Für die Gigs habe ich ein durchschnittliches verzerrtes Amp-Model laufen, das sehr dynamisch ist. Ich kann dann die Zerre mit der Anschlagdynamik steuern, womit ich mir sogar das Rumgetrete zwischen Strophe und Refrain sparen kann.
Mache ich für rockigere Angelegenheiten auch genau so, gibt dann nur noch zusätzlich:
- RC Boost Clone (Pure Boost von Mooer, ist mMn geiler) für "mehr". An sich erhöht das nur leicht den Zerrgrad ohne den Hauptsound zu verändern. Klappt für fast alles.
- Für Leads simultan geschaltet einen Pre-Compressor (sehr leichte Kompression, etwas Volume-Boost) und einen Post-EQ (finale Lead-Lautstärke und sanfte, breitbandige Mittenanhebung je nach Bedarf oder Geschmack). Mache ich tatsächlich schon seit meinem ersten analogen Loopswitcher-Setup genau so, läuft mMn super (geht auch für cleanen Kram).
Leider komme ich nicht immer ganz so einfach davon, denn da ich ja als widerwärtiger Fusionkasper auch ein Faible für laute Pseudojazzsounds habe, brauche ich immer auch noch einen komplett cleanen Kanal mit sehr viel Headroom (der im Leadboost-Modus also auch noch komplett clean bleibt). Der ist aber eh auch sehr oft im Einsatz für cleane Funk-Gitarren (spiele ich recht viel).
Zusätzlich dient mir der mit einem separaten EQ als "Pedal Platform". Wenn der Gig es erlaubt, ist das eigentlich so meine Spaß-Spielwiese.
Sind dann also insgesamt quasi 2,5 Kanäle.
Aber wie bereits gesagt, alle Sounds laufen über ein und dieselbe IR.
Mein Sound als Rhythmusgitarrist halte ich sehr trocken, weil durch den Raum oder Fläche der Location sowieso meist natürlicher Hall und Delay drauf kommt und ich meine Transienten nicht noch zusätzlich zumüllen will.
Meine Haupt-Rhythmussounds sind live komplett trocken. MMn isses so, dass wenn man Hall und/oder Delay so zumischt, sodass man die auch wirklich in einem Bandmix auf einer lauten Bühne wahrnimmt, man so viel davon reindrehen muss, dass es eben, so wie du sagst, den Sound zumatscht. Diese Matsche will ich nur entweder bei Leads (gibt dann eben auch etwas mehr Tragfähigkeit) oder für flächige Angelegenheiten, sofern denn Platz dafür ist.
Ich bin ja eh der Meinung (also alles unter der Prämisse, dass es live ist), dass man alle Effekte entweder richtig reindreht oder sie einfach ausgeschaltet lässt. Macht mMn auch die Organisation einfacher, denn ich muss mir nicht noch einen extra Hall (oder was auch immer) für Rhythmussounds programmieren, den abspeichern und aufrufen.