cubase wären. Cubase verleitet mich aber weniger dazu in experimenteller Weise Sound zu produzieren welcher sich vollkommen abseits aller Hörgewohnheiten bewegt. Oder Fehler in der Signalkette einzubauen welche dann das saubere Abmischen erschweren. Weil man eben "experimentell" irgendwelchen Bullshit eingebaut hat. Bei Hardware ist das ähnlich.. man kann sich zig Hardware und Kontroller zu legen Tausende Euros in Profi Gear investieren. Aber weil man es nicht gelernt hat RICHTIG zu bedienen oder einfach nicht das geschulte Gehör und die optimierte Umgebung besitzt hockt man da und wird nicht glücklich damit. Weil der Workflow nicht existiert oder der Workflow einem einfach nicht liegt. Egal ob Hard oder Software.
Darum nach Möglichkeit IMMER vorher testen ob es einem in den Flow wirklich rein passt & sich zum eigenen Setup ergänzt.