News Rupert Neve Designs veröffentlicht erste eigene Plug-ins

Master Buss Processor, 551 Inductor EQ und 542 Tape Emulator übertragen drei Hardware-Modelle in die DAW.

Rupert Neve Designs veröffentlicht mit dem Master Buss Processor, dem 551 Inductor EQ und dem 542 Tape Emulator erstmals Plug-ins unter eigenem Namen. Die drei Software-Versionen basieren auf entsprechenden Hardware-Produkten des Herstellers und wurden in Zusammenarbeit mit McDSP entwickelt. Neben der Nachbildung der jeweiligen Schaltungen wurden die Plug-ins um zusätzliche, softwarebasierte Funktionen erweitert.

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Der Master Buss Processor orientiert sich am 2011 vorgestellten Portico II Master Buss Processor. Die Hardware kombiniert Dynamikbearbeitung und Eingriffsmöglichkeiten in das Stereobild und wird unter anderem für Mixing, Mastering und Live-Anwendungen eingesetzt.

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Der 551 Inductor EQ basiert auf dem gleichnamigen 500-Series-Equalizer. Dessen Schaltung wurde ursprünglich für den Shelford Channel entwickelt und bietet drei EQ-Bänder, deren Konzeption sich an früheren Equalizer-Designs von Rupert Neve orientiert.

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Mit dem 542 Tape Emulator überträgt Rupert Neve Designs außerdem seine Bandsättigungs-Schaltung in ein Plug-in. Das Konzept kombiniert Tape Saturation mit einem Soft-Clipper zur Bearbeitung ausgeprägter Signalspitzen sowie den vom Hersteller bekannten Silk Red- und Silk Blue-Schaltungen zur harmonischen Klangformung.

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Nach Angaben von Rupert Neve Designs sollen die Software-Versionen den Klangcharakter der jeweiligen Hardware möglichst originalgetreu nachbilden. Gleichzeitig wurden Funktionen ergänzt, die sich durch die Umsetzung als Software realisieren lassen.

Für die Entwicklung der drei Plug-ins arbeitete Rupert Neve Designs mit McDSP zusammen. Obwohl Rupert Neve Designs in der Vergangenheit bereits an Softwareprodukten anderer Anbieter beteiligt war, handelt es sich beim Master Buss Processor, 551 Inductor EQ und 542 Tape Emulator um die ersten Plug-ins, die das Unternehmen selbst veröffentlicht.

Unterstützt werden DAWs mit AAX-, AU- und VST3-Schnittstelle, darunter Pro Tools, Logic Pro, Cubase, Nuendo, FL Studio, Ableton Live, LUNA, Reaper, Sonar und Studio One. Die Plug-ins laufen nativ sowohl auf Intel- als auch auf Apple-Silicon-Prozessoren.

Für die Lizenzierung wird iLok eingesetzt. Unterstützt werden iLok 2 und iLok 3 als USB-Smart-Key sowie maschinenbasierte Autorisierung oder eine iLok-Cloud-Session über den iLok License Manager. Jede Plug-in-Lizenz umfasst zwei Aktivierungen.

Preise und Verfügbarkeit
Alle drei Plug-ins sind ab sofort über Rupert Neve Designs sowie ausgewählte autorisierte Händler erhältlich.

Der Master Buss Processor kostet 199 US-Dollar, der 551 Inductor EQ und der 542 Tape Emulator jeweils 129 US-Dollar.


View: https://youtu.be/JusWPFa8q-Q


Quelle: Rupert Neve Designs
 

Da zahlt man doch gerne für den Namen drauf.
 
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  • Haha
Reaktionen: Danielhoffnung und ranzman
Rupert Neve hat sein Leben damit verbracht, hochwertige analoge Schaltungen zu entwickeln. Keine bunten GUIs, keine 27 Presets mit Namen wie „Vintage Magic“, sondern richtige Elektronik. Bauteile, Schaltungen, Übertrager, Netzteile – und vor allem jede Menge Erfahrung und Leidenschaft. Seine Geräte stehen bis heute in Studios, in denen tatsächlich Musik produziert wird und nicht nur YouTube-Videos über „analogen Sound“ entstehen.

Und dann kam die Plugin-Industrie.

Seit Jahren wird uns erzählt, man habe jetzt endlich den „legendären Neve-Sound“ als VST. Für 39,99 Euro. Wahlweise im Sale für 19,99. Einfach auf den Insert legen und schon klingt die DAW wie ein 50 Jahre altes High-End-Studiogerät. Das ist ungefähr so überzeugend wie die Behauptung, Afrika hätte den ersten Mondflug organisiert.
Aber gut damit könnte man sich ja noch abfinden. Softwarefirmen müssen schließlich auch Geld verdienen und Marketing ist Marketing. Was ich allerdings wirklich bemerkenswert finde: Jetzt macht offenbar ausgerechnet das Unternehmen beziehungsweise das heutige Umfeld der Marke selbst bei diesem Spiel mit.

Rupert Neve ist tot. Und ausgerechnet jetzt wird sein Name zunehmend für genau das verwendet, was mit seiner eigentlichen Arbeit so wenig zu tun hat: Software, die per Mausklick den Eindruck erwecken soll, man hätte gerade seine jahrzehntelang entwickelten Schaltungen unter der Haube.

Ich frage mich ernsthaft, was Rupert Neve dazu gesagt hätte.

Wahrscheinlich hätte er nicht zuerst nach dem GUI gefragt. Denn seine ganze Karriere stand doch gerade für echte Ingenieursarbeit. Für Elektronik, die man anfassen, messen, hören und gegebenenfalls auch aufschrauben kann. Und heute wird daraus ein Plugin mit hübschem Skin und einer Werbeaussage über „analog warmth“. Man muss sich das einmal vorstellen: Ein Mann verbringt sein Leben damit, außergewöhnliche Hardware zu entwickeln – und nach seinem Tod wird sein Name benutzt, um uns zu erklären, dass ein Stück Software jetzt dasselbe macht.vNatürlich ist das alles legal. Natürlich darf man das machen. Und natürlich kann ein Plugin musikalisch gut klingen.

Aber darum geht es mir gar nicht.

Es geht um das Erbe.

Wenn man den Namen Rupert Neve auf ein Plugin schreibt, sollte dahinter meiner Meinung nach mehr stehen als die kommerzielle Ausschlachtung eines großen Namens. Sonst bleibt am Ende von Rupert Neves Lebenswerk nicht mehr viel übrig außer einem Logo, einem Marketingtext und dem obligatorischen „analog“-Button. Und genau das finde ich eigentlich am traurigsten. Rupert Neve hat Schaltungen gebaut. Heute baut man daraus Presets.

Wenn das wirklich die Vorstellung seiner Nachfolger davon ist, sein Erbe weiterzuführen, dann kann man eigentlich nur noch sagen:

Herzlichen Glückwunsch. Und jetzt bitte noch einen Grabstein-Emulator als VST3.
 
  • Danke
Reaktionen: Lina
Ich frage mich ernsthaft, was Rupert Neve dazu gesagt hätte.

Ohh Mann heul doch rum.. dann benutz auch bitte kein 1176 Plugin mehr von Putnmam & Co geschweige denn die ganzen anderen Brands wie SSL, API, Fairchild, Pultecs usw.
 
Ohh Mann heul doch rum.. dann benutz auch bitte kein 1176 Plugin mehr von Putnmam & Co geschweige denn die ganzen anderen Brands wie SSL, API, Fairchild, Pultecs usw.
Wie viel kosten die so?
 

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