Wiedersehen im Herbst

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Mal wieder was aus dem richtigen Leben. Sogar die Bratäpfel stimmen. Passt nicht ganz in die Jahreszeit, aber weil mir der Text eben eingefallen ist, poste ich ihn, so! ;) ;) ;)

Wiedersehen im Herbst

Weißt du noch, diese Äpfel!
Sie schmurgelten im Ofen drin,
dazu gab’s Puddingsoße
von unsrer Kindergärtnerin.

Weißt du noch, die Gerüche!
In Gärten hat man Laub verbrannt,
die Feuer qualmten mächtig.
Der Brauch ist heut fast unbekannt.

Weißt du noch, braune Astern!
So wurde uns der Herbst vertraut,
sie hielten sich noch lange
zusammen mit dem Heidekraut.

Weißt du noch, erste Flocken!
Im Mund, wie waren sie da kalt;
uns trieb die große Frage:
Der Weihnachtsmann, der kommt doch bald?
----------------------------------
(möglicher Refrain)

Erst reden wir, dann schweigen wir.
Ich spür dir geht es da wie mir,
wenn ich zu dir herüber seh:
Erinn'rung tut auch etwas weh.
______________________________

(oder ganz anders)

Später - von dir losgerissen -
musste ich dann plötzlich wissen,
wie ich klarkomm' ohne dich.
Heißre Tränen gab es nicht!
Warum Eltern Kinder trennen,
wenn sie auseinander rennen,
wusste keiner von uns zwein.
Solch ein Herbst und dann - allein!
 
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oh, ein weihnachtslied!
 
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Komisch, mit den Geschichten aus dem richtigen Leben könnt ihr nicht zuviel anfangen. :(
 
Komisch, mit den Geschichten aus dem richtigen Leben könnt ihr nicht zuviel anfangen. :(

Also ich finde es schön. Konnte mich gut hineinversetzen.

Kann es mir bloß nicht so richtig als Liedtext vorstellen. Eher als Gedicht.
 
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Kann es mir bloß nicht so richtig als Liedtext vorstellen. Eher als Gedicht.
Ich überlege, ob da nicht doch ein Refrain hingehört. (Mein typisches Problem.) Irgendeine übergreifende Idee.
 
Ich überlege, ob da nicht doch ein Refrain hingehört. (Mein typisches Problem.) Irgendeine übergreifende Idee.
..
Weißt du noch - ich schon
und mir wird warm ums Herz - davon
Dem Leben danke ich - dafür
Für diese schöne Zeit - mit dir
..

..die Bindestriche stehen für ein Atemholen, also ein kleine Pause..

..das Du kann alles mögliche abdecken Geschwister, demente Mutter, Jugendfreund, Partner für‘s Leben..
 
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Dem Leben danke ich - dafür
Für diese schöne Zeit - mit dir
Ich dachte eher an etwas Verbindendes aus der frühen Kindheit, und das sich-aus-den-Augen-verlieren. Und dann das Wiedersehn ...
 
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Ich dachte eher an etwas Verbindendes aus der frühen Kindheit, und das sich-aus-den-Augen-verlieren. Und dann das Wiedersehn ...
..ich eigentlich auch..mein Beitrag war noch in der Bearbeitung, als du schon geantwortet hast..
 
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  • #11
Jetzt hab ich Seiten vollgeschrieben, nur um bei diesem Refrain zu landen:

Wir fürchteten die Wehmut nicht,
die mit im Bunde war.
Mir spendet sie bis heute Licht,
nur nicht mehr ganz so klar.


Hab es gleich oben geändert.
 
  • #12
Hab es wieder zurück geändert. Ein wichtiger Hinweis hat mich nachdenklich gemacht.
 
  • #13
Thema Refrain:
Die Strophen thematisieren alle bestimmte Erinnerungen und die Frage, ob das Gegenüber diese auch noch präsent hat. Das Verbindende und zwischen den Zeilen durchklingende wäre für mich der Wunsch, diese Erinnerungen teilen zu können, um sie nicht zu verlieren.

Ein ganz einfacher Refrain wäre, das zu thematisieren und den "Weiß du noch"-Satz zum Einstieg zu machen zur Frage "geht's nur mir so oder denkst du an all so Sachen auch gerne dran zurück?", vielleicht ergänzt mit einem angstvollen Unterton "geht es nur mir wirklich so?"

Ganz grob:
Weißt du noch, das frag ich mich
Ob ich damit (dieser Erinnerung) alleine bin
Ob niemand sonst, ob...
Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht
 
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  • #14
@Andaraginga
Vielleicht so:

Erinn'rung tut auch etwas weh.
Wenn ich zu dir herüber seh,
spür ich, dir geht es ebenso.
Und das macht mich dann wieder froh.
 
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  • #15
Oder etwas poetischer:

Erinnerung tut auch etwas weh.
Wenn ich zu dir herüber seh,
spür ich, dir geht es da wie mir.
Erst reden wir, dann schweigen wir.
 
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  • #16
Oder etwas poetischer:

Erinnerung tut auch etwas weh.
Wenn ich zu dir herüber seh,
spür ich, dir geht es da wie mir.
Erst reden wir, dann schweigen wir.
..oder den Höhepunkt etwas später setzen..

>>
Erst reden wir, dann schweigen wir
Ich spür dir geht es da wie mir
wenn ich zu dir herüber seh
Erinnerung tut auch etwas weh
<<

..oder leicht variiert..

>>
Erst reden und nun schweigen wir
spüren, es geht dir wie mir
wenn ich dir in die Augen seh
Erinnerung tut auch etwas weh
<<
 
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  • #17
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  • #18
Beim noch mal drüber Nachdenken wurde mir bewusst, dass meine Idee zum Refrain nicht nur inhaltsbezogen war, sondern dass ich noch einen anderen Gedanken im Kopf hatte.

Ich nenn das mal die Dynamik des Textes und würde es über mögliche Fragen beschreiben:
Wo liegt Spannung drin?
Wo scheint sich etwas auf irgendetwas anderes hinzubewegen und nach irgendeiner Art von Auflösung zu streben?
Was braucht es dann noch, ist es ein kleiner finaler Schritt oder was größeres Eigenes?

Beim vorliegenden Text hab ich dazu folgende Gedanken:
Die vier Strophen haben alle den gleichen Aufbau, "Weißt du noch..." am Anfang, dann ein Wegbewegen in Details, um anschließend wieder neu anzusetzen.

Ich empfinde das wie ein verzögerndes Hin und Zurück, das auf eine Weiterführung oder Vollendung dieses "Weißt du noch"-Satzes strebt.

Noch ein bisschen abstrakter:
Ich sehe den ganzen Text wie einen Motor beim Versuch ihn zu starten. Die Strophen bisher sind der Schlüssel im Zündschloss oder das händische Anschmeißen irgendeines Drehteils. Der Motor läuft dann etwas, scheint zu kämpfen, ob er richtig zum Starten kommt, gerät aber ins Stocken und stirbt ab.
Kurze Pause, dann ein weiterer Versuch, danach vielleicht noch mal einer, also Wiederholung des Ganzen.

Irgendwann erwartet man dann aber, dass es weitergeht und was anderes passiert. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Vielleicht so:
Der Motor springt mit großem Getöse an, Veränderung der Geräuschkulisse, Gedröhne, Vibration überall, Freude, Erleichterung, ein erhabener Moment.

Oder so:
Mit einem mal fliegt alles auseinander, großer Knall, Explosion, dann Stille, Rauch, Gestank, ein Gefühl der Angst, was ist passiert, ist jemand verletzt, war es das?

Oder noch mal was wirklich ganz anderes:
Es passiert erstmal gar nichts, der Motor geht wieder aus, aber die Person mit dem Zündschlüssel in der Hand setzt plötzlich an zu erzählen, dass er/sie als Kind mit dem Vater immer in einem Auto mit ähnlichem Motor durch die weite Landschaft der blühenden Getreidefelder fuhr, dass sie sich dabei Geschichten erzählten, dass das ein Moment der perfekten Harmonie war, insgesamt die schönste Kindheitserinnerung überhaupt, dass alles dann aber urplötzlich zerbrach, als sie eines Tages von ihrer Spritztour nach Hause kamen und bemerkten, dass die Mutter bei der Hausarbeit von der Leiter gefallen und gestorben war.

Egal welche Variante man wählt, das, was da passiert, muss in jedem Fall der Moment sein, der einen beim Hören der Musik packt.

Schreibt man Text ohne Musik, dann kann es schwierig sein zu beurteilen, mit welchen Worten das wie gelingt, weil das, was ich als "Dynamik" bezeichnet hab, dann nicht so unmittelbar spürbar ist.

Nehme ich mir dieses Motor-Szenario als Entscheidungshilfe, dann kann ich vielleicht besser ein Gefühl dafür entwickeln, weil der Unterschied zwischen einem großen plötzlichen Knall oder einem gemächlichen Sich-Entwickeln von irgendwas einfach deutlicher wird.
Man sieht und spürt viel deutlicher den Unterschied in der Unmittelbarkeit der Abfolge, in der Geschwindigkeit, im Wechsel des Fokus und in der Größe des Sprungs zwischen davor und danach.

Ich würde beim Verfassen des Refrains deswegen nicht nur darauf achten, was inhaltlich auch noch zur Geschichte passt und irgendwo eingebaut werden kann, sondern mehr darauf, wie der unmittelbare Effekt an dieser wichtigen Stelle des Texts/Songs, dem Übergang von Strophe zu Refrain, ist, ob da was passiert, ob Spannung sich auflöst, ob es "knallt" oder sonst ein irgendwie interessanter Moment geschaffen wird.


Nur ein paar kurze, in eine andere Richtung gehende Gedanken zu Refrains in Liedtexten. 😜
 
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  • #19
Nur ein paar kurze, in eine andere Richtung gehende Gedanken zu Refrains in Liedtexten. 😜
Vielen lieben Dank! Daran kann ich mich festbeißen. Nicht im Sinne von Widerstand, sondern im Sinne von es-sich-einverleiben. Ich weiß deine Mühe zu schätzen. :)
 
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  • #20
Was mir bei diesem "Text aus meinem Leben" schwerfällt: Mich lösen, um für den Refrain zu anderen Ergebnissen zu kommen. Ich falle immer wieder zurück in meine echten Erinnerungen.
 

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