HPDoctor kostenloser Hochpass (1-150 Hz) mit fraktionalen Ordnungen

  • Ersteller Ersteller 091audio
  • Erstellt am Erstellt am
0

091audio

Teilzeitmusiker
Registriert
14.06.24
Beiträge
2
Reaktionen
2
Punkte
9
Hallo zusammen,

ich bin Andy und entwickle unter dem Namen 091Audio nebenberuflich Audio-Plugins. Hauptberuflich bin ich in der Entwicklung von Software im Postprocessing von Messdaten tätig. Als Hobbymusiker wollte ich schon immer beide Welten zusammenbringen.

HPDoctor ist schon seit Mai draußen und wurde bisher vor allem auf englischsprachigen Foren wie Gearspace und KVR vorgestellt. Ich möchte aber auch im deutschsprachigen Raum präsent sein, deshalb hier nachträglich die Vorstellung.

Was ist HPDoctor?
HPDoctor ist ein Hochpassfilter mit einem Regelbereich von 1 bis 150 Hz. Es gibt sieben verschiedene Filtertypen: Butterworth, Elliptic, Chebyshev I und II, Bessel, Ladder und Allpass. Je nach Filtertyp gibt es auch fraktionale Ordnungen, d. h. die Flankensteilheit kann z. B. auch 1 dB/Okt. oder 3 dB/Okt.

Der optionale „Const -3 dB“-Modus ist darauf ausgelegt, die unterschiedlichen Filtertypen so auszurichten, dass an der eingestellten Frequenz jeweils -3 dB anliegen. So ist es einfacher, beim Typenwechsel Vergleichbarkeit zu erhalten. Intern wird durchgehend mit 64 Bit gerechnet, und alle Parameter- und Typwechsel laufen klickfrei.

Typische Einsätze
  • DC-Offset entfernen, ohne den hörbaren Bass anzufassen
  • Subsonic-Anteile vor dem Kompressor aufräumen
  • Kick und Bass mit Resonanz an der Grenzfrequenz formen
  • Hochpässe im Stil klassischer Mischpulte
  • Cleanup im Mastering
  • Phasenausrichtung über den Allpass-Modus

Idee und UI-Design stammen von Ronny Pries.

Neu in Version 1.1
Das Fenster ist jetzt frei skalierbar (0,8× bis 2,0×). Außerdem habe ich einen Kalibrierungsfehler beim -3-dB-Punkt der Elliptic- und Chebyshev-Filter behoben. Beides kam direkt aus Rückmeldungen von Nutzern.

Download
HPDoctor gibt es kostenlos als VST3 und AU für Windows, macOS (signiert) und Linux:
https://091audio.de/#hpdoctor

Eine Frage an euch
Inzwischen kamen mehrfach Anfragen nach einer Bandpass-Variante, also einem „Bandpass Doctor“ mit dem gleichen Ansatz auch für einen Lowpass, der dann bis nahe an die Nyquist-Frequenz gehen würde. Gewünscht wurde auch eine Grenzfrequenz über 150 Hz, um den Filter auch klanglich formend einzusetzen. Das könnte man an der Stelle gleich kombinieren. Wäre so etwas für euch interessant, und wofür würdet ihr es nutzen?

Über Feedback, Fehlerberichte und Ideen freue ich mich.

Grüße
Andy
 
  • Interessant
  • Danke
Reaktionen: schrubber23 und Dasound

Echt?
Sorry - das ist roadkill als steak verkaufen wollen...

Gibt es eine Vorteilsdarstellung zum Beispiel, damit man verstehen kann für was das gut sein soll?
 
Echt?
Sorry - das ist roadkill als steak verkaufen wollen...

Gibt es eine Vorteilsdarstellung zum Beispiel, damit man verstehen kann für was das gut sein soll?
Scheint mir auch eher ein nettes Projekt für eine Abhandlung der verschiedenen Filtertypen als ein ernsthaft für die Nutzung gedachtes Produkt zu sein
 
Kurz vorweg: HPDoctor ist kostenlos und braucht keine Registrierung, verkauft wird hier also nichts. Auf die Anwendungsfrage gehe ich aber gerne ein.

Ursprünglich ging es um einen Hochpass, der sehr weit nach unten reicht, nämlich bis 1 Hz. Die meisten EQs hören bei etwa 20 Hz auf. So tief angesetzt verändert ein Hochpass kaum den hörbaren Pegel, dreht aber die Phase bis in den Bassbereich hinein. In analogen Schaltungen entsteht genau das durch mehrere Stufen mit DC-Filtern. Wenn man Plugins analysiert, die analoge Schaltungen emulieren, sieht man das ziemlich schnell.

Ein Beispiel ist der Phi-Schalter im Slick EQ GE, den man in HPDoctormit dem Allpass nachstellen könnte. Weitere Anwendungen sind das Entfernen von DC-Offset, zum Beispiel nach Synths oder starken Waveshapern, ohne den Bass anzufassen, und das Ausfiltern von Subbass-Energie vor einem Kompressor, ähnlich wie es ein Sidechain-Filter macht, falls der Kompressor einen hat.

Mit hoher Güte entsteht an der Grenzfrequenz ein Resonanz-Bump, ähnlich wie man ihn von Tape kennt. Bei Kick oder Bass kann man so den Mud darunter wegnehmen und gleichzeitig den Knock bei 40 oder 80 Hz betonen.

HPDoctor ist dabei keine Emulation, sondern ein Werkzeug, mit dem man solche Effekte gezielt einstellt.

Die fraktionalen Flanken (1 und 3 dB/Okt) kamen später auf Anfrage eines Mastering Engineers dazu. Normale Hochpässe gibt es nur in 6-dB-Schritten, und selbst 6 dB/Okt ist im Mastering oft zu viel. Mit flacheren Flanken kippt man das Low-End sanft ab, statt es abzuschneiden, und dreht dabei deutlich weniger an der Phase: bei 3 dB/Okt etwa halb so viel wie bei einem 6-dB-Filter, bei 1 dB/Okt nur noch einen Bruchteil.

Das sind bewusst Feinheiten und kein Effekt, der einem beim ersten Hören ins Gesicht springt. Wer so etwas nicht braucht, braucht HPDoctor auch nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
×
Dir gefällt Recording.de? ❤️ Lasse dir unsere neuesten Inhalte in der Google-Suche ganz oben anzeigen!

Oft gelesene Themen

Zurück
Oben