News IK Multimedia - TONEX 2.0 Player

Öffentliche Beta bringt neuen Workflow, tiefere ToneNET-Integration und bis zu 220 Premium V2 Tone Models.

IK Multimedia hat die Public Beta von TONEX 2.0 Player veröffentlicht und präsentiert damit das bislang umfangreichste Update des TONEX-Ökosystems. Die neue Version überarbeitet den kompletten Workflow der Software, integriert ToneNET deutlich stärker und erweitert die Plattform um bis zu 220 neue Premium V2 Tone Models. Die finale Version wird später als kostenloses Update für alle TONEX-Nutzer erscheinen.

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Mit TONEX 2.0 verfolgt IK Multimedia den Ansatz eines durchgängigen Gitarren- und Bass-Ökosystems, in dem Software, Hardware, Presets und Tone Models über eine gemeinsame Bibliothek miteinander verbunden sind. Sounds sollen sich dadurch nahtlos vom Amp-Capture über das Studio bis zur Bühne übertragen lassen.

Im Mittelpunkt der Beta steht eine vollständig überarbeitete Startseite, die Signalweg, virtuelle Hardware und Bibliothek in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung zusammenführt. Ergänzt wird der neue Workflow durch eine Smart Search, die Tone Models, Presets und Collections sofort durchsucht, sowie durch frei skalierbare Browserfenster für eine schnellere Navigation.

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Neu ist außerdem eine fotorealistische Darstellung von Verstärkern und Effektgeräten. Der Signalweg lässt sich visuell bearbeiten und individuell konfigurieren, wodurch komplette Gitarren- und Bass-Rigs innerhalb der Software aufgebaut werden können.

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Mit Version 2.0 ist ToneNET direkt in den Browser integriert. Tone Models, Presets und Collections können dadurch innerhalb derselben Oberfläche gesucht, angehört, heruntergeladen und organisiert werden. Neben Community-Inhalten stehen dort auch Signature Collections, Premium Collections und offizielle IK-Inhalte zur Verfügung.

Weitere Workflow-Erweiterungen umfassen:
  • skalierbare Floating-Fenster
  • Multi-Monitor-Unterstützung
  • Favoriten und „Recently Used“
  • benutzerdefinierte Ordner
  • Schnellzugriff auf wichtige Werkzeuge
  • Bis zu 220 neue Premium V2 Tone Models
Parallel zur Beta erweitert IK Multimedia die Factory Library um bis zu 220 Premium V2 Tone Models. Die Sammlung umfasst Vintage-Klassiker, Boutique-Verstärker, moderne High-Gain-Sounds sowie Bass-Rigs und basiert auf der aktuellen Generation der AI Machine Modeling-Technologie. Bestehende TONEX MAX-Nutzer erhalten die komplette V2-Bibliothek ohne Zusatzkosten.


View: https://youtu.be/xQRp8J6wWaM


View: https://youtu.be/pbYaZjeKkBQ

Preis und Verfügbarkeit
TONEX 2.0 Player Public Beta steht ab sofort als optionaler Download zur Verfügung. Auch die finale Version wird als kostenloses Update bereitgestellt.
  • TONEX 2.0 Player Public Beta: Kostenlos
  • Upgrade auf TONEX MAX: 49,99 €
  • TONEX MAX (Einführungspreis): 99,99 €
  • Regulärer Preis TONEX MAX: 299,99 €
Die Preise verstehen sich zzgl. Steuern.

Quelle: IK Multimedia
 

IK Multimedia TONEX Board: der große Wurf oder einfach TONEX mit Bildschirm?

IK Multimedia macht ernst. Mit dem neuen TONEX Board greifen die Italiener preislich plötzlich ziemlich weit oben an. Rund 1.100 Euro werden in Deutschland dafür aufgerufen. Damit bewegt sich IK endgültig in einer Preisklasse, in der die Konkurrenz nicht mehr freundlich winkt, sondern langsam den Stuhl zurechtrückt. Und genau deshalb finde ich das TONEX Board ausgesprochen interessant, bin aber noch nicht davon überzeugt, dass IK damit automatisch den großen Wurf gelandet hat.

Hardwareseitig hat IK jedenfalls ordentlich nachgelegt. Ein 5 Zoll großes Touchdisplay, mehrere Encoder, vier Fußschalter, MIDI, Expression Anschlüsse, Stereo FX Loop, mehrere Ausgänge und jede Menge Routing Möglichkeiten. Dazu kommen zwei unabhängige Signalwege und bis zu vier gleichzeitig verwendbare Tone Models. Das ist schon eine ganz andere Hausnummer als das kleine TONEX Pedal.

Und genau da liegt für mich auch der eigentliche Sinn dieses Gerätes. Denn TONEX konnte softwareseitig schon lange ziemlich beeindruckende Dinge. Das Problem war eher, dass man einen Computer brauchte, um daraus ein vernünftiges System zu machen. Beim kleinen TONEX war das Prinzip im Grunde: Am PC Sounds zusammenbauen, ins Pedal schieben und anschließend damit spielen. Und wenn man dann vor dem Gerät stand und dachte, der Delay könnte vielleicht ein bisschen weniger sein, der Reverb etwas länger und eigentlich hätte ich gerne noch einen anderen Effekt, dann war der Computer plötzlich wieder dein bester Freund.

Das neue Board dreht dieses Konzept um. Jetzt kommt die Software zum Musiker. Und das ist meiner Meinung nach die eigentliche Neuerung. Das hochauflösende Touchdisplay ist dabei nicht nur irgendein hübsches Gimmick. Zusammen mit den Bedienelementen wird daraus eine richtige Benutzeroberfläche, auf der man Presets, Signalwege, Effekte und Parameter direkt am Gerät bearbeiten kann. Damit wird aus TONEX plötzlich ein Gerät, das man tatsächlich auf die Bühne stellen und dort auch bedienen kann.

Das kleine TONEX war im Grunde ein ziemlich cleverer Amp und Capture Player mit ein paar grundlegenden Effekten. Beim neuen Board sieht die Sache schon ganz anders aus. IK bringt eine umfangreiche Effektsektion mit 76 Effekten aus TONEX und AmpliTube ins Gerät. Plötzlich reden wir nicht mehr nur über einen guten Amp Sound, sondern über ein komplettes Rig. Amp, Cabinet, Overdrive, Delay, Reverb, Modulation, EQ und jede Menge Routing Möglichkeiten. Dazu kommen Stereo Rigs, Dual Amps und parallele Signalwege. Das ist schon ziemlich mächtig.

Auch die Tone Model Bibliothek ist natürlich ein Argument. IK liefert eine große Auswahl an Sounds mit und dazu kommt die riesige ToneNET Bibliothek. Die eigentliche Stärke von TONEX war schließlich schon immer die Software und die Modeling Technologie dahinter.

Und trotzdem komme ich immer wieder zu derselben Frage: Was davon ist wirklich neu und was wurde einfach nur aus der Software in ein Stück Hardware gepackt?

Denn genau hier wird es für mich interessant. TONEX 2.0 und das gesamte IK Ökosystem können softwareseitig bereits sehr viel. Das neue Board bringt diese Möglichkeiten jetzt in eine wesentlich angenehmere und bühnentaugliche Form. Das ist absolut sinnvoll. Aber es ist eben nicht dasselbe wie eine völlig neue Modeling Plattform.

Anders gesagt: IK Multimedia hat möglicherweise nicht den Motor neu erfunden. Sie haben ihm endlich ein vernünftiges Auto gebaut.

Und das könnte trotzdem verdammt wichtig sein. Denn Musiker kaufen nicht nur Klang. Sie kaufen Bedienbarkeit. Wenn ich auf der Bühne schnell einen Sound ändern, einen Effekt abschalten, eine Szene aufrufen oder einen Parameter verändern möchte, interessiert mich herzlich wenig, wie genial die Softwarearchitektur dahinter ist. Ich will nicht meinen Laptop aufklappen. Ich will spielen.

Genau hier könnte das TONEX Board punkten. Mit Preset, Scene und Stomp Funktionen versucht IK, aus dem System tatsächlich ein Live Instrument zu machen. Und das ist meiner Meinung nach auch der richtige Weg.

Aber dann kommt mein großes Aber. 1.100 Euro sind eine Ansage. Denn in dieser Preisklasse schaut man plötzlich nicht mehr nur auf TONEX. Da stehen Geräte herum, die seit Jahren genau das tun, was IK jetzt erst richtig komfortabel machen möchte. Und dann stellt sich natürlich die Frage: Warum soll ich ausgerechnet das TONEX Board kaufen?

Der Klang von TONEX ist sicherlich ein gewichtiges Argument. Die Tone Model Bibliothek ebenfalls. Die Effektsektion ist interessant. Das Routing ist interessant. Der Touchscreen ist interessant. Die Integration in das bestehende IK Ökosystem ist ebenfalls ziemlich clever. Aber IK muss jetzt beweisen, dass das Ganze nicht nur ein sehr komfortabler Hardware Container für eine ohnehin schon hervorragende Software ist.

Denn dann stellt sich tatsächlich die Frage, warum ich dafür über 1.000 Euro bezahlen soll.

Noch interessanter wird es beim Thema Zukunftssicherheit. IK möchte das Gerät über Firmware Updates weiterentwickeln. Gleichzeitig sind einige Funktionen zum Start noch nicht vollständig verfügbar. Beispielsweise soll die USB Audiointerface* Funktion erst über ein späteres Firmware Update kommen und auch die vollständige Bearbeitung bestimmter Funktionen im Board Editor ist erst für später angekündigt.

Das heißt für mich: Das TONEX Board ist möglicherweise heute schon gut, aber IK verkauft uns gleichzeitig ein Gerät mit dem Versprechen, dass es noch besser wird.

Und da bin ich grundsätzlich vorsichtig. Denn ich habe inzwischen gelernt, dass „kommt mit einem zukünftigen Update“ in der Hardwarewelt manchmal ungefähr dasselbe bedeutet wie: „Wir hätten das eigentlich gerne schon fertig gehabt.“ 😄

Trotzdem muss man IK zugutehalten, dass das Konzept schlüssig ist. TONEX hatte eine hervorragende Modeling Technologie, eine riesige Soundbibliothek und eine starke Software. Was bisher fehlte, war ein wirklich komfortables professionelles Hardware Interface, das diese ganze Welt ohne Computer zugänglich macht.

Jetzt ist es da.

Und deshalb glaube ich auch nicht, dass das TONEX Board ein schlechtes Gerät wird. Im Gegenteil. Ich glaube sogar, dass es sehr gut werden könnte. Die entscheidende Frage ist für mich nur, ob es gut genug ist, um 1.100 Euro zu rechtfertigen.

Wenn IK es schafft, das Board wirklich zu einem autarken Standalone System zu machen, bei dem Bedienkomfort, Zuverlässigkeit und Live Tauglichkeit genauso wichtig sind wie der eigentliche Sound, dann könnte das Ding tatsächlich ziemlich viele Musiker überzeugen. Dann wäre TONEX nicht mehr bloß die geniale Software, die man irgendwie auf ein Pedal bekommt. Dann wäre TONEX ein richtiges Bühnen und Studio System.

Und dann könnte IK Multimedia tatsächlich gefährlich werden.

Aber im Moment würde ich noch nicht sagen: Das ist der neue König der Modeler.

Ich würde eher sagen: IK hat endlich ein richtiges Motorrad um seinen verdammt guten Motor gebaut. Jetzt müssen wir nur noch sehen, ob es auch schnell genug ist, um die anderen einzuholen. 😏
 

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