Schmerz im Puls

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Schönen Sonntag, Leute!

Wie ihr vielleicht aus diesem Thread wisst, bin ich postoperativ aktuell einhändig unterwegs, und das noch für einige Woche. Deswegen schraub ich an einem kleinen Konzeptalbum zu meinem ganzen OP-Gedöns, Genre irgendwas mit Trip-Hop, weil das einhändig geht.

U.a. schmerzbedingt in den letzten Tagen nicht viel geschafft, aber folgenden Text. Standard-Ennui-mäßig natürlich ohne KI.

Über Feedback freu ich mich wie immer sehr.

Titel: Schmerz im Puls [Schmerzimpuls]
Ennui, 13. & 14.06.2036

<str1>
Nähte ohne Bindfäden
Subkutane Traumfänger aus Spinnweben
Der Schmerz konzentriert sich im Puls
Schläft nie unter der Decke des Mulls

<ref>
Der Schnitt gibt den Schmerzimpuls
Mit XXX BPM* stampft der Schmerz im Puls
Windet sich und will zum Kopf hinauf
Drück ihn runter, doch der Schmerz im Puls pocht darauf

<str2>
Nahtloser Übergang
In verträumten Fieberwahn
Schleicht hoch in die Brust
Durchbricht pharmakologischen Schutz
In schäumendem Blut fließt der Schmerz
Als Echo durch mein Herz

<ref>
Der Schnitt gibt den Schmerzimpuls
Mit XXX BPM* stampft der Schmerz im Puls
Windet sich und will zum Kopf hinauf
Drück ihn runter, doch der Schmerz im Puls pocht darauf

<str3>
Keine Abstoßung von Schmerz
Er stößt gegen jeden Nerv
Brennt wie Feuer und Eis
Schmilzt ins Fleisch
Der heilige Nagel durchs Handgelenk gebohrt
Gibt mir jede Bewegung vor
Zum Gedankenfluss kondensiert
Auf den sich all mein Denken fixiert

<ref>
Der Schnitt gibt den Schmerzimpuls
Mit XXX BPM* stampft der Schmerz im Puls
Windet sich und will zum Kopf hinauf
Drück ihn runter, doch der Schmerz im Puls pocht darauf

<outro>
Habe mir den heißen Draht
Mit den Fingernägeln aus den Knochen gescharrt
Der Schmerz bleibt gleich
Der Schmerz bleibt**
Der Schmerz bleibt gleich
Der Schmerz bleibt
Der Schmerz bleibt gleich
Der Schmerz bleibt [letzte Zeile wiederholt sich mehrmals, Pitch geht runter, Distortion geht rauf, fade-out]

* Je nachdem wie viele BPM der Song haben wird. Muss ein bisschen schneller sein, weil die Pulsfrequenz unter Schmerz gerne mal erhöht ist.

** "Der Schmerz bleibt gleich" wird für das "Der Schmerz bleibt" gesampled und man sollte irgendwie merken, dass das "gleich" abgeschnitten ist.
 
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Ist immer eine erfrischende Abwechslung, wenn mal etwas "moderner" gereimt wird:
Nähte ohne Bindfäden
Subkutane Traumfänger aus Spinnweben
Der Einstieg ist schon ziemlich gut, "Übergang" auf "Fieberwahn" mag ich auch, bisschen holprig aber viel ist dann ja auch Betonung und manches Geschmackssache. Würde ich statt "fixiert" "konzentriert" auf "kondensiert" bevorzugen? Vermutlich und "Brennt wie Feuer und Eis" ist schon sehr nahe am Klischee. Gefallen tuts mir trotzdem, sonst würde ich schweigen dazu :).
 
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Insgesamt zu weinerlich und hundert Mal das Wort Schmerz. Ist mir zu viel Schmerz!
 
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Ich finde, der Text enthält zu viele Substantive - besonders am Anfang. Auch zu viele zusammengesetzte Substantive. Das macht ihn unnötig träge (bis statisch) und kompliziert (bis mühsam).

Tempo und Handlung entstehen durch Verben und Adjektive. Substantive so wenige einstreuseln wie möglich.

Bsp.: Nähte ohne Bindfäden -> drei Worte, davon zwei Substantive, davon ein ein zusammengesetztes.

Wie wäre es mit: ungenähte Nähte -> nur ein Substantiv plus ein Adjektiv, das gleichzeitig das Substantiv kontrastiert

Bsp.2: Subkutane Traumfänger aus Spinnweben -> sehr kompliziert und "gedrechselt" -> wie wäre es mit: Spinnweben geträumt

dann hießen die ersten beiden Zeilen

ungenähte Nähte
Spinnweben geträumt

usw.usf.
 
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Schläft nie unter der Decke des Mulls
finde ich sehr plastisch, zumal auf Puls gereimt. Unironisch Herz auf Schmerz zu reimen ist natürlich verwegen, aber vielleicht ist ja die Medizin genau der Ort, wo das funktioniert.
 
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Mir ist es etwas zuviel Gerede. Aber mit der richtigen Musik kann es der Hammer werden. Auf der Intensivstation piept und summt immer irgendwas. Vielleicht kann man das mit einbauen.
Immerhin sehr modern. :)
 
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..ich beneide dich nicht..und ich wünsch dir eine Massage, die die richtigen Stellen zwischen Steiß und Haaransatz findet und sie zu behandeln weiß..wenn dann noch Yoga und autogenes Training greifen, erhoffe ich mir als nächsten Text einen, der uns alle mit in den Bann der Entspannung zieht..

..alles Gute für die nächste Zeit..
 
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Da sind tolle ideen dabei.
Ich würde allerdings versuchen, das ganze noch etwas abstrakter zu halten und eine doppeldeutige parallele ausserhalb des medizinischen kontextes herauszuarbeiten und vielleicht auch nicht zu konkret in die medizinischen begrifflichkeiten hineinzugehen.
 
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Hallo Leute!

Liebsten Dank für all euer Feedback. Ich antworte später nach und nach, weil die Wundschmerzen nach Fadenzug gerade komplett irre sind.

Auch wenn ich euer Feedback vielleicht nicht umsetze (habe eine ziemlich genaue Vision), ist das nicht persönlich gemeint. Jeder eurer Gedanken ist mir sehr wertvoll, weil er mir eine andere Perspektive zeigt.
 
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  • #10
Ist immer eine erfrischende Abwechslung, wenn mal etwas "moderner" gereimt wird:
Vielen Dank! Auch sehr erfrischend, wenn das mal gelobt wird. War nicht erzwungen und hat sich so ergeben. Hatte mich draußen auf eine Liege gelegt und am Zaun neben mir eine Spinnwebe gesehen.

Der Einstieg ist schon ziemlich gut, "Übergang" auf "Fieberwahn" mag ich auch, bisschen holprig aber viel ist dann ja auch Betonung und manches Geschmackssache.
Betonung, yes. Gesungen kommt der reimende Charakter nochmal mehr durch. Ich mag Assonanzen einfach.

Würde ich statt "fixiert" "konzentriert" auf "kondensiert" bevorzugen? Vermutlich und "Brennt wie Feuer und Eis" ist schon sehr nahe am Klischee. Gefallen tuts mir trotzdem, sonst würde ich schweigen dazu :).
Feuer und Eis war Absicht, weil ich mich andernorts im Album auf "Das Lied von Eis und Feuer" beziehen werde. Game of Thrones hilft gerade, mich abzulenken. Hat mich nie interessiert. Meine Freundin hat mir die Serie mit etwas "Nachdruck" empfohlen. ^^
 
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  • #11
Insgesamt zu weinerlich
Naja, wenn's halt ganz dolle weh tut? 😭

und hundert Mal das Wort Schmerz. Ist mir zu viel Schmerz!
Deswegen im Text:
Zum Gedankenfluss kondensiert
Auf den sich all mein Denken fixiert


Erste Version hatte das Wort "Schmerz" in jeder Zeile. War dann aber selbst mir zu viel.

------
Würde später mal eine komplette Textinterpretation hier reinschreiben, damit man meine Gedankengänge nachvollziehen kann.
 
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  • #12
Ich finde, der Text enthält zu viele Substantive - besonders am Anfang. Auch zu viele zusammengesetzte Substantive. Das macht ihn unnötig träge (bis statisch) und kompliziert (bis mühsam).

Tempo und Handlung entstehen durch Verben und Adjektive. Substantive so wenige einstreuseln wie möglich.

Bsp.: Nähte ohne Bindfäden -> drei Worte, davon zwei Substantive, davon ein ein zusammengesetztes.
War eine bewusste Entscheidung, auch um die zwei zusammengesetzten Nomenreime einzustreuen, die ja sehr dominant in Rap-Musik sind. Tempo braucht der Text gar nicht so, weil der Schmerz an sich ja schon sehr bremsend ist, wenig Dynamik zulässt und das Denken vereinnahmt.

"Nähte ohne Bindfäden" erzeugt sofort ein Bild. Es symbolisiert für mich auch ein gefesselt sein ohne Schnur. Als Hinführung zur nächsten Zeile löst es sich auch auf. Mehr dazu in meinem Beitrag mit Iterpretationsmöglichkeiten.

dann hießen die ersten beiden Zeilen

ungenähte Nähte
Spinnweben geträumt
Auf jede Fall danke für den Vorschlag. Für mich geht das nicht auf und nimmt den Zeilen mehr Kopfkino weg. Ich verstehe auch den Sinn dahinter nicht. Der Traumfänger unter der Haut aus Spinnweben klingt für mich "interessanter", neugierig machender.
 
  • #13
Ich verstehe auch den Sinn dahinter nicht. Der Traumfänger unter der Haut aus Spinnweben klingt für mich "interessanter", neugierig machender.
Dass ich Deinen Sinn nicht erwische war mir schon klar. Ich habe ja nicht mal Dein Bild 100% verstanden - zu rätselhaft.

Mein Ansinnen war allein, etwas Kurzes zu formulieren und darauf zu hoffen, dass Du dadurch siehst, was ich meine. Dann könntest Du das evtl. als Anregung für eine komprimiertere, einfachere Struktur aufgreifen und . . . whatever . . .
 
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  • #14
finde ich sehr plastisch, zumal auf Puls gereimt.
War ein Happy Accident, auf das ich sehr stolz bin. :smil451c7211b9e19:

Unironisch Herz auf Schmerz zu reimen ist natürlich verwegen, aber vielleicht ist ja die Medizin genau der Ort, wo das funktioniert.
Ja, da hat sich mir auch alles zusammengezogen, aber es trägt leider genau das, was ich ausdrücken will. Janz fiese Zwickmühle.

Mir ist es etwas zuviel Gerede. Aber mit der richtigen Musik kann es der Hammer werden. Auf der Intensivstation piept und summt immer irgendwas. Vielleicht kann man das mit einbauen.
Immerhin sehr modern. :)
Ich habe tatsächlich noch irgendwo kleine Tonaufnahmen von einer Intensivstation. Lange her, muss mal suchen.
 
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  • #15
..ich beneide dich nicht..und ich wünsch dir eine Massage, die die richtigen Stellen zwischen Steiß und Haaransatz findet und sie zu behandeln weiß..wenn dann noch Yoga und autogenes Training greifen, erhoffe ich mir als nächsten Text einen, der uns alle mit in den Bann der Entspannung zieht..

..alles Gute für die nächste Zeit..
Oh ja, da sagst du was! Massage könnt ich ganz dringend gebrauchen. Mit dem Zurückschreiten meines Haaransatzes hat sich der Massagebereich dann wohl bei mir verringert, aber genügend Stellen da, die mal gehörig entkrampft gehören. Ab Sonntag erstmal Urlaub vom Krankenstand machen. Strengt schon an, vor allem, wenn man sich eigentlich ganz viel vorgenommen hat, es aber einfach nicht unterkriegt.

Da sind tolle ideen dabei.
Ich würde allerdings versuchen, das ganze noch etwas abstrakter zu halten und eine doppeldeutige parallele ausserhalb des medizinischen kontextes herauszuarbeiten und vielleicht auch nicht zu konkret in die medizinischen begrifflichkeiten hineinzugehen.
Mit deinen Tipps habe ich jetzt einige Tage jongliert, weil ich schon beim Schreiben das Gefühl hatte, ob das Medizinische und Direkte nicht etwas zu viel ist. Hat mir noch mehr Kopfweh gemacht, also übernehm ich das für einen anderen Text (oder versuch es).

Nächster Text mit Demo-Gesang kommt bald! ist da!
 
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  • #16
@Ennui
wie geht es dir denn mittlerweile?
ich hoffe, die genesung schreitet voran!

bei mir bessert es sich von tag zu tag, aber es ist noch ein langer weg...
denke, ich werde mir die lapsteel klampfe von Thomann* holen.
die kann ich auch mit wenig bewegung in der linken hand bedienen...

 
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  • #17
Au ja, langer Weg, da sagst du was.
Musste die Dauermedikation gegen Schmerzen wieder aufnehmen. Bedarfsmäßig hat das nur kurz gehalten. Liegt sicher auch an der Hitze.

Ich hoffe, du bist schmerzfrei und hast bald wieder beide Arme frei!
 
  • #18
Au ja, langer Weg, da sagst du was.
Musste die Dauermedikation gegen Schmerzen wieder aufnehmen. Bedarfsmäßig hat das nur kurz gehalten. Liegt sicher auch an der Hitze.

wünsche dir, dass das bald wieder weg kann..

Ich hoffe, du bist schmerzfrei und hast bald wieder beide Arme frei!

relativ schmerzfrei schon, aber beidseits noch stark bewegungseingeschränkt...
bin halt noch beim waschen und anziehen auf hilfe angewiesen.
 
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  • #19
@jet2 und @Ennui schreckliche Sache.
Wünsche Euch Beiden für Besserung und schnellste Genesung!
 
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