Teenies, die Gedichte schreiben

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Am Abend eines heißen Tages
Auf den Straßen herrscht das Chaos
Bin unverletzt nach Haus gekommen
Und hab mir deshalb Zeit genommen
Auch die Jugend mal zu dissen
Wollt ihr meinen Text jetzt wissen?


[Falls ja:]

Teenies, die Gedichte schreiben
Werden selten ernst genommen
Wodurch sie zum Schmerz im Herzen
Noch den Spott dazubekommen

Alles ist so intensiv
Und die Gefühle sind so tief
Das Leben ist kaum zu ertragen
Wollen uns die Teenies sagen

Teenies, die Gedichte schreiben
Haben es nicht leicht
Wenn zum ernst genommen werden
Das Gedicht nicht reicht

Manche war'n im Jugendheim
Und der Sozpäd warb mit Rap
Wär viel besser als Gewalt
Für die Teenies klar ein Depp

Doch sie reimten wie befohlen
Und erschufen einen Stil
Der überall zu hören ist
Auch wenn ihn keiner hören will

Kasperle und Krokodil
Waren es vor fünfzig Jahren
Heute sollen's Gängsta sein
Es ist echt kaum zu ertragen

Wie sie jammern, wie sie klagen
Haben sie's im Film gesehen?
Und ihr Tonfall, ihre Stimme!
Wirklich albern, echt nicht schön

Die Gefühle sind so tief
Und das Leben kaum erträglich
Teenies, die Gedichte schreiben
Die erleben Leiden täglich

Doch es fehlt noch die Moral
Es gehört sich nämlich nicht
Kinder auf die Welt zu bringen
Um dann so ein Lied zu singen

Und vielleicht ist's nur der Neid
- Und den solltest du zugeben -
Wenn sie auch leichte Opfer sind
Werden sie dich überleben

Wenn wir nur lachen über dies
(Manchmal finden wir's auch süß)
Ist's nicht richtig, denn darum
Bringt sich mancher Teenie um

-----

Ihr könnt jetzt gerne hier monieren
Man soll nicht Jugend kritisieren
Doch wenn's mir einfällt, schreib ich das
Zu brav sein macht mir keinen Spaß

Für die Musik ist das Problem
Es gibt nur Strophen, kein Refrain
Für Vorschläge in dieser Richtung
Verändere ich gern die Dichtung

Ansonsten: Schöne Dämmerung!
Wir waren ja mal alle jung...
 
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So ein bisschen wie "Reim dich oder ich fress dich!"
 
Mir wird die Aussage nicht wirklich klar. Kann natürlich mein Fehler sein ... aber mir vermittelt sich nicht der Punkt auf den alles hinauslaufen soll ...
 
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Also die letzte Strophe nimmt das pure Bashing wieder zurück und lässt einen nachdenklich werden. Das passt nicht zum Bashing. Abwärts als Meister der Beleidigung hat bei z.B bei "Zonenzombie" auch nichts zurückgenommen und so muss es sein beim Inkorrekten.
Das selbstkritische der vorletzten Strophe gefällt mir auch nicht trotz aller Ehrlichkeit. ist aber besser als die letzte Strophe und wäre das bessere Schlusswort/die bessere Pointe.
 
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Ich finde vieles ziemlich gut.
Der Refrain ist prägnant und triggert, der Humor und die Ironie macht Spaß, es ist flüssig geschrieben ohne grobe Stolperer.

Feinschliff wäre für mich zu verdichten:

So wie @schrubber23 find ich auch, dass der Rückzieher am Schluss nicht gut ist.

Zwischendurch änderst du auch ein bisschen den Tonfall, von mitleidig zu vorwurfsvoll. Beispiele für zweiteres sind "Auch wenn ihn keiner hören will", "Es ist echt kaum zu ertragen", "Wirklich albern, echt nicht schön".
Diese Kombination verwässert ein bisschen. Klarer und witziger wäre beim ironisch Mitleidigen zu bleiben.

Und thematisch weiß ich nicht, ob SozPäd, Rap und Gängsta nicht schon ein bisschen zu sehr vom Hauptthema wegführen, wenn es eigentlich um Weinerlichkeit geht.

Insgesamt aber sehr schön und wert noch dran zu feilen.
 
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  • #10
Danke für eure Kritik und die Anregungen, kam ja mehr, als ich mir erhofft habe!

Was ich daraus ziehe:
Der Text ist zu uneinheitlich und sprunghaft, weil ich zu viel reingepackt habe. Es wäre wohl gut, ihn etwas mehr zu fokussieren. Also auf jeden Fall auf den Rückzieher und wahrscheinlich auch auf den Teil zum Rap zu verzichten. Lang genug ist er ja dann wohl immer noch. 😁
Andaraginga Hinweis auf den uneinheitlichen Tonfall ist auch sehr hilfreich.

Ich habe immer noch das Gefühl, dass der Text einen richtigen Refrain gebrauchen könnte.
Ich werde mir mal Gedanken machen und Version 2 dann wieder hier reinstellen.
Kann ein wenig dauern, das Überarbeiten ist ja immer mühsamer als das Improvisieren.

Bis dahin erstmal danke für euer Feedback!
 
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  • #11
Ich habe immer noch das Gefühl, dass der Text einen richtigen Refrain gebrauchen könnte.

Ich hätte gedacht, die Zeilen mit "Teenies, die Gedichte schreiben..." wäre der Refrain. Für mich würde das als Refrain passen. Dass es nicht vier komplett gleiche Zeilen sind, sondern nur eine und danach bisschen Variation fänd ich auch gut.
 
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  • #12
ick find das ding nicht schlecht...
 
  • #13
Ich hätte gedacht, die Zeilen mit "Teenies, die Gedichte schreiben..." wäre der Refrain.
Jetzt, wo du es sagst… 🙃
Das könnte tatsächlich funktionieren.
Manchmal übersehe ich wohl das Offensichtliche.
 
  • #14
@Phase1 Jetzt zum dritten Mal gelesen. Ich kann dem Text immer noch nichts abgewinnen. Er wirkt ausgedacht. Würde er der Wirklichkeit standhalten? Wo Hast du deine Informationen her?
 
  • #15
Mir gefällt es sehr! Bin gespannt auf die Vertonung..
 
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  • #16
Ich schliesse mich den guten Kritiken an. Weinerlich ja, aber das war ich auch. Herzschmerz ist nunmal Herzschmerz und die richtigen Worte muss man erstmal finden. Ich finds ok.
 
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  • #17
Ich finde die Idee richtig gut und die Zeile "Teenies die Gedichte schreiben" ist phantastisch!
Mir gefällt auch die humorvolle Grundhaltung zu Beginn sehr: Teenies sind eine unterstützenswerte Spezies!

Irgendwie ist der Text aber nicht so recht stringend, denn die Grundhaltung ändert sich hier und nimmt die Kids ab sofort nicht mehr ernst.
Doch sie reimten wie befohlen
Und erschufen einen Stil
Der überall zu hören ist
Auch wenn ihn keiner hören will
Da geht bedauerlicherweise die Unterstützung der Teenies baden und die Feststellung "auch wenn ihn keiner hörren will" entspricht mM nach auch nicht der Wahrheit: Rap ist etwas, das unbedingt und von sehr vielen Menschen gehört wird. Vielleicht soll das Ironie sein, die aber bei mir zumindest nicht einschlägt.

So macht sich der Text im weiteren Verlauf eher lustig über die Teenies... so haben unsere Eltern auch von "unserer" Musik gedacht.
Kasperle und Krokodil
Waren es vor fünfzig Jahren
Heute sollen's Gängsta sein
Es ist echt kaum zu ertragen

Wie sie jammern, wie sie klagen
Haben sie's im Film gesehen?
Und ihr Tonfall, ihre Stimme!
Wirklich albern, echt nicht schön


wenn es eigentlich um Weinerlichkeit geht.
Ich habe nicht gelesen, dass es um Weinerlichkeit geht - für mich hat es eher eine gewisse Tragik, dass Teenies so in ihrem persönlichen Empfindungen verfangen sind und keinen Weg da raus finden.... außer, dass sie natürlich irgendwann älter werden und siehe da: Vieles von dem Drama hat sich erledigt.

Der Text ist eine tolle Idee, aber er verdient mE noch etwas Arbeit, um auch ein toller Text zu werden.
 
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  • #18
Würde er der Wirklichkeit standhalten? Wo Hast du deine Informationen her?
Das sind zwei Fragen, die für mich beim Schreiben keine Rolle gespielt haben.
Es sollte ja kein wissenschaftlicher Aufsatz werden. Es würde ihn vermutlich auch etwas sperrig machen, wenn ich die Fußnoten noch unterbringen müsste. 😉
Zur Entstehung des Deutschraps im Umfeld der Jugendarbeit gibt es übrigens tatsächlich einen lesenswerten Aufsatz, den ich bei Interesse gerne mal raussuchen kann.
(Auch wenn ich den zugehörigen Part im Text schon gestrichen habe.)

Irgendwie ist der Text aber nicht so recht stringend, denn die Grundhaltung ändert sich hier und nimmt die Kids ab sofort nicht mehr ernst.
Da kann ich nur zustimmen, Andaraginga hatte das ja auch schon angesprochen und ich habe mich daraufhin entschieden, Einiges rauszunehmen. (Post #10)
Ich wollte aber nicht eine einfach nur gekürzte Version hier als Aktualisierung eintippen, sondern bei der Gelegenheit auch den Rest nochmal durchsehen. Vielleicht auch etwas Passendes ergänzen.
Das alles sobald die sonnengetrocknete Rosine in meinem Kopf wieder denken kann…
 
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