Nuendo hat zwei Video-Spuren und das reicht eigentlich, um einen alten Schnitt an einen neuen Schnitt anzupassen. Wozu sollte man mehrere Video-Tracks brauchen? Nuendo und Cubase wollen keinen Video-Editing-Software sein. Daher braucht man keine Fades, Crops etc. Wo wäre dann das Ende? Soll dann noch Color Grading kommen, KI für Video, Video-Effekte? Du kannst ganz einfach den Clip als einzelnes Video exportieren, nur den gewünschten Zeitabschnitt und auch noch verschiedene Format und Qualitätsstufen wöhlen.
Nuendo hat zwei, Cubase leider nur eine. Das dürfte ruhig mal in der alten Cubendo-Tradition weiter nach unten vererbt werden für meinen Geschmack.
"Wo das Ende sein sollte" kann ich dir auch sagen: bei einmal Grundbesteck. Sagen wir, einmal die Inspector-Ecke aus Davinci. Du brauchst vielleicht keine Crops, ich aber habe manchmal das Problem, dass wenn ich ein Konzert Video nachbearbeite (hust), ich aufpassen muss, dass ich schön sauber synchron zur Performance bleibe, wenn ich doch mal irgendwo was ersetzen muss. Allein dafür wäre eine Zoom-Funktion, die NICHT verlangt, dass gleich mit dem gesamten Video Fenster Bildschirm Platz wie blöde verbrate, extrem nützlich. Und schnelle Edits, Exports, oder Ansichtsvideo für die Kundschaft, wo man vielleicht noch vorne nen schnellen Titel draufpappt - das sind alles Dinge die man wegen mir sehr sehr gerne direkt aus Cubase rausspielen könnte. Aktuell muss man für jeden, und auch wirklich absolut jeden Pups direkt mit dem Programm Hopping anfangen. Das ist eine Doppelung, die insbesondere bei grossen Files und langen Shows übelst Aufwand verursacht, und zwar Aufwand der stumpfen Abarbeitungs-Sorte.
Und eine Blaupause dafür gibts auch: da gibts z.b. diese Früh-2000er Hobbyisten Software (-Leiche, vermute ich) namens Sony Vegas. Das war ein Kind von der Acid-Daw, da haben sie einfach innerhalb bemerkenswert kurzer Zeit eine Packung VIdeo Basics beigelegt. Lag sicherlich auch daran, dass ganz viele Basics - UI Design, grundlegendes Bedienkonzept, technischer Backbone der Timeline etc pp schon vorhanden war.
Und kam dann so gut an, dass sie daraus ne neue Produktlinie gezüchtet haben.
Da erlaube ich mir die Einschätzung: was in den 2000ern ging, sollte heute sogar noch eher gehen. Zumal man damals noch sich zwangsweise mit dem totalen Format-Chaos rumschlagen musste, wo man heute sagen könnte, Quicktime Container mit h.264/265, ciao Kakao.
Es geht da auch gar nicht um fertige Endprodukte. Klar will niemand nochmal ne Cinema Grade Farbkorrektur in ner DAW sehen. Aber so paar Basics halt, dass man nicht für jeden Pups während des Arbeitsprozesses Programm Hopping betreiben muss. Manchmal muss/will ich auch nur einem Fernsehredakteur erklären "kuck, und an der Stelle überblendest du von da nach da". Riesenaufwand aktuell. Muss halt einfach nicht sein. Und wäre mir deswegen lieber als das 2764ste neue Onboard-Plugin.
Mal ganz davon abgesehen, was für eine unschlagbare Score-to-Pic Lösung Cubendo wäre, wenn man Basic Video Funktionalität UND Dorico Notation mit im Paket hätte. Da käme halt aus Sicht eines Filmcomposers abermalsorichtig gar nix anderes mehr mit.