Mikrofon mit eingebautem batteriegespeistem Line-Verstärker?

Pianist_Berlin

Tonmensch
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Schönen guten Tag an alle Mitlesenden!

Stellt Euch mal bitte eine Kamera vor, die lediglich einen Line-Eingang hat, also weder einen Mikrofon-Vorverstärker noch Phantomspeisung. Nun möchte man an dieser Kamera zumindest vernünftige Atmos aufnehmen, bräuchte also wenigstens ein Mikrofon mit dem Formfaktor eines KM 184 oder dergleichen. Und das müsste im Idealfall einen Line-Pegel rausgeben.

Selbst ein Fethead (den man erst mal phantomspeisen müsste) würde wohl nicht den nötigen Pegelgewinn bringen.

Der Weltmarkt hat da nichts, oder?

Matthias
 

Der Weltmarkt hat da nichts, oder?
Mir fallen zwei konkrete Produkte ein - da gibt es aber sicherlich eine ganze Menge mehr.
Das Tulamic kann line-level ausgeben
Das Zoom* M3 hat einen Line-Ausgang.

Beide können parallel auch selber aufnehmen.
 
Du darfst davon ausgehen, dass ich die Kameramikrofon-Abteilung bei Thomann* kenne... :)
(da ist allerdings nichts dabei)

Mir fallen zwei konkrete Produkte ein - da gibt es aber sicherlich eine ganze Menge mehr.
Das Tulamic kann line-level ausgeben
Das Zoom M3 hat einen Line-Ausgang.

Beide können parallel auch selber aufnehmen.

Das Tulamic wollte wohl eher ein Rasierapparat werden, daher schon von der Form her ungeeignet als Kameramikrofon. Und das Zoom* M3 wird wohl keinen symmetrischen Ausgang haben.

Lösungen mit irgendeiner Box (Beachtek DXA oder dergleichen) finde ich wirklich extrem unschön, weil man sich damit die Kamera verbastelt. Gebt mir irgendwas in der Form eines MKH 8060 mit Batterie drin, Linepegel und XLR-Ausgang, dann wäre ich glücklich...

Die geangelten O-Töne würden ja sowieso durch mein SQN laufen, da hätte ich gar keinen Kummer.

Matthias
 
bei 30cm kabel von mikro zu kabel ist es ziemlich egal ob symmetrischer ausgang oder nicht, brauchst nur das richtige kabel und musst die paar dB Pegelverlust wieder aufholen.

welche kamera hast du denn genau? xlr eingang aber ohne preamp ist ja eine seltene kombination… aber teilweise sind die mikroeingänge recht komisch zugänglich mit irgendwelchen spezialkabeln (RED…)
 
Es gibt da einen Hersteller in München, der baut ganz tolle Kameras, hatte dann aber im Gehäuse keinen Platz mehr für eine Audio-Platine, so dass es lediglich einen fünfpoligen Lemo-Eingang mit zwei Line-Kanälen gibt...

(ich habe noch nicht, ich denke nur gerade über eine Schnapsidee nach)

Matthias (der an sich zwei Hauptkameras mit vollwertigem Tonteil, aber manchmal auch seltsame Gedanken hat)
 
auf die Gefahr hin das ich gesteinigt werde: https://www.musicstore.com/de_CH/CHF/Teenage-Engineering-CM-15/art-REC0016455-000?campaign=GShopping/CH&ProgramUUID=zanAqJarcXAAAAFlnt5yjI8W&gad_source=1&gclid=CjwKCAjwx-CyBhAqEiwAeOcTdbzbph1kvd-b73etdWNBH70E9GkuxBWZfftBcxZlGHq52ecH4mmV0hoCB1MQAvD_BwE

ich bin froh hab ich das Teil im Rucksack. Ja ist überteuert, aber die kombi aus mini XLR, Line out (mit verschiedenen Gainstufen) und wandlung nach usb-c ist einfach super praktisch und soweit ich weiss konkurrenzlos. Alle 3 eingänge können auch simultan genutzt werden
 
Gebt mir irgendwas in der Form eines MKH 8060 mit Batterie drin, Linepegel und XLR-Ausgang
Also das einzige was mir irgendwie annähernd in diese Richtung einfällt, wäre das Rode Nt3 oder AKG C1000. Furchtbare Mikros. Aber vielleicht werdet ihr ja Freunde.
 
  • #10
Es gibt da einen Hersteller in München, der baut ganz tolle Kameras, hatte dann aber im Gehäuse keinen Platz mehr für eine Audio-Platine, so dass es lediglich einen fünfpoligen Lemo-Eingang mit zwei Line-Kanälen gibt.
Es freut mich zu lesen, dass es Dir gut geht!
 
  • Haha
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  • #11
Die Alexa mini ist gebraucht inzwischen erschwinglich, aber es bleibt eine Schnapsidee. Man könnte ja nicht mal eben kurz reinhören, was jemand genau gesagt hat, weil es nicht mal einen Kopfhörer- oder sonstigen Ausgang gibt. Da würde auch kein Beachtek DXA-Alexa etwas nutzen. Also vergesst mal meinen Unfug.

Ich bin an sich kameramäßig gut genug aufgestellt, so dass ich mir das an sich nicht antun muss...

Übrigens: Rode NT 3 oder AKG C 1000 sind auch nur ganz gewöhnliche Kondensatormikrofone, die man zwar per Batterie speisen kann, aber das Hauptproblem, nämlich auf Linepegel zu kommen, lösen die alleine auch nicht.

Matthias
 
  • Danke
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  • #12
Wikipedia sagt:
  • 1929: Der erste deutsche, vollständig mit Ton gedrehte Spielfilm Melodie des Herzens feierte am 16. Dezember 1929 in Berlin seine Kinopremiere. Der Hauptdarsteller des Films, Willy Fritsch, sprach den ersten vollständigen Satz: „Ich spare nämlich auf ein Pferd!“[6]
  • Der Stummfilm wurde bis etwa 1936 weltweit durch den Tonfilm abgelöst. Die Filmgesellschaften bauten eigene Musikabteilungen auf. Für jeden neuen Film entstand eine neue Filmmusik. Bild- und Tonaufnahmen (Sprache, Geräusche, Musik) erfolgten getrennt
Es gibt den Tonfilm also seit fast 100 Jahren. Da wäre es doch naheliegend dass die Kamerahersteller einen Mikrofoneingang an die Kameras dranbasteln. Und zwar einen der die Bezeichnung Mikrofoneingqng auch verdient.

Mikrofone für Videoanwendungen gibt es zuhauf in allen Qualitätsstufen von unbrauchbar bis Profiqualität. Ein Chip der die Mikrofonsignale auf Linepegel anhebt kostet wenige Cent, aber das sparen sich die Kamerahersteller und bringen lieber noch ein paar features über Aufnahmeformate, Samplerates und was weiss ich noch für Gimmicks.

Das schlimme ist dass die Kunden das dann trotzdem kaufen!

Angabe bei einer Camera für 2500€ in den technischen Daten:

Mikrofoneingang: ja, 3.5 mm Klinke

Ein Witz !!!
 
  • #13
Da wäre es doch naheliegend dass die Kamerahersteller einen Mikrofoneingang an die Kameras dranbasteln.
Prinzipiell stimme ich Dir zu, mit der Einschränkung dass wir hier nicht über eine Consumer-, Prosumer- oder gar Reportage-Kamera sprechen, sondern über ein Gerät für Spielfilme. Da sind andere Dinge deutlich wichtiger, als ein Mikrofoneingang, da in der Regel extern aufgenommen wird und die Kamera maximal eine Vormischung (z. B. für den Bildschnitt) erhält. Für die Synchronisation gibt's sowieso Timecode (sonst wird derjenige wahnsinnig, der die Tonaufnahmen nachverarbeitet). Selbst für einfache Aufnahmen mit nur einer Person vor der Linse sind zwei Kanäle dann auch schon an der Untergrenze dessen, was man oft nutzt (Angel + Lavalier).
 
  • #14
Die Leute bei Arri hatten bei der Entwicklung der Alexa mini im Sinne, zu den großen Alexas eine kleine Schwester zu bauen, die man mal auf einen Gimbal oder unter einen Copter setzen kann. Die haben einfach nicht damit gerechnet, dass diese Kamera innerhalb kürzester Zeit zum Standard für szenische Produktionen wird. Wobei selbst da die Sache mit dem fehlenden Tonteil nicht so schlimm ist, weil der Ton im großen Team eben separat aufgenommen wird.

Für Reporter-Einzelkämpfer wie mich war die Alexa mini nie gedacht, dafür wurde ja die Amira entwickelt, die ich auch mehrere Jahre hatte. Die hat einen kompletten Tonteil, der von Sound Devices zugeliefert wurde. Ist aber auch deutlich größer und schwerer. Und ehrlicherweise muss man sagen: beide sind nicht gerade als Lowlight-Wunder bekannt, fangen bei höherer Verstärkung schnell an zu rauschen. Machen ansonsten aber ein sehr schönes Bild...

Matthias
 
  • #15
Mir ist eine Alexa auch noch nie außerhalb eines Spielfilm-Sets untergekommen... und wenn dann gabs einen Tonmensch der von seinem Recorder ein Signal Richtung Kamera geschickt hat.

Mit dem nötigen Kleingeld (was man bei ner Arri schon mitbringen sollte, selbst gebraucht gekauft) gibts auch Lösungen dafür. So gesehen heute beim Email-Ausmisten im letzten Sonosax Newsletter.
Ich versteh nach wie vor, wenns nur um Primärton geht, wieso dann sowas wie das bereits genannte Zoom M3/F1 nicht ne option ist wenns günstig sein soll. Oder nen F3 drauf den man via VMount mitspeist und dann kann man jedes Mikro einsetzen.
 

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  • #16
Das Teil von Sonosax ist für die ganz neue Alexa 35, die ebenfalls keinen Tonteil hat, aber da kann man immerhin hinten zwischen Kamera und V-Mount-Platte eine kleine Ergänzungsbox setzen, direkt ab Werk mit zwei Kanälen. Und das Ding von Sonosax liefert dann einen dritten und vierten Kanal dazu.

Ich habe an meiner Canon C 300 Mk iii auch den Adapter EU-V2 dran, der mir zwei weitere Tonkanäle und eine V-Mount-Platte liefert. Und ich nutze den dritten und vierten Kanal sogar hin und wieder. Die C 300 Mk iii liefert fast so ein schönes Bild wie die Arri, von daher passt das schon. Man muss es ja nicht übertreiben...

Matthias
 
  • #17
Das Teil von Sonosax ist für die ganz neue Alexa 35, die ebenfalls keinen Tonteil hat, aber da kann man immerhin hinten zwischen Kamera und V-Mount-Platte eine kleine Ergänzungsbox setzen, direkt ab Werk mit zwei Kanälen. Und das Ding von Sonosax liefert dann einen dritten und vierten Kanal dazu.
Die verlinkte Sonosax-Lösung besteht aus 2 Teilen.
SX-M2D2 kannst du auch an deiner betreiben. Macht auch ein gutes Interface/Preamp/... abseits der Kamera.

Für unterwegs ist die Canon C 300 Mk iii aber sichlicher insgesamt die bessere Plattform die auch ohne viel Rigging usw auskommt.
 
  • #18
Ist das jetzt viel oder wenig? Unter 10 Kilo geht es bei mir irgendwie nicht...

Bildschirmfoto 2024-05-31 um 18.57.10.webp


Da hatte ich übrigens mal testweise ein Audio Technica BP 4029 als Kameramikrofon dran, also MS-Stereo, habe aber schon intern auf LR matriziert und das aufgenommen. Selbst ein Rycote Softie ist da nicht ausreichend, eine Acht ist eben wahnsinnig windanfällig. Sowas muss in einen Korbwindschutz mit Fell. Jetzt habe ich da mein Schoeps MK 41 dran. Stereo-Kameramikrofon ist ohnehin nicht so richtig sinnvoll, ich mische dann lieber später mal extra aufgenommene Stereo-Atmos drunter.

Matthias
 
  • #19
Jetzt habe ich da mein Schoeps MK 41 dran. Stereo-Kameramikrofon ist ohnehin nicht so richtig sinnvoll, ich mische dann lieber später mal extra aufgenommene Stereo-Atmos drunter.
da stimm ich dir vollkommen zu!
 
  • #20
Übrigens: wenn ich wirklich gezwungen wäre, diese Schnapsidee umzusetzen, würde ich nach längerem Nachdenken wohl wie folgt vorgehen: rechts oben an der Kamera am Rohr eine A-Box von Woodenkamera anbauen, welche aus dem 5pol-Lemo 2x XLR macht. In einen der beiden XLR stecke ich meinen Sennheiser-AVX-Empfänger, der allerdings nur vier Stunden am Stück läuft. Der kann auch Line-Pegel rausgeben. Hinten, wo der V-Mount-Akku sitzt, könnte man den AVX-Sender hinclipsen, und ein MKE 40 anschließen, welches man vorne irgendwo hinclipst und einen vernünftigen Windschutz drübermacht.

Eine zutiefst idiotische Konstruktion, würde aber wohl funktionieren. Und geangelte O-Töne gehen durch mein SQN in den anderen XLR-Eingang.

Bliebe nur die fehlende Rückhörmöglichkeit.

Matthias
 
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