Japaner

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(Test... zwo... drei...)


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Japaner
Auf einem Campingplatz nordöstlich von Bad Düben​
sind zwei Familien - eine hüben, eine drüben​
die eine selbstbewusst - die andre filigraner​
die eine vorbildlich - die andere Japaner​
Japaner, Japaner, Japaner​
mit ihren schwarzen Haaren...​
Es wird gegrillt und Vater hüben pustet heftig​
in seine Grillbriketts - von drüben brutzel's deftig​
er sagt: "Jetzt kuckt Euch die Japaner an - zum Lachen!​
Mit einem Gasgrill kann ja jeder Würstchen machen."​
Ein Weilchen später speist man drüben und winkt kindlich​
dem Vater hüben wird vom Fleischesduft ganz schwindlig​
er muss die Kohlen noch mit Grillanzünder impfen​
und fängt jetzt an, alle Japaner zu beschimpfen:​
"Japaner, ich sag es Euch, Japaner​
sind zwar auf ihre Art und Weise helle​
aber, aber​
die bohren immer an der dünnsten Stelle​
und dieses komische Jet-Li-Verschnitt-Gewese...!"​
die Tochter sagt: "Papa, Jet Li ist doch Chinese."​
"Ach sind wir jetzt wieder im Modus 'Frau Professor' "?​
"Frag lieber welchen Grill sie ham, denn der ist bessor,​
geh rüber, los, geh rüber, nu mache schon,​
ich mag sie eigentlich ganz gern​
und den Jungen mit den schwarzen Haarn den will ich un-​
bedingt mal kennenler'n..."​
Am späten Abend schlendert jemand wie zufällig​
zu den Japanern, wird in Wirklichkeit vorstellig​
ein wenig Small Talk zu diversen Grill-Modellen​
"Unserer günstig. Kann bei Amazon bestellen."​
sein kleines Mädchen plappert fröhlich fremde Worte​
und Vater hüben will jetzt nett sein, molto forte:​
"Na welche Sprache ist das - ch'rate mal: Japanisch?"​
die Kleine zwinkert, schüttelt's Köpfchen: "Koreanisch"​
so geht es zu, mein lieber Freund, so geht es zu​
auf einem Campingplatz im Sand​
die Sonne scheint, die Taube gurrt, am See​
die Sonne scheint, die Taube gurrt, am See...​
olé​
________________________________________________________​
 
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Technisch finde ich das gekonnt und gut gemacht. Mir gefällt besonders, dass der Reim in den ersten beiden Zeilen die Zeilen nicht inhaltlich trennt...
Auf einem Campingplatz nordöstlich von Bad Dübensind zwei Familien - eine hüben, eine drüben
Es wird gegrillt und Vater hüben pustet heftigvin seine Grillbriketts - von drüben brutzel's deftig
das finde ich gewitzt und es klingt frisch.


aber, aber die bohren immer an der dünnsten Stelle
Hier hätte ich eigentlich eine Art allgemeingültiges und weithin bekanntes Pauschalurteil über "Japaner" erwartet. "Bohren immer an der dünnsten Stelle" ist mir aber noch nie im Zusammenhang mit Japanern zu Ohren gekommen. Ist das vielleicht nur im Rheinischen (wo ich herkomme) nicht bekannt?
 
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Hier hätte ich eigentlich eine Art allgemeingültiges und weithin bekanntes Pauschalurteil über "Japaner" erwartet. "Bohren immer an der dünnsten Stelle" ist mir aber noch nie im Zusammenhang mit Japanern zu Ohren gekommen. Ist das vielleicht nur im Rheinischen (wo ich herkomme) nicht bekannt?

Nein, das ist natürlich überhaupt nichts "allgemeingültiges". Es soll eher zeigen wie der Vater tickt, wenn er sich ärgert: da werden dann eben aus dem Ärger mal schnell "allgemeingültige" Sachen erfunden. So wie wenn man über jemanden sagt, das ist ja mal wieder voll typisch - obwohl es überhaupt nicht typisch ist.
 
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Hier ein Demo des kleinen Sommerliedchens...

 
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Finde ich lustig!
 
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Hab es jetzt ein paar Mal gelesen, aber so richtig funzt es nicht. Wirkt, als wäre der Inhalt erst beim Schreiben entstanden. So schreibe ich auch oft, aber es darf eben nicht so wirken. ;) Wobei das jetzt schlimmer klingt, als es gemeint ist. :)
 
Nun hab ich es auch gehört.
Es ist einfach zu schnell entstanden.
 
Nun, beim Lesen bleibe ich oft innerlich stehen, weil ich fühle, dass dein Schreibfluss bei etwas mehr Geduld in eine andere Richtung gegangen wäre. Das muss nicht stimmen, ich empfinde es aber so. Ist vielleicht nur eine Einbildung.
 
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  • #11
die andre filigraner
Wirkt wie hinterher eingefügt
mit ihren schwarzen Haaren...
Wolltest du erst SCHRÄGE AUGEN nehmen? ;)
die bohren immer an der dünnsten Stelle
Wirkt, als würde es dich selber ärgern, dass du nichts anderes gefunden hast.
zu den Japanern, wird in Wirklichkeit vorstellig
Hier genau so.
geh rüber, los, geh rüber, nu mache schon,ich mag sie eigentlich ganz gern und den Jungen mit den schwarzen Haarn den will ich un-bedingt mal kennenler'n..."
Verlegenheitslösung?
so geht es zu, mein lieber Freund, so geht es zuauf einem Campingplatz im Sanddie Sonne scheint, die Taube gurrt, am Seedie Sonne scheint, die Taube gurrt, am See...olé
Das kannste besser - japanischer. ;)

Ich betone noch mal: Das können alles meine Einbildungen sein. Vielleicht z.B. wegen des Riesenabstandes zum Vatertext, wo ich heute noch platt bin.
 
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  • #12
Okay, Teestunde - ich kann natürlich nicht nachempfinden, wie Einzelnes bei Dir ankommt. Aber danke erst mal für Deine etwas ausführlichere Antwort.

Wolltest du erst SCHRÄGE AUGEN nehmen? ;)
Nein, wollte ich nicht. ;-) Nicht nur, um nicht wieder eine Rassismus-Diskussion loszutreten. Sondern weil das, woran man Menschen aus Ostasien aus der Entfernung überhaupt erkennt nun mal ihre Haare sind.

Wirkt, als würde es dich selber ärgern, dass du nichts anderes gefunden hast.
Da weiß ich nicht, ob Dir der Sinn nicht entgangen ist. Sie grillen mit einem Gasgrill - was unkompliziert und auch vergleichsweise saubere ist. Aus Sicht der anderen Familie - die anscheinend diesbezüglich etwas "traditioneller" eingestellt ist - machen sie es sich damit zu einfach. Ein "richtiger" Mann grillt mit Kohle. Basta. Wer das nicht tut, bohrt eben das Brett "immer an der dünnsten Stelle".
Für mich passt das. Wenn es für Dich nicht passt . . . nun ja, man kann es leider nicht allen recht machen. ;-)

Warum? Der Vater gehorcht seiner Tochter. Ist ja oft typisch für Familienkostellationen, dass die Töchter ihre Väter gut im Griff haben.

Verlegenheitslösung?
Warum? Die Tochter steht heimlich auf den Jungen. Also schickt sie ihren Vater rüber, sich nach dem Grill zu erkunden. So wird aus ihrer Sicht schon mal ein Kontakt geknüpft, ohne dass Sie selbst das anstoßen muss, was zu auffällig wäre. Später hätte sie ein Alibi, mit dem Jungen zu reden - weil die Väter sich ja schon kennen gelernt haben...
 
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  • #13
Siehste! Ich sollte öfter nachforschen, ob das, was bei mir ankommt, überhaupt so gemeint war.
 
  • #14
Siehste! Ich sollte öfter nachforschen, ob das, was bei mir ankommt, überhaupt so gemeint war.
Ist denn das Hauptthema des Textes bei Dir angekommen - also das, worum es darin eigentlich geht?
.
 
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  • #15
Nun, wo ich alle Erklärungen gelesen habe, ja. :)
 
  • #16
Nun, wo ich alle Erklärungen gelesen habe, ja. :)
Es sind ja nicht "alle" Erklärungen - nur die auf Deine Fragen.

Aber zum eigentlichen Thema hast Du noch nichts gefragt -> deshalb meine Frage, ob das Thema rübergekommen ist.
 
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  • #17
Also ich lese da, dass seine Tochter sich über Vaters schlechte Laune hinwegsetzt und den Jungen gern kennenlernen will. Das kommt bei mir als Hauptthema an.
 
  • #18
Also ich lese da, dass seine Tochter sich über Vaters schlechte Laune hinwegsetzt und den Jungen gern kennenlernen will. Das kommt bei mir als Hauptthema an.
Ja, weil Du halt überwiegend an Männlein-Weiblein-Themen interessiert bist. ;-) Dachte ich mir schon.

Nein, es geht in dem Text um was anderes (und ich hoffe, dass die Mehrheit der stummen Mitleser das auch erkannt hat):

Der Text heißt Japaner. Aber am Ende stellt sich heraus, dass das kleine Mädchen der "Japaner" koreanisch spricht. Na - warum?

Weil es Koreaner sind!

Der Vater "hüben" beurteilt die Anderen nur nach ihrem Aussehen und kennt die feinen Unterschiede zwischen Japanern und Koreanern nicht. Für ihn sind das alles "Japaner".

Es ist also ein Text über Vorurteile, die entstehen, wenn man Menschen nach ihrem Äußeren oder dem, was man sich dabei denkt, beurteilt.

Im Endeffekt will der Text sagen: bevor Du über jemanden urteilst, versuche erst ihn kennen zu lernen.
 
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  • #19
Das hab ich auch bemerkt, es war aber für mich nicht die Hauptsache. Tja, besser aufpassen!
 
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