Hollander
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Hallo zusammen,
ich habe vorab (bevor ich die Messung mache) ein paar grundsätzliche Fragen, um zu erfahren, was in etwa auf mich zukommt und ob das ganze Sinn ergibt. Ich sehe den Raum aufgrund der Dachschräge und der Asymmetrien nämlich als problematisch an, zerbreche mir daran den Kopf.
Also, erstmal zum Raum (Fotos angehängt).
1. Raummaße und Geometrie
Länge (Frontwand zu Rückwand): 5,53 m
Breite: 3,95 m
Höhe: 2,4 m
Dachschräge links: Der gerade Teil der Wand (Kniestock) ist 110 cm hoch, darüber beginnt die Schräge und läuft auf 2,4 m Deckenhöhe hoch. Der horizontale Versatz beträgt ca. 1,29 m – der Punkt, an dem die Schräge die Decke erreicht, liegt also 1,29m von der linken Wand entfernt.
Tür rechts: Der Türrahmen beginnt bei 0 cm zur Rückwand, also direkt in der Ecke. Die Tür schlägt nach innen auf. Umhängen oder Öffnungsrichtung wechseln geht nicht, der Anschlag ist in den Holzrahmen eingefräst, das wäre ein kompletter Türtausch. Über dem Türrahmen sind 33 cm frei bis zur Decke. Die hintere rechte Ecke ist damit für
Festeinbauten im Prinzip tot.
Fenster in der Frontwand: Fensterbank bei 98 cm, gesamte Aussparung 124 cm breit, Oberkante ca. 198 cm inkl. Aussparung ab Boden. Darunter ein Heizkörper. Die freie Frontwandfläche links des Fensters ist 192cm breit, rechts 98 cm. Das Fenster sitzt also nicht in der Raummitte, sondern rund 40 cm nach rechts versetzt.
2. Verbaute Materialien / Beschaffenheit
Boden: alte Holzdielen, unbehandelt, mit freiem Fugen, auf Balken, darunter Hohlraum
Decke (flacher Teil): Gipskarton auf Lattung Dachschräge und Kniestock: 10 cm Styropor (EPS), fachmännisch und luftdicht gedämmt
Frontwand (Außenwand): ebenfalls 10 cm EPS
Rechte Wand: Innenwand, Altbau, tapeziert
Mir ist bewusst, dass EPS akustisch nichts absorbiert, die Schräge reflektiert also derzeit stark.
——-
Ich habe eine grobe Messung gemacht
Wichtige Einschränkung: Gemessen wurde mit den Focal CMS 50, nicht mit den üblichen KH 310, die sind gerade nicht vor Ort. Unterhalb 40 Hz sagt die Messung also nichts wirklich.
Setup: leerer, unbehandelter Raum, 256k Log Sweep, Mikrofon auf 1,10 m, L+R summiert. Testaufstellung: Lautsprecher direkt an der wand, 119 längs der Wand, 119 cm von jeweiligem Lautsprecher zur Hörposition (wohl nicht die Endaufstellung).
Was ich aus der Messung herauslesen kann (bitte korrigieren, wenn ich mit den abgeleiteten Interpretationen falsch liege):
Einbruch bei ca. 70 Hz, rund –20 dB. Meine Erklärung: die erste Vertikalmode liegt bei 70 Hz, und ihr Druckknoten sitzt auf halber Raumhöhe. Das Mikro stand auf 1,10 m, also fast mitten drin. Gleichzeitig ergibt der Wandabstand von 1,19 m eine SBIR-Auslöschung bei 72 Hz. Beides fällt zusammen. Überhöhungen bei 62 Hz (+6 dB) und 86 Hz (+8 dB), wahrscheinlich passend zur zweiten
Längsmode (5,53 m) und zweiten Quermode (3,95 m). Dazu +7,6 dB bei 122 Hz (vierte Längsmode).
Einbrüche bei 95 und 133 Hz, vielleicht durch Decken- und Bodenreflexion.
Oberhalb 300 Hz liegt der Frequenzgang in ±3 dB, Nachhallzeit über 0,50 s.
Insgesamt liegt der Bereich 80–160 Hz etwa 4 dB über dem Mittenpegel. Die gemessene Abklingzeit bei 63 Hz war auffällig kurz (unter 0.2 s). Arbeitet der Dielenboden als eine Art Plattenabsorber?
Meine Fragen
1. Linke Wand: Porösen Absorber oben nach unten ab 1.09m Raumtiefe gerade durchziehen oder der Schräge folgen? Ich tendiere klar zur geraden vertikalen Wand, wegen Symmetrie zur rechten Seite, wegen der viel größeren Tiefe (1,09 m statt 16–20 cm) und weil ich in 10 cm EPS kein tragendes Gestell verschrauben kann. Der Preis ist rund 1,09 m Stellbreite. Übersehe ich einen Grund, der für eine diagonale Verkleidung spricht?
2. Überdämpfung. Bei 53 m³ und gemessenen 0,45–0,50 s: Wenn ich linke Wand, Frontwand, rechte Wand, Rückwand und Cloud alle wie geplant baue, lande ich dann voraussichtlich bei brauchbaren 0,20–0,25 s oder kippe ich eher in einen unangenehm tot klingenden Raum? Slats hinter der Hörposition hatte ich eingeplant.
Wo würdet ihr zuerst Absorption weglassen und stattdessen Slats oder sogar streuen?
3. 62 und 86 Hz. Sind diese beiden Überhöhungen mit 80 cm Rückwand möglichen Eckabsorbern realistisch in den Griff zu bekommen, oder braucht es bei diesem Volumen zwingend zusätzlich Plattenresonatoren oder eine Korrektur per DSP?
4. Aufstellung. Neumann schreibt im Handbuch, Wandabstände von 0,8 bis 2 m zu massiven Wände seien zu vermeiden, weil sie Einbrüche und Überhöhungen im Tiefton erzeugen. Bei 3,95 m Raumbreite liegt die harte linke Wand in jeder Aufstellung in diesem Fenster. Meine Annahme: Weil dort 40–50 cm Steinwolle plus Luft davor sitzen, ist die poröse Wand nicht mehr „massiv” und der Nahabstand zur Bespannung ist unkritisch, vergleichbar mit dem Einbau in eine Frontwand. Stimmt das, oder gilt die Regel auch für poröse Aufbauten? Ist eine Basisbreite von 2,0–2,25 m bei 2,56 m freier Stellbreite vertretbar, oder wird es
mit einem Dreiwege-System zu den Seiten hin zu eng?
5. Ohrhöhe: 1,10–1,15 m liegt nahe am Druckknoten der Vertikalmode bei 1,22 m. Um wirklich herauszukommen, müsste ich unter 0,90 m oder über 1,50 m gehen, was beides irgendwie keine Lösung ist. Akzeptiert man das einfach, oder gibt es eine Maßnahme, die das Problem reduziert?
6. Frontwand und Fenster. Die Frontwand ist deutlich asymmetrisch (185 cm links, ca. 90–105 cm rechts) und das Fenster sitzt 40 cm außermittig. Wie geht man damit um? Müssen die Absorbertiefen zusammenpassen? Fensterplug 12–15 cm effektiv hier oder müsste er so tief sein, wie die absorber der frontwand? Der Heizkörper unter dem Fenster: freilassen wegen Konvektion, oder abnehmbar poröser Absorber davor?
7. Ecken und Tür. Superchunk hinten links nur bis 110 cm Kniestockhöhe möglich. Wie viel Wirkung verliert man gegenüber einer durchgehenden Ecke vom Boden bis zur Decke?Das wäre für mich bautechnisch zu anspruchsvoll.
8. Hintere rechte Ecke ist durch die Tür blockiert. Lohnt der Aufwand für ein Rollmodul-Chunk auch wenn ich eine poröse Wand mit Luftraum dazwischen baue? Müssen Bassfallen überhaupt links/rechts symmetrisch sein, oder ist das im modalen Bereich irrelevant?
Ich weiß, das ist ohne REW-Datei und korrekter Messung mit den KH 310 nur näherungsweise zu beantworten, aber ich wäre für eine Einschätzung dankbar. Ich möchte abschätzen können, ob das ganze am Ende nur Geldverschwendung bei dem Raum ist.
Vielen Dank im Voraus!
ich habe vorab (bevor ich die Messung mache) ein paar grundsätzliche Fragen, um zu erfahren, was in etwa auf mich zukommt und ob das ganze Sinn ergibt. Ich sehe den Raum aufgrund der Dachschräge und der Asymmetrien nämlich als problematisch an, zerbreche mir daran den Kopf.
Also, erstmal zum Raum (Fotos angehängt).
1. Raummaße und Geometrie
Länge (Frontwand zu Rückwand): 5,53 m
Breite: 3,95 m
Höhe: 2,4 m
Dachschräge links: Der gerade Teil der Wand (Kniestock) ist 110 cm hoch, darüber beginnt die Schräge und läuft auf 2,4 m Deckenhöhe hoch. Der horizontale Versatz beträgt ca. 1,29 m – der Punkt, an dem die Schräge die Decke erreicht, liegt also 1,29m von der linken Wand entfernt.
Tür rechts: Der Türrahmen beginnt bei 0 cm zur Rückwand, also direkt in der Ecke. Die Tür schlägt nach innen auf. Umhängen oder Öffnungsrichtung wechseln geht nicht, der Anschlag ist in den Holzrahmen eingefräst, das wäre ein kompletter Türtausch. Über dem Türrahmen sind 33 cm frei bis zur Decke. Die hintere rechte Ecke ist damit für
Festeinbauten im Prinzip tot.
Fenster in der Frontwand: Fensterbank bei 98 cm, gesamte Aussparung 124 cm breit, Oberkante ca. 198 cm inkl. Aussparung ab Boden. Darunter ein Heizkörper. Die freie Frontwandfläche links des Fensters ist 192cm breit, rechts 98 cm. Das Fenster sitzt also nicht in der Raummitte, sondern rund 40 cm nach rechts versetzt.
2. Verbaute Materialien / Beschaffenheit
Boden: alte Holzdielen, unbehandelt, mit freiem Fugen, auf Balken, darunter Hohlraum
Decke (flacher Teil): Gipskarton auf Lattung Dachschräge und Kniestock: 10 cm Styropor (EPS), fachmännisch und luftdicht gedämmt
Frontwand (Außenwand): ebenfalls 10 cm EPS
Rechte Wand: Innenwand, Altbau, tapeziert
Mir ist bewusst, dass EPS akustisch nichts absorbiert, die Schräge reflektiert also derzeit stark.
——-
Ich habe eine grobe Messung gemacht
Wichtige Einschränkung: Gemessen wurde mit den Focal CMS 50, nicht mit den üblichen KH 310, die sind gerade nicht vor Ort. Unterhalb 40 Hz sagt die Messung also nichts wirklich.
Setup: leerer, unbehandelter Raum, 256k Log Sweep, Mikrofon auf 1,10 m, L+R summiert. Testaufstellung: Lautsprecher direkt an der wand, 119 längs der Wand, 119 cm von jeweiligem Lautsprecher zur Hörposition (wohl nicht die Endaufstellung).
Was ich aus der Messung herauslesen kann (bitte korrigieren, wenn ich mit den abgeleiteten Interpretationen falsch liege):
Einbruch bei ca. 70 Hz, rund –20 dB. Meine Erklärung: die erste Vertikalmode liegt bei 70 Hz, und ihr Druckknoten sitzt auf halber Raumhöhe. Das Mikro stand auf 1,10 m, also fast mitten drin. Gleichzeitig ergibt der Wandabstand von 1,19 m eine SBIR-Auslöschung bei 72 Hz. Beides fällt zusammen. Überhöhungen bei 62 Hz (+6 dB) und 86 Hz (+8 dB), wahrscheinlich passend zur zweiten
Längsmode (5,53 m) und zweiten Quermode (3,95 m). Dazu +7,6 dB bei 122 Hz (vierte Längsmode).
Einbrüche bei 95 und 133 Hz, vielleicht durch Decken- und Bodenreflexion.
Oberhalb 300 Hz liegt der Frequenzgang in ±3 dB, Nachhallzeit über 0,50 s.
Insgesamt liegt der Bereich 80–160 Hz etwa 4 dB über dem Mittenpegel. Die gemessene Abklingzeit bei 63 Hz war auffällig kurz (unter 0.2 s). Arbeitet der Dielenboden als eine Art Plattenabsorber?
Meine Fragen
1. Linke Wand: Porösen Absorber oben nach unten ab 1.09m Raumtiefe gerade durchziehen oder der Schräge folgen? Ich tendiere klar zur geraden vertikalen Wand, wegen Symmetrie zur rechten Seite, wegen der viel größeren Tiefe (1,09 m statt 16–20 cm) und weil ich in 10 cm EPS kein tragendes Gestell verschrauben kann. Der Preis ist rund 1,09 m Stellbreite. Übersehe ich einen Grund, der für eine diagonale Verkleidung spricht?
2. Überdämpfung. Bei 53 m³ und gemessenen 0,45–0,50 s: Wenn ich linke Wand, Frontwand, rechte Wand, Rückwand und Cloud alle wie geplant baue, lande ich dann voraussichtlich bei brauchbaren 0,20–0,25 s oder kippe ich eher in einen unangenehm tot klingenden Raum? Slats hinter der Hörposition hatte ich eingeplant.
Wo würdet ihr zuerst Absorption weglassen und stattdessen Slats oder sogar streuen?
3. 62 und 86 Hz. Sind diese beiden Überhöhungen mit 80 cm Rückwand möglichen Eckabsorbern realistisch in den Griff zu bekommen, oder braucht es bei diesem Volumen zwingend zusätzlich Plattenresonatoren oder eine Korrektur per DSP?
4. Aufstellung. Neumann schreibt im Handbuch, Wandabstände von 0,8 bis 2 m zu massiven Wände seien zu vermeiden, weil sie Einbrüche und Überhöhungen im Tiefton erzeugen. Bei 3,95 m Raumbreite liegt die harte linke Wand in jeder Aufstellung in diesem Fenster. Meine Annahme: Weil dort 40–50 cm Steinwolle plus Luft davor sitzen, ist die poröse Wand nicht mehr „massiv” und der Nahabstand zur Bespannung ist unkritisch, vergleichbar mit dem Einbau in eine Frontwand. Stimmt das, oder gilt die Regel auch für poröse Aufbauten? Ist eine Basisbreite von 2,0–2,25 m bei 2,56 m freier Stellbreite vertretbar, oder wird es
mit einem Dreiwege-System zu den Seiten hin zu eng?
5. Ohrhöhe: 1,10–1,15 m liegt nahe am Druckknoten der Vertikalmode bei 1,22 m. Um wirklich herauszukommen, müsste ich unter 0,90 m oder über 1,50 m gehen, was beides irgendwie keine Lösung ist. Akzeptiert man das einfach, oder gibt es eine Maßnahme, die das Problem reduziert?
6. Frontwand und Fenster. Die Frontwand ist deutlich asymmetrisch (185 cm links, ca. 90–105 cm rechts) und das Fenster sitzt 40 cm außermittig. Wie geht man damit um? Müssen die Absorbertiefen zusammenpassen? Fensterplug 12–15 cm effektiv hier oder müsste er so tief sein, wie die absorber der frontwand? Der Heizkörper unter dem Fenster: freilassen wegen Konvektion, oder abnehmbar poröser Absorber davor?
7. Ecken und Tür. Superchunk hinten links nur bis 110 cm Kniestockhöhe möglich. Wie viel Wirkung verliert man gegenüber einer durchgehenden Ecke vom Boden bis zur Decke?Das wäre für mich bautechnisch zu anspruchsvoll.
8. Hintere rechte Ecke ist durch die Tür blockiert. Lohnt der Aufwand für ein Rollmodul-Chunk auch wenn ich eine poröse Wand mit Luftraum dazwischen baue? Müssen Bassfallen überhaupt links/rechts symmetrisch sein, oder ist das im modalen Bereich irrelevant?
Ich weiß, das ist ohne REW-Datei und korrekter Messung mit den KH 310 nur näherungsweise zu beantworten, aber ich wäre für eine Einschätzung dankbar. Ich möchte abschätzen können, ob das ganze am Ende nur Geldverschwendung bei dem Raum ist.
Vielen Dank im Voraus!
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