Hab ich das nicht?
- Sommerglut war unerträglich
- Herbsteinzug bringt Erleichterung
- altes Selbstmitleid wird weggeworfen
- Natur atmet auf
- zum ersten Mal wird der Herbst mit erhofftem Liebesverlangen gleichgesetzt
Okay, das hätte ich so nicht verstanden.
Ich lese Teil 1 und 2 des Originaltexts als ziemlich fühlbar geschriebene positive Darstellung der Befreiung und Erleichterung, die der Herbst bringt. Das ist für mich ein passender und nachvollziehbarer Einstieg.
Teil 3 verwirrt mich dann, weil jetzt bereits was anderes kommt: Sprung in die Vergangenheit, neues und negatives Thema (Herbst als Symbol für Vergänglichkeit).
Teil 4 kann ich nicht zuordnen, weil ich nicht verstehe, was mit "Wäscheplatz" ausgedrückt werden soll.
Der Versuch, eine besser nachvollziehbare Gewichtung und Reihenfolge in den Text reinzubringen, sähe für mich so aus:
Falls die Idee die ist, dass die bestehenden Teile die Strophen sind und dazu noch ein zusätzlicher Refrain geschrieben wird, dann fände ich es besser, wenn diese Strophen einheitlicher wären und nicht bereits so große Sprünge machten. Zusätzlich müsste natürlich noch ein Refrain gefunden werden.
Falls diese vier Teile für sich alleine stehen und eine Steigerung rüberbringen sollen (so verstehe ich es jetzt), dann würde ich versuchen, diese Steigerung klarer zu machen.
Bei Teil 3 müsste rüberkommen, dass das nicht ein Themenwechsel ist, sondern quasi die vorweggenommene Entkräftigung eines möglichen Gegen(-Herbst)-Arguments. Klarer wäre es beispielsweise dann, wenn Teil 4 direkt mit "jetzt" begänne.
Dann hätte man die zwei Punkte "früher" und "jetzt" eindeutiger gegenübergestellt und besser gezeigt, dass der erste Punkt vom zweiten quasi übertrumpft wird. Der Punkt danach müsste dann entsprechend ein sehr starker sein.
Ob die Verbindung von Nebelwallen und Liebesverlangen dafür passt, weiß ich nicht.
Es ist zumindest speziell, dass du ein Phänomen, das man allgemein als "Frühlingsgefühle" bezeichnet, in den Herbst verfrachtest und mit Nebel und fallenden Blättern in Verbindung bringst.
Ich glaube, dass die wallenden Nebel ein sehr starkes und sehr gut passendes Bild für den Herbst sind und gut passen zu anderen (durchaus positiven) Assoziationen des Herbsts wie Abkühlung, kürzere Tage, Herunterfahren, ruhigere, vielleicht melancholische Stimmung.
Auch als Titel ist das stark, weil sehr bildlich.
Dass am Ende Liebe steht, wirkt ein bisschen wie der Standardschluss, der zum Positiven gut passt, zur Herbstthematik aber nicht so gut.