Mikrofonvorverstärker im Soundcraft Vienna-Pult im Studio: Gibt es vergleichbare Preamps als 19-Gerät?

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In einem Tonstudio, welches ich vor Jahren für eine Oberschule eingerichtet habe, steht eine Vienna-Konsole (nicht zu verwechseln mit Venue!). Das war damals die zweitteuerste Serie von Soundcraft, unter der Europa. Ich konnte sie sehr günstig erwerben, daher die Wahl.
Ich finde die Vorverstärker, obwohl es ein Live-Pult ist, richtig gut. Gerade auch, wenn es in rockige Gefilde geht.
Nun wird ja nicht jedes Mal bei einer neuen Mischpultserie ein komplett neues Preamp-Layout erfunden. Deshalb meine Frage an die (zugegeben, sehr speziell) Kenner: Gibt es Geräte, die ungefähr diesem Preamp-Typen entsprechen? Natürlich weiß ich, dass man Kanäle auch racken kann, aber darum geht es hier nicht. Mich würde nur interessieren, von welcher (Preis-)Klasse man als Outboardgerät reden würde und mit welchen 19“- Geräten man diesen Preamp vergleichen müsste.
 

Ich glaube, dass das schwierig zu beantworten sein wird.
Ich habe nie an der Vienna gearbeitet und kenne aus der Zeit nur das Ramsa 840 und SX1 sowie das Yamaha PM4000 (waren damals in der 200.000 DM Klasse) von daher sind meine folgenden Erfahrungen auch nicht 100% vergleichbar....
Damals war ich maximal euphorisch, wie gut diese Mixer geklungen haben. Die Yamahas waren etwas präziser und härter, die Ramsas eher etwas wärmer. Aber am Ende haben die Livehersteller alles versucht um, die Dinger sauber zu halten, keinen RF Müll reinzubekommen und eine Menge Headrroom zu haben. Professionelle Großformatmixer (wie die oben genannten, aber auch das Vienna und andere) aus der Zeit hatten 28 dBU Headroom, was schon toll ist (dann solltest DU aber auch Wandler haben die mal zumindest 24 dBU können :-))
Long story short: Neulich hatte ich noch einmal die Gelegenheit bei einem Großhändler eine 840 anzusehen. Obwohl diese noch gut erhalten war und die Optik maximal beeindruckend ist, ist es doch irgendwie obsolet und Edelschrott. Die Preamps aus diesen Konsolen klingen zwar toll aber halt nicht so färbend wie das manche heute wollen, aber eben auch nicht so clean, wie Preamps von guten Interfaces (oder Spezialisten wie Grace, MIllennia, Gorden oder ADT....) klingen. Deswegen wäre meine Vermutung, dass sie Dich nicht so viel weiterbringen. Dazu kommt, dass die Dinger 30 Jahre plus auf dem Deckel haben und Du davon ausgehen musst, das die Kondensatoren gerecappt werden müssen. (Ich meine mich erinnern zu können, dass die Netzteile der Vienna schon damals öfters mal Stress gemacht haben).
Ich schätze mal, dass ein Audient ASP 880 oder ein Focusrite* ISA xx von der Klangverwandschaft nahe ist (aber in objektiv besser... subjektiv vielleicht nicht :-)) Da sind ja ganze Teams zwischen diesen Companies gewechselt (nach dem Verkauf an Harman).
Eine interessante Alternative für den Sound einer Großformatkonsole können auch ihre kleinen Ableger sein. Da gab es für Broadcasting einige sehr hochwertige kleine (4 und 8 Kanal) Mixer, die einen Sound machen, der schon in diese Richtung geht, aber noch etwas hochwertiger - vor allem wenn man sie heiß anfährt - ohne den Platz und Strom zu brauchen.
 
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Etwas off-topic: Einer dieser kleinen, aber echt hochwertigen Broadcast Mixer war der Ramsa WR 32.... Den hatte ich auch mal, habe ihn aber aus irgendwelchenUpgrades Tauschgeschichten verloren (leider). Der hatte wirklich einen warmen, punchigen Sound mit viel Headroom.. Das sagt Gemini dazu:
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Das WR-32 war genau einer dieser extrem hochwertigen, ultrakompakten 2-Bus-Mischpulte mit 8 Eingängen(6 Monokanäle, 2 Stereo-Inputs), die Panasonic speziell für kleinere Broadcast-Anwendungen, die Postproduction und anspruchsvolle Außenübertragungen gebaut hat. [1]

Warum das WR-32 ein Volltreffer war:
  • Der Koffer-Faktor: Das Gehäuse besaß ein extrem robustes Industrie-Design mit einem abnehmbaren Deckel (Briefcase-Style), sodass man es wie einen kleinen Werkzeugkoffer direkt zum Außeneinsatz mitnehmen konnte.
  • Erstklassiges Front-End: Trotz der geringen Größe besaß es dieselbe hervorragende, diskret aufgebaute Preamp- und EQ-Schaltung der größeren Studiopulte.
  • Die Fader: Im Gegensatz zu vielen anderen Mini-Mixern dieser Zeit, die nur billige Drehpotis für die Kanallautstärke hatten, verbaute Ramsa im WR-32 vollwertige, extrem präzise Flachbahn-Fader. [1, 2]
 
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eines vorweg, ich hab weder mit der vienna pult gearbeitet noch kenn ich die schaltung, hab nur kurz bisschen nachgeschlagen und im handbuch gesehen dass es das pult wohl mit optionalen eingang-übertragern gab.

aber ich schätze in diese qualitätsklasse sollte man mit einem hochwertigen diskret aufgebauten mittelklasse-preamps a la BLA auteur, warm audio WA412 usw. erreichen können. wenn du einen lötkolben schwingen kannst sind auch die DIY-KITS von CAPI (VP26 zb oder 312) oder SeventhCircleAudio.

oder gehts dir um _genau_ die klangfarbe ansich?
 
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Ja, tatsächlich um die Klangfarbe und die „Dreidimensionalität“ des Klangs. Liest sich jetzt albern, aber der Klang unterscheidet sich tatsächlich von Billig-Pres.
 
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