Mixing von Vocals - Eure häufige Vocalkette

  • Ersteller Ersteller Tenshinhan
  • Erstellt am Erstellt am
  • #21
Er stellt jeden der drei Kompressoren so ein, dass sie jeweils nur etwa 40 % der Arbeit verrichten.
Das hat die wannabe KI aber schlecht übersetzt. Das lautet im Original "and each one blended at roughly 40 percent wet."
 

  • #22
Da drückt man alle 4 Ratio Knöpfe auf einmal rein. Der Sound wird dann aggressiver in a good way, geht mehr nach vorne. Ist für mich fast ein Standard Setting für Rock und Pop Vocals die "Vorne" sein müssen. 12/1 Ratio ist auch recht klar, 4/1 ist etwas runder, der Save Mode. Release immer die kürzeste und Attack ziemlich lang. Als Starting Point. Also ruhig mal die Kiste quälen, dann lernst Du sie am besten kennen.

Viel Spaß beim testen!
Hi, ich habe mal ein wenig mit dem 1176 experimentiert. Allerdings habe ich die 1176er nur als plugin. Da kann man anscheinend nicht alle ratioknöpfe reindrücken. Auf 8:1 und 11 Uhr aufgedreht inklusive PRO L als limiter klingt das echt interessant. Die Stimme sitzt deutlich vorne... Einen zweiten plugin kann man dann auf jeden Fall weglassen 😂😂 wie sollte ich den pro L einstellen als limiter?

Bislang nutzte ich den 1176 REV E. REV A klingt echt nicht schlecht.
 
  • #23
Meine typische Vocal Effektkette ist meistens folgende:

  • FabFilter EQ, manchmal auch SSL 4K E
  • Apogee Opto Compressor (Auf Gesang finde ich, daß ein Opto Kompressor am besten klingt und dieser ist wirklich gut)
  • Waves Vocal Rider (Loud Vocal oder Fast Rider Preset, je nach Dynamik der Stimme), alternativ das AutoVolume von Hornet (gerne im M/S Modus)
  • AudioThing A Type (Durch den Dolby A "Trick" bringt man die Präsenz der Stimme weiter nach vorne). Manchmal führt es aber dazu, daß man auch einen Deesser verwenden muss (bei mir bevorzugt SSL oder Weiss)
  • und einen Hall (abhängig vom Stück, meistens Plate, aber auch durchaus mal nen Studio Raum, 10-12% beigemischt, so daß man den Hall eher nicht als solchen wahrnimmt)

Auf dem Master verwende ich dann aber gerne andere Kompressoren
 
  • #24
Einen zweiten plugin kann man dann auf jeden Fall weglassen 😂😂 wie sollte ich den pro L einstellen als limiter?

Du kannst auch einen Optokompressor zusätzlich oder alleine benutzen, selbstverständlich, das meinte ich jetzt nicht verbindlich, ist ja auch ein Klassiker diese Kombi. Mein Punkt war nur, es anfangs simpel zu halten. Damit kann man auch sehr gute Ergebnisse erzielen :)

Einen Limiter benutze ich eigentlich nie nach dem Kompressor. Der L1 von Waves war früher der ITB Geheimtip auf Vocals, also vor 20 Jahren oder so. Ich benutze inzwischen die UAD 1176er, früher die Hardware von Urei.
 
  • #25
...wie sollte ich den pro L einstellen als limiter?...
In meiner Welt als Brickwall, so das er nur die gelegentlichen Spikes abfängt und nicht auf dem stationären Signal rumreitet.
Also nur die Transienten/Pegelspitzen wegstupft.

Das sind so GRs zwischen 1-4 dB herum.
Im Allgemeinen ist das praktisch unhörbar.

Limiter werden immer dann gschissig, wenn sie auf den RMS-Bereich aufsitzen.
Da trennt sich die Spreu vom Weizen...
 
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  • #26
Du kannst auch einen Optokompressor zusätzlich oder alleine benutzen...
Einen Opto-Style nehme ich dann, wenn das Signal vorne gerne was knacken darf und das Regelbild eher "federnd" sein darf.
Das ist ein Regelbild für mich, bei dem ich den Kompressor quasi hören "möchte".
 
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  • #27
Preset "Shiny Pop Vocals" vom Cubase eigenen VocalChain Plugin :)
 
  • #28
das war genau das ziel meiner frage: senkst du nur den einzelnen peak (händisch) ab oder eine ganze phrase?
in den meisten Fällen sind es nur die Peaks, kann aber auch eine ganze Phrase sein, wenn der/die Sänger/in mal zu viel "Dampf" in die Vocals gesetzt hat. Ist immer vom Volume der Vocals abhängig.
 
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  • #29
Wenn es so wie Du es machst funktioniert ist alles gut. Kann aber nichts schaden zu wissen, wieso es funktioniert. Drei Kompressor Plugins nacheinander funktioniert dann am besten wenn jeder mit seiner attack-release Kombination einen eigenen Bereich kontrolliert.

Unüblich ist das auch nicht. Siehe hier:

Viele renommierte Mixing-Engineers nutzen drei (oder sogar mehr) Kompressoren in ihrer Vocal Chain. Die Philosophie dahinter nennt sich serielle Kompression: Statt ein einziges Gerät hart arbeiten zu lassen (was oft unnatürlich klingt), teilen sich mehrere Kompressoren die Arbeit auf. Jeder übernimmt eine andere klangliche oder dynamische Aufgabe. [1, 2, 3, 4, 5, 6]
Hier sind bekannte Engineers und ihre Ansätze für eine 3-Kompressor-Kette:

1. Chris Shaw (u.a. Weezer, Bob Dylan, Wilco)​

Chris Shaw ist bekannt dafür, gezielt drei Kompressoren hintereinander einzusetzen. [7]

  • Seine Methode: Er stellt jeden der drei Kompressoren so ein, dass sie jeweils nur etwa 40 % der Arbeit verrichten.
  • Der Effekt: Durch diese Staffelung fangen die Kompressoren das Signal extrem transparent und dicht ab, ohne dass die Stimme "zerquetscht" oder unnatürlich pumpt. [5, 7]

2. Michael Brauer (u.a. Coldplay, John Mayer)​

Michael Brauer hat mit seiner legendären "Brauerize©"-Technik das Mischen mit mehreren Kompressoren perfektioniert. [8]

  • Seine Methode: Er schickt Vocals oft parallel durch verschiedene Kompressor-Busse (oft Typen wie Distressor, Fairman oder Tube-Tech), um der Stimme unterschiedliche "Farben" und Texturen zu verleihen. In seiner gesamten Kette greifen oft drei oder mehr Kompressionsstufen (inklusive Vocal-Bus und parallelen Wegen) ineinander. [2, 8, 9]

3. Noam Wallenberg (u.a. Mac Miller, Alanis Morissette)​


Er nutzt einen klaren 3-Stufen-Ansatz für die Gesangskompression: [10, 11]

  1. Lautstärke-Automation / Rider: Ein Tool wie der Waves Vocal Rider sorgt für die erste, subtile Pegelanpassung vor den eigentlichen Kompressoren. [10]
  2. Breitband-Kompression: Ein klassischer Kompressor fängt die Transienten und großen Dynamiksprünge ab. [1, 4]
  3. Multiband-Kompression: Ein dritter, frequenzspezifischer Kompressor kontrolliert aggressive Frequenzen (z. B. in den oberen Mitten), damit die Stimme bei lauten Passagen nicht scharf klingt. [10, 12]

Das typische 3-Kompressor-Setup im Studio​

Wenn Engineers drei Kompressoren in Reihe (seriell) auf der Lead-Vocal-Spur nutzen, sieht die klassische Kette meistens so aus:
StufeKompressor-Typ (Beispiel)AufgabeEinstellung
1. Der "Abfänger"FET (z. B. 1176)Fängt schnelle, laute Pegelspitzen (Transienten) ab.Sehr schnelle Attack & Release, fängt nur die Peaks ab (ca. 3–5 dB Reduktion).
2. Der "Glätter"Opto / Tube (z. B. LA-2A)Sorgt für ein warmes, gleichmäßiges Fundament und "schweißt" die Performance zusammen.Langsame Attack & Release, arbeitet kontinuierlich im Hintergrund (ca. 2–3 dB Reduktion).
3. Der "Präsenz-Bringer"VCA / Clean (z. B. Waves RVox oder ein Limiter)Drückt das Vocal ganz nach vorne in den Mix und sorgt für moderne "Dichte".Erhöht die gefühlte Lautstärke und holt leisere Details (wie Atmer) hervor.
Möchtest du ein solches Setup für deine eigenen Mixe nachbauen? Wenn du mir verrätst, welchen Musikstil du mischst oder welche Plugins du besitzt, kann ich dir eine maßgeschneiderte Kette empfehlen.

[1] https://www.reddit.com
[2] https://www.instagram.com
[3] https://www.musicradar.com
[4] https://www.youtube.com
[5] https://www.reddit.com
[6] https://www.youtube.com
[7] https://www.puremix.com
[8] https://www.puremix.com
[9] https://www.youtube.com
[10] https://www.youtube.com
[11] https://www.youtube.com
[12] https://www.youtube.com



Teilweise verwende ich:
Techivation
M-Leveller

als erstes Plugins. Das hat den Vorteil dass nicht nur eingegrenzt wird sondern auch leise Töne angehoben werden. Es gibt auch Kompressor Plugins die das können.

Unterdessen verwende ich für Vocal das hier:

VoiceAssist

Das ist die Eierlegende Wollmilchsau. Macht Level, Gate, unerwünschte Raumresonanzen weg, Deesser noch dazu. Raus kommt ein sauberes Signal das dann nach belieben weiter bearbeitet werden kann. Das ist die 21zigstes Jahrhundert Methode...... (;
Wie ist der M-Leveler als Vorab-Plugin? Spart man sich damit viel "Angleichung" der Vocals per Hand?
 
  • #30
in den meisten Fällen sind es nur die Peaks, kann aber auch eine ganze Phrase sein, wenn der/die Sänger/in mal zu viel "Dampf" in die Vocals gesetzt hat. Ist immer vom Volume der Vocals abhängig.
vielen dank! das macht die sache klar für mich!
@All ich bitte um entschuldigung, dass ich hier vom hauptfaden abgelenkt habe, ich wollte nur eine kurze verständnisfrage stellen.
 
  • #31
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  • #32
Wie ist der M-Leveler als Vorab-Plugin? Spart man sich damit viel "Angleichung" der Vocals per Hand?

Das ist der Sinn des Plugins. Gibt es als Demo.

Wie geschrieben, das holt auch die leisen Töne nach oben, nicht nur die lauten runter. Techivation ist aber nicht der einzige Anbieter der sowas hat.

Die Uralt Waves Plugins hatten das schon. Waves Vocal Rider und Bass Rider. Die können auch die Automation, also die Regler Bewegungen die sie vollführen als Automationskurve in die DAW schreiben.

Vocal Rider.
 
  • #33
Ich hatte Pure Leveler gekauft, weil ich dachte, dass das Plugin per "KI" alles gut einpegelt. Mir gefällt das Ergebnis allerdings nicht. Waves Vocal Rider ist ja quasi klassische Automation in teils "automatisierter" Form. Man kann anschließend die Punkte selbst verschieben bzw. verändern. Ich werde mal M-Leveler als Demo testen. Wie siehst du den M-Leveler im Vergleich zu Vocal Rider?
 
  • #34
Ich hatte Pure Leveler gekauft, weil ich dachte, dass das Plugin per "KI" alles gut einpegelt. Mir gefällt das Ergebnis allerdings nicht. Waves Vocal Rider ist ja quasi klassische Automation in teils "automatisierter" Form. Man kann anschließend die Punkte selbst verschieben bzw. verändern. Ich werde mal M-Leveler als Demo testen. Wie siehst du den M-Leveler im Vergleich zu Vocal Rider?
Kleiner Denkanstoß:

Nur die Stellen die zu leise sind mit Clipgain lauter machen und nur die Stellen die zu laut sind mit Kompressor abfangen.

Danach einfach in deine DAW Write Modus verwenden und den Fader bedienen.

Dafür braucht man kein Leveler. Das kannst du selbst alles.
 
  • #35
Danach einfach in deine DAW Write Modus verwenden und den Fader bedienen.

Unter uns, das ist die beste Methode. Denn damit bekommt man eine Automation hin welche Plugins, welche auch immer, nie erreichen werden.


Wie siehst du den M-Leveler im Vergleich zu Vocal Rider?

Gehen tun beide. M-Leveler ist einfacher zu bedienen und dessen Regelverhalten ist nie hörbar. Das ist so rum gesehen die bessere Variante. Danach dann weiter mit was auch immer für einem Vocal Chain.
 
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  • #36
Man darf auch nicht vergessen viele Profis gehen wirklich richtig deep in die zielgerichtete Bearbeitung von Vocals rein.
Siehe hier:


View: https://www.youtube.com/watch?v=Y_sbknxLNNs

Das macht aber auch nicht nur Louis Bell, Tony Maserati geht noch tiefer...

Die BEarbeitung muss einem nicht gefallen, der Erfolg gibt ihnen wohl recht.

Aber alleine dieser 4 Teil zeigt wie "deep" Louis da reingeht, und das ist auch nur ein Miniausschnitt.

MIr persönlich wäre die Grundbearbeitung zu stark komprimiert, das hat kaum Luft, aber das ist wohl SEIN Sounddesign, ein falsch und richtig gibts nicht.
 
  • #37
Bevor ich mir wieder eine Demoleiche zu lege, taugt der autom. Fader von The Spirit etwas, oder sind spezielle Rider alà Vocal Rider doch noch besser?
 
  • #38
Ich stelle mir das mit dem Fader sehr schwer vor. Bei gesprochenen Vocals sind ja die Schwankungen nicht so stark wie beim klassischen Gesang. Es geht ja um minimale auf und abs. Deshalb stelle ich mir das sehr kompliziert vor, den fader per Hand sehr sorgfältig zu bedienen.
 
  • #39
Ich mache nur noch wenig Aufnahmen, aber wenn dann immer gleich durch Hardware bearbeitet: entweder 6176 mit dem Song entsprechend mehr oder weniger Kompression, manchmal nutze ich auch den EQ subtil je nach Mik dort. Der geht in den KT-2a für nochmal so 1-2dB und dann in den EQ-P-KT (der steht allerdings für Vocals nur auf Bypass, Signal wird also nicht EQed sondern läuft nur durch Röhren/Trafos) das hat sich für mich seit Jahren als narrensicher etabliert.
Oder sonst als alternative Kette: AML 1073 mit dem EQ gleich shapen (aber sehr vorsichtig, ist schnell zuviel) dann in den DBX 560a Kompressor ein paar dB in softknee.

Clean aufnehmen ist nicht meins, die Kompression hilft erstens der Performance und zweitens bin ich faul und froh um alles was gleich genagelt wird :)

Im Mix muss ich dann kaum noch was machen, normalfall Fab Q4 lowcut, meist oben breit Highshelf und gleichzeitig dynamisch die Esses ducken, je nach dem Highcut zwischen 16-18kHz.

Komprimieren tu ich dann nochmal auf dem Vocal-BUS ein bisschen um alle Spuren zusammen zu bringen. Meist mit was sehr cleanem, gerne den TDR Kotelnikov und noch einen Limiter hinterher - für Vox gerne den Elephant.

Das ganze Effektzeugs ist super individuell, da hab ich keinen Standard der immer zum Zug kommt. Ich mag allerdings gerne Plates und Spring Reverbs, lieber als die *schönen & sauberen*, aber ja...kommt halt immer aufn Song an was passt :)

Und: die Stimme kommt immer nur so gut, wie der Beat es zulässt!! Es ist entscheidend wie alles zusammenspielt. ZB. beim Beat etwas 2kHz anheben kann auch die Stimme plötzlich hart und trotzdem vergraben wirken lassen.

Mein Goal ist immer: Stimme so natürlich wie möglich von der Frequenzbalance her und da dann drum herum Mischen.
 
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  • #40
Die BEarbeitung muss einem nicht gefallen, der Erfolg gibt ihnen wohl recht
dass die cla's, maseratis & co. so "gut" sind, liegt zu 95% daran, dass sie das glück hatten mit genialen künstlern zusammenarbeiten, als die künstler noch "klein" waren und dann den durchbruch schafften, was aber ebenfalls zu 95% an den künstlern lag, weil die wussten, was sie wollten, das macht auch deren genialität ein stück weit aus. trifft glaub ich genau so auf die meisten der big boys zu. wenn du da mal drin bist wirst du aus verschiedenen gründen sehr schnell dann wirklich "gut", das würde ich fast garantieren.... whatever... aber man sollte sich als knöpfchendreher vielleicht öfters mal nicht zuviel an einfluss bzgl. den möglichen grossen erfolgen einbilden. sorry für ot.
 
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