@holgi Das ist ja wirklich mal interessant, denn dann bist Du einer der wenigen Menschen, dessen Sprechapparat von Milch nicht verschleimt. Ein Kollege "kann" das auch, er trinkt Kaffee mit Milch und isst dazu ein Stück Schokolade und kann danach ohne nennenswerte Beeinträchtigung sprechen. Das kann man dann wirklich individuell austesten, grundsätzlich würde ich davon eher abraten. Wasser mit mittel bis viel Kohlensäure kann auch helfen, dann kann man sich leichte "Frösche" im Hals auch wegrülpsen. Aber viele müssen dann aufstoßen, was dem einen oder anderen vielleicht unangenehm ist. Mir wären die Geräusche, die Sprudelwasser im Magen machen, in der Aufnahme mit evtl. jemandem in der Schalte oder auf der anderen Seite der Scheibe - Tontechnik, Regie - nicht hilfreich. Wenn ich allein aufnehme, isses mir wurscht, dann warte ich eben ein paar Minuten.
Leises Summen auf einem Ton im Komfortbereich, dann ein Intervall im Komfortbereich. Man kann dazu einen Vokal nehmen, der einem bequem für den Singapparat ist, bspw. O oder U, E oder auch wenig offenes A. Oder man singt einen bequemen Akkord aufsteigend und wieder absteigend auf NG und löst am Ende des Akkord unten auf einen Vokal. Das soll überhaupt nicht gut klingen, sondern hilft zu entdecken, auf welcher Tonhöhe der Belag auf den Stimmbändern sitzt. Mit diesem Akkord bewegt man sich die Tonleiter ohne Anstrengung und in einem kleinen Bereich die Tonleiter hoch und runter. Da mache ich oft am Tag auch beim Zähneputzen (nicht verschlucken!), beim Anziehen, Hochfahren der Technik im Studio, beider Hausarbeit oder Radfahren (vorsichtig mit herumfliegenden Insekten). Das sind alles Tätigkeiten, bei denen der Körper automatisch in einer gewissen Grundspannung ist und Stütze bietet. Oder man macht diese Übungen ganz solitär und hat dabei eine gute Stütze.
Kräutertees sind in Maßen und nicht zu stark dosiert auch hilfreich. "Scharfe" Tees wie zum Beispiel Salbeitee können bei zu intensiver Dosierung die Stimmlippen auch reizen. dosis venenum, nicht wahr. Jedenfalls kann Salbei dabei helfen, den Rachenraum von unerwünschten Keimen sauber zu halten. Ausgiebiges Gurgeln mit Salbeitee oder Salzwasser mit und ohne Summen hat den gründlicheren Effekt. Doch auch hier ist die richtige Dosierung, tendenziell lieber ein "dünne Mischung" wichtig, weil man sich die Stimmlippen sonst "verbrennt" und gerade dadurch heiser wird.
Solche Stimmübungen macht man besser in einer geringeren Lautstärke.