Open Source ProTools -> Soundcraft

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Ich lasse das mal hier
"Recording, editing and mixing audio; an open-source, clean-room reimplementation of Avid Pro Tools, rebuilt in pure Rust."

https://github.com/storytold/soundcraft

Hat sich schon wer damit befasst? Wie kaputt ist es?
:)
 

Das ist noch extrem frühe Pre-Alpha, also momentan nur für interessierte Entwickler einen Blick wert. Ist ja auch erst 6 Tage alt.

Aber wenn das Projekt funktioniert - und ich denke, es sieht schwer danach aus, dann könnten auf dieser Basis noch weitere DAWs entstehen, die nicht nur auf Windows und Mac sondern insbesondere auf Linux laufen, CLAP und VST3 unterstützen und im vollem Quelltext verfügbar sind.

Spannend wird es, wenn auch ARA2 funktioniert und die entsprechenden Plugins so nach und nach auch für Linux gebaut werden sollten. Dann könnte der Traum, ganz auf Linux umzuziehen, irgendwann tatsächlich wahr werden.

Allerdings wird sich auch bewahrheiten, dass man mit reiner Softwareentwicklung bald kein Geld mehr verdienen kann. Das macht mir, als Softwareentwickler, schon ein bisschen Sorgen - wenngleich mich freut, dass Firmen wie Adobe jetzt endlich in ihre Schranken gewiesen werden und hoffentlich nicht mehr so sehr die Kunden schröpfen und ausnutzen können, wie sie es in den letzten Jahren getan haben.

Der Ärger über Adobe war ja der Grund, warum diese Vibecoding-Projekte überhaupt entstanden sind.
 
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Wie man so etwas eine Re-Implementation eines kommerziellen Closed Source Produktes, wie ProTools nennen kann, finde ich fraglich. Die haben doch noch nicht einmal Zugriff auf den ProTools Sourcecode, um diesen in Rust neu zu implementieren....
Und wenn man dann die Zielplattform ProTools nennt, dann sollte auch das Pluginformat AAX enthalten sein.
Alles Andere ist doch nur GUI Abkupferei auf Basis von anderen Algorithmen darunter...
Unter Linux sollten sich die Maintainer aller Distributionen endlich mal für ein einheitliches Audio Framework abstimmen und dann die Einrichtung von Audio auch überall gleich gestalten. Da gibt es aktuell zuviel Auswahl, weil da jeder sein eigenes Süppchen kocht.
 
Auf der Webseite wird ja lediglich geschrieben, diese DAW sei von ProTools "inspiriert". Klar ist die Menüstruktur 1:1 von ProTools übernommen. Das ist auch logisch, denn hier wurde wohl tatsächlich nicht mit Disassembler gearbeitet, um die Algorithmen zu erforschen, sondern lediglich mit Ansicht von GUI und Dokumentation (genau weiß es natürlich nur der Entwickler). Der Auftrag an die KI war, etwas in Rust zu bauen, dass so aussieht und sich so verhält wie die Vorlage.

Der Code ist angeblich zu 60 - 65 Prozent von der KI geschrieben. Das heißt wohl, dass die KI die Grundlagen geschaffen hat und der Mensch Details ausarbeitet und Bugs fixed (natürlich auch wieder mit KI-Unterstützung).

Es soll ja auch das ProTools-Session-Format irgendwann gelesen werden können. Ob das ohne Reverse Engineering möglich sein wird, weiß ich nicht, da ich mich nie dafür interessiert habe, ob das ProTools-Format offengelegt ist.
 
ich fände jetzt noch schön wenn die Treiber für Alte Avid* Hardware wie Digi003 (noch) aktueller gehalten würden und vielleicht sogar neue Features bekommen wie z.B. die Möglichkeit zu kaskadieren.
 
Ich lehne mich aus dem Fenster und sage voraus, dass mindestens im Consumer-Bereich das Thema Closed Source sehr bald vom Tisch sein wird. Es wird für alles, was eine Zielgruppe hat, OpenSource-Projekte geben, und Linux wird davon ganz sicher sehr profitieren.

Treiber für nicht mehr unterstützte Hardware werden da sicher nur ein Beispiel sein.

Große Firmen werden den Gierschlund wieder zumachen und sich andere Optionen überlegen müssen als den Anwender für jedes Byte mehrfach via Abo zur Kasse zu bitten. Warum Geld für etwas ausgeben, das es in (demnächst, vermutlich) mindestens gleicher Qualität auch kostenlos und ohne Überwachung und Gängelung gibt?
 
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Der Auftrag an die KI war, etwas in Rust zu bauen, dass so aussieht und sich so verhält wie die Vorlage.

Wo liegt da der tiefere Sinn? Pro Tools ist schon immer ein störrische. umständliches Ding das wenn es um einfache Anwendung geht wo so gut wi allen DAW in den Schatten gestellt wird. Mir fällt nichts ein, wo Pro Tools gegenüber anderen DAW glänzen könnte.
 
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Wo liegt da der tiefere Sinn? Pro Tools ist schon immer ein störrische. umständliches Ding das wenn es um einfache Anwendung geht wo so gut wi allen DAW in den Schatten gestellt wird. Mir fällt nichts ein, wo Pro Tools gegenüber anderen DAW glänzen könnte.
Da bin ich bei Dir - Pro Tools ist sicherlich nicht die handlichste aller DAWs. Aber wenigstens auch nicht die hässlichste. :)

Ich denke, die Wahl ist vermutlich aus zwei Gründen auf Pro Tools gefallen:

1) Avid* dürfte ungefähr ähnlich beliebt sein wie Adobe
2) Pro Tools ist (ohne die Gründe diskutieren zu wollen) im Pro-Lager weit verbreitet und damit vertraut

Ich selbst würde mir auch eine andere DAW als Vorbild aussuchen. Genau genommen eigentlich mehrere DAWs - und dann aus jeder das Beste herausgreifen.
 
(ohne die Gründe diskutieren zu wollen)

Die Gründe sind ganz einfach. Avid ist vor allem in Amerika die Nummer eins im Post Produktion Bereich. Daher das Gerücht, das sei bei den Pros der quasi Standard weltweit.

Spasses halber hatte ich ein Konzept Papier erstellt für:
AiDD — Context-Aware AI-Driven Audio Mixing System

AiDD — Context-Aware AI-Driven Audio Mixing System​

Product Concept Paper | March 2026 | Confidential Draft​


Executive Summary​

AiDD is a next-generation Digital Audio Workstation built around one core principle: Context-Awareness. Every component of the system — from track recognition to gain staging to cleanup — shares a growing, centralized understanding of the session it is working on.

Unlike traditional DAWs that present the user with an empty timeline and expect manual configuration of every parameter, AiDD creates an intelligent starting point within seconds. Unlike existing AI-powered audio plugins that operate in isolation, AiDD maintains a central AI brain that connects all processing agents and enables them to make informed, context-driven decisions.

The result: What traditionally takes 30-60 minutes of housekeeping before actual mixing can begin is reduced to under 60 seconds — without sacrificing professional quality or user control.


The Problem​

The Current State of Audio Production​

Every professional audio session begins the same way:

  1. Import raw tracks — often with cryptic or inconsistent naming
  2. Manually identify what each track contains
  3. Set up routing: buses, groups, sends, monitor paths
  4. Color-code tracks for visual orientation
  5. Gain stage every track to working levels
  6. Clean up: remove resonances, noise, mud, harshness
  7. Set tempo, time signature, locate bar 1
This process is repetitive, time-consuming, and requires significant experience. It is the same for every session, yet no existing DAW automates it meaningfully.

The Plugin Isolation Problem​

The market offers excellent AI-powered audio tools:

  • Techivation provides ML-driven resonance detection and removal
  • NoiseWorks Audio offers ML-based level adjustment and track cleanup
  • Sonible delivers intelligent EQ and balancing
  • iZotope pioneered genre-aware mastering assistants
  • Ayaic provides genre-based gain staging presets
However, every one of these tools operates as an isolated plugin. Techivation's De-Resonator knows nothing about the session genre. Sonible's smart:EQ doesn't know what the gain staging plugin decided. Izotope*'s Ozone sees the master bus but is blind to individual track decisions.

No system connects these capabilities into a unified, context-aware workflow.


The Solution: Context-Aware Audio Production​

Core Principle​

AiDD is built around a single architectural concept: growing context.

Every interaction — whether automated or manual — adds to a centralized session context that informs all subsequent decisions. The system doesn't just process audio; it understands the session.

The Onboarding Flow​

Step 1: Import​

The user drags tracks into AiDD. No other action required.

Step 2: Genre Context​

AiDD asks: "What genre is this session?"

Options: Jazz | Rock | Metal | Pop | EDM | Hip-Hop | Classical | Orchestral | Podcast | Film Score | Custom

This single selection becomes the root context that cascades through every subsequent decision. Borrowed from Izotope* Ozone's approach, but applied at the session level rather than the master bus.

Step 3: Tempo & Grid​

AI-driven BPM detection analyzes the imported audio (approach proven by UAD LUNA). Tempo map is created automatically. Bar 1 / Beat 0 is located and set. Time signature is detected.

Step 4: Track Recognition​

Each track is analyzed and classified:

  • Audio fingerprinting: Vocal, Drum Kit (Kick, Snare, Hi-Hat, Overhead, Room), Bass (DI, Amp), Guitar (Clean, Distorted, Acoustic), Keys, Strings, Brass, Percussion
  • Ambiguous tracks: User is presented with selection fields for manual context assignment
  • Custom properties: Users can define context like "APR-driven Background Atmosphere", "Sound Design", "Foley", "Room Tone"

Step 5: Auto-Structure (Genre-Aware)​

Based on genre + identified tracks, AiDD automatically creates:

  • Bus structure: Drum Bus, Vocal Bus, Instrument Bus, FX Bus, Master — configured according to genre conventions
  • Group assignments: Related tracks are grouped logically
  • Color coding: Consistent, industry-standard color scheme per instrument type
  • Routing: Send/return paths for common effects (reverb, delay) pre-configured
A Jazz session receives a different bus architecture than a Metal session. A podcast gets a completely different structure than a film score.

Step 6: Gain Staging (Genre-Aware)​

AI-driven gain analysis sets every track to optimal working levels:

  • Genre-specific target levels (Jazz demands more headroom than EDM)
  • Peak and RMS analysis combined with content-type awareness
  • Inspired by Ayaic's preset concept, but fully automated and integrated
  • Manual override always available

Step 7: Cleanup (Genre-Aware & Sound-Aware)​

Context-aware cleanup processes are applied:

  • Resonance detection and removal (Techivation approach): Calibrated per track type — aggressive on close-miked drums, gentle on room mics
  • Noise reduction: Adapted to source type and genre expectations
  • De-Mud / De-Harsh: Genre-aware thresholds — what counts as "mud" in Jazz is "warmth" in Lo-Fi
  • Level normalization: NoiseWorks-style track cleanup
The cleanup agents are sound-aware: they know they are processing a Jazz upright bass DI, not just "an audio file." This fundamentally changes their behavior.

Step 8: Ready to Mix​

Total elapsed time: under 60 seconds.

The user now has a clean, gain-staged, properly routed, color-coded session with tempo map and genre-appropriate bus structure. The creative work — actual mixing — can begin immediately.


Architecture: Central AI + Specialized Agents​

Inspired by Modern AI Development Environments​

AiDD's architecture mirrors the agent-based design pattern proven in AI-powered development tools (e.g., Claude Code, Cursor, Windsurf):


+------------------+
| SESSION BRAIN |
| (Central AI) |
| |
| Genre Context |
| Track Context |
| Session State |
+--------+---------+
|
+----------------+----------------+
| | | | |
+--+--+ +--+--+ +-+---+ +-+--+ ++---+
|Gain | |Clean| |Route| |Tempo| |Track|
|Agent| |Agent| |Agent| |Agent| |ID |
+-----+ +-----+ +-----+ +-----+ +-----+

Session Brain (Central AI)​

  • Maintains the complete session context: genre, track identities, processing history, user decisions
  • Routes information between agents
  • Resolves conflicts (e.g., cleanup agent wants to cut a frequency that the gain agent boosted)
  • Learns from user overrides to refine future decisions

Specialized Agents​

Each agent is an expert in its domain but operates with full session awareness:

AgentDomainContext It Uses
Track ID AgentAudio classificationGenre, filename hints, spectral analysis
Tempo AgentBPM detection, gridAudio transients, genre tempo ranges
Routing AgentBus structure, sendsGenre conventions, track types, track count
Gain AgentLevel optimizationGenre targets, track type, dynamic range
Cleanup AgentNoise, resonance, EQGenre, track type, what Gain Agent decided
Color AgentVisual organizationTrack types, groupings, user preferences

Growing Context​

The context is not static. It grows with every action:

  1. Import → Filenames, audio characteristics, channel count
  2. Genre selection → Cascading defaults for all agents
  3. Track ID → Per-track processing parameters
  4. User corrections → "This is not a room mic, it's an amp mic" → All agents update
  5. Manual adjustments → User changes gain on a track → System learns preference
  6. Cross-session learning → Over time, AiDD learns the user's workflow preferences

Technology Strategy​

Build vs. Partner​

AiDD does not need to develop every DSP algorithm from scratch. The strategy is to integrate best-in-class technology from partners who have already solved individual problems:

CapabilityPotential PartnerWhy
ML Resonance DetectionTechivationBest-in-class De-Resonator, small agile team, ML-native
Track Cleanup & LevelingNoiseWorks AudioProven ML-driven approach, focused product
Intelligent EQ / BalanceSonibleEstablished AI audio processing, smart:EQ proven
Genre-Aware ProcessingiZotope (approach)Ozone pioneered genre presets — adapt for session level
Gain Staging PresetsAyaic (approach)Right concept, simplify the UX

Core Development (In-House)​

  • Session Brain / Central AI: The orchestration layer — this is the core IP
  • Agent Framework: Standardized API for specialized agents
  • UI/UX: Modern, scalable, cross-platform (learn from Bitwig's approach)
  • Audio Engine: Low-latency, thread-safe, ASIO + Core Audio from day one

Platform Strategy (Learn from UA)​

Universal Audio*'s LUNA roadmap provides a proven template:

  1. Phase 1: Mac-only, own hardware integration (optional)
  2. Phase 2: Platform-independent licensing (no iLok dependency)
  3. Phase 3: Windows support → exponential market growth
  4. Phase 4: Professional integrations (Dante, Dolby Atmos)

Market Analysis​

Competitive Landscape​

ProductStrengthWeakness
Pro ToolsIndustry standard, Avid ecosystemLegacy UI, expensive, no AI innovation
Logic ProApple integration, good AI featuresMac-only, closed ecosystem
Ableton LivePerformance, electronic musicNot mix-focused, no AI cleanup
Studio OneModern UI, good workflowNo deep AI integration
LUNAAI features, UA hardware integrationLocked to UA ecosystem
MixbusExcellent sound, Harrison DSPOutdated UI, GTK legacy, small team
ReaperFlexible, affordableNo AI, steep learning curve

The Gap​

No existing DAW offers context-aware, genre-informed, AI-driven session preparation. Every DAW starts with an empty timeline. AiDD starts with understanding.

Target Market​

Primary: Working producers and mix engineers who handle multiple sessions per week and lose hours to repetitive setup tasks.

Secondary: Bedroom producers, podcasters, and content creators who lack the experience for proper gain staging, routing, and cleanup — but deserve professional results.

Tertiary: Professional studios looking for workflow acceleration without sacrificing quality.

Market Size​

The global DAW market is projected at $5-6 billion by 2028. AI-powered audio tools are the fastest-growing segment. A context-aware DAW that eliminates setup friction addresses a universal pain point across all user segments.


Differentiation: Why AiDD Wins​

  1. Context-Awareness: Not just AI — AI that understands the complete session
  2. Genre as Foundation: Every decision is genre-informed, not generic
  3. Agent Architecture: Modular, extensible, allows partner integration
  4. Growing Intelligence: The system gets smarter as the user works
  5. Workflow-First: AI serves the workflow, not the other way around
  6. Cross-Platform from Day One: No legacy toolkit, modern UI framework

The Name​

AiDD — AI-Driven Digital Audio

Clean. Memorable. Descriptive. The double-D echoes "DAW" while emphasizing the AI-driven nature. It implies that AI isn't a feature bolted onto a DAW — it is the DAW.


Next Steps​

  1. Refine this concept with feedback from potential technology partners
  2. Build a prototype of the Session Brain + one agent (Track ID) as proof of concept
  3. Approach Techivation and NoiseWorks for technology partnership discussions
  4. Develop detailed UI/UX mockups for the onboarding flow
  5. Identify founding team: Audio DSP engineer + AI/ML architect + UI/UX designer

das wäre wenigsten was das die neuen Möglichkeiten mit einbezieht..... (;
 
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  • #10
Interessant wird dieser Vibe Coding Hype, wenn die Hersteller (zumindest in den USA, wo es Software Patente gibt) ihre Patente nutzen, um neue Produkte vom Markt zu wischen, wenn patentierte Elemente nachgebaut werden. Nicht nur Patente, sondern auch das Markenrecht könnte hier solchen Entwicklern dazwischenfunken. Ich erinnere mich z.B. daran, daß $MS damals eine Wortmarke auf "Pivot Table" hatte, was damals in einer anderen Tabellenkalkulation dazu führte, daß man diese Funktion dann doch lieber von vornherein "Datenpilot" benannte, um diese Marke nicht zu verletzen.
 
  • #11
Das DNA-Patent von Celemony wäre ein solches Beispiel. Vor dem Reverse Engineering und Nachbau für den Eigengebrauch schützt das natürlich nicht, aber zumindest wird es nicht so leicht sein, damit dann an die Öffentlichkeit zu gehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #12
Ich sehe aktuell nichts, was z.B. Adobe Lightroom das Wasser reichen könnte. Es geht ja nicht nur um die Bildentwicklung, sondern auch um die immens vorhandenen Katalogfunktionen, alles aus einer Hand, bzw. in einer Software, das kann bislang niemand. Dazu die Sync-Funktionen mit der Cloud. Vielleicht wird es irgendwann etwas geben, was die Komplexität von Adobe LrC ablöst, aktuell ist da nichts in Sicht, alles nur Hybridlösungen.

Ähnlich sehen ich auch auf den DAW-Markt. Jeder Entwickler hat eine eigene Sicht auf das, war er möchte und es muss nicht der Allgemeinheit entsprechen.

Wenn überhaupt, geht der Trend hin zu KI-Dingern, die einem alles abnehmen. Audio-Recording ist nicht nur irgendetwas auf eine Spur zu bannen, sondern auch die Dinge dahinter zu verstehen. Wenn all das nicht mehr wichtig ist, dann ist es eben so. Ein "falscher" Prompt in ein KI-Ding macht aus einer Heavy.Metal-Nummer evtl. einen Ballermann-Hit.

Ich bin nicht unglücklich darüber, dass ich meine eigenen Fehler machen darf.
 
  • #13
Diese ArtCraft-Projekte sind alle konsequent darauf ausgelegt, eine MCP-Schnittstelle anzubieten, um per KI gesteuert werden zu können. Da kann man dann beliebigen Nutzen daraus ziehen. Sehr viele Aufgaben sind, in der Tat, in heute existierender Software noch umständlich, fehlerträchtig und langwierig manuell zu erledigen, die in Zukunft von einer KI mechanisch umgesetzt werden können. Die Kreativität sollte natürlich in der Hand des Menschen bleiben. Da bin ich aber nach wie vor zuversichtlich, dass das so sein wird. So ein Zeug wie SUNO wird sich m.E. nicht dauerhaft behaupten können, weil man eben doch erkennt, dass da der kreative und emotionale (!), menschliche Funke fehlt.
 
  • #14
Ich finde ja die Versionsvielfalt immer spannend:

A complete digital audio workstation that runs natively on macOS, Windows, Linux and FreeBSD, and in the browser.

In the Browser? Lol!
 
  • #16
[ EDIT: sorry, ist was lang geworden, das war heute morgen meine persönliche Abrechnung mit IT in diesem Kontext. ]

Ich habe mir Artcraft gestern kurz angeschaut, dann aber wieder heruntergeschmissen.

Als ich ein Bild generieren wollte, wurden mir als Erstes Aboangebote für generative KI präsentiert. Das hat mich überrascht, denn der Artikel (*), den ich gelesen hatte, vermittelte den Eindruck, dass der Autor von Abo-Software so frustriert war, dass er entsprechende Programme mithilfe von KI neu entwickelt hat. Da hätte ich erwartet, zunächst die Funktionen ausprobieren zu können, statt gleich wieder mit Aboangeboten konfrontiert zu werden. Klar, dass KI-Rechenleistung aus Rechenzentren Geld kostet, aber trotzdem, es gäbe ja auch noch lokal laufende Modelle.

(*) Zitat: „Bemerkenswert ist aber noch etwas anderes: Die Programme können kostenlos genutzt werden. Damit entstehen frei verfügbare Alternativen zu Anwendungen, für die Nutzer bislang oft hohe Abo-Gebühren zahlen müssen.“

Quelle: https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/ki-revolution-artcraft-fordert-softwarebranche-mit-kostenlosen-programmen-heraus-100.html

Anschließend wollte ich ein vorhandenes Bild bearbeiten. Dafür wurde mir eine Upload-Funktion angezeigt. Nach dem Upload sah ich links lediglich ein paar kleine Bedienelemente, die mich so gar nicht an die Photoshop-Demo von Adobe erinnerten. Auch das riesige Einstiegsfenster mit seinen zahlreichen Applikationen fand ich wenig ansprechend. Vielleicht lassen sich die Programme auch ohne so eine blöde Oberfläche starten, aber das habe ich nicht weiter untersucht.

Offen geblieben sind für mich auch Fragen zum Datenschutz: Muss die Bildbearbeitung grundsätzlich über die Cloud laufen, und was passiert dabei mit meinen Bildern? Das kann ich nach meinem kurzen Test nicht beurteilen.

Mein erster Eindruck war jedenfalls nicht überzeugend. Es war eine spontane „Hop-or-Top“-Entscheidung, und Artcraft hat mich nicht ausreichend angesprochen, um mich weiter damit zu beschäftigen. Die Originalprogramme, die mich interessieren (ausdrücklich keine von Adobe oder sonstige Abo-Software), habe ich bereits. Insofern war der Leidensdruck nicht groß genug.

Weil jemand Lightroom erwähnte: Das war das einzige Abo-Programm, das ich einmal drei Monate lang evaluiert habe. Ich wurde damit aber nicht richtig warm. Für die Bildbearbeitung nutze ich inzwischen lieber Capture One. Dafür gibt es nach wie vor eine Kaufversion. Gerade beim Tethering ist die Software leistungsfähig und sehr stabil. Zudem ist Capture One kein solcher Ressourcenfresser wie Lightroom, auch wenn gewisse KI-Funktionen in Lightroom leistungsfähiger sind.

Windows und Office: möglichst unabhängig von Abos und sonstigen Zwängen

Ich bin froh, Windows 10 IoT Enterprise 2021 LTSC am Start zu haben. Damit habe ich vom Windows-11-Rummel erst einmal bis Januar 2032 meine Ruhe. Es ist zwar eine 21H2, die manche Softwareanbieter nicht mehr unterstützen, obwohl die Software nachweislich darauf läuft. Auch das lässt sich mit einem Tool von GitHub lösen: auf 22H2 cross-graden, die Software dort installieren oder aktualisieren und anschließend ohne Verlust von Programmen und Daten zurückwechseln.

Da dieses Spielchen rund 5,5 Stunden dauert, mache ich das vielleicht ein- bis zweimal im Jahr, wenn überhaupt. Ich habe mich deshalb auch damit abgefunden: Es muss nicht immer von allem das Neueste sein. Es sind auch nur wenige Produkte, die ich auch eher seltener nutze: DxO PhotoLab, Presonus/Fender DAW.

Ich möchte weiterhin auf Abo-Software verzichten und um Windows 11 einen weiten Bogen machen. Mich stören Microsofts Bevormundung und bestimmte Sicherheitsrisiken. KI halte ich durchaus für nützlich, möchte aber keine immer weitergehende Integration von KI-Diensten und autonomen Agenten in mein Betriebssystem. Fehlentscheidungen solcher Agenten können erhebliche Folgen haben.

Auch Microsoft Recall, das Bildschirmaktivitäten per Screenshot festhält und durchsuchbar macht, ist für mich eine digitale Abhörwanze, die ich nicht auf meinem System haben möchte. Die Funktion soll zwar standardmäßig deaktiviert sein, aber Telemetrie schaltet sich nach Updates auch immer wieder wie von Zauberhand ein.

Windows 11 kann ich nicht einmal parallel installieren, um es in Ruhe zu testen. Microsoft hat den Legacy-Boot-Modus gestrichen. EFI kann ich aus bestimmten Gründen nicht aktivieren, und die BIOS-Implementierung meines Mainboards ist dafür zu rudimentär. Bei einer Umstellung hätte ich keine zuverlässige Kontrolle mehr darüber, von welcher Festplatte ich booten möchte. Das passt nicht in mein Konzept, wie ich verschiedene OS parallel halten bzw. starten möchte.
Konsequenterweise habe ich auch Office 2024 LTSC gekauft, um weiterhin Outlook Classic nutzen zu können. Gegenüber der neuen Version hat das für mich zwei entscheidende Vorteile:
  1. Autorisierungen von Mailprovidern, beispielsweise für POP3-Konten, laufen nicht über die Microsoft-Cloud.
  2. Andere Programme können Bilder direkt als E-Mail-Anhänge an Outlook übergeben. Genau diese Funktion benötige ich für ein nützliches Fototool, das ich hoffentlich bald veröffentlichen kann.
Software-Schwemme

Ich stehe der KI-Software-Schwemme skeptisch gegenüber, weil nicht nur der Programmieraufwand entfällt. Auch Ideen für eine bestimmte GUI und Nutzerführung, deren Entwicklung neben der eigentlichen Programmierung enorm viel Zeit kosten kann, lassen sich plötzlich in null Komma nichts übernehmen (gefühlt: „klauen“).

Das betrifft vor allem Firmen, die davon leben, aber auch mich als Hobbyentwickler.

Erst letzte Woche hat jemand ein Tool von mir quasi kopiert, nur in eine andere Form gebracht (webbasiert). Er gab mir zwar Credits für die Idee, behauptete aber gleichzeitig, einige Funktionen hätten ihm in meiner Software gefehlt, was überhaupt nicht stimmt. Das ist schon echt kackdreist: die Idee klonen und dann auch noch behaupten, der Originalsoftware würde etwas fehlen, was überhaupt nicht stimmt. Sogar nach mehrfacher Aufforderung hat er das nicht korrigiert. Glücklicherweise wurde dann das Posting von der Moderation entfernt.

Mir ist klar, dass Open-Source-Software im Rahmen der Lizenz weitergegeben werden kann. Aber bitte mit entsprechendem Augenmaß (einem gewissen moralischen Kompass), sich nicht damit zu brüsten und die Originalsoftware gleichermaßen zu verunglimpfen.

Eine Firma kann vielleicht mit etwas Glück Patente anmelden. Als privater Entwickler hat man dagegen vermutlich kaum eine Chance, seine Ideen wenigstens ein Stück weit zu schützen.

Früher war das weniger problematisch, weil die Entwicklung enorm viel Zeit kostete und man das entsprechende Können mitbringen musste. Dadurch waren Nachahmer eher darauf angewiesen, den ursprünglichen Autor anzusprechen – auch wenn dessen Software Open Source war. Solche Fälle gab es deshalb seltener.

Mit KI als Helferlein werden sie sich häufen. Auch mir wird ganz anders, wenn ich sehe, welche Auswirkungen das auf Berufe in Kreativbereichen wie Musik, Werbung, Fotografie, Film, etc. hat und weiter haben wird. Ich hoffe nur, dass diese Angebote, soweit möglich, von Käufern nicht angenommen werden, sofern man sich das aussuchen kann, vielleicht im Bereich KI‑generierter Musik, die für mich persönlich überhaupt keinen Wert hat.

Die Folge: Wenn Firmen beschließen, immer stärker auf KI zu setzen, wird es weniger Stellen geben. Schlimmer noch: Die entsprechenden Skills könnten ganz verschwinden, und wir werden irgendwann bestenfalls zu „KI‑Orchestriern“ degradiert.

Fazit

IT hat noch nie so wenig Spaß gemacht. Als Eigentümer und Betreiber eines Systems wird man immer mehr bevormundet, und den letzten Rest geben einem die teils um das Dreifache gestiegenen Hardwarepreise.

Dass inzwischen sogar ältere Technologie aufgrund künstlicher Verknappung teuer verkauft wird, ist kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt: viel Geld für abgestandene Klamotten. Und auch das alles durch KI ausgelöst.

Dann wieder schlechte Nachrichten vom wohlhabendsten Mann der Welt: die angestrebte Fusion von Tesla und SpaceX und anschließend natürlich der Bau von Robotern und KI für die Rüstung. Demnächst also neben Drohnen auch noch Androiden auf den Schlachtfeldern? Na prima. Da denke ich an den Film „Terminator“. Düstere Aussichten.
 
  • #17
die Zielprojektion, endlich mal was mit Linux machen zu können, finde ich zwar auch scharmant. Aber ich will nicht sone AI-Klauprojekte dazu.
 

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