Hi Whitealbum,
lange nichts voneinander gehört. Ich hoffe, es geht Dir gut.
Zu der Sache: Ich habe sogar aus diesem Grund extra Superior Drummer 3 aus der Versenkung geholt und installiert, weil mich das Thema interessierte.
Lief es denn schon mal besser als jetzt? Wann? Was hat sich geändert? Hardware? Treiber? Fällt Dir irgendwas ein?
Ich würde mal ein fertiges Projekt mit SD3 herauskramen und öffnen, um zu checken, ob das, was früher mal lief, jetzt auch läuft oder auch ähnliche Probleme bereitet. Aber das hast Du vermutlich auch schon getan, oder?
Ansonsten ein paar Vorschläge, was man überprüfen könnte:
- Entweder fehlen irgendwo noch Einstellungen im BIOS oder in Windows, um einen festen, schnellen Takt zu gewährleisten. Das habe ich jetzt oben nochmal für Dich zusammengefasst.
- Du könntest auch thermische Probleme haben, was ein Throttling des Taktes verursachen könnte. Da lohnt es sich, die CPU‑Temperatur und den Systemtakt im Auge zu behalten.
- Oder Du hast ein Problem mit Treibern, die zu lange einen CPU‑Core in Beschlag nehmen. Treiber arbeiten autark am Prozessscheduler vorbei und laufen so lange auf einem Kern, bis sie die CPU von sich aus freigeben. Das muss auch so sein, um zu gewährleisten, dass wichtige I/O‑Operationen abgeschlossen werden. Sonst hättest Du viel schlimmere Probleme mit Datenintegrität, wenn Dateien nicht zuverlässig geschrieben würden.
- Überprüf auch mal den Sitz aller SATA‑Stecker. Ein Wackeliger kann z. B. den Durchsatz killen. Das hatte ich mal bei einer SATA‑Verbindung zu einer SSD. Du kannst auch mit Tools wie HD Tune Pro die SMART‑Werte der SSD‑Laufwerke auslesen, ob es irgendwo auffällig hohe Counter gibt. Wenn die Sound Library aber erst einmal geladen ist und im RAM steht, dann sollte das Performance-Problem eigentlich nicht mehr akut sein. Jedoch: „Sicher ist sicher".
- Vielleicht auch das Gleiche bei den RAM‑Modulen. Hat Dein Mainboard eine RAM‑Anbindung über 2 oder 4 Kanäle? DUAL oder QUAD‑Channel? Sind die DRAM‑Module so bestückt, dass Du zumindest den DUAL‑Channel‑Mode erreichst?
Ich glaube, CPU‑Z meldet die Anbindung. Bei meinem Mainboard "Quad".
Du hast nach Deiner CPU zu urteilen DUAL Channel. Dann wäre die Frage, welche Bestückung die verwendest.
Mit 4 × 16 GB laufen viele 5900X-Systeme nicht stabil über DDR4-3200, teils nur 2933.

Ich vermute mal, das Basistuning hast Du schon hinter Dir, so lange wie Du bei recording.de und überhaupt in Sachen DAW mit dabei bist. Aber lass uns trotzdem noch einmal die wichtigsten Punkte durchgehen.
Meine BIOS Optimierungen bei meinem Mainboard hier. Da ist eine Tabelle mit Werten, welche Verzögerungen Energiesparfunktionen bei einer CPU in etwa verursachen. Nur mal zum flüchtigen Überfliegen:
Überblick Blogartikel und zugehörige Artikel / overview blog articles and related articles:tubeheats Blog - ArtikelübersichtEDIT:Referenzen zu anderen Quellen im Internet bezüglich C-States, P-States, T-States; Ergänzungen im TextWeitergehende…
www.tonstudio-forum.de
Also im BIOS Energiesparen deaktivieren. Bei einem Intel-Board ist es im Wesentlichen folgendes (bei AMD gibt es teils andere Bezeichnungen, die ich nicht auswendig im Kopf habe, bitte googeln).
- C-States je nach BIOS aus oder auf C0/C1, das ist bei jedem Board ein bisschen anders.
- C1E deaktivieren
- TURBO würde ich anlassen, damit der Systemtakt auf allen Cores auf den sogenannten "All-Core-Turbo" erhöht wird und auf der Frequenz stabil läuft. Ich bin kein Freund vom maximalen Turbo für i.d.R. nur 2 Cores. Besser ist ein gemeinsamer hoher Systemtakt für alle Cores. Auch Taktänderungen verursachen gewisse Latenzen, aber frag mich nicht, wie hoch genau.
- EIST finde ich ganz praktisch, dann kannst Du nämlich den Systemtakt in den Energiesparprofilen noch selbst anpassen. Da habe ich früher beim Energiesparprofil „Ausgeglichen“ neben CPU‑Core-Parking auch den Takt individuell eingestellt.
- CPU Spread Spectrum (Taktschwankungen zur Reduzierung von EMI/EM‑Noise) würde ich auch abstellen. Lieber ein fester Takt.
Als Energiesparprofil unter Windows verwendest Du vermutlich so etwas wie "Höchstleistung", "Ultimative Leistung", "Bitsums Highest Performance" (Process Lasso Pro). So viel tun die sich alle nicht. Die kannst Du alle nehmen.
Was sagt denn LatencyMon? Vielleicht gibt es etwas, das die Effizienz Deines Rechners ausbremst.
Das ist nach wie vor das Nummer‑1-Tool, um das zu überprüfen.
Dabei solltest Du auf verschiedene Dinge achten
- Rechner frisch booten
- Nach dem Einloggen warten, bis Autostart und das Starten der Windows-Services durchgelaufen sind (siehe CPU-Aktivität), ca. 1–2 Minuten
- Sicherstellen, dass Energiesparprofile "Höchstleistung" oder vergleichbar aktiviert sind. Jedenfalls eines der o.g. Profile, bei denen CPU‑Core-Parking deaktiviert ist und der höchste Systemtakt eingestellt ist.
- Keine Programme starten, auch die DAW nicht. Wir messen hier die "Grundlast" Deines Systems ohne Applikationen. LatencyMon erzeugt ohnehin schon eine gewisse DAW‑Last.
- Vor der Messung in LatencyMon im Programm auf die Wahl der richtigen Optionen achten:
Tools -> Options: am besten auf Defaults klicken. Du brauchst die Messung: "Interrupt to user process latency".
- Während der Messung keine Tastatur- oder Mausaktivität
- Die Messung 5–10 Minuten laufen lassen. Damit einige Hintergrundprogramme eine höhere Wahrscheinlichkeit bekommen, auch noch etwas zusätzliche Last zu generieren. Für einen ersten Eindruck reichen erst einmal 5 Minuten, da sieht man i.d.R. schon genug.
Ich habe mit meinem System/meinen Treibern Glück.
Meine DPC‑Latenzen liegen meist im
zweistelligen Bereich zwischen 15 und 50 Mikrosekunden.
Informationen zu meiner aktuellen Installation und LatencyMon Vergleichswerte kannst Du Dir hier anschauen:
Overview blog articles and related articles:tubeheats Blog - Article Overviewfür die deutsche Übersetzung bitte runterscrollenAdded chapters “Prerequisites,” “Where to connect your USB recording interface,” and “Turnkey System for DAW work"Back to USB3…
www.tonstudio-forum.de
LatencyMon meckert erst ab 1000 Mikrosekunden. Aber je geringer der Wert, desto besser, denn dann hast Du mehr headroom für das Arbeiten mit geringeren ASIO‑Buffergrößen, ehe es zu Audioaussetzern kommt.
Mit einem RME UFX III alleine kannst Du gut mit ASIO-Buffer-Sizes im Bereich 32–128 Samples arbeiten.
Momentan ist eine HDSPe MADI FX mit 3 MADI Bussen und ein UFX III im System aktiv.
Da sind zwar auch kleinere Buffergrößen drin, aber optimale Stabilität auch bei Netzwerklast gibt es erst ab 128.
Falls sich das für Dich für zu hoch anhört, nicht täuschen lassen.
Die RTL (Round Trip Latency: A/D, Transfer zur DAW und zurück und D/A) in Verbindung mit dem M-1620 Pro AD/DA converter liegt dann immer noch bei nur 6,8 ms. Das ist ein toller Wert.
Dann kann ich immer noch den Firefox mit 64 Tabs öffnen aus dem Bereich Fotographie mit vielen Bildchen.
Und in Kombination mit Prozess Lasso Pro (Feature ProBalance) bremst dieser den Firefox noch etwas ein und es gibt keine Audio Aussetzer trotz massiver I/O.
Der Blogartikel mit Vergleich von RTL verschiedener Produkte:
https://www.tonstudio-forum.de/blog/entry/105-rtl-comparison-of-different-rme-products-en-de/ und hier die Tabelle mit den Werten von HDSPe MADI FX ivM M-1620 Pro.
Das Ganze einfach nur mal zum Vergleich, damit Du ein paar Anhaltspunkte hast, wo Du gerade mit dem System stehst.
Vielleicht findest Du darüber heraus, wo es bei Dir möglicherweise Abweichungen im Performance-Verhalten gibt.
Von der reinen Benchmark-Performance her ist Deine CPU schneller im Vergleich zu meiner.
Du hast einen 12‑Kerner, ich einen 8‑Kerner. Den hatte ich mal vor ein paar Jahren günstig auf eBay gebraucht gekauft für 160 €. Früher lag der mal bei 1750 € Neupreis. Vorher hatte ich den deutlich günstigeren 6‑Kerner E5‑1650 v3, später v4. Mein Rechner ist noch von 2014. Aber auch aufgerüstet bis 64 GB RAM und 2 × 10 Gbit LAN. Auch nur noch SSDs drin.
Überblick Blogartikel und zugehörige Artikel / overview blog articles and related articles:tubeheats Blog - ArtikelübersichtEDIT:Kontinuierliche Überarbeitung des Blog-Artikels wegen vieler HW-Upgrades und OptimierungenNew: details about my PC setup and…
www.tonstudio-forum.de
Hier noch ein brauchbares Tool vom RME User Forum zum Checken der Windows settings.
Das fand auch Matthias Carstens von RME sehr brauchbar.
[2.0.0]I built a free Win optimization tool for audio/video production (Page 1) — Tips & Tricks — RME User Forum —
forum.rme-audio.de
Der Autor ist aus Korea. Wir hatten vor ein paar Wochen einen Video Chat. Vor ein paar Monaten hatte ich sein Tool reviewed und noch ein paar Anregungen gegeben. Das funktioniert klasse. Gerade auch was ziemlich versteckte USB‑ und PCIe-Stromsparfunktionen in den Energiesparplänen anbelangt. Solcherlei Dinge bekommt man mit dem Tool super easy geradegezogen und das Basis-Setup überprüft.
Sorry, ist jetzt doch etwas lang geworden, das Posting. Aber ich hoffe, es gibt Dir ein paar Ideen, wo Du zu suchen hast und vielleicht hilft es Dir weiter. Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen bei der Fehlersuche/-eingrenzung.
VG