Eigenbau-Drum VSTi - Wer von euch kann zuhause / im Proberaum Drums aufnehmen?

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FredTadge

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Hey zusammen,

ich träume schon seit Jahren von einem selbstgebauten Drum-VSTi. Leider sind meine C++-Fähigkeiten sehr eingerostet, weshalb ich immer schon beim Anfahren gescheitert bin. Letztes Jahr habe ich mal mit ChatGPT rumprobiert. Es ging etwas voran, aber dann haben sich immer mehr Fehler eingeschlichen. Jetzt ist Claude mittlerweile auf einem Stand, an dem ich mir vorstellen könnte, dass das klappt.

Richtig cool wäre es, wenn sich dadurch eine Community-Sammlung an virtuellen Schlagzeugen ergeben würde. So nach dem Motto: Heute nehme ich mal das Millenium-Kit aus Huberts Wohnzimmer, oder lieber das fette Yamaha Kit aus Steves Studio? Jeder mit seinem eigenen Kit, seinen eigenen Mikros, seinen eigenen Sticks/Fähigkeiten.

Dafür müsste ich ein relativ genormtes Verfahren nehmen. Ich würde so vorgehen: Schlagzeug mikrofonieren, Velocitystufen festlegen (1-10), Anzahl der Anschläge pro Velocitystufe festlegen (1-2), Schlagmöglichkeiten definieren (z.B. Bassdrum, Snare, Snare Kante, Hihat offen, Hihat halboffen, Hihat geschlossen,...), Mikrofone definieren. Dann würde einem ein kleines Tool (vielleicht mit Python oder Java) die Sequenz erstellen, die man dann ausdrucken oder auf nem Tablet neben das Drumset legt. Beispielsweise:
1. Bassdrum 1 - Velocitystufe 1
2. Bassdrum 2 - Velocitystufe 2
....
X. Snare Fell 1 - Velocitystufe 1
....

Das würde man dann in einer Session direkt hintereinander aufnehmen (geht ein Schlag daneben, kann man ihn ja später noch austauschen) und hätte dann so viel Spuren wie Mikrofone. Die lädt man dann ins Tool rein, wählt Threshold und Mindestpause zwischen den Schlägen (1-2 Sekunden oder so) und das Tool schneidet dann alle Einzelclips zurecht und benennt sie gemäß Sequenz.

Nun kann ich die Clips in das VSTi laden (wahrscheinlich zusammen mit einer kleinen csv-Datei, die definiert, welche Schläge, wieviele Velocitystufen und welche Mikrofone mein Set hat) und kann da dann mit dem Mixer die Lautstärke meiner Mikrofone einstellen und/oder die Mikrofone auf Kanäle in meiner DAW routen.

Was meint ihr? Hätten da ein paar von euch auch Lust drauf? Würdet ihr das nutzen? Lohnt sich der Aufwand?
Richtig cool wäre ja so eine Art Community-Seite, wo User dann ihre Sets hochladen können wie z.B. den Profilen bei Kemper.
 
  • Danke
Reaktionen: der_wahre_Noplan

Was meint ihr? Hätten da ein paar von euch auch Lust drauf? Würdet ihr das nutzen? Lohnt sich der Aufwand?
Nein, tut mir leid. Da nehme ich lieber DAW Bordmittel. Da kann ich sicher sein, dass ich das Projekt in fünf Jahre noch öffnen kann und alles funktioniert.

Als Opensource Projekt, könnte ich mir trotzdem vorstellen das da wer Bock drauf hat.
 
Nein, tut mir leid. Da nehme ich lieber DAW Bordmittel. Da kann ich sicher sein, dass ich das Projekt in fünf Jahre noch öffnen kann und alles funktioniert.
Das verstehe ich natürlich. Die VSTis, die es auf dem Markt gibt (DAW Bordmittel kenne ich tatsächlich nicht, nutze Reaper, haben andere DAWs sowas dabei?) sind super und ich nutze selber EZDrummer und bin glücklich.

Hier geht's auch gar nicht um ein Konkurrenzprodukt zu solchen Dingern. Für mich persönlich ist es eher eine Liebhaberei. Ich habe Jahre gebraucht, bis ich in unserem Proberaum vorzeigbare Schlagzeugaufnahmen machen kann (Raumklang, Mikrofonierung, gutes Set, gute Becken) und bin da heute richtig stolz drauf. Und deshalb fände ich es richtig cool, wenn ich in meiner DAW einfach unser Proberaum-Set auswählen könnte, einen Beat einklicken und mit dem Set einen Song aufnehmen könnte - ohne dass unser Drummer vorbeikommen würde.

Und ich kann mir gut vorstellen, dass es anderen da ähnlich geht. Wenn das nicht so ist, dann wird die Programmierung für Claude einfacher. Dann brauche ich keine Variablen für Velocityeinstellungen, unterschiedliche Mikrofonierungen o.ä. Dann mache ich das statisch einmal für mich fertig und gut is.
 
Du willst im Prinzip MT PowerDrumKIT nachbauen, was es kostenlos gibt:

Ich hatte vor Jahren auch schon mal so was vor, habe es aber dann gelassen wegen den Zahlreichen Boardmitteln von Cubase. Groove Agent zeigt ja auch funktionierende Drum-Oberflächen an und die Samples sind professionell mit mehreren Velocity-Stufen aufgenommen worden:
1780038898460.webp


Dann dachte ich: Okay ... ist leider nix anderes als ein selbstprogrammierter, geschlossener Sampler - braucht das jemand? Außerdem hat Cubase mittlerweile sogar ne Sampler-Spur und ich hab ja ezDrummer3 etc ...

Aktuell habe ich zahlreiche Projekte am Laufen, so dass ich gar nicht mehr auf die Idee gekommen bin ;-) ...

Es war vor 10 Jahren schon schwierig jmd. mit selbstgebauten VSTs zu beeindrucken, geschweige denn jmd. zu finden der den Kram testen will. Heute springt jeder mit seinem Vibe-Gecodetem Zeug rum und sucht Tester, ich denke das macht es nicht einfacher :-). "Hier probier mal - hab ich selbst mit KI gevibecodet - ohne zu Wissen was ich tue!" :D
 
Das würde man dann in einer Session direkt hintereinander aufnehmen (geht ein Schlag daneben, kann man ihn ja später noch austauschen) und hätte dann so viel Spuren wie Mikrofone. Die lädt man dann ins Tool rein, wählt Threshold und Mindestpause zwischen den Schlägen (1-2 Sekunden oder so) und das Tool schneidet dann alle Einzelclips zurecht und benennt sie gemäß Sequenz.

Ich habe da früher nahezu alle größeren Drum VSTis in Multisamples umgewandelt, um die im 2BOX EDrum Modul nutzen zu können. Sehr viel Arbeit nimmt das Tool SDSE ab:


Das Teil kann die einzelnen Shells und Becken gezielt ansprechen oder auch ganze Kits in beliebig vielen Dynamikstufen zu samplen. Die Samples werden dafür zunächst als eine große WAV gespeichert, so sich dann langsam die Dynamik steigert. Hinterher analysiert das Tool das Samples, schneidet die automatisch zurecht und sucht nach Duplikaten.

Für deinen "manuellen" Prozess würde das sicher auch funktionieren.
 
Du willst im Prinzip MT PowerDrumKIT nachbauen, was es kostenlos gibt:
Ich habe mir gerade das Video angesehen und die Features durchgelesen. Ich glaube nicht, dass man da eigene Samples reinladen kann. Oder habe ich etwas übersehen?

Es geht mir ja darum, mein eigenes Kit aus dem eigenen Proberaum zu erstellen. Aber gut, vielleicht ist das so ein Nischenwunsch, dass den selbst hier unter uns Nerds keiner außer mir hat. 😅

Das Teil kann die einzelnen Shells und Becken gezielt ansprechen oder auch ganze Kits in beliebig vielen Dynamikstufen zu samplen. Die Samples werden dafür zunächst als eine große WAV gespeichert, so sich dann langsam die Dynamik steigert. Hinterher analysiert das Tool das Samples, schneidet die automatisch zurecht und sucht nach Duplikaten.
Das klingt tatsächlich ganz spannend. Gucke ich mir mal an.
 
Es geht mir ja darum, mein eigenes Kit aus dem eigenen Proberaum zu erstellen. Aber gut, vielleicht ist das so ein Nischenwunsch, dass den selbst hier unter uns Nerds keiner außer mir hat. 😅
Nein, habe ich auch mal gemacht. Aber dann halt in Kontakt umgesetzt.
 
Ich habe mir gerade das Video angesehen und die Features durchgelesen. Ich glaube nicht, dass man da eigene Samples reinladen kann. Oder habe ich etwas übersehen?

Es geht mir ja darum, mein eigenes Kit aus dem eigenen Proberaum zu erstellen. Aber gut, vielleicht ist das so ein Nischenwunsch, dass den selbst hier unter uns Nerds keiner außer mir hat. 😅


Das klingt tatsächlich ganz spannend. Gucke ich mir mal an.
Nein, aber du willst ja dein eigenes Proberaum-DrumKit als VST haben. Würdest Du wollen, dass das jmd. mit seinen Samples überschreibt? ;-)

Aber der Kern ist halt wirklich nur ein Sampler mit deinen Aufnahmen aus dem Proberaum, da kannst Du ja jeden x-beliebigen Sampler nehmen - das können alle. Ich vermute du willst evtl. ein Foto von deinem DrumKit noch drin haben wie bei MT PowerDrum KIT - deswegen der Vergleich.

Ansonsten wäre das natürlich ein tolles Spaßprojekt. Du kannst ja mit einem Sampler-Projekt anfangen und wenn du dann gute Samples hast die in ein Programm reinholen. Der Teufel liegt dann vermutlich im Detail: Man muss einbauen, dass ein Open-Hihat-Sound von einem Closed-Hihat-Sound gestoppt wird, da er nicht weiterklingen darf und damit du keinen Plopps hast am Besten wenn die Amplitude bei 0 ist usw ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Nein, habe ich auch mal gemacht. Aber dann halt in Kontakt umgesetzt.
Ja, an Kontakt habe ich auch mal gedacht. Das war mir aber zu unflexibel.

Nein, aber du willst ja dein eigenes Proberaum-DrumKit als VST haben. Würdest Du wollen, dass das jmd. mit seinen Samples überschreibt? ;-)
Aber ja doch! Genau das.

Aber der Kern ist halt wirklich nur ein Sampler mit deinen Aufnahmen aus dem Proberaum, da kannst Du ja jeden x-beliebigen Sampler nehmen - das können alle. Ich vermute du willst evtl. ein Foto von deinem DrumKit noch drin haben wie bei MT PowerDrum KIT - deswegen der Vergleich.
Ja gut, ein Foto vom mikrofonierten Set wäre nice. Könnte man irgendwie in die Parameter mit reinpacken. Aber das ist erstmal eine totale Nebensache und auch programmiertechnisch eher in dem Rahmen, den ich auch selbst (ohne Claude) könnte. 😉

Vielleicht habe ich es nicht richtig dargestellt?
Meine Grundidee ist es, mein eigenes Set aus dem Proberaum als VSTi zu haben. Beim Nachdenken dachte ich dann: Vielleicht wollen das ja andere auch? Also habe ich gedacht, dass ich den Prozess standardisiere und parametrisiere, so dass jeder, der ein mikrofoniertes Schlagzeug zuhause rumstehen hat, das auch in 1-10 Stunden Arbeit (je nachdem, wie professionell er/sie das haben will) machen kann. Vielleicht finden sich da 2-3 Leute und der ganze Aufwand lohnt nicht (am Wahrscheinlichsten nach dem, was ich von euch gerade lese). Oder ich finde 50-60 Nerds im Internet, die ihr Set samplen, das alles in eine Online-Datenbank hochladen und dann kann man im VSTi auswählen, welches der Sets man haben will. Der lädt das dann runter und dann habe ich das Set (gerne auch mit Foto 😉) von Pete aus Alabama, der in seiner Küche ein Millenium Junior Set mit der Recorderman-Technik aufgenommen hat - oder das Set von Xi aus Shanghai, der in seinem Abstellraum ein Yamaha Stage Custom mit OneHit-Samples aufgenommen hat - oder das Set von George aus Christchurch, der sein Pearl Studio Set aufwändig mit 10 Velocity-Stufen mit HighEnd-Mikros am Strand aufgenommen hat.

Offenbar finde nur ich die Vorstellung so cool und ihr denkt euch: Was stimmt mit dem Typen nicht?! 🤣
 
  • #10
Der Teufel liegt dann vermutlich im Detail: Man muss einbauen, dass ein Open-Hihat-Sound von einem Closed-Hihat-Sound gestoppt wird, da er nicht weiterklingen darf und damit du keinen Plopps hast am Besten wenn die Amplitude bei 0 ist usw ...

Genau. Gerade die Hihat ist unglaublich kompliziert realistisch umzusetzen. Ich habe das damals in Zusammenarbeit mit FXPansion für BFD1.5 umgesetzt, weil die vorher schlicht nicht mit nem EKit zu spielen war. Das war echt eine mega Friemelei.

Deshalb würde ich Samples auch nach Möglichkeit immer nur für die Shells nutzen und die Becken wenn möglich immer real nutzen.
 
  • #11
  • #12
Wenn man sieht, welchen Aufwand Toontrack* betreibt, dann kann es bei einer DIY Lösung nur um Spass und um den Spass an der Umsetzung gehen.
Ich hätte auch Lust, mir ein Schlagzeug selber zu bauen (was ich auch handwerklich könnte), aber mir fehlt auch die Zeit - also kaufe ich.
 
  • #13
Ich habe schon ein paar Mal drüber nachgedacht, dass ich das Set von meinem Bandschlagzeuger absample und das ist ein E-Drum-Set, also prinzipiell sogar wesentlich einfacher als akustische Drums.

Da das Teil Midi ausspuckt, könnte ich dann seine Aufnahmen bei mir besser bearbeiten indem ich die Stereoaufnahmen durch Midi aber mit seinen Sounds ersetzen kann.

Aber der Aufwand ist einfach zu groß, weil man so viel samplen müsste. Schade, dass es die Samples nicht direkt vom Hersteller als VSTi gibt.

Wenn man sowas machen möchte, wäre vielleicht auch ein Sampler wie Descent praktisch, weil der umsonst ist. Bestimmt besser als selber erstmal einen VST-Unterbau zu basteln: https://www.decentsamples.com/product/decent-sampler-plugin/

Aber der Aufwand wird denke ich ziemlich groß sein, da werden mindestens 100 Samples pro Kit gebraucht damit es halbwegs gut klingt aber mit sehr viel Luft nach oben. Nicht umsonst sind Sets die man kauft einige GB groß. Da kommt schon was zusammen.
 
  • #14
Ich könnte mir vorstellen, dass ein Schlagzeuger seinen Signature Sound auch eher nicht rausgibt.

Wenn man im Internet sucht nach: Superior Drummer kits selber erstellen, findet man etwas dazu. EZdrummer 3 soll es wohl auch können.
Das besondere sind ja die Samples vom Schlagzeug. Welche Engine man dann verwendet ist zu überlegen. Die Konzepte müssen allerdings zusammenpassen.

Bei Groove Agent kann ich mich dran erinnern, kann man es konfigurieren, dass mehrere HH Pads gruppiert werden und ein bereits angeschlagenes gestoppt wird.

Ich glaube der Beat Agent kann mit Samples umgehen.

Raumanteil und Bleed müßte man auch mal betrachten, bzw. entscheiden ob man das braucht.
 
  • #15
Nur mal so ein Gedanke, wenn man Schlagzeugaufnahmen hat in einem Song/Mix, und das Schlagzeug wurde real aufgenommen, ist das erste, was der Mischer macht, andere Samples zu verwenden. Überspitzt gesagt.
 
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