Ja, symmetrische kh-Verstärker sind oft nicht wirklich symmetrisch, sondern nur in optional Doppel mono aufgebaut, liefern also ca. Die doppelte Leistung (nicht automatisch den doppelten Pegel) am symmetrischen Ausgang. Dass dann einer der Wege dann phasengedreht ist, definitiv nicht Usus sondern ggf. Ein charakteristikum eines deiner Geräte.
Nun, ich empfehle in solchen Angelegenheiten Geräte, die man weder kennt oder je wenigstens die Ansichten und Beschreibungen sich zu Gemüte geführt oder gehört und dazu auch die Manuals nicht gelesen oder sich über diese Technologieimplementierung des Herstellers nicht in Kenntnis gesetzt hat, nicht zu mutmaßen, auch nicht, ob es sich um ein Fake oder eine bewertbares Charakteristikum handeln könnte.
Es fällt mir ehrlicherweise nicht leicht, einem Kopfhörerverstärkerentwickler wie fried Reim und seinem Team, die seit vierzig Jahren solche Geräte bauen und immer weiter entwickeln, zuzutrauen, aus einer vermeintlichen elektronischen Unzulänglichkeit eine Tugend machen zu wollen. Da muss ich mich ohne tiefe Fachkenntnis und faktisch höchst unnötig etwas vor diese Firma stellen.
Zu dem Video, das Du verlinkt hast: Bis 23:15 ist es sehr interessant und aufschlußreich. Herr Gier ist offensichtlich ein sehr ernsthafter Entwickler mit einem tollen Hintergrund und einer praxisorientierten und, wo möglich, wissenschaftlich gestützten Herangehensweise und Firmenphilosophie. Super.
Was er in seinen wenigen Sätzen zur "Symmetrie" sagt, bezieht sich jedoch hauptsächlich auf die Ausgänge bzw. Steckverbindung als 4-Pol-XLR und nur am Rande mit der Verstärkertechnik mit seinem Hinweis auf die höhere Leistungsfähigkeit wegen der höheren Verstärkeranzahl, die er ja gut und hilfreich findet. Seinen Hinweis zu den Laufzeitunterschieden finde ich auch bemerkenswert und werde den Gedanken in meine weiteren Überlegungen dazu mitnehmen. Aber mit der tatsächlichen Verstärkerschaltung setzt er sich in der Kürze der Darstellung natürlich nicht erschöpfend auseinander. Muss er ja auch nicht, immerhin sind es die Konkurrenten von bspw. LakePeople und Topping, die diese Technologie anbieten. Das muss man ja auch nicht loben. Vollkommen verständlich.
Wenn man sich die Front des G118 ansieht, sieht man den symmetrischen Anschlußbuchse mittig zwischen den beiden Klinkenausgängen, die NICHT einer nur das linke Signal und der andere das rechte Signal ausgibt, die sind schon beide in Stereo und beide gleichzeitig auf mono schaltbar. Da gibt es leider nicht die Schaltungsraffinesse wie beim G 105.
Beim V324 von Violectric sieht man auch drei Ausgänge unter dem dicken Volumeregler, allerdings ohne einen zweiten 6,3mm-Ausgang neben dem 4-Pol-XLR, stattdessen gibt es den 4,4mm-Pentaconn-Ausgang. Mit meiner direkten Erfahrung, daß der Ausgang ganz rechts auf der Front des G118 diese Polaritätsdrehung hat, kann ich das Fehlen selbigen Ausgangs beim V324 verstehen. Nun ist der V324 auch rein von der Optik bestimmt auch viel in der privaten Umgebung zu finden, wo der Bedarf an 6,3mm Klinkenbuchsen vielleicht ein andere ist als im Studiobetrieb, für den der G118 konzipiert ist. Und da man bei Abhören die gedrehte Polarität eines Kanals wohl nicht so weitverbreitet wahrnimmt, bei Aufnehmen aber sehr wohl unmittelbar (und dem kann man ja beikommen, wie ich oben beschrieben habe), ist es nach meinem schlimm-laienhaften Verständnis nachvollziehbar, diesen Zustand zu belassen, zumal er nach Aussage von Fried Reim nunmal nicht zu ändern sei; vielleicht nicht ohne erheblichen Aufwand, der in keinem verantwortbaren Verhältnis zur Wirtschaftlichkeit steht. Und das kann ich wiederum voll nachvollziehen. Kenne ich so auch aus meinen Gesprächen mit Herrn Jüngling, anderen Entwicklern und Fachleuten.
Ich muss mich da einfach auf seine Aussage verlassen, ich kann es nicht überprüfen. Aber er weiß ja, daß ich sehr gut vernetzt bin und mich über diese Dinge mit Leuten unterhalte - austauschen wäre deutlich zu hoch gegriffen - und da wird er mir schon nicht einen Bären aufbinden.
Vielleicht ist dieser Sachverhalt oder diese Problematik den Entwicklern bei SPL längst bekannt und sie verzichten bewußt auf die Implementierung und gehen deswegen etwas dadrüber. Kann ich auch voll verstehen! Immerhin hat der G118 eine X-Feed-Funktion, die ich gern weg hätte und statt dessen einen ordentlichen Balanceregler mit der Schaltmöglichkeit wie beim G105. Und einen stufenweisen Dimmregler. Für diese Funktion kann man wiederum das "PreGain" verwenden.
Ich frage bei Gelegenheit mal Herrn Funk zum Thema "true balanced", er hat dazu bestimmt auch brauchbare Gedanken.