Mikro für Videocasts - Großmembraner oder Ansteckmikro?

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Moin

Ich nehme aktuell YouTube Videos zu IT-Themen auf. Ich stehe entweder vor einer Wand und rede oder sitze vor dem Rechner und führe Screencasts durch. Ich habe ein Sennheiser* e965 zu Hause, was dafür aber ungeeignet ist, weil es nur im Nahbereich laut ist.

Zudem ist meine Umgebung nicht akustisch optimal, und der Rechner pustet manchmal ordentlich. Es sollte also eine starke Richtcharskteristik vorhanden sein. Ist es in so einer Umgebung besser, mit einem Ansteckmikro zu arbeiten, oder bietet sich ein Großmembraner oder etwas ganz anderes an? Die Sprache sollte rauschfrei und klar verständlich sein. Ich möchte kein fettes Mikro mitten im Bild haben, von daher käme ein Closemiking nicht in Frage, was alle Probleme lösen würde.

Wozu würdet ihr mir raten?

lg
bird
 

Kleinmembraner in Superniere oder Shotgun wäre meine Empfehlung für Ton in Räumen.
 
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Wenn kein fettes Mikro im Bild sein darf, dann sollte bei den Bedingungen ein Lavaliermic her. Vom Preis-/Leistungsverhältnis würde ich auch Rode* empfehlen, aber gerne die Preiskategorie knapp unter 200 Euro.
 
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Das (die) Lavaliers haben auch noch den Vorteil, das du sie ggf. direkt an der Kamera betreiben kannst.
Sofern du also eine Videocam, DSLR etc. zum Filmen hast, kannst du Sie direkt in die Kamera stöpseln und hast somit Bild/Ton synchron.
Und das Ganze gibt es (Luxus) auch noch Wireless* (von Rode*).
 
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vll hilft das etwas weiter

 
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Ich mag den Sound von Shotgun grundsätzlich mehr, aber wenn du nicht nah genug rankommst und der Raum und die Hintergrundgeräusche zu störend sind, würde ich ein Lavalier nehmen.

Wenn lav, dann sieh dir auch mal das Deity W.Lav und W.Lav Pro an. Ich kenne es bisher nur aus Reviews, machte aber auf mich ein guten Eindruck.

Wenn Gebrauchtkauf + Lötarbeit denkbar ist, hast du viele Möglichkeiten. Ich persöhnlich mag den Sound des Sennheiser* MKE2 und hab mir daher ein gebrauchtes mit Lemo Stecker für ~80€ gekauft (das alte, nicht Gold) und auf Klinke umgelötet. Zusammen mit dem Rode VXLR+ in ein Interface oder an einem Tascam DR10 macht das mMn für das Geld eine sehr gute Figur. Einzig DPA gefällt mir klanglich noch deutlich besser, aber die sind auch gebraucht meist nicht ganz billig und auch nerviger umzulöten.

Für die Screencasts wäre es eventuell möglich das Mikro, egal ob lavalier oder kleinmembraner, hinter irgendwelchen Dekoartikeln auf dem Tisch zu verstecken. Wäre nicht ganz so nah dran wie die typische lav Position, aber hätte dafür auch kein Kleiderrascheln.

Falls dein PC kein Notebook ist, kannst du ja mal versuchen die Lärmquelle zu beseitigen. Ideal wäre natürlich Noctuas NF-A12x25 PWM, aber es geht auch preiswerter. Die Artic P12/P14 PWM sind überraschend leise für das Geld.
 
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Also wenn man vernünftigen Ton haben will, sollte man diese ganzen Empfehlungen für Rode mal schnell vergessen!

In Anbetracht der erwähnten Nebengeräusche wäre hier ein Lavalier mit Niere wohl die geeignetste Lösung. Ansonsten hätte ich ein Headset empfohlen, da hier sichergestellt ist, dass der Abstand und somit die Qualität stets gleichbleibend ist, allerdings verfügen alle guten Headsets über eine Kugelcharakteristik.
Spontan fällt mir hier das Sennheiser MKE40, alternativ das Sennheiser ME104 ein.

Ein Großmembraner mit größerem Abstand würde ich ausschließen. Das dürfte viel zu viele Störgeräusche einfangen. Dann wäre ein Richtmikro die bessere Wahl, wobei man hier mal testen kann, ob Richtmikro oder Lavalier das bessere Ergebnis liefern, setzt allerdings das Vorhandensein Beider voraus.
Als günstiges, aber sehr gutes Richtmikro, fällt mir hier spontan ein Beyerdynamic ein, allerdings weiß ich gerade nicht mehr wie das hieß. Gibt es leider auch nicht mehr, ist aber gebraucht noch viel zu finden.
 
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Also wenn man vernünftigen Ton haben will, sollte man diese ganzen Empfehlungen für Rode mal schnell vergessen!
Grund? Bis auf spitze Höhen, die man post bearbeiten kann fällt mir nichts ein. Das sie ne Kugelcharakteristik haben ist bei einem Lavalier auch kein Beinbruch.
 
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  • #10
Grund? Bis auf spitze Höhen, die man post bearbeiten kann fällt mir nichts ein. Das sie ne Kugelcharakteristik haben ist bei einem Lavalier auch kein Beinbruch.

Spitze Höhen, kann nicht mit Explosivlauten umgehen, sehr windanfällig (bei Innenräumen jetzt nicht so wichtig) und generell gibt es eine durchaus auffällige Serienstreuung, also keine gleichbleibende Qualität. Und das gilt für alle Mikros von Rode.
Wenn Rode, dann den Rodecaster Pro, wobei es auch da noch einiges zu verbessern gilt, insbesondere die Bluetooth-Anbindung von Telefonen, aber hier besteht noch Hoffnung. Ansonsten ist die Qualität durchaus brauchbar - solange man kein Rode Mikro anschließt...


btw: Wenn man ein derartiges Video produziert, will man nicht noch lange Zeit mit Audio-Postpro verbringen. Der Ton muss einfach passen. Punkt!
 
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  • #11
@Steffi_Weigelt Die Rode lavs finde ich auch nicht gut, wenn auch glaube ich nicht so schlimm wie du, aber findest du wirklich alle Rode Mikros unbrauchbar? Ich halte zB das NTG3 und das Procaster für sehr brauchbar.
 
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  • #12
Spitze Höhen, kann nicht mit Explosivlauten umgehen, sehr windanfällig (bei Innenräumen jetzt nicht so wichtig) und generell gibt es eine durchaus auffällige Serienstreuung, also keine gleichbleibende Qualität. Und das gilt für alle Mikros von Rode.
Diese Punkte lassen sich mMn bei der Platzierung des Lavaliermics gnädig umschiffen. Diese Position findet man einmal für sich raus und fertig.
Zu der Serienstreuung kann ich nichts sagen, dürfte aber wohl am deutlichsten stören, wenn man mit zwei Mics arbeitet. Hier ja nicht der Fall.

btw: Wenn man ein derartiges Video produziert, will man nicht noch lange Zeit mit Audio-Postpro verbringen. Der Ton muss einfach passen. Punkt!
Der Ton wird normalerweise eh in die Postpro gepackt, z.B. wg Lautstärkeanpassung/Comp. DeEsser dazu und Punkt. Höchstens(!) 5 Minuten mehr Aufwand bei paar Hunnis weniger Geld fürs Mic. ^^
 
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  • #13
aber findest du wirklich alle Rode Mikros unbrauchbar?

Lass es mich anders ausdrücken: Ich habe bisher noch keins gefunden, mit dem man gut arbeiten kann, aber alle mal getestet ;-)

Diese Punkte lassen sich mMn bei der Platzierung des Lavaliermics gnädig umschiffen. Diese Position findet man einmal für sich raus und fertig.

Oftmals ist die Position, beispielsweise durch Kleidung, vorgegeben. Der Spielraum ist hier meistens eng. Wie gesagt, ein Mikro muss funktionieren.

Höchstens(!) 5 Minuten mehr Aufwand bei paar Hunnis weniger Geld fürs Mic. ^^

Bei rund 3000 Beiträgen pro Jahr wären das bei uns rund 250 Stunden Mehraufwand. Das würde bedeuten: "Wir sparen! Koste es, was es wolle!" Macht also keinen Sinn! Übrigens macht es niemals Sinn, ein schlechteres Mikro zu kaufen, nur weil man der Meinung ist, die Mängel in der Postpro aufwändig ausgleichen zu können ;-)
 
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  • #14
Lass es mich anders ausdrücken: Ich habe bisher noch keins gefunden, mit dem man gut arbeiten kann, aber alle mal getestet ;-)
Oha, dann haperts aber mehr an den skills als am mikro. Oder meinst du mit „alle“ nur die im videobereich.
 
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  • #15
Moin

Danke für eure Beiträge! Ich habe verstanden, dass ein Großmembranmikro nicht so geeignet ist, weil die Richtcharakteristik fehlt. Also kommen als Variante entweder ein Shotgun-Mikro oder ein Lavalier-Mikro in Frage. Alternativ könnte es auch ein Kleinmembraner sein. Ich finde die Argumentation von @Ennui gut, dass man lieber etwas Günstiges z.B. von Rode holt und dann in der Postproduktion nachbearbeitet. Wenn man erstmal seinen Sound gefunden hat, sind das nur ein paar Klicks bzw. Presets / Projekt-Templates.

Ich tausche erstmal das Sennheiser e965 als Zwischenlösung gegen ein Rode NT1-a Großmembraner aus, was ich bereits besitze, und im nächsten Schritt werde ich mal drei Mikros (Lavalier, Shotgun, Kleinmembraner) bestellen und ausprobieren, womit ich am besten zurechtkomme. Vielleicht mache ich auch so ein schönen Vergleichstest wie von Leary gepostet...

lg
bird
 
  • #16
Ich finde die Argumentation von @Ennui gut, dass man lieber etwas Günstiges z.B. von Rode holt und dann in der Postproduktion nachbearbeitet. Wenn man erstmal seinen Sound gefunden hat, sind das nur ein paar Klicks bzw. Presets / Projekt-Templates.
Komplett der falsche Ansatz. Kein Profi würde so arbeiten.
Ich habe verstanden, dass ein Großmembranmikro nicht so geeignet ist, weil die Richtcharakteristik fehlt.
Auch Großmembrankondensatoren haben eine Richtcharakteristik, teilweise umschaltbar. Allerdings haben sie gegenüber Kleinembrankondensatoren eine nicht so gute Rückwärtsdämpfung. Es gibt aber auch Großembrankondensatoren, die zum Beispiel die Niere sehr gut einhalten, wie die Mikros mit der M-930-Kapsel von Microtech Gefell oder die japanischen Sankens. Richtmikrofone sind dann noch Änger gefasst. Von Sanken gibt es übrigens auch sehr gute Lavaliers.

https://www.thomann.de/de/sanken_lavalier-mikrofone.html*
 
  • #17
Bei rund 3000 Beiträgen pro Jahr wären das bei uns rund 250 Stunden Mehraufwand. Das würde bedeuten: "Wir sparen! Koste es, was es wolle!" Macht also keinen Sinn! Übrigens macht es niemals Sinn, ein schlechteres Mikro zu kaufen, nur weil man der Meinung ist, die Mängel in der Postpro aufwändig ausgleichen zu können ;-)
Steffi, ich bin ja absolut deiner Meinung und deine Argumentation teile ich gern!
Aber bitte bedenke... hier handelt es sich meistens um einfache Produktionen, vielfach sind es nun mal Hobbisten oder auch Leute, die zudem nicht viel finanziellen Spielraum haben. Und für kleinere Videocasts usw. reicht auch günstige Technik, es gibt da durchaus schon passables zu bekommen mit guter Qualität. Ferner benötigt man für Youtube-Lernvideos & Co. usw. doch keinen HiEnd Stuff.
Wobei ich konträr aber auch kein Freund bin von "Fix den Shit in the Mix" - ein hochwertiges Mikro ist einfach durch nichts zu ersetzen!
Hier stimme ich dir komplett zu.
 
  • #18
Oftmals ist die Position, beispielsweise durch Kleidung, vorgegeben. Der Spielraum ist hier meistens eng.
Wenn wir uns bspw. der von dir monierten Explosivlaute annehmen, ist der Spielraum auf Kleidung nicht so eng, dass er ein Hindernis wäre. Problem von Explosivlauten und SSSSSSSSSSSSSSSS ist eigentlich schon mit der Standardplatzierung "Handspanne vom Mund weg unters Kinn an den Kragen" weggeext, sofern man keinen harten Überbiss hat. ^^

Bei rund 3000 Beiträgen pro Jahr wären das bei uns rund 250 Stunden Mehraufwand. Das würde bedeuten: "Wir sparen! Koste es, was es wolle!" Macht also keinen Sinn! Übrigens macht es niemals Sinn, ein schlechteres Mikro zu kaufen, nur weil man der Meinung ist, die Mängel in der Postpro aufwändig ausgleichen zu können ;-)
Wir reden hier bestimmt nicht von 3000 Beiträgen pro Jahr, aber das muss uns bird beantworten, statt dass wir ihm das in den Mund legen.

Danke für eure Beiträge! Ich habe verstanden, dass ein Großmembranmikro nicht so geeignet ist, weil die Richtcharakteristik fehlt.
Nee, nee, gibt gute Niere, könnte aber den Raum noch zu sehr einfangen.

Also kommen als Variante entweder ein Shotgun-Mikro oder ein Lavalier-Mikro in Frage. Alternativ könnte es auch ein Kleinmembraner sein.
Ich wenn du wäre, würde ein beyerdynamic M201TG mit einem Shure A 81 WS ausprobieren. Das hat diesen besseren Tutorial-/Podcast-Charme und muss in einem Video jetzt nicht mies aussehen. Raumproblem auch gut gehandlet. Musste das in Zoom-Meetings nicht mal direkt vor mein Gesicht stellen, um noch verwertbaren Ton zu haben, wobei up front schon schön klingen würde. Braucht halt bisschen dickere Vorverstärkung.
EDIT: Und wenn es IT-Videos sind, dann ist ein bisschen Technik-Blingbling in Form eines sichtbaren Mikrofons doch nicht kontraindiziert, oder? :D

Komplett der falsche Ansatz. Kein Profi würde so arbeiten.
Ah okay, Profi-Level habe ich in diesem Thread jetzt gar nicht rausgelesen, mein Fehler.
 
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  • #19
Moin

Nein wir reden hier natürlich nicht vom Profibereich. Wenn wir in diesen Dimensionen dächten, würde ich erstmal mein komplettes Dachgeschoss akustisch behandeln, mir anschließend einen Desktop-PC mit Wasserkühlung holen und vor allem schonmal gar nicht mit YT-Videos anfangen, denn da ist nichts an entsprechenden Einnahmen zu holen :D Achso und ich würde mir natürlich eine richtige Filmkamera holen. Auch würde ich mir eine richtige Videoschnittsoftware leisten plus entsprechende Grafikkarte.

Ich will einfach nur, dass meine Stimme klar und rauschfrei hörbar ist ;)

lg
bird
 
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