Kreativität in Zeiten der Musik-KI: Ein Dilemma

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  • #142
Beim zukünftigen Einsatz der KI in DAW's vielleicht mit verschiedenen DAW Versionen versuchen ?
- Version für Musiker - KI kann Mix und Master übernehmen
- Version für Mixer und Masterer - KI kann die Musik übernehmen, jedoch unpoliert
- Version für alles - keine KI enthalten
- Version für Lurche - alles kommt von KI
- Version für alle DAWs neben Cubase - KI lässt die DAW klingen wie Cubase

Als Musikbegeisterter gibt es für mich darin keinen Sinn, wenn jemand Musik machen möchte und dies dann von der KI machen lässt.
Die Frage ist nur was man bewertet, wenn man an einem Song-Contest teilnimmt und jeder eine andere Version hat :D ...
 
  • #143
  • #144
Es gibt jetzt wieder Liebhaber von Polaroid-Fotos, Schallplatten und so weiter :-) . Manche wollen die Nostalgie oder etwas zum Anfassen haben - alles digital ist blöd.
Es ist auch eine andere Art, mit Musik umzugehen. Wenn man die Nadel auf die Rille setzt, lässt man das normalerweise dann in Ruhe durchlaufen. Gleiches gilt bei Tapes - man spult eher nicht hin und her, sondern lässt es laufen. Skippen wie bei Spotify ist da eher unüblich.

Wenn man sich ein Tape aufnimmt, überlegt man sich etwas genauer, was man hören will.

Und irgendwie ist es cool, seine DAW-Mucke mal auf einem Tape zu hören.

Und wenn das Bandrauschen doch mal nervt, kann man ja digital hören. Mich stört der leicht unperfekte Sound gar nicht so sehr, zumal das Problem in Sachen Hörerlebnis heutzutage eher die Endgeräte, als das Medium sind. (Alexa, Handy, etc)
 
  • #145
Ich verstehe die Idee dahinter: Ich habe doch mal ein (oder mehrere) Instrument(e) gelernt, ich habe gelernt, Melodien zu komponieren, Texte zu schreiben, aufwändige Aufnahmeverfahren, Mixing,... Und jetzt kommt so ein Computerprogramm daher und kann das alles genau so gut oder sogar besser.

Das kann natürlich frustrierend sein. Ich finde aber nur dann, wenn man das ganze als Wettbewerb oder Geschäft versteht. Wenn ich mit Musik Geld verdienen will/muss, besser sein will/muss als jemand anders, mehr verkaufen, mehr Emotionen erzeugen,...

Das alles ist für mich glücklicherweise nicht (allzu sehr) relevant. Ich mache Musik, weil es mir Spaß macht. Weil ich mich gerne kreativ ausdrücke. Weil ich gerne mit meinen Freunden im versifften Proberaum abhänge, Gitarrensaiten zerreiße, mir nen Gehörschaden hole. Weil ich zuhause auf meinem Keyboard rumklimpere, das Mikrofon für die Gitarrenabnahme positioniere, singe,...

Man hätte an jedem Punkt sagen können: "Das ist doch keine Musik mehr." Zum Beispiel, als wir anfingen, von Tapes auf DAWs umzusteigen. Als wir plötzlich zu Clicks spielten. Oder als die Amps von Röhre zu digital getauscht wurden. Oder als die ersten Musiker Synthesizer, Sampler, E-Drums einsetzten. Als Autotune Einzug hielt. Als die ersten automatisierten Mixing- und Mastering-Tools kamen.

KI ist ein Tool wie jedes andere auch. Klar, man kann jetzt sagen: "Man braucht aber dadurch überhaupt keine musikalische Bildung mehr, um ein Stück Musik zu produzieren." Und das stimmt. Aber man brauchte auch keine Ahnung mehr von der Versorgung von Pferden, als das Auto erfunden wurde. Und man brauchte auch keine Ahnung mehr vom Weben als der Webstuhl erfunden wurde. That's life.

Und man kann argumentieren, KI-Unternehmen verstoßen gegen Urheberrechte, weil die KI von handgemachter Musik trainiert wird. Aber könnte man nicht auch argumentieren, dass Drum-Sampler gegen die Urheberrechte von Schlagzeugbauern verstoßen, alle VSTi-Hersteller gegen die Urheberrechte der ursprünglichen Instrumentehersteller verstoßen, nahezu alle HipHop-Producer gegen die Urheberrechte der von ihnen gesampleten Songs verstoßen? War das jemals relevant? Warum sollte es jetzt relevant sein? Technologie war schon immer schneller als die Judikative. Klar ist das problematisch, aber ändern können wir es eh nicht.

Trotz allem gibt es heute noch Leute, die von Hand weben, filzen, nähen oder mit Pferdekutschen fahren. Ich war letzte Woche auf der KLP im Wendland. Da standen mehrere selbstgebaute Beatmaschinen rum, wo die Kids wild dran rumgedrückt haben und den Spaß ihres Lebens hatten. Und ich habe den Tag davor mit Freunden rumgehangen und ein bisschen Gitarre gespielt. Das fanden alle total toll und alle hatten Spaß.

Ich habe nen Kumpel in meinem Alter (Mitte 40), der fährt fast jedes Wochenende stundenlang Fahrrad, kauft sich einmal im Jahr ein Rad für mehrere Tausend Euro, hat nen Verein gegründet und freut sich darüber, wenn er bei Amateurrennen einen Treppchenplatz ergattert. Glaubt ihr, der will damit Geld verdienen? Oder die Tour de France gewinnen? Nein, der macht das, weil es ihm Spaß macht. Und glaubt ihr, es würde ihn interessieren, wenn plötzlich irgendeiner mit nem E-Bike ihn überholt?

Ich verstehe, dass professionelle Musiker, die ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen, Angst bekommen. Aber es wird noch einen Markt für handgemachte Musik geben. Die müssen jetzt kreativer werden. Live-Konzerte, Parties, nischige Kunden, Nostalgiker. Auch Techno-DJs treten live auf, obwohl sie das theoretisch alles vom MP3-Player abspielen könnten. Der Markt wird anders, herausfordernder, kleiner. Aber was sollte das mich als Hobby-Musiker betreffen?
 
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  • #146
Tja da kommt ein Haufen fehlplatzierter KI-Euphorie von Unkreativen mit ins Spiel, die sich damit selbst abfeiern und der Meinung sind "gepromptet" heisst auch "gemacht". Und das obwohl Prompts eigentlich schon Schnee von gestern sind, wenn man sich aktuelle KI-Agenten mal näher ansieht ;-) ... Die Existenz von Prompt-Schreibern ist nämlich längst bedroht :-P
 
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  • #147
KI ist ein Tool wie jedes andere auch.
Das ist ein Streitpunkt, wo man sich wohl in den nächsten 2 Generationen nicht einig wird. Ein Tool oder ein Werkzeug, um mal im Deutschen zu bleiben, ist etwas, dass ich aktiv nutze um eine Lösung zu einer bestimmten Situation herbeizuführen. Mit der Nutzung einer KI gebe ich diesen Lösungsweg ab und bin nicht mehr an der Lösung beteiligt.
Real live Beispiel: Hammer. Man nimmt ihn und wimst damit den Nagel in die Wand. Einer KI würdest du die Anweisung geben, woraufhin sie dir selbstständig den Nagel in die Wand hämmert. Wie bei einem Handwerker. Wenn man deine Ansicht weiter denkt, sind alle Handwerker nur Tools, der Bäcker, der Koch, eigentlich wir alle.

Man hätte an jedem Punkt sagen können: "Das ist doch keine Musik mehr." Zum Beispiel, als wir anfingen, von Tapes auf DAWs umzusteigen. Als wir plötzlich zu Clicks spielten. Oder als die Amps von Röhre zu digital getauscht wurden. Oder als die ersten Musiker Synthesizer, Sampler, E-Drums einsetzten. Als Autotune Einzug hielt. Als die ersten automatisierten Mixing- und Mastering-Tools kamen.
Ich sehe deinen Punkt nicht.
Ob ich einen Amp oder eine Amp Sim benutze spielt doch Ende doch überhaupt keine Rolle.
Amp = Amplifier = Verstärker
Genauso bei E-Drums oder einem Synthesizer.
Ob du aber etwas selber einspielt oder das ganze Prompest ist doch ein ziemlich gravierender Unterschied. Meinst du nicht?

Aber könnte man nicht auch argumentieren, dass Drum-Sampler gegen die Urheberrechte von Schlagzeugbauern verstoßen
Nein. Der Klang einer Snare hat nichts mit Urheberrecht zu tun. Etwas anderes wäre es, wenn du Drumloops kaufst und hier hast du immer bestimmte Klauseln in den entsprechenden Bedingungen.

alle VSTi-Hersteller gegen die Urheberrechte der ursprünglichen Instrumentehersteller verstoßen
Nein. Auch hier hat das nichts mit Urheberrecht zu tun.

nahezu alle HipHop-Producer gegen die Urheberrechte der von ihnen gesampleten Songs verstoßen? War das jemals relevant?
War es und ist es immer noch. Es gibt zahlreiche Urteile und hier im Lande sogar einen Prozess, der sich über Jahrzehnte erstreckt: Moses P. vs. Kraftwerk.

Ich verstehe, dass professionelle Musiker, die ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen, Angst bekommen. Aber es wird noch einen Markt für handgemachte Musik geben. Die müssen jetzt kreativer werden.
Du denkst komplett in deiner eigenen kleinen Amateurwelt. Schreibst du ja auch hier:
Aber was sollte das mich als Hobby-Musiker betreffen?
 
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  • #148
Ich verstehe die Idee dahinter: Ich habe doch mal ein (oder mehrere) Instrument(e) gelernt, ich habe gelernt, Melodien zu komponieren, Texte zu schreiben, aufwändige Aufnahmeverfahren, Mixing,... Und jetzt kommt so ein Computerprogramm daher und kann das alles genau so gut oder sogar besser.

Das kann natürlich frustrierend sein. Ich finde aber nur dann, wenn man das ganze als Wettbewerb oder Geschäft versteht. Wenn ich mit Musik Geld verdienen will/muss, besser sein will/muss als jemand anders, mehr verkaufen, mehr Emotionen erzeugen,...

Das alles ist für mich glücklicherweise nicht (allzu sehr) relevant. Ich mache Musik, weil es mir Spaß macht. Weil ich mich gerne kreativ ausdrücke. Weil ich gerne mit meinen Freunden im versifften Proberaum abhänge, Gitarrensaiten zerreiße, mir nen Gehörschaden hole. Weil ich zuhause auf meinem Keyboard rumklimpere, das Mikrofon für die Gitarrenabnahme positioniere, singe,...

Man hätte an jedem Punkt sagen können: "Das ist doch keine Musik mehr." Zum Beispiel, als wir anfingen, von Tapes auf DAWs umzusteigen. Als wir plötzlich zu Clicks spielten. Oder als die Amps von Röhre zu digital getauscht wurden. Oder als die ersten Musiker Synthesizer, Sampler, E-Drums einsetzten. Als Autotune Einzug hielt. Als die ersten automatisierten Mixing- und Mastering-Tools kamen.

KI ist ein Tool wie jedes andere auch. Klar, man kann jetzt sagen: "Man braucht aber dadurch überhaupt keine musikalische Bildung mehr, um ein Stück Musik zu produzieren." Und das stimmt. Aber man brauchte auch keine Ahnung mehr von der Versorgung von Pferden, als das Auto erfunden wurde. Und man brauchte auch keine Ahnung mehr vom Weben als der Webstuhl erfunden wurde. That's life.

Und man kann argumentieren, KI-Unternehmen verstoßen gegen Urheberrechte, weil die KI von handgemachter Musik trainiert wird. Aber könnte man nicht auch argumentieren, dass Drum-Sampler gegen die Urheberrechte von Schlagzeugbauern verstoßen, alle VSTi-Hersteller gegen die Urheberrechte der ursprünglichen Instrumentehersteller verstoßen, nahezu alle HipHop-Producer gegen die Urheberrechte der von ihnen gesampleten Songs verstoßen? War das jemals relevant? Warum sollte es jetzt relevant sein? Technologie war schon immer schneller als die Judikative. Klar ist das problematisch, aber ändern können wir es eh nicht.

Trotz allem gibt es heute noch Leute, die von Hand weben, filzen, nähen oder mit Pferdekutschen fahren. Ich war letzte Woche auf der KLP im Wendland. Da standen mehrere selbstgebaute Beatmaschinen rum, wo die Kids wild dran rumgedrückt haben und den Spaß ihres Lebens hatten. Und ich habe den Tag davor mit Freunden rumgehangen und ein bisschen Gitarre gespielt. Das fanden alle total toll und alle hatten Spaß.

Ich habe nen Kumpel in meinem Alter (Mitte 40), der fährt fast jedes Wochenende stundenlang Fahrrad, kauft sich einmal im Jahr ein Rad für mehrere Tausend Euro, hat nen Verein gegründet und freut sich darüber, wenn er bei Amateurrennen einen Treppchenplatz ergattert. Glaubt ihr, der will damit Geld verdienen? Oder die Tour de France gewinnen? Nein, der macht das, weil es ihm Spaß macht. Und glaubt ihr, es würde ihn interessieren, wenn plötzlich irgendeiner mit nem E-Bike ihn überholt?

Ich verstehe, dass professionelle Musiker, die ihren Lebensunterhalt mit Musik verdienen, Angst bekommen. Aber es wird noch einen Markt für handgemachte Musik geben. Die müssen jetzt kreativer werden. Live-Konzerte, Parties, nischige Kunden, Nostalgiker. Auch Techno-DJs treten live auf, obwohl sie das theoretisch alles vom MP3-Player abspielen könnten. Der Markt wird anders, herausfordernder, kleiner. Aber was sollte das mich als Hobby-Musiker betreffen?

APROPO "KI ist ein Tool wie jedes andere auch."

Der Text ist nicht übersichtlich formatiert wie
bei einer KI :hammer: aber ich verstehe was du glaubst.
 
  • #149
Wenn Melodyne mal KI Support bekäme und meine schief eingesungenen Töne selbstständig begradigt und ich mich nicht mit Blobs rumärgern muss, wäre das schon mal grandios ☺️
 
  • #150
Und hier nochmal ein Zitat von Pete der Programmierer bei Microsoft ist und eigentlich immer höflich bleibt beim Thema "Aber die KI hat das so analysiert, also muss es stimmen."
Die KIs können inzwischen (viel) schneller und besser programmieren als jeder Mensch.
 
  • #151
Die KIs können inzwischen (viel) schneller und besser programmieren als jeder Mensch.
Ja und nein, schneller sicher, aber sie neigen immer sehr zum verschlimmbessern, den code effizent halten, aber schmeissen dann einfach Funktionen wieder raus, zumindest bei Google Studio.
 
  • #152
Das ist ein Streitpunkt, wo man sich wohl in den nächsten 2 Generationen nicht einig wird. Ein Tool oder ein Werkzeug, um mal im Deutschen zu bleiben, ist etwas, dass ich aktiv nutze um eine Lösung zu einer bestimmten Situation herbeizuführen. Mit der Nutzung einer KI gebe ich diesen Lösungsweg ab und bin nicht mehr an der Lösung beteiligt.
Real live Beispiel: Hammer. Man nimmt ihn und wimst damit den Nagel in die Wand. Einer KI würdest du die Anweisung geben, woraufhin sie dir selbstständig den Nagel in die Wand hämmert. Wie bei einem Handwerker. Wenn man deine Ansicht weiter denkt, sind alle Handwerker nur Tools, der Bäcker, der Koch, eigentlich wir alle.
Ich verstehe, was du meinst. Und ich pflichte dir auf jeden Fall dabei zu, dass generative KI eine sehr viel höhere Wertschöpfung hat als "klassische Werkzeuge". Und du hast Recht, das Beispiel mit den Handwerkern passt gut.
Wenn man es aus der Sicht der Industrie betrachtet, sind Künstler ja aber wirklich nur "Werkzeuge" bzw. wenn man es ein wenig humaner sagen möchte: Produktionsressourcen. Und das ist in der Geschichte in der Industrie immer wieder passiert, dass Produktionsressourcen sich veränderten. Eine Maschine wird erfunden, unzählige Menschen verlieren ihre Jobs. Ich habe nie gesagt, dass ich das gutheiße. Aber es hat auch noch nie jemandem geholfen, sich zu wünschen, dass es nie erfunden wurde.

Ich empfinde die aktuelle Geschwindigkeit bei der KI-Entwicklung auch als Bedrohung. Das wird unsere Welt unwiderruflich verändern. Und ich hätte es auch für richtig gehalten, die Entwicklung für wenigstens ein paar Monate auszusetzen. Aber das wird nicht passieren. Suno usw. sind ein Witz im Vergleich zu dem, was sich durch KI in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren verändern wird.

Ob du aber etwas selber einspielt oder das ganze Prompest ist doch ein ziemlich gravierender Unterschied. Meinst du nicht?
Klar, aber es ist eben auch ein Unterschied, ob ich Geige spiele oder ein VSTi programmiere, indem ich Töne in ein Raster klicke, oder?

Nein. Der Klang einer Snare hat nichts mit Urheberrecht zu tun. Etwas anderes wäre es, wenn du Drumloops kaufst und hier hast du immer bestimmte Klauseln in den entsprechenden Bedingungen.
Du bist Anwalt, oder? Mich würde mal interessieren, warum das Trainieren einer KI urheberrechtlich relevant ist. Ich kann das gar nicht bewerten, weil ich keine Ahnung von Urheberrecht habe. Wo beginnt das und wo endet es? Wenn ich als Künstler sage, Künstlerin XY hat mich beeinflusst, ist das ja auch nicht relevant. Ich vermute, dass die Gesetzeslage weltweit noch in keinster Weise auf generative KI vorbereitet ist, oder?

War es und ist es immer noch. Es gibt zahlreiche Urteile und hier im Lande sogar einen Prozess, der sich über Jahrzehnte erstreckt: Moses P. vs. Kraftwerk.
Ja, das weiß ich natürlich. Und das Thema ist bis heute nicht geklärt. Trotzdem gibt es auch immer wieder Urteile, dass Samples aus urheberrechtlich geschützten Songs genutzt werden dürfen.

Du denkst komplett in deiner eigenen kleinen Amateurwelt. Schreibst du ja auch hier:
Ja, das stimmt. Natürlich kann ich das aus Profisicht nicht bewerten. Dafür bin ich nicht tief genug im Thema.

Der Text ist nicht übersichtlich formatiert wie
bei einer KI :hammer: aber ich verstehe was du glaubst.
Ja, ich bin nunmal ein Mensch. Und daher finde ich deine Formulierung "verstehe was du glaubst" auch sehr schön. 😅

Ja und nein, schneller sicher, aber sie neigen immer sehr zum verschlimmbessern, den code effizent halten, aber schmeissen dann einfach Funktionen wieder raus, zumindest bei Google Studio.
Ich habe gerade gestern was von Claude bauen lassen, was ich sehr beeindruckend fand. Dafür hätte ich locker zwei Wochen gebraucht. Claude hat das mal eben mit 5-6 Prompts in ner Stunde gebaut.
 
  • #153
Die KIs können inzwischen (viel) schneller und besser programmieren als jeder Mensch.
Das steht ausser Frage, aber das ist nicht die Aussage des Zitats.
Die KI kann nur besser sein, wenn sie alle Informationen erhält, die der Mensch auch hat.
Im Falle der neuen Midi-Engine in Windows 11 ist das nicht der Fall, weil Teile des Codes nicht öffentlich oder zu neu sind.
Eine externe KI wie Gemini von einem externen User gesteuert, kann also oftmals gar nicht zu einer richtigen Lösung kommen.
Das kann nur der Programmierer (in dem Fall Pete) selbst. Mit oder ohne KI ist dann unerheblich.
M.M. nach braucht es auch immer noch den Programmierer der die Kenntnisse über das Protokol hat um die KI "richtig" anzuweisen.
Wenn man dem Vibecoding freien Lauf lässt sieht man ja am Beispiel von Open Claw, welches eklatante Sicherheitslücken hatte und sich die Hacker und Spammer richtig austoben konnten.

Ein anderes Beispiel:
Es gibt von Steinberg* die Midi Remote für Nuendo und Cubase.
Die API ist frei verfügbar. Du kannst also der KI den Link geben und sie wird den Code und das Konzept verstehen.
Auf der anderen Seite steht der Midi-Controller oder ein Touchpad mit Software, welche Du zum Steuern der Midi Remote brauchst. Gibt es dort keine detailierte Anleitung, wie der Controller funktioniert, z.B. welches Protokol, CC Daten, die interne Software des Gerätes etc, dann wird dir die KI nicht weiterhelfen können, weil ganz einfach die Informationen fehlen.
Wenn Du dann selber auch keine Ahnung von dem Thema hast, kannst Du die KI noch nicht mal anweisen, weil dir selbst ebenfalls die Informationen fehlen.
 
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  • #154
Klar, aber es ist eben auch ein Unterschied, ob ich Geige spiele oder ein VSTi programmiere, indem ich Töne in ein Raster klicke, oder?
Diesen Punkt, den ich immer wieder höre, empfinde ich mittlerweile als abwertend. ;)
Midi-Programmierung und speziell für Orchester ist eine "Kunst" und da wird mir jeder Pro beipflichten.
Jeder Filmkomponist wird mit jeder Library ob teuer oder billig einen Track erstellen der geil klingt.
Warum ist das so?
Die Pros kennen die Unzulänglichkeiten und passen ihr Arrangement an.
Sie wissen wie ein Orchester spielt, kennen die Register in welchem die Instrumente gut klingen.
Sie kennen die Spielweisen der Instrumente, sprich in der VST-Welt die Artikulationen
Sie wissen welche Instrumente zusammen gut klingen und welche nicht.
Sie haben gelernt CC1 und CC11 für jedes einzelne Instrument aufzunehmen, dass es "emotional" klingt. Jedes Instrument und jeder Patch muss anders gestaltet werden bzgl CC Daten und Ausdruck.
Sie wissen auch um die Mic-Positionen und deren Auswirkungen.
Ich könnte noch endlos weitermachen was eine gute Midi-Programmierung ausmacht.
Das Problem ist, die meisten User wissen so etwas gar nicht oder sie legen keinen Wert drauf, was halt ein fataler Fehler.
Mir ging es damals ebenso, bis ich wirklich angefangen habe, mir die Videos der Pros anzuschauen und dann in meinen Workflow integriert habe.
Man muss sowas wirklich lernen und auch den Unterschied hören können.

Hier mal zwei Beispiele:
Einmal Benny Oschmann mit "The Orchestra" wo die Lib eher leichtgewichtig für die Festplatte ist und oft als One Finger Orchestra verschrien ist, weil The Orchestra halt einen eingebauten Sequenzer hat und mit einer Taste dann eine Sequenz gestartet wird. Was man aber nicht muss. Benny Oschmann ist ein begnadeter Komponist und macht auch ab und an mal für andere Libs und Hersteller die Demos.

View: https://www.youtube.com/watch?v=TY8zAju7AxY&t=150s

Hier noch Aunt Marge für Hollywood Orchestra.
Gerade in dem Beispiel ist die Programmierung für mich hohe Kunst und als Anfänger ohne Vorwissen nicht machbar.

View: https://www.youtube.com/watch?v=ufbc6hNbPWA

View: https://www.youtube.com/watch?v=4LkUxjy7Zxc&t=95s

Von den ganz Grossen wie HZ oder Junkie XL will ich jetzt gar nicht anfangen, denn da klingen selbst die Mockups schon so geil, dass man da eigentlich kein echtes Orchester mehr braucht.
Danny Elfman produziert vorher auch Mockups.
Meistens werden diese Sachen dann mit echten Orchesteraufnahmen gemischt, also die echten Aufnahmen werden dazugemischt.
Charlie Clouser hatte damals für SAW nur olle Libraries verwendet, die zu der Zeit erhältlich waren. Gemischt dann mit eigenen Aufnahmen und Fieldrecordings. Meist dann noch durch irgendwelche Boden/Gitarrenpedale geschickt und fertig war die Filmmusik.
Für mich ist das eindeutig Kreativität. Aus dem was man hat und kann ein passendes Ergebnis zaubern.
 
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  • #155
In meiner kleinen Welt sind wir sind im moment in der Phase, in welcher nicht nur eine erlernte Skillbase verloren gehen könnte, sondern gar nicht erst antrainiert wird.
Das, was Du Skills nennst, kommt und geht und wird dem jeweiligen Erfordernis. Der Mensch ist ein sehr anpassungsfähiges Wesen. Er würde - das ist meine Ansicht - sich auch sehr schnell die von holgi beschriebenen Fähigkeiten des Ötzis wieder aneignen, wenn sie erforderlich wären.

Es ist nicht also nicht nur ein permanenter Rückschritt, es ist ein Wandel. Der heutige Ötzi weiß zwar nichts von mehrlagiger Lederbekleidung, aber er weiß dafür um das Prinzip der Kapillarität und hat die "Skills" Klamotten aus Gore-Text zu bauen. Die zehn mal leichter sind, als Leder. Die vielleicht andere Nachteile haben. Aber auch Vorteile.

Ich sehe auch nicht, inwiefern bspw. die Erfundung des Füllfederhalters oder der Schreibmaschine ein kultureller Rückschritt gegenüber Schreiben mit Gänsekiel gewesen sein soll. Oder der Buchdruck gegenüber handgeschriebenen Büchern. Oder die moderne Agrarwirtschaft gegenüber traditioneller Landwirtschaft. Oder, oder...

Das heißt nicht, dass alles besser geworden ist. Aber es ist eben auch nicht - wie Dein Beitrag und andere es suggerieren - alles schlechter geworden.

Ich selbst nutze keine KI für meine Musik. Solange noch eine Note aus mir herauspurzelt, nehme ich die. Und spiele / singe sie auch selber ein. Weil ich in meiner Musik auch einen Spiegel dessen sehe, wer oder was ich selbst bin. Und mir eine KI das sagen.

Aber ich nutze KI sehr oft, um nach Informationen zu suchen. Diese kann man dann gegenprüfen. Es ist ein sehr gutes Instrument, um schnell zu schauen, welche Informationen es zu einem bestimmten Thema überhaupt gibt. Den bisherigen Suchmaschinen signifikant überlegen.
 
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  • #156
Das, was Du Skills nennst, kommt und geht und wird dem jeweiligen Erfordernis. Der Mensch ist ein sehr anpassungsfähiges Wesen.
ganz bestimmt

aber stellen wir uns folgendes Szenario vor: ich werde via Zeitmaschine in Ötzsi Welt versetzt und muss, nackig, in den Alpen überleben, ohne Hilfe Dritter, ich gebe mir ne Woche, dann bin ich Geschichte

jetzt nehmen wir den Ötzi und holen uns ihn ins Jahr 2026, nackig, der geht sofort in den nächsten Wald, kloppt ein paar Steine zu Keilen und legt los, nachdem er sich Feuer gemacht hat legt er ein paar Wildschweine um oder was sonst so da ist, macht sich wat zu futtern und schläft besser im Wald, als ich es je könnte

kurzum: die basic skills haben wir nicht mehr, aber die sind das, wo wir alle herkommen, die lernt man, aber nur mit Schmerzen, und extremer Auslese
 
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  • #158
  • #159
Ja und nein, schneller sicher, aber sie neigen immer sehr zum verschlimmbessern, den code effizent halten, aber schmeissen dann einfach Funktionen wieder raus, zumindest bei Google Studio.
Kann ich bestätigen. Wir hatten nach einem Roll-Out auf einmal alle CoPilot in der Visual Studio IDE. Manchmal übernimmt man aus Versehen irgendwelche Vorschläge wenn man schnell tippt und dann passiert beim Ausführen etwas seltsames wenn man das nicht merkt :D ... Das reine Programmieren war aber noch nie Herrschaftswissen, das kann seit 40 Jahren jeder lernen wenn er will. Aber KI hat mal schnell was hingewurschtelt, was man ggfs. nur ändern muss und dann ist man eben schneller. Aber Programmieren macht im Schnitt nur 20 Prozent von Softwareprojekten aus. Gegoogelt hat man nach ähnlichen Problemen schon zu Ötzis Zeiten. Er erkennt auch bei Copy and Paste, wenn man z.B. eine Methode an einen anderen Kontext anpassen will und macht schon den entsprechenden Änderungsvorschlag beim Pasten, fragt aber (meistens) vorsichtig ob man das wirklich haben will. Also auf jeden Fall nettes Werkzeug. Wer noch nie in komplexen Projekten gearbeitet hat ist natürlich total geflasht und denkt es würde alles gehen. Auch cool ist die Tatsache, das man entsprechende Programmierkonstrukte aus anderen Programmiersprachen in ein aktuelles Projekt überführen kann.
 
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