Multiband Compression / Multiband Compressor, ein paar Fragen...

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blommberg

blommberg

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Es geht um Software, also plugins; meine DAW ist REAPER.
Ich habe mich länger um das Thema gedrückt, dann den C4 von waves bekommen, auf dem Master probiert und... klingt wirklich super - klarer, dynamischer, interessanter (Werks-Presets).
Aktuell versuche ich, die guten Presets mit dem ReaXcomp (Reaper stock plugin) nachzubauen, Erfolg mäßig. Aber es wird.
Meine Fragen:
allgemein
  • klingen normale (software) Multiband Compressoren wirklich unterschiedlich?
  • wie erklären sich die erheblichen Preisunterschiede, z.B. FabFilter zu waves?
speziell
  • Wie findet ihr die crossover Punkte? (Izotope* machen es ja automatisch mit KI...)
  • Erfahrungen mit dem ReaXcomp?
  • Lohnt es sich, (für den Master) ein Plugin mit linearen Phasen (heißt das so?) einzusetzen, z.B. "linear phase multiband" v. waves?
 

  • klingen normale (software) Multiband Compressoren wirklich unterschiedlich?
Alles klingt gleich und unterschiedlich, aber mehrheitlich ist das nicht in speziellen Programmierungen der Plugins begründet, sondern schlicht dem unterschiedlichen Arbeitsbereiche der Plugins, der GUI, wie man das Plugin bedient, wie hart man damit reingehen kann, will oder dazu verleitet wird etc... Fabfilter ist da halt einfach unglaublich on Point bei alle ihren Plugins in Sachen Default-Preset und zielführender und intuitiver Bedienung.

  • wie erklären sich die erheblichen Preisunterschiede, z.B. FabFilter zu waves?
FF kann einiges mehr, ist neuer (und siehe oben)... C6 ist für die schon lange amortisiert und Waves Plugins verfallen mit zunehmendem Alter (zu Recht) auch im Preis.

  • Wie findet ihr die crossover Punkte? (iZotope machen es ja automatisch mit KI...)
Was immer Sinn macht... wenn man den Einsatz der Trennung nicht klar versteht oder klar definieren kann 👉🏻 Finger weg vom MBK... z.B. bei einer Drumgruppe alles unter der Snare aka Kick/Toms, Bereich der Snare, Mitten wo der Raum lebt, Höhen wo die Cymbals leben, jetzt mal ohne Frequenzen zu nennen.

  • Erfahrungen mit dem ReaXcomp?
Nope

Lohnt es sich, (für den Master) ein Plugin mit linearen Phasen (heißt das so?) einzusetzen, z.B. "linear phase multiband" v. waves?
Nein, linearphasige EQ's sind m.E. in 99% der Fälle überhaupt nicht notwendig. Ich verwende sie absolut gar nie.
 
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Wie findet ihr die crossover Punkte? (iZotope machen es ja automatisch mit KI...)

Ich finde sie nicht so gut.^^ Ich benutze oft den Waves LinMB und nehme da einfach die Werkseinstellungen. Wenn man es manuell macht, kann man sich überlegen welche Elemente wo im im Frequenzbereich liegen und diese Räum dann regeln.

Z.B. Bassbereich (Bass und Kick) alles unter 90Hz. "Gefistel" (Schmatzer, Becken, Drumskins, Plucks) alles über 8000. Also haben wir schon mal 2 Shelves. Dazwischen könnte man sich überlegen 90-120, 120-360, 360-1200, 1200-3600, 3600-8000.

Aber MBK mit allen Bändern an auf der Summe ist ja bekanntlich the Antichrist.^^
 
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Aber MBK mit allen Bändern an auf der Summe ist ja bekanntlich the Antichrist.^^
Da wäre doch der XMAX von Elysia eine interessante Kiste 3Band Compressor mit Soft Clipper.. geiles Teil. Wenn ich noch Platz hätte wäre das das Ende meiner Masteringkette vor dem Wandler.
 
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Lohnt es sich, (für den Master) ein Plugin mit linearen Phasen (heißt das so?) einzusetzen, z.B. "linear phase multiband" v. waves?

Greg Wells hat ein ganz nettes Setting darauf oder das Electro Setting geht auch in so eine Richtung – klingt immer etwas besser :D. Habe ich früher öfter mal verwendet, heutzutage aber schon lange nicht mehr, hab's vergessen. Es gibt einfach auch zu viel.... Die haben immer wieder mal Angebote für 29 Euro oder so. Wenn Du sonst nichts hast kannste eigenlich nichts falsch machen. Wirklich brauchen tut man es aber eigentlich nicht. Das sind hlat so sweatener Settings.
 
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Erfahrungen mit dem ReaXcomp?
Ich würde so lange mit ReaXComp experimentieren, bis es nicht mehr reicht. Die Reaper-eigenen Plugins sehen zwar doof aus, sind aber oft gar nicht schlecht (und kosten nichts, wenn man Reaper nutzt - ob sie in anderen DAWs gehen, weiß ich nicht). Aufrüsten kann man dann immer noch.
 
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klingen normale (software) Multiband Compressoren wirklich unterschiedlich?
In Abhängigkeit der genauen Funktionsweise und den Flankensteilheiten kann das durchaus vorkommen.

Wie findet ihr die crossover Punkte?
Eine Möglichkeit ist, ihn erstmal wie einen EQ einzusetzen. Bänder entweder auf Solo (oder aus-) schalten, oder kräftig rauf- und/oder runterziehen und dann beurteilen, ob die jeweiligen Frequenzbereiche sinnvoll sind (z. B. ist 0 - 200Hz meistens nicht sinnvoll).

Erfahrungen mit dem ReaXcomp?
Ein wenig.

Lohnt es sich, (für den Master) ein Plugin mit linearen Phasen (heißt das so?) einzusetzen
Phasen kannst Du auf einem einzelnen Signal nicht hören also, nein.

Allerdings solltest Du bedenken, daß es kaum eine Methode gibt, mit der man einen Mix besser versauen kann, als mit MB Kompressoren/Limitern im Master. Die da effektiv einzusetzen ist wirklich schwierig.
 
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In Abhängigkeit der genauen Funktionsweise und den Flankensteilheiten kann das durchaus vorkommen.


Eine Möglichkeit ist, ihn erstmal wie einen EQ einzusetzen. Bänder entweder auf Solo (oder aus-) schalten, oder kräftig rauf- und/oder runterziehen und dann beurteilen, ob die jeweiligen Frequenzbereiche sinnvoll sind (z. B. ist 0 - 200Hz meistens nicht sinnvoll).


Ein wenig.


Phasen kannst Du auf einem einzelnen Signal nicht hören also, nein.
--> Das stimmt gerade bei einem Multibandkompressor so nicht. Was stimmt ist, dass sich statische Phasenverzerrungen in einem Signal nicht (zumindest nicht signifikant) hören lassen. Wir sprechen hier aber von etwas anderem: Nämlich von einer Frequenzweiche. Hier hat man bei klassischen Filtern (Butterwort, Linkwitz Riley, Bessel, etc.) verschiedene Gruppenlaufzeiten um die Trennungsfrequenz herum, die dazu führen, dass sich bei der Addition der Bänder (je nach Filter) Berge und Täler ergeben und noch schlimmer die zeitliche Kohärenz verloren geht, was vor allem die Transientenwiedergabe negativ beeinflusst.
Fabfilter geht das zweifach sehr geschickt an: Modus Dynamic Phase hat eine sehr niedrige bis gar keine Latenz, so lange nicht komprimiert oder expandiert wird passiert einfach gar nichts. Finde ich meistens unhörbar. Dann gibt es noch den phasenlinear Modus. Der ist eigentlich noch mehr zu bevorzugen, kostet aber Latenz und Rechenpower...
Allerdings solltest Du bedenken, daß es kaum eine Methode gibt, mit der man einen Mix besser versauen kann, als mit MB Kompressoren/Limitern im Master. Die da effektiv einzusetzen ist wirklich schwierig.
100% Agree :-) Eigentlich sollte das nur ein echter Problemlöser sein.
 
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  • #11
Das ist halt nicht ganz so leicht das zu sagen. Es gibt ja verschiedenste Filterkonfigurationen... und jede hat eigene Vor- und Nachteile. LR Filter Beispielsweise addieren perfekt auf. Das wird Berton wahrscheinlich gemeint haben. Dafür driftet die Phase unterhalb der Trennung erheblich weg. Ab 18 db/Oktave aufwärts um 360 Grad und dann weiter... Das ist dann bei der Addition nicht so toll. Aber er scheint das ja ähnlich zu machen Fabfilter. (Also erst trennen, wenn auch wirklich was passiert. Bei FF finde ich das eigentlich ttransparent, ganz im Gegensatz zu älteren Designs)
 
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  • #12
100% Agree :-) Eigentlich sollte das nur ein echter Problemlöser sein.
Hmmm. Leuchtet mir einerseits ein, hab auch immer wieder den Mix vergurkt damit, aber andererseits pusht der C4 schon mit minimal veränderten Presets den Mix wirklich positiv.
 
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Hmmm. Leuchtet mir einerseits ein, hab auch immer wieder den Mix vergurkt damit, aber andererseits pusht der C4 schon mit minimal veränderten Presets den Mix wirklich positiv.
Wenn es funktioniert, nimm es einfach her und gut ist es.
Machen alle so.

Meinst du das sich ein CLA über seine 1176er Gedanken macht, welche Kondensatoren verbaut sind oder sonst was.
Wenn es knallt - her mit der Marie.

Und wenn es noch einen zweiten zum krallen gibt, wird der auch noch gleich mitgekauft :-)
 
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Wenn es funktioniert, nimm es einfach her und gut ist es.
Machen alle so.

Meinst du das sich ein CLA über seine 1176er Gedanken macht, welche Kondensatoren verbaut sind oder sonst was.
Wenn es knallt - her mit der Marie.

Und wenn es noch einen zweiten zum krallen gibt, wird der auch noch gleich mitgekauft :-)
Genau… Wenn es funktioniert…
In der Medizin heißt es immer: wer heilt hat recht. Aber die Chancen steigen halt, wenn man weiß, was man da tut und auch wenn man weiß, warum etwas oftmals nicht gut funktioniert. Deswegen: probieren immer eine gute Idee; standardmäßig irgendein Tool vor allen Dingen einen Multiband Kompressor drauf knallen: Keine gute Idee.
 
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  • #15
Also gut.
Wenn eines Jemanden Handlungsdrang schon so weit fortgeschritten ist, das er sich einen MB draufsteckt und der von Waves tut gleich besser als was anderes, nimmt man erstmal das.

Done is better than perfect.

Sich im Nachgang und in Ruhe fragen warum und das Bildungsdefizit nachholen, wäre halt guter Stil ;-)
Kann einen nur weiterbringen und ist besser als, ein reiner Opportunist, immer auf das Beste zu hoffen.
 
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  • #16
Nochmal zum Klang:
Ich habe jetzt bei 3 MBC (C4, LinMB und ReaXcomp) das gleiche Mittelband eingestellt und solo gestelt, so neutral es geht (Ratio bzw. Range 0, Trsh 0), 200 -3000 hz.
Die beiden waves klingen fast gleich und im Analyzer ein sehr ähnliches Bild. Der Xcomp lässt unter- und oberhalb noch viel mehr durch, das Band klingt voller (was aber ja zweifelhaft ist), der "Analyzer-Berg" ist breiter und weniger steil.
Ich hatte gelesen, dass sich die Bänder eigentlich NICHT überlappen, aber insbes. bei dem Xcomp ist das ja dann doch nicht so (anscheinend).
Das erklärt natürlich unterschiedliche Soundcharakteristika, wenngleich ich jetzt noch verwirrter bin.
Erklärung? :huh:
 
  • #17
Filtersteilheiten?
Wenn der XComp 6 dB/Okt. und ein anderer Apparat 12 dB/Okt. hat ist der XComp mehr loose nach oben und unten.

Und die Bänder überlappen sich immer logischerweise.
 
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  • #18
Ja, würde ich auch so sehen. Ohne Deine Tools zu kennen.. aber überlappungsfreie Bänder gibt es mit traditionellen Filtern nicht. Typischerweise haben Filter eine Flankensteilheit von 6, 12 18 oder 24 dB pro Oktave. Faustregel: Es gibt nicht den optimalen Filter. Je steiler sie sind, desto mehr verzerren sie die Phase und schwingen nach. Selbst bei phasenlinearen Filter gilt die Faustregel: Je höher die Flankensteilheit desto stärker ist das Preringinging. Beim Fabfilter kann man die Flankensteilheit selbst einstellen.
 
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  • #19
Ah danke, hatte mir nicht klar gemacht, dass es ein Filter-Problematik ist.
 
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  • #20
Und die Bänder überlappen sich immer logischerweise.
Mit überlappenden Bändern ist natürlich nicht die Flankensteilheit gemeint.
Ein normaler MBK hat in der Regel keine überlappenden Bänder aber ein Dolby A z.B. schon.
 
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